Kurios:
formspring.me erhält Millionenfinanzierung

formspring.me, ein simpler US-Service zum Erstellen von Frageformularen für das Social Web, startete vor drei Monaten im deutschsprachigen Raum durch. Jetzt erhält er eine Kapitalspritze in Millionenhöhe.

Mitte Dezember hatte ich über das Phänomen formspring.me berichtet. formspring.me ist ein Service, mit dem Nutzer in wenigen Sekunden ein Webformular erstellen können, das anderen Usern die Möglichkeit gibt, sie anonym mit Fragen zu bombardieren.

Quasi von heute auf morgen sprach in den Tagen vor Weihnachten schlagartig die gesamte deutschsprachige Twitter- und Bloggerszene über den Dienst, der als Nebenprojekt des US-Unternehmens FormSpring.com gelauncht wurde.

Interessant war an der Begeisterung rund um formspring.me nicht nur die Tatsache, dass der Dienst so urplötzlich auf dem Radar der Netzgemeinde auftauchte, sondern auch, dass die Aufmerksamkeit für den Service anfänglich fast komplett aus dem deutschen Sprachraum kam.

Meinen Artikel schloss ich mit folgender Aussage ab:

Die entscheidende Frage ist nun, ob sich die in der deutschsprachigen Webszene entfachte formspring.me-Begeisterung auf andere Länder und vor allem auf den englischsprachigen Internetmarkt überträgt. Dann wäre nicht nur die Rechnung der FormSpring.com-Macher aufgegangen, sondern es wäre auch ein Beweis dafür, dass die hiesige Twitter- und Bloggerszene Trends mit internationaler Reichweite entfachen kann – Balsam für die geschundene deutsche Bloggerseele.

Soeben berichtete GigaOm, dass formspring.me von diversen Business Angels eine Kapitalspritze in Höhe von 2,5 Millionen Dollar erhalten hat – und gibt damit die finale Antwort auf meine im Dezember gestellte Frage:

formspring.me ist es nach dem initialen Hype in Deutschland, Österreich und der Schweiz tatsächlich gelungen, auch im englischsprachigen Internetmarkt Beachtung zu finden. In letzter Zeit hatten bereits zahlreiche US-Blogs über den Anbieter berichtet (z.B. hier und hier).

Und nun erhält formspring.me tatsächlich finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe. Der Dienst soll fortan auf eigenen Beinen stehen, und um Verwirrung zu vermeiden, wird das Mutterunternehmen in Zukunft als FormStack firmieren, so GigaOm.

Auch wenn sich die Begeisterung für formspring.me in der hiesigen Webwelt nach der anfänglichen Euphorie etwas gelegt hat, so erreicht die Geschichte um das Phänomen formspring.me mit der jüngsten Meldung einen neuen Höhepunkt:

Eine äußerst simple Oberfläche zum Erstellen von einfachsten Webformularen wird als eigenes Unternehmen weitergeführt, erhält 2,5 Millionen Dollar Risikokapital von US-Geldgebern und erreicht durch seine schnell gestiegene Bekanntheit sogar, dass die Mutterfirma ihren Namen ändert. Und begonnen hat alles in D-A-CH…

Mehr lesen

Takesquestions: SoundCloud startet  Frage-Antwort-Tool

18.4.2011, 1 KommentareTakesquestions:
SoundCloud startet Frage-Antwort-Tool

Mit Takesquestions hat das Berliner Startup SoundCloud einen Voice-basierten Frage-Antwort-Dienst gestartet, der vom Konzept her an Formspring erinnert.

Linkwertig: diaspora, Internet Explorer 9, Cloud Computing, Formspring

16.9.2010, 4 KommentareLinkwertig:
diaspora, Internet Explorer 9, Cloud Computing, Formspring

diaspora veröffentlicht Quellcode, erste Beta vom Internet Explorer 9, Tupalo expandiert in die USA und mehr.

