Produktivität & Effizienz:
8 Features, die das Web-Leben erleichtern würden

Wäre es nicht toll, auf die wichtigsten Skype-Funktionen über eine Weboberfläche zuzugreifen? Oder bei Twitter in zwei statt zehn Minuten die Follower-Liste zu entrümpeln? Hier sind acht konkrete Vorschläge, die das Web-Leben erleichtern würden.

Web-Leben erleichtern
Web-Leben erleichtern
Vor einigen Tagen beschrieb ich acht Schritte auf einem Weg zu einem besseren Internet. Während es sich dabei um anbieterübergreifende Initiativen und Vorschläge handelte, gibt es selbstverständlich auch viele konkrete Funktionen, durch deren Implementierung der Internetalltag für Nutzer führender Webdienste verbessert und effizienter gestaltet werden könnte. Hier sind eine Reihe von Vorschlägen:

Skype Weboberfläche
Über 500 Millionen Menschen haben ein Skype-Konto. Wie viele von diesen geraten gelegentlich in eine Situation, in der sie von einem fremden Rechner aus Zugriff auf vergangene Chat-Sitzungen, Gesprächsprotokolle und Kontakte erhalten, Meldungen auf ihrem Anrufbeantworter anhören oder Rufumleitungen administrieren möchten? Eine vernünftige Weboberfläche wäre die ideale Ergänzung für die beliebte VoIP-Software, und in Europa je nach Funktionsumfang womöglich sogar eine potenzielle Alternative zu Google Voice.

Facebook Webmail
Gerade für junge Menschen ersetzt die Kommunikation auf Facebook immer mehr herkömmliche E-Mails, und auch ältere Generationen fühlen sich verstärkt bei dem sozialen Netzwerk zu Hause. Dummerweise begrenzt sich die Nachrichtenfunktionalität von Facebook auf das Allernötigste. Ein Ausbau zu einem vollwertigen Webmail-Produkt wie bei MySpace würde nicht nur das Nachrichten-Management bei Facebook erleichtern, sondern wahrscheinlich weitere Nutzer sukzessive von der E-Mail-Kommunikation Abstand nehmen lassen. Wobei eine Unterstützung von IMAP und SMTP definitiv wünschenswert wäre, sollte Facebook hier Vorstöße machen.

Dropbox per E-Mail-Versand
Es gibt viele Anbieter zum Synchronisieren von Inhalten zwischen mehreren Rechnern sowie dem Ablegen von Dateien in der Cloud. Dropbox ist definitiv einer der besten. Was jedoch fehlt, ist ein integrierter Weg, Dateien auch per E-Mail an Dropbox zu senden, wie es unter anderem drop.io erlaubt. Dann wäre es beispielweise möglich, an Geschäftspartner oder Kollegen versandte Dokumente per Adresseingabe im BCC-Feld direkt bei Dropbox abzulegen, um sie zu einem anderen Zeitpunkt sofort zur Hand zu haben.

Xing-Bestätigungsmails mit Inhalt
Wer bei Xing eine Nachricht erhält, muss sich noch immer stets auf der Site des Hamburger Netzwerks einloggen und im Posteingang nachschauen, um sie zu lesen. Facebook oder LinkedIn machen das deutlich besser. Zumindest für zahlende Xing-Mitglieder wäre ein direkter Transport der Mitteilung in der Benachrichtungs-E-Mail wünschenswert und angemessen.

Bessere Twitter-Kontakteverwaltung
Twitter verfolgt seit jeher die Strategie, neben seiner Kerntechnologie nur grundlegende Funktionalität anzubieten und alles andere von externen Entwicklern erledigen zu lassen, die mit Hilfe der Twitter-API beliebige Anwendungen auf Basis des Zwitscherdienstes bereitstellen können. Eine solide Verwaltung der eigenen Kontakte, sprich der einem folgenden User sowie derjenigen, denen man selbst folgt, ist in meinen Augen trotzdem ein Basis-Feature. Selbst wenn Apps wie Seesmic Web oder zahlreiche andere einen guten Job darin machen, Nutzer mit erweiterten Optionen zum Kontaktmanagement zu versorgen, könnte hier Twitter allein des guten Eindrucks wegen etwas mehr Energie investieren.

