Geschäftsnetzwerke:
LinkedIn kopiert Xing
kopiert LinkedIn kopiert Xing…

LinkedIn ermöglicht es seinen Mitgliedern ab sofort, Unternehmensinformationen zu abonnieren. Xing macht das schon länger. Die zwei Konkurrenten lassen sich gerne voneinander inspirieren.

LinkedIn, das weltweit führende soziale Netzwerk für Geschäftskontakte und Konkurrent des im deutschsprachigen Raum und einigen europäischen Ländern starken Anbieters Xing aus Hamburg, hat eine neue Funktion eingeführt, mit der die 60 Millionen LinkedIn-Mitglieder Unternehmen “folgen” können.

Dazu müssen Nutzer, die ein LinkedIn-Unternehmensprofil besuchen, lediglich oben rechts auf “Follow company” klicken. Anschließend erscheinen Informationen über Veränderungen bei der jeweiligen Firma wie freie Stellen oder neue Mitarbeiter im persönlichen LinkedIn-Newsfeed.

Gerne wird dem deutschen LinkedIn-Wettbewerber Xing vorgeworfen, eine LinkedIn-Kopie zu sein. Es mag auch sein, dass Gründer Lars Hinrichs sich damals von dem US-Angebot hat inspirieren lassen, als er die Idee zu dem erst unter dem Namen OpenBC laufenden Business Network hatte.

Dennoch würde man es sich zu einfach machen, zu behaupten, die Inspiration wäre einseitig. Die aktuelle LinkedIn-Neuerung verdeutlicht das: So gibt es die Möglichkeit, Unternehmensprofilen zu folgen, bei Xing bereits seit November 2009 – anders als bei LinkedIn allerdings nur von Firmen, die ein kostenpflichtiges Profil gebucht haben.

Das muss nicht heißen, dass LinkedIn sich explizit an Xing orientiert hat. Immerhin ist das Follower-Prinzip von Twitter und Facebook bereits vor langer Zeit etabliert worden. Tatsache ist aber, dass Xing hier schneller war als sein US-amerikanischer Wettbewerber. Gleiches gilt zum Beispiel für die Funktion zum Merken von Kontakten, die das etwas mehr als acht Millionen Mitglieder zählende Xing ebenfalls vor LinkedIn hatte und im Gegensatz zu LinkedIn auch für Gratis-Mitglieder anbietet.

Es ist offensichtlich, dass bei beiden Diensten genau verfolgt wird, was es bei der Konkurrenz Neues gibt. Natürlich hat sich Xing auch so einiges bei LinkedIn abgeschaut. Unternehmensprofile gab es bei dem US-Pendant schon vor Xing, gleiches gilt auch für das Anzeigen von Referenzen und wahrscheinlich für eine Reihe anderer Features.

Der Wettkampf Xing vs LinkedIn bleibt spannend. Auf internationaler Bühne steht der Gewinner mit LinkedIn bereits fest, aber seine Marktführerschaft in einigen europäischen Ländern verteidigt das Hamburger Netzwerk, an dem seit einigen Monaten Hubert Burda Media beteiligt ist, hartnäckig und bisher erfolgreich. Usern, die viele sowohl internationale als auch deutschsprachige Kontakte haben, bleibt derzeit nichts anderes übrig, als beide Plattformen einzusetzen.

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9 Kommentare

  1. Michael S
    schrieb am 30. April 2010 um 11:16 Uhr (#)

    des im deutschsprachigen Raum und einigen europäischen Ländern starken Hamburger Anbieters

    du hast vergessen zu erwaehnen dass der staerkste Hamburger Anbieter im deutschsprachigen Raum und einigen europaeischen Laendern sicher McDonald’s ist … frag mich immer noch was Xing damit zu tun hat. TGIF ;-)

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 30. April 2010 um 11:17 Uhr (#)

    Hehe ok vielleicht unglücklich formuliert ;)

  3. Roland Panter
    schrieb am 30. April 2010 um 11:38 Uhr (#)

    Aktuell haben die Hamburger mal wieder die Kopiernase vorn mit der “neuen” Anzeige des Vernetzungsstatus. Insgesamt ist es aus meiner Sicht so, dass LinkedIn wesentlich mehr Innovationen innerhalb der Plattform abbildet, insbesondere in Bezug auf Qualitätskriterien. Das wurde bei Xing stark vernachlässigt und schlägt langsam durch.

    Dazu kommen dann noch viele Ungereimtheiten in Bezug auf Kundenservice, intransparente Leistungsänderungen und die wirklich schlechte Basisversion von Xing. Hier wünscht man sich als Nutzer (Business-User) eine höhere Investitionssicherheit, denn auch investierte Zeit möchte irgendwie abgesichert sein. Zu guter Letzt seihen dann noch unzählige Verweise von der Plattform und Ungleichbehandlung von Kunden anzuführen. Ich würde mich freuen, wenn man das dort in den Griff bekommt.

  4. René Fischer
    schrieb am 30. April 2010 um 13:32 Uhr (#)

    Usern, die viele sowohl internationale als auch deutschsprachige Kontakte haben, bleibt derzeit nichts anderes übrig, als beide Plattformen einzusetzen.

    Das sehe ich anders und da bin ich mit Sicherheit auch nicht der Einzige.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 30. April 2010 um 13:37 Uhr (#)

    Wie siehst du es denn? Nur LinkedIn? Oder nur Xing?

    1. René Fischer
      schrieb am 30. April 2010 um 14:52 Uhr (#)

      Ich wollte das nur anmerken, weil deine Aussage so absolut klingt. Im Grunde ist ja niemand gezwungen auch nur eine der beiden Plattformen einzusetzen.

      Für mich persönlich stellt sich die Frage auch nicht (mehr). Xing ist für mich gestorben: http://blog.renefischer.ws/xing-und-tschuss

  6. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 30. April 2010 um 14:58 Uhr (#)

    Ich bin der Meinung, dass man das schon recht absolut so sagen kann.

    Vorausgesetzt, man ist von der Kraft des Networkings überzeugt und vorausgesetzt, man hat sowohl viel Kontakt mit beruflichen Partnern in DACH und im Ausland, dann reicht eine der zwei Plattformen momentan einfach nicht aus, um mit all diesen Menschen über ein Social Network verbunden zu sein (sofern wir mal Facebook außen vorlassen, über dessen Tauglichkeit als Business-Netzwerk man streiten kann).

    Sprich, bin ich nur bei LinkedIn, fehlen mir ein paar meiner Offline-Geschäftskontakte online, und bin ich bei Xing, ebenfalls.

    Insofern bin ich nicht davon überzeugt, dass man hier keine sehr absolute Aussage treffen darf. Ich merke es tagtäglich selbst.

    1. René Fischer
      schrieb am 30. April 2010 um 15:21 Uhr (#)

      Es bleibt trotzdem dein use case ;) Ich habe viele Kontakte im DACH-Raum und auch einige im internationalen Umfeld und ich komme sehr gut mit ausschließlich einem Netzwerk (in meinem Fall LinkedIn) klar. Und das nicht nur weil ich es – aufgrund meiner Entscheidung mich von Xing zu trennen – muss. Der Aufwand in zwei Netzwerken präsent zu sein, die Daten zu pflegen und Networking zu betreiben ist mir einfach zu groß und steht für mich in keinem Verhältnis zum erzielten Gewinn. Aber das muss und kann ja jeder selbst entscheiden. Aber nur weil du in beiden Netzwerken vertreten sein musst, muss es noch lange nicht jeder andere auch ;)

  7. Stephan
    schrieb am 1. Mai 2010 um 10:46 Uhr (#)

    Hallo,

    ich stimme in so fern zu, dass die Inspiration ruhig von beiden Seiten genutzt wird und sich so der Wettbewerb befruchtet wird.

    Allerdings sehe ich da, dass LinkedIn die Nase vorn hat. Mehr Mitglieder weltweit und mehr Werbekunden bieten LinkedIn mehr Möglichkeiten in der Entwicklung.

    Das Follower Prinzip hatte LinkedIn allerdings schon länger, aber nur für Personen: So kann man “Nicht Kontakten” folgen, ohne diese als Kontakt hinzuzufügen. Diese Following wurde nun um Unternehmen werweitert. Ich selber nutze dieses, um zum Beispiel Führungskräften zu folgen, die ich nicht kenne, um ein Gespür für neue Projekte zu bekommen. Unternehmen folge ich nur Xing und LinkedIn… was aber beruflich nicht so interessant ist.

    Ansonsten schauen wir uns mal die neusten Entwicklungen von Xing an:

    - Referenzen
    - Profil drucken
    - Kontaktpfade in Bildchen

    …alles, was es bei LinkedIn schon gab.

    Bei LinkedIn

    - Personen folgen
    - Outlook Integration (geht wirklich gut)
    - Adressbuch mit Multiselektion (Suche alle Kontakte mit Tag “Kunde” im Umkreis von 100 km um Frankfurt, die nicht bei der deutschen Bank arbeiten…. selektiere das mal bei Xing….)
    - Postfach
    - und jetzt Unternehmen folgen.

    Ich sehe hier keine synchrone Inspiration, sondern eher alles bei LinkedIn. Insbesondere sollte Xing folgende Funktionen kopieren:

    - Multlinguale Profile
    - GeoTargeting
    - Suchergebnisse sortieren (Ein Feature, was ich schmerzlich vermisse)
    - Blogintegration auf Profil
    - F & A Integration auf Profil (erhöht die Qualität der Antworten enorm)
    - Empfehlungen qualifizieren (Also auf einen Blick sehen, wie viel Kunden einen empfohlen haben)
    - Profil als PDF speichern
    - Status kommentieren
    - Leute aus “Neuen aus meinem Netzwerk” ausblenden
    - ….

    LinkedIn kann dafür die Kompetenzkarte und die Über Mich seite kopieren….. zwei Features, die ich persönlich nicht benötige.

    Meine Meinung ist, dass durchaus beide Seite kopieren, aber eine eindeutige Tendenz besteht, wer bei wem…

    Liebe Grüße
    Stephan

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