threadsy:
Kommunikationszentrale
für das Social Web

Dienste mit dem Anspruch der ultimativen Kommunikationszentrale gibt es einige. Der neue US-Service threadsy legt einen gelungenen Start hin.

threadsy
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Die gängisten Kommunikationskanäle des Social Web zu aggregieren, ist zumindest auf dem Papier eine gute Idee. Statt eingehende E-Mails, Facebook-Nachrichten und -Updates sowie Twitter-Streams separat zu verwalten, kann einem ein gut umgesetzter Aggregator dabei helfen, Zeit und Mühe zu sparen. Das zumindest ist die Theorie.

threadsy, ein neuer Dienst aus den USA, startete gestern seine öffentliche Beta-Phase. threadsy wil Nutzer dazu animieren, ihre wichtigste Online-Kommunikation über eine einheitliche, browserbasierte Oberfläche abzuwickeln.

Nach einer Mini-Registrierung fordert threadsy Nutzer zum Import ihrer E-Mail-Konten auf. Gmail-Anwender können eine sichere OAuth-Authenfizierung in Anspruch nehmen, für alle anderen Anbieter ist die Eingabe des persönlichen Passworts notwendig. IMAP wird unterstützt.

Anschließend folgt die Verknüpfung mit dem persönlichen Facebook- und Twitter-Konto. Dank OAuth bleiben die Zugangsdaten vor threadsy verborgen. Ist dieser Schritt erledigt, erstellt der Dienst das persönliche Kommunikations-Dashboard.

Dieses besteht aus zwei Spalten: Links aggregiert threadsy sämtliche Nachrichten, die direkt an mich gerichtet sind, also E-Mails, Twitter-Antworten und -Direktmitteilungen sowie Facebook-Mails. Die rechte Spalte enthält dagegen einen fortlaufenden Stream aus Twitter- und Facebook-Updates.

Alle eingehenden Objekte lassen sich auf die für den jeweiligen Service übliche Art und Weise behandeln: Eingehende E-Mails und Tweets können beantwortet oder neue erstellt werden, Twitter-Updates lassen sich retweeten sowie favorisieren und Facebook-Objekte mit einem “Daumen hoch” versehen oder kommentieren. Interessanterweise erlaubt threadsy auch das negative Bewerten von Facebook-Updates (Dislike) – etwas, das Facebook selbst nicht anbietet. Was mit den Dislikes geschieht, ist jedoch unklar.

Klickt man in der linken Spalte auf eine eingehende Nachricht, erscheint in der rechten Spalte ein Personenprofil des Absenders mit einer kurzen Biografie, Fotos sowie aktuellen Status-Updates.

Eine Suchefunktion für Twitter und E-Mails ist integriert. Wer nebenbei auch noch per Instant Messenger chatten möchte, kann dies dank der Meebo-Chatbar tun, die am unteren Seitenrand Präsenz zeigt und den direkten Zugriff auf diverse Instant Messenger erlaubt.

Obwohl vielen Usern wahrscheinlich nicht einmal klar ist, ob sie nun einen Aggregator für ihre Social-Web-Kommunikation benötigen, ist der Markt schon dicht besetzt und die Konkurrenz für threadsy groß: Twitter-Tools wie Tweetdeck oder HootSuite, die mittlerweile auch teilweise Facebook unterstützen, tummeln sich hier gemeinsam mit universellen Instant Messengern wie Digsby oder direkten Konkurrenten wie Inbox2 (unser Review). Der Funktionsumfang variiert, aber welcher Service am Ende am ehesten zur ultimativen Kommunikationszentrale aufsteigt, ist heute noch nicht abzusehen.

Während ich mir noch immer nicht sicher bin, ob für mich eine All-in-One-Lösung überhaupt sinnvoll ist (für E-Mails bevorzuge ich aktuell einen fortgeschritteneren Desktop-Client wie Mozilla Thunderbird), so möchte ich threadsy nach einer halben Stunde des Ausprobierens trotzdem ein äußerst positives Zeugnis ausstellen:

Der Service ist in höchstem Maße intuitiv und pädagogisch aufgebaut. Weder werden User mit zu vielen Funktionen überladen, noch spart threadsy an falscher Stelle essenzielle Features ein – lediglich eine Integration von LinkedIn und Xing würde ich mir noch wünschen. Die Aufteilung in zwei Spalten für direkte Nachrichten und Streams ist sinnvoll und übersichtlich (auch wenn die Übersicht dennoch zum Problem werden kann). Die Nutzung macht ganz einfach Spaß, was nicht zuletzt auf das optisch sehr ansehnliche Design zurückzuführen ist.

Selbst wenn ich am Ende wahrscheinlich zu meiner dezentralen Lösung mit einem separaten E-Mail-Programm zurückkehren werde, so empfehle ich, mit threadsy ein wenig herumzuspielen. Allein deshalb, um zu sehen, wie ein optisch gelungene Anwendung aussehen muss.

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