Finalfolder:
Dokumentenablage in der Cloud

An der Schnittstelle von Evernote, Dropbox und Google Docs bietet das Schweizer Startup Finalfolder ein Onlinearchiv für persönliche Dokumente – und richtet sich damit primär an Cloud-Neulinge.

Finalfolder
Finalfolder
Dienste, die es Nutzern ermöglichen, Dateien und Dokumente in der Cloud abzulegen und zu verwalten, sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem digitalen Boden geschossen. Dropbox und Evernote gehören zu den bekanntesten, aber auch ZumoDrive, Sugarsync, Syncplicity, Box.net, Windows Live SkyDrive oder humyo bieten Lösungen, um die “Internetwolke” zur Datenablage und -sicherung einzusetzen.

Aus dem deutschsprachigen Raum allerdings kam diesbezüglich relativ wenig. Zu nennen ist hier sicherlich Wuala, ein Schweizer Startup, das vor rund einem Jahr an den französisch-amerikanischen Hersteller von Speicherlösungen LaCie verkauft wurde. Mit Finalfolder, das deutsche-startups.de gestern vorgestellt hat, schickt sich ein weiteres Jungunternehmen aus der Schweiz an, Nutzern die Vorteile der Cloud als Speicherort für Dokumente schmackhaft zu machen.

Finalfolder positioniert sich als kostenloses Onlinearchiv für Office-Dateien. Um den persönlichen Webspeicherplatz zu aktivieren, schicken User eine E-Mail mit einem Dokumentanhang an die Adresse keep @ finalfolder.com. Nach einer kurzen Passwortgenerierung können sie sich über die Finalfolder-Website in ihren Benutzerbereich einloggen und dort sämtliche per E-Mail an ihr Postfach geschickten Dokumente verwalten. Auch ein Dateiupload über den Browser ist möglich.

Dokumente tauchen in einer chronologischen Liste auf und werden zudem nach Dateityp, Schlagwort und mit ihnen verknüpften Kontakten – also Personen, deren E-Mail-Adressen in einer an Finalfolder weitergeleiteten Mail angegeben waren – angezeigt. Dateien lassen sich sowohl im Original als auch als PDF herunterladen. Eine Integration mit der Dokumentenplattform Scribd erlaubt das browserbasierte Betrachten von Office-Dateien.

Finalfolder richtet sich nicht an Power-User und experimentierfreudige Web-Freunde, die für das Ablegen von Dokumenten bereits eine Vielzahl von leistungsfähigeren Alternativen kennen und nutzen – so beispielsweise Online-Office-Tools wie Google Docs oder Zoho, mit denen sich Word-, Excel- oder PowerPoint-Dateien dann auch gleich direkt in der Cloud bearbeiten lassen. Oder sie verwalten Dokumente ganz einfach in ihrem mehrere Gigabyte großen E-Mail-Postfach, senden sie per E-Mail zu Evernote oder drop.io oder schieben sie direkt über den Desktop zu Dropbox & Konsorten.

Nein, Finalfolder zielt auf Millionen von Menschen ab, die sich in ihrem Postfach nicht zurecht finden, keine vernünftige Suchefunktion haben oder ganz einfach über zu wenig Speicherplatz verfügen, um ihr E-Mail-Konto zu einer Dateiablage in der Cloud umzufunktionieren. Diesen Leuten erklärt Finalfolder auf der Website in einem Video detailliert und pädagogisch, wie sie den Dienst per E-Mail mit Dokumenten befüllen und wie sie diese nach einer “aufwendigen Indizierung” anschließend im Mitgliederbereich von Finalfolder wiederfinden, auch unter Einsatz einer “einzigartigen Suchtechnologie”.

Der Dienst, der in einer deutschen und englischen Version angeboten wird, befindet sich derzeit im Beta-Stadium, in dem Konten laut interner Speicheranzeige ein wohl eher theoretisches Limit von 999999 hochgeladenen Dateien mit sich bringen. Nach dem offiziellen Launch soll die Gratis-Version auf 1000 bis 2000 Dateien begrenzt und mit einem kostenpflichtigen Premium-Paket komplettiert werden.

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