Linkwertig: Google Books, Formspring.me, Yahoo Messenger, Google Music

16.6.2010, 0 KommentareLinkwertig:
Google Books, Formspring.me, Yahoo Messenger, Google Music

Die Österreichische Nationalbibliothek wird 400.000 Bücher via Google Books zugänglich machen, Peter Glaser über Journalismus und mehr.

5 Kommentare

  1. sprain
    schrieb am 19. März 2010 um 09:05 Uhr (#)

    Und wie gedenkt man, 2.5 Millionen wieder reinzuholen? Manchmal hat man wirklich das Gefühl, die aussichtslosesten Projekte würden am meisten Kohle erhalten. Oder dann steckt da eine extrem geniale Idee dahinter – die man bei Twitter wohl gerne kennen würde.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Andreas Göldi
    schrieb am 22. März 2010 um 13:32 Uhr (#)

    Eine gesunde Portion Zynismus hilft bei der Analyse solcher Deals meistens weiter. Hier stecken Investoren Geld in etwas, was derzeit schnell (wenn auch auf bescheidenem Niveau) wächst, also viel “Traction” hat. Das können sie möglicherweise als “das nächste Twitter” verkaufen und so schnell Kasse machen, unabhängig davon, ob die Idee und das Geschäftsmodell tragfähig sind.

    Twitter hat ganz ähnlich als Nebenprojekt eines Startups angefangen und ist dann plötzlich enorm abgegangen (auch wenn das Geschäftsmodell bis heute fehlt). Die Parallelen sind also offensichtlich.

    Über Twitter haben sich anfangs viele etablierte Internet- und Medienkonzerne lustig gemacht, doch jetzt würden es viele gern besitzen, weil Twitter so viel Aufmerksamkeit kriegt. Nur ist der Laden jetzt längst zu teuer geworden für eine spontane Akquisition. So manche M&A-Abteilung bei einem Medienkonzern hält darum die Augen offen nach einem nächsten ähnlichen Startup, das man früh und damit relativ billig akquirieren könnte. Und genau darauf setzen die Investoren.

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 22. März 2010 um 13:41 Uhr (#)

    Klingt einleuchtend, auch wenn ich persönlich deutlich weniger Zukunftspotenzial bei formspring.me sehe als bei Twitter. Allein deshalb, weil formspring.me weniger vom Netzwerkeffekt abhängig ist und entsprechend weniger auf einen Lock-In-Effekt der Nutzer setzen kann. D.h., es kann von heute auf morgen ein besserer Dienst daherkommen, den dann alle statt formspring.me nutzen – die Wechselhürde ist niedrig (ChaCha hat ja gerade ChaCha.me gestartet…)

    Was natürlich nicht heißt, dass formspring.me nicht trotzdem einen guten Exit hinlegen und an einen ahnugungslosen Mediengiganten verkauft werden kann. Und darauf spekulieren die Investoren ja.

  4. Simone
    schrieb am 18. Juni 2010 um 17:26 Uhr (#)

    Ich habe diese Seite auch auf Deutsch und in Deutschland gefunden. Vom Prinzip her, ist es fast das gleiche, nur mit Deutschem Content.
    Die Macher der Seite http://www.Tell2Me.de schreiben jedoch auch etwas von Erweiterungen und dass da dann Griechisch, Arabisch und andere Internationale Schriftarten integriert werden.
    Sogar in Google.de hat diese Seite bei entsprechenden Suchergebnissen eine sehr gute Platzierung, obwohl die offendichtlich noch nicht so alt ist.
    Was klasse an Tell2Me ist, ist dass sie eine Toolbar mit Übersetzung eingebaut haben.
    Auch wenn diese Seite noch “in Entstehung” ist, wie ich das sehe, finde ich es besser als das bereits bekannte FormSpring.

    Das einzig nervende an “Tell 2 Me” ist nur diese Werbeeinblendung, die zum Glück auch nur einmal auftaucht und dann weg ist.

  5. Andreas
    schrieb am 25. November 2010 um 00:51 Uhr (#)

    Ganz neu und mit einigen netten tools als Mitglied sicher auch interessant und mit potenzial fragnur.com

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.