Xobni für Thunderbird
Xobni ist ein kostenloser Lebensretter für alle, die freiwillig oder zwangsweise (zum Beispiel im Büro) Microsoft Outlook für den E-Mail-Verkehr einsetzen. Xobni findet Mails, Kontakte und Anhänge schneller und zuverlässiger als die integrierte Outlook-Suche oder andere Plugins für die weit verbreitete Software. Leider lässt eine Version für Mozillas E-Mail-Tool Thunderbird auf sich warten, dabei bestünde auch dort trotz verfeinerter Suchfunktionen in der neuen Edition 3.0 Optimierungsbedarf.

Export für Tumblr und Posterous
Mit Tumblr und Posterous haben sich zwei Services zum unkomplizierten und simplen Veröffentlichten von Inhalten in Blogform in der globalen Blogger- und Twitter-Gemeinde viele Freunde gemacht. Leider fehlt bei beiden Anbietern eine Option für Nutzer, um die dort publizierten Inhalte zu exportieren – lediglich die APIs ermöglichen einen Export, was dies über den Einsatz von externen Tools wie z.B. der WordPress-Plugins zwar nicht unmöglich, jedoch sehr umständlich macht. Eine über die Websites angebotene Export-Funktion würde sicherlich nicht täglich zum Einsatz kommen, aber bei jedem Veröffentlichen das gute Gefühl hinterlassen, im Extremfall Posterous bzw. Tumblr samt des erstellten Contents verlassen zu können.

Gezieltes Ansteuern von Googles Ländersites
Sicherlich gibt es hierfür zig Lösungswege, doch zufrieden gebe ich mich damit nicht: Mindestens einmal täglich lande ich trotz Direkteingabe einer Länderdomain wie google.co.uk oder google.se auf der deutschsprachigen Google-Site mit nationalem Ergebnisschwerpunkt – wohl wegen meiner deutschen Browsersprache. Sicherlich gibt es Gründe, die für dieses Vorgehen und gegen ein direktes Weiterleiten auf die jeweilige Länderversion sprechen. Mir würde dies jedoch zahlreiche Extraklicks sparen.

Stimmt ihr mit diesen Wünschen überein? Welche weitere Vorschläge hättet ihr an diese oder andere von euch eingesetzte Webservices?

(Foto: stock.xchng)

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12 Kommentare

  1. Matthias Zellmer (@Zellmi)
    schrieb am 23. Februar 2010 um 10:32 Uhr (#)

    Gute Liste! Eins hab ich auch noch. Mir fehlt bei vielen Web-Anwendungen die Möglichkeit, die Daten statt auf den Servern der Betreiber, auf den eigenen Webspace legen zu können. Gerne würde ich zum Beispiel den vollen Funktionsumfang von Dropbox nutzen, nur das die Daten bei meinem Hoster oder auch physikalisch auf dem eigenen Server liegen. Das selbe gilt für Flickr oder Youtube. Auch könnte ich mir sowas für die Daten auf Xing oder Facebook vorstellen.

  2. recipient
    schrieb am 23. Februar 2010 um 11:46 Uhr (#)

    Einige der Punkte würde ich unterstreichen. Was mir für konsequentes Arbeiten “in der Cloud” aber vor allem fehlt, ist ein Standard zum Austausch von Daten zwischen verschiedenen Servern und Diensten. Eine Mindmap aus Mindmeister als PDF in der Dropbox ablegen oder von dort irgendwann in eine Präsentation bei 280 Slides übernehmen? Geht alles immer nur über den Umweg Desktop (mit doppeltem Traffic). Wirkliche Unabhängigkeit sieht anders aus.

  3. Martin
    schrieb am 23. Februar 2010 um 12:49 Uhr (#)

    Skype gibt es zum Glück portable – also zum Mitnehmen auf dem USB-Stick. Kein Ersatz für eine Web-Anwendung, aber immerhin kann man es dabei haben und nutzen wo man will (was mir fehlt ist ein Headset-Adapter für PCs, um das iPhone-Headset mit Skype zu nutzen…)

    Ansonsten: Schöne und sinnvolle Liste.

  4. Oliver
    schrieb am 23. Februar 2010 um 13:16 Uhr (#)

    Gute Liste! Die Xing-Message Inhalte für zahlende Mitglieder wären wirklich was.

