Mobiles Internet:
4 mobile Anwendungen
mit Potenzial für 2010

Vor einem Jahr widmete ich mich in einem Artikel vier Anwendungen für das mobile Internet, deren Start ich mir für 2009 erhoffte. Zeit, Bilanz zu ziehen.

Anfang des vergangenen Jahres war bereits abzusehen, dass 2009 das Jahr des mobilen Webs werden würde. Meinen damaligen Artikel eröffnete ich folgendermaßen:

In diesem Jahr wird das mobile Internet endlich seinen großen Durchbruch erleben. Angetrieben von immer günstigeren Datentarifen sowie der Popularität des iPhones, aber auch durch den zu erwartenden Erfolg von Googles Handy-Betriebssystem Android und den allgegenwärtigen App Stores (z.B. von Blackberry und Palm), werden immer mehr Mensch gefallen an den nützlichen Surfphones finden.

Und so kam es auch. Entsprechend zuversichtlich war ich, 2009 eine ganze Reihe neuer Anwendungen entstehen sehen zu können, die sich die speziellen Eigenschaften und Stärken des mobilen internets zu Nutze machen. Wurden meine Wünsche erfüllt? Fast.

Wunsch 1: GPS-basierte Version von Facebook
Leider hat sich Facebook im vergangenen Jahr auf andere Themen fokussiert und bis heute keine mobile App veröffentlicht, die mittels GPS den aktuellen Standort ermittelt und mir zeigt, welche meiner Kontakte gerade in der Nähe sind. Im Oktober habe ich mir über Gründe für die Verzögerung Gedanken gemacht. Dass Facebook etwas in diesem Sektor machen wird, ist keine Frage des “ob”, sondern nur des “wann”. Erst am Freitag veröffentlichte Silicon Alley Insider entsprechende Gerüchte.

Wunsch 2: Identifikation von Gegenständen
Eine Anwendung, die mit Hilfe der Kamera eines Mobiltelefons alltägliche Gegenstände identifizieren kann, stand ebenfalls auf meiner Wunschliste. Für wahrscheinlich hielt ich es nicht, doch Googles im Dezember vorgestellte Android-App Goggles kommt dem Szenario schon sehr nahe: Erkannt werden neben Büchern auch Visitenkarten, Gebäude, Logos und Kunstwerke. Für 2010 erhoffe ich mir eine iPhone-Variante für Goggles. Da die Fähigkeiten zur Bilderkennung ständig verbessert werden, ist hier in diesem Jahr mit vielen weiteren Innovationen zu rechnen.

Wunsch 3: Preisvergleich für stationären Handel
In einem Geschäft den Barcode eines Produkts zu fotografieren und anschließend Informationen, Bewertungen und die günstigsten Preise angezeigt bekommen zu können, dagegen hätte wohl niemand etwas. 2009 hat sich dazu einiges getan. Mit barcoo gehört ein deutsches Startup zu den tonangebenden Anbietern in diesem Feld, mit kostenlosen Applikationen für Android und iPhone sowie einer mobilen Site für andere Smartphones. Populär wurde in den vergangenen Monaten auch Red Laser, ein weiterer Barcoder-Reader (derzeit nur für’s iPhone). Leider mangelt es bei den aktuellen Diensten noch an Preisvergleichen umliegender, stationärer Händler. Inwieweit man hier mit Verbesserungen rechnen kann, ist jedoch aufgrund des Konkurrenzkampfs der Händler sowie der allgemeinen Trägheit der Nutzer bei User Generated Content ungewiss.

Wunsch 4: Ortsbezogene, semantische und automatisierte Empfehlungen
Empfehlungen rund um den aktuellen Aufenthaltsort, angepasst an persönliche Vorlieben, wollte ich haben. Qype und Yelp erschienen mir als die wahrscheinlichsten Kandidaten für derartige Funktionen. Beide haben mobile Applikationen, die diese Aufgabe zum Teil erfüllen. Auch Foursquare mit seinen Tipps und Gowalla mit seinen Trips gehen in diese Richtung. Angesichts des Entwicklungstempos und der großen Zahl konkurrierender Anbieter im Feld ortsbezogener, mobiler Dienste und Social Networks rechne ich für 2010 mit einer sehr spannenden Entwicklung.

Das wohl heißeste mobile Thema des vergangenen Jahres hingegen war nicht auf meiner Wunschliste: Augmented Reality. Das kombinierte Darstellen von Kamerabildern und digitalen Inhalten erlebte 2009 auf der Angebotsseite einen kräftigen Boom. Augmented Reality als Selbstzweck sehe ich eher kritisch, für die Realisierung von Alltagssituationen wie beispielsweise meiner eben beschriebenen Wünsche liegt in der Technologie jedoch großes Potenzial.

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4 Kommentare

  1. Medienexperte
    schrieb am 2. Februar 2010 um 18:35 Uhr (#)

    Bei orstbasierten Diensten kann ich noch eine Menge empfehlen. Mir persönlich ist augmented reality oft zu aufwendig, da ich auf meinem Android immer noch die Kamera aktivieren muss, und Augmented reality sehr datenintesiv ist, und man ständig den arm hochhalten muss. ich kann neben Qype, was ich nur für restaurants empfehlen kann, vor allem den Dienst Aloqa empfehlen. Das ist von einem jungen Startup aus München und wirklich sehr gut und sehr schick und individuell konfigurierbar. Gibt es auch fürs IPhone. Ausserdem hat meinestadt.de eine hervorragende App, die sehr nüchtern und vor allem schnell ist, und sehr genau. Ebenfalls ist Places Directory zu empfehlen.
    bezüglich Einkaufsapps mit Barcodescannern hat sich bei mir etwas Ernüchterung festgestellt. und ich benutze mittlerweile oft die Mobile Amazon Webseite und tippe dann schnell den Produktnamen ein. Das geht genauso schnell , und es ist ja nicht bei jedem ausgestellten Produkt sofort die Verpackung samt Barcode zur Hand. Bei GPS Basierten Diensten mit denen man seinen Standort angibt, bin ich sehr skeptisch. Natürlich gibt es da die sogenannten Early Adopters die wie bei Google Latitude gerne Ihren Standort angeben. Für mich jedoch und für viele andere die ich kenne, ist es ein Eingriff in meine Privatsphäre, bei dem ich mich nicht wohlfühle. Ausserdem ist bei GPS Diensten der Akku in nullkommanichts leer. Das merke ich bei Jogging Apps, bei denen ich meine Laufstrecke aufzeichne.

  2. Peter Schönfelder
    schrieb am 3. Februar 2010 um 08:54 Uhr (#)

    Im Bereich Lokale Suche gibt es ja intensiven Wettbewerb. Die beste App scheint mir die von Klicktel zu sein – die ist extrem ausgereift (man merkt, dass man sich dort schon seit 10 Jahren mit Software-Lösungen befasst) und gibt es übrigens nicht nur als App fürs IPhone und Android, sondern auch für Blackberry und Windows Mobile

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 3. Februar 2010 um 08:57 Uhr (#)

      Hättest ruhig anmerken können, dass du selbst bei der Klicktel-Mutter Telegate arbeitest (wie deine IP verrät).

  3. John Cohiba
    schrieb am 3. Februar 2010 um 10:15 Uhr (#)

    Ergänzung zur Barcode-Geschichte: http://www.codecheck.info ist ein Vergleichsservice für “kritische KonsumentInnen”, non-profit, mehrfach ausgezeichnet, seit ca. 2003.

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