Transparenz:
mite öffnet seine Bücher
Die Entwickler von mite öffnen ihre Bücher und veröffentlichen ihre Ein- und Ausgaben, Nutzerzahlen, Neuanmeldungen und Conversion Rates. Ein interessanter Anhaltspunkt für alle angehenden Gründer.
Der Zeiterfassungsdienst mite ist nicht nur eine der am besten designten Anwendungen aus dem deutschen Sprachraum, seine Entwicklung ist auch spannend zu beobachten. Einerseits, weil der Service regelmässig neue Features entwickelt und diese auch im Blog kompakt kommuniziert, andererseits, weil er seit Mitte 2008 ein rein kostenpflichtiges Angebot ist. Im Zeitalter der Gratismentalität, in dem es sich kaum ein Dienst leistet, nicht zumindest eine stark eingeschränkte kostenlose Version anzubieten, ein gewagtes Unterfangen.In einem eben veröffentlichten (update) Blogeintrag macht das Unternehmen etwas für deutsche Startups noch Ungewöhnlicheres: Es lässt seine Hosen runter und veröffentlicht detaillierte Zahlen zu Neuanmeldungen, Conversion Rates, Nutzerzahlen und Ein- bzw. Ausgaben, um angehenden Gründern einen Anhaltspunkt für ihre eigene Planung zu geben. Uns hat mite vorab einen Blick auf die Zahlen gewährt:
Etwa 300 neue Probe-Accounts pro Monat
Die Conversion Rate liegt bei 20%
Etwa 1000 regulär zahlende aktive Accounts und 3000 regulär zahlende Benutzer
Die Einnahmen und Ausgaben pro Monat
Das deutlichste Signal ist wohl, dass es durchaus möglich ist, als zweiköpfiges Team einen SaaS-Dienst auf die Beine zu stellen, der sich ohne freiwillige Selbstausbeutung oder externe Finanzierung selbst trägt, und für den die Benutzer auch bezahlen. Kleinheit hat auch ihre Vorteile. Wer sich nicht auf eine Sales Force oder aggressives Marketing verlassen kann (oder muss), der muss (oder kann) sich in aller Ruhe auf sein Produkt und den Kundennutzen fokussieren.
Aktivierte und aktive Accounts 2007
Ganz interessant ist in diesem Zusammenhang ein Eintrag aus dem September 2007, in dem sie einige Zahlen zur damals noch kostenlosen Version veröffentlicht haben. Damals gab es zwar gelegentliche Sprünge bei der Anzahl neu angelegter Accounts, die sich jedoch kaum auf das organische Wachstum ausgewirkt haben. Vielleicht ist ein rein kostenpflichtiges Angebot doch kein so schlechtes Geschäftsmodell.





















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Wobei dies auch ein exzellentes Beispiel dafür ist, dass es nicht genügt, ein gutes Produkt zu haben. Der Erfolg von mite liegt m. E. auch an einem hohen Sympathiefaktor, bedingt durch authentische, pfiffige Kommunikation und sehr konsequent gelebten Service. Die entsprechenden Talente hat längst nicht jeder. Und wenn man sie extern einkaufen muss, sieht die Rechnung wieder ganz anders aus.
@recipient sehe ich auch so.
Sehr interessante Informationen zu diesem Startup. Ich denke auch dass man heute vermehrt für gute Lösungen auch Geld verlangen kann. So bezahle ich zum Beispiel bei MadMimi mein Newslettertool weil es mir das Leben vereinfacht.
Ich freu mich so für die beiden. Selten hat es jemand mehr verdient.
Ich bin etwas erstaunt über die Zahlen. In meinem Umfeld benutzen fast alle mite zur Zeiterfassung. Da erscheinen mir 1000 zahlende Accounts / 3000 zahlende Nutzer relativ wenig zu sein. Ist mite vielleicht eher regional in Berlin stark verbreitet? Jedenfalls ein ganz tolles und auch hilfsbereites Startup. Ich bin begeistert!
@Felix
Ich weiss nicht, wie stark die Verbreitung hier ist, wir hier in der Schweiz schätzen dieses Tool aber sehr. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Verbreitung ähnlich stark wie in Berlin ist. Zu gönnen wäre es mite.
Hm, an mir (sowohl in Berlin als auch der Schweiz aktiv) ist mite bislang komplett vorbei gegangen. In meinem Umfeld ist eher Paymo (paymo.biz) verbreitet. Nach einem ersten Blick in die mite-Tour scheinen beide Programme ja recht ähnlich – oder gibt es vielleicht doch einen großen Vorteil von mite gegenüber paymo? Wer kennt beide Programme?
@ Marvin: “Kennen” ist im Falle Paymos zu viel gesagt, aber der Unterschied liegt wohl in der Komplexität. Paymo bietet ja auch Funktionen zur Fakturierung, während sich mite auf die reine Zeiterfassung konzentriert, das aber sehr konsequent und mit dem Vorteil einfacher Bedienung.
Salesforce.com hat auch immer nur kostenpflichtig angeboten und 37Signals wenn es mir recht ist auch. Rein kostenpflichtig anzubieten geht bei Business Software as a Service auf jeden Fall, aber es ist wie @recipient sagt: das gute Produkt reicht noch lange nicht. Vieles muss da gut zusammenspielen und es braucht Zeit bis die tiefen monatlichen Einnahmen sich so summieren, dass es wirklich was einbringt.