    Einige Erweiterungen hätte ich aber schon:
    - Echtes und vernünftiges Syncen zwischen den Social Networks und meiner lokalen Kontaktdatenbank oder einem CRM
    - Dropbox selektive Ordner Syncen: Ich würde gerne auf bestimmten Rechnern nur bestimmte Ordner Syncen
    - Multiple (hunderte) ShortURLS für eine einzige Long-URL generieren (Die URL-shortener akzeptieren anscheinend nur einmal die gleiche URL)

  5. EmmJay
    schrieb am 23. Februar 2010 um 14:26 Uhr (#)

    Man kann mit nem kleinen Workaround an die Dropbox mailen.

    http://lifehacker.com/543…ents-to-your-dropbox

  6. Semih
    schrieb am 23. Februar 2010 um 15:27 Uhr (#)

    netter artikel.

    mir fehlt eine anwendung oder webseite bei der sich alles managen lässt. mittlerweile gibt es einfach zu viele soziale netzwerke. einfach alles an einem ort, damit man nicht die ganze zeit hin und her muss.

  7. Thomas Wiegold
    schrieb am 23. Februar 2010 um 17:51 Uhr (#)

    Einen Web-basierten Zugriff auf Skype (und ein paar andere Dienste) gibt es doch, wenn auch ohne die Möglichkeit, alte Protokolle einzusehen: https://imo.im/ – gut bei der Benutzung von Fremdrechnern, auf denen kein Skype installiert ist.

  8. Andreas
    schrieb am 23. Februar 2010 um 18:05 Uhr (#)

    Hallo, die Liste ist gut. Allerdings fände ich es besser, wenn es ein Lookeen für Thunderbird geben würde.

  9. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 23. Februar 2010 um 20:28 Uhr (#)

    @ Zellmi
    Würdest du einem “externen” Hoster also mehr trauen als Dropbox?

    @ recipient
    Vermutlich wird es irgendwann eine bessere Zusammenarbeit der einzelnen Dienste geben. APIs sind ja immerhin im Trend. Bis das aber alles wirklich rund läuft und möglichst viele Services auf die von dir beschriebene Art kooperieren werden, vergeht aber sicher noch ein Weilchen.

    @ Oliver
    Das selektive Synchen von Dropbox-Ordern steht glaube ich ganz oben auf der Wunschliste der Dropbox-User, sah ich letztens auf deren Voting-Site. Könnte also bald kommen.

    @ EmmJay
    Danke. Immerhin. Aber halt dennoch ein Workaround und eine zusätzliche Software. Ich will sowas ab Werk, mit einer uniquen Mail-Adresse, an die ich Files schicken kann.

    @ Semih
    Versuche gab es ja schon einige. Check mal pip.io.

    @ Thomas
    imo.im Wow. Kannte ich nicht. Funktioniert! Zwar nicht direkt, was ich mir vorgestellt habe, aber definitiv nützlich. Nur bei der Eingabe meiner Login-Daten wird mir mulmig.

    @ Andreas
    Bevorzugst du Lookeen gegenüber Xobni?

    1. Andreas
      schrieb am 4. März 2010 um 17:51 Uhr (#)

      @Martin:

      Ja, ich finde Lookeen besser. Das beschränkt sich aufs Suchen und ist sehr schnell und braucht nur sehr wenig Ressourcen (im Gegensatz zu Xobni).

  10. Internetexperte
    schrieb am 25. Februar 2010 um 21:19 Uhr (#)

    Ein browserbasierter Videotelefoniedienst mit Chatfunktion unf Postings wäre sinnvoll.
    Fonie.de ist ein sehr interessanter webbasierter Browser: http://www.fonie.de/
    Ich wundere mich warum Skype nicht mehr in Richtung Netzwerkplattform geht. Schließlich hat es bestehende Instant Messenger Programme wie ICQ, und den Windows Messenger ganz schnell überholt. Oder aber, Facebook sollte mit einer webbasierten E-Mail Funktion und Videotelefonie den anderen das Wasser abgraben.

  11. Jörg Oyen
    schrieb am 28. Februar 2010 um 15:38 Uhr (#)

    Danke für die Acht – schon klasse auf diesem Weg zwei weitere gute Dienste an den Start zu bringen.

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