Social Web:
Über Konkurrenz und den Nutzen
für die User

Wettbewerb belebt das Geschäft und ist im Interesse der Verbraucher, so heißt es meist. Doch trifft das, was in der traditionellen Wirtschaft seine Gültigkeit hat, auch im Social Web zu?

Konkurrenz
Konkurrenz
In meinem Artikel zu Gowalla und Foursquare kam es in den Kommentaren zu einer kleinen Diskussion rund um mögliche positive Auswirkungen von Wettbewerb im Bereich (mobiler) sozialer Netzwerke auf Innovation und die Nutzer. Ich möchte das Thema gerne noch einmal aufgreifen und in diesem Beitrag näher beleuchten. Denn anders als in der klassischen Wirtschaft, wo Konkurrenz grundsätzlich als positiv für den Markt und die Konsumenten angesehen wird, ist die Situation im Social Web etwas komplizierter.

Über den Netzwerkeffekt im Web haben wir schon häufig geschrieben. Er sorgt dafür, dass die Mitgliederzahlen eines bestimmten Social-Web-Anbieters ab einem bestimmten Punkt exponentiell anwachsen. Der Grund dafür ist, dass für einzelne User der Nutzen des jeweiligen Services mit dem Hinzukommen weiterer Anwender steigt. Je mehr Mitglieder die Site hat, desto größer ist außerdem das Gefühl einiger Nicht-Mitglieder, etwas zu verpassen. Sie registrieren sich also auch.

Bei allen erfolgreichen Social Networks war ein Netzwerkeffekt zu beobachten. Als studiVZ vor einigen Jahren an den Start ging, sorgte der (durch Campus Captains ausgelöste) Netzwