Monetarisierung von Webdiensten:
put.io wird kostenpflichtig
Der Cloud-Download-Anbieter put.io verlässt die Beta-Phase und wird vollständig kostenpflichtig. Ein Schritt nicht ohne Risiko.
Ein garantiertes Erfolgsrezept gibt es dabei nicht. Während für manch einen Dienst die Gratisstrategie mit paralleler Werbevermarktung die beste Lösung ist, können sich andere Anbieter nur dann refinanzieren, wenn sie es schaffen, zumindest einen gewissen Teil ihrer Nutzerschaft zu zahlenden Kunden zu konvertieren.
put.io, ein beeindruckender Service aus der Türkei, über den wir bereits hier und hier berichtet haben, hat seine Beta-Tester am Freitag über den bevorstehenden Launch informiert – und wird, wie schon zu Beginn der Testphase angekündigt, zu einem reinen Bezahldienst.
Bei put.io können User Dateien – primär Medieninhalte – aus dem Netz (oder auch von der eigenen Festplatte) in ihren persönlichen Onlinespeicher laden und von dort direkt streamen sowie ins für iPhone und iPad geeignete MP4-Format konvertieren.
In einer Woche wird put.io offiziell starten. Nutzer können dann zwischen drei Paketen mit unterschiedlicher Menge Speicherplatz und monatlichem Trafficvolumen wählen.
Nach dem Launch haben die existierenden Beta-Tester noch sieben Tage Zeit, um eventuelle Datein herunterzuladen und ihr verbliebenes Trafficvolumen zu verbrauchen. Anschließend wird das put.io-Konto inaktiv. Bestehende Anwender, die put.io treu bleiben und für die zukünftige Nutzung zahlen, erhalten als Dankeschön 100 Gigabyte zusätzlichen Inklusivtraffic.
put.io hat von Anfang an darauf hingewiesen, dass es nach dem offiziellen Start kein Freemiummodell anstreben und keine Gratisversion anbieten wird. Insofern kommt der Schritt nicht überraschend. Aktuelle User müssen sich nun überlegen, ob ihnen put.io in den sechs Monaten der Testphase so sehr ans Herz gewachsen ist, dass sie bereit sind, fortan für die Nutzung zu zahlen.
put.io opfert mit seiner Entscheidung Viralität zugunsten einer schnellen Monetarisierung. Das kann funktionieren, heißt aber, dass die Einstiegshürden für potenzielle Neunutzer deutlich höher sind als bei einem Freemium-Ansatz, bei dem das kostenlose, und unverbindliche Ausprobieren möglich ist. Bekannte Freemium-Tools wie Dropbox und Evernote führen User auf diese Art an ihr Angebot heran, um sie in einem zweiten Schritt in Bezahlmitglieder umzuwandeln.
Es wird interessant sein, die Nutzerentwicklung von put.io nach dem finalen Launch im Auge zu behalten. Vielleicht folgt der Dienst ja eines Tages den Spuren des Zeiterfassungsdienstes mite, der ebenfalls nur für zahlende Mitglieder zugänglich ist – und kürzlich einen äußerst transparenten Einblick in seine Geschäfts- und Anwenderzahlen gegeben hat.






















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