Geschäftsentwicklung visualisiert:
Microsoft noch immer Klassenbester

Niemand schlägt Microsoft, was Umsatz und Gewinn betrifft – und das seit 14 Jahren. Doch die zwei großen Konkurrenten Apple und Google holen auf. Das verdeutlicht eine Analyse des Monitoringdienstleisters Pingdom.

Pingdom, ein schwedischer Anbieter von Monitoringdienstleistungen für Websites, hat am Freitag in einem Blogbeitrag einen hochinteressanten Vergleich der Geschäftsentwicklung von Microsoft, Apple und Google seit 1985 veröffentlicht.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Bei den Erlösen liegt Microsoft noch weit vor Google und Apple, zeigt jedoch für die Zukunft nach unten.
  • Microsoft macht mit Abstand den größten Gewinn, auch hier jedoch mit abnehmender Tendenz. Apple liegt nur knapp vor Google.
  • Microsoft beschäftigt 93.000 Mitarbeiter, Apple 36.800 und Google 19.835.
  • Die Gewinnmarge von Microsoft liegt bei 27,7 Prozent, die von Apple bei 17,8 Prozent und die von Google bei 27,6 Prozent. Apple hat also für jeden verdienten Dollar höhere Kosten als Google. Ein Grund hierfür dürfte Apples im Vergleich zu Google fast doppelt so hohe Zahl der Angestellten sein. Allerdings: Im Jahr 2004 waren lediglich 5,2 Prozent von Apples Umsatz Gewinn.

Für die Zusammenstellung der Daten hat das Pingdom-Team übrigens WolframAlpha eingesetzt, die vor einem Jahr mit großer Aufmerksamkeit gestartete “Maschine zur Berechnung menschlichen Wissens”, um die es in letzter Zeit äußerst still geworden ist. Gut, dass Pingdom uns daran erinnert, was man mit WolframAlpha Nützliches anstellen kann.

Hier die von Pingdom zusammengestellten Charts:

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5 Kommentare

  1. Philipp Herrmann
    schrieb am 12. April 2010 um 13:38 Uhr (#)

    Hallo zusammen,
    ich lese Eure Beiträge wirklich sehr gerne, da sie häufig informativ und sachlich sind. Bei diesem Artikel hier muss ich aber sagen, dass es schon etwas verwunderlich ist, dass ihr von einem “hochinteressanten Vergleich” sprecht. Ich meine, ganz ehrlich, wer sich mit dem Thema Online/Digital etc einigermaßen regelmäßig beschäftigt, für den dürften diese Infos doch in keinster Weise neu sein. Ich würde mir ernsthaft Sorgen machen, wenn “die wichtigsten Erkenntnisse” für Euch oder Eure Kernleserschaft wirklich etwas Neues wäre. Gut, es ist nicht weiter schlimm, auch mal etwas triviales zu veröffentlichen. Aber leider irritiert mich dann doch auch noch ein weiteres Detail: die sehr eindimensionale Aussage, dass Apples vergleichsweise geringer Profit im Vergleich zu Google durch die Mitarbeiter zu begründen wäre. Zum Einen vernachlässigt das vollkommen, dass Wertschöpfungskette und Geschäftsmodell fundamental verschieden sind. Und zweitens entsteht ja sofort ein riesen Fragezeichen zu dieser Aussage, wenn man die Mitarbeiterzahl Microsofts und das jeweilige Verhältnis zum Umsatz anschaut.

    Mein Wunsch wäre also, dass ihr Euch, wenn ihr schon in die Analyse einsteigt (was ich bei den trivialen Grundinformationen sehr begrüße!), auch differenziert mit der Matreie auseinandersetzt.

    So, jetzt habe ich mal einen kritischen Kommentar geschrieben – ich hoffe, ihr nehmt es positiv-konstruktiv auf, es ist nicht anders gemeint!

  2. Alex
    schrieb am 12. April 2010 um 14:16 Uhr (#)

    Wenn man genauer in die Bilanzen schaut, kann man erkennen, dass MSFT mit ihren Online-Services (Hotmail, MSN, Windows Live, …) in den vergangenen Jahren eigentlich fast nur rote Zahlen schreibt.
    Gerade dieser Geschäftsbereich scheint mit den Umsätzen aus OS und Office subventioniert zu werden.

    1. Philipp Herrmann
      schrieb am 12. April 2010 um 14:28 Uhr (#)

      @Alex: Absolut. Das ist das Kernproblem Microsofts. Seit Jahren zehren sie von ihren beiden Cash Cows und finanzieren damit neue Bereiche. Dies ist natürlich grundsätzlich der richtige Ansatz. Allerdings müssen die neuen Bereiche sich dann auch durchsetzen und mittelfristig profitabel werden. Dies ist – wie in den Zahlen zu sehen – bisher nicht der Fall . Dennoch wäre es natürlich verfrüht, Microsoft abzuschreiben, denn noch sind die Cash Cows so groß, dass sie weiterhin als Feuerholz für neue Innovationen dienen können. Es bleibt spannend…

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 12. April 2010 um 14:31 Uhr (#)

    @ Philipp
    Sicherlich sind die grundlegende Machtverhältnisse zwischen den drei Unternehmen den meisten Lesern bekannt. “Hochinteressant” ist der Vergleich über 25 Jahre hinweg. Natürlich hängt das vom Detailwissen des Lesers ab. Wenn du das alles schon wusstest, dann ist es ja nicht verwunderlich, dass du es anders beurteilst ;)

    Was den zweiten Punkt betrifft: Wenn zwei Unternehmen ungefähr gleich viel Gewinn erwirtschaften, eines von beiden jedoch einen deutlich höheren Umsatz und doppelt so viele Angestellte hat, dann halt
    ich es nicht für falsch, auf einen möglichen Zusammenhang hinzuweisen. Immerhin unterstreicht es die Stärke von Google, mit vergleichsweise wenigen Mitarbeitern zu einem der profitabelsten Unternehmen der Welt geworden zu sein.

    Danke dennoch für deine konstruktiven Anmerkungen.

    @ Alex
    Ja es ist mehr als wahrscheinlich, dass zumindest der Umsatz (aber vermutlich auch der Gewinn) von Microsoft in den nächsten Jahren einbrechen werden, wenn nach und nach das Softwaregeschäft (aka Cash Cow) durch Cloud-Alternativen schrumpft.

  4. Das Wort
    schrieb am 13. April 2010 um 14:08 Uhr (#)

    Bleibt auf jedenfall spannend, wie das Duell Microsoft Google weitergehen wird.
    Appel ist gerade ne Modeerscheinung, ob die das Level halten können, ist zu bezweifeln, aber auf jedenfall ne grosse Herausforderung.

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