dailyplaces vs Twitter:
David gegen Goliath

Junge Webanbieter haben es nicht leicht. Taucht die eigene Idee plötzlich als Funktion bei einem etablierten Internetanbieter auf, ist guter Rat teuer. dailyplaces kennt dieses Gefühl.

dailyplaces
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Junge Startups leben mit dem ständigen Risiko, von einem Internet-Dickschiff obsolet gemacht zu werden. Taucht die Idee, an der sie monatelang rund um die Uhr gearbeitet haben, plötzlich als Funktion bei einem bestehenden, bereits etablierten Anbieter auf, ist guter Rat teuer und die Frustration mitunter groß.

dailyplaces, ein im November hier vorgestellter Dienst, der es am vergangenen Donnerstag auch in unsere Liste von 33 Startups aus dem deutschsprachigen Raum geschafft hat, die man im Blick haben sollte, kennt dieses Gefühl.

dailyplaces ist eine ortsbasierte Microblogging-Plattform, bei der sich alles um so genannte POI dreht: Points of Interest, also Orte, die von Nutzern mit Informationen wie Status-Updates oder Fotos versehen werden. Im Frankfurter Büro von dailyplaces dürfte man nicht schlecht gestaunt haben, als Twitter in der vergangenen Woche im Rahmen seiner Entwicklerkonferenz Chirp die neue Funktion “Places” vorgestellt hat, mit der sich Tweets nicht mehr länger nur Koordinaten sondern tatsächlichen Orten zuordnen lassen. Twitter nennt diese Orte… Points of Interest!

Ich habe mit Stefan Pohl gesprochen, bei dailyplaces zuständig für Marketing und Kommunikation. Seiner Aussage nach wird Twitter mit dem neuen Feature natürlich zu einer Konkurrenz. Gleichzeitig heißt das nicht, dass man in Frankfurt nun klein beigeben würde: dailyplaces soll es privaten Usern sowie kleinen und großen Unternehmen ermöglichen, standortbezogen und in Echtzeit zu kommunizieren. Für diesen Anwendungsfall will der Dienst die Nummer eins werden, so die klare Aussage.

Pohl sieht die Vorteile von dailyplaces unter anderem darin, dass Points of Interests nicht nach einer gewissen Zeit gelöscht werden, sondern für immer zur Verfügung stehen. Auch wird es demnächst möglich sein, einem spezifischen POI zu folgen, um über Geschehnisse rund um den jeweiligen Ort informiert zu bleiben.

Eine weitere Eigenheit von dailyplaces: Ein Account kann mehreren POI zugeordnet werden, die sich einzeln mit Informationen versorgen lassen. So können beispielsweise große Filialisten aktuelle News zu den jeweiligen Filialen veröffentlichen, die gleichzeitig einem übergeordneten Account zugeordnet werden. Hier jedoch kommt dailyplaces Google in die Quere, das mit dem neuen Angebot Places Ähnliches anbietet.

Vielleicht kann man den Vorstoß von Twitter tatsächlich als gute Nachricht sehen, immerhin wird er ortsbasiertes Microblogging bekannt machen und damit eventuell auch den Weg für dailyplaces ebnen.

Vor einigen Tagen hat dailyplaces eine eigene API veröffentlicht, über die Entwickler webbasierte oder mobile Applikationen für standortbezogene Echtzeitkommunikation programmieren können. Der erste Partner ist Pixelpipe, das Usern das Verteilen von Fotos, Videos und Bildern an über 100 Social-Web-Plattformen erlaubt.

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1 Kommentar

  1. weipah
    schrieb am 21. April 2010 um 20:42 Uhr (#)

    Hmm, also als ich mir vor einiger Zeit Dailyplaces angeschaut habe, hatte ich es eher zusammen in einen Topf geworfen mit Foursquare, Brightkite, Whrrl, pip.io & Co.

    Da stand das micro-blogging noch nicht so sehr im Vordergrund und es schien mir auf den ersten Blick eine der location-based-communities zu sein, die was die Vielfalt der Features betrifft nicht mit den Anderen mithalten konnte.
    Im Vergleich zu den bekannten Check-in-Systemen wirkte es vergleichsweise unausgereift. Mit Schuld war wohl der etwas andere Ansatz der POIs, der mir leider nicht so sehr einleuchten wollte.

    Gerade als Brightkite nach seinem Version 2 release etwas in Verruf geraten ist, sind viele meiner Kontakte auch zu den Dailyplaces “ausgewandert”, um zu schauen, was es denn noch so gibt. Aber im Endeffekt waren sich Alle recht einig, dass es leider nicht die gewohnten Funktionen bereitstellt. Natürlich fällt es auch schwer mit solchen alten Gewohnheiten zu brechen und aufzuräumen, keine Frage.
    Der größte Unterschied is m.E., dass man Updates abhängig vom Standort anschaut und nicht zwingend ausgehend vom User. Das rückt natürlich den micro-blogging Aspekt mehr in den Vordergrund und stellt die Community aber erstmal nach hinten. Denn in den Communities sind es in der Regel die Leute, denen man folgt, egal wo sie sich gerade befinden. Ortswechsel werden dann mit Hilfe der “check-ins” abgebildet.

    Einen Blick ist die Plattform auf jeden Fall wert. Ich schaue auch immer mal wieder rein, um zu sehen, was es Neues gibt und drücke auch weiterhin die Daumen, auf dass die Entwickler mit ihrer Idee ans Ziel finden, trotz der vielen Konkurrenz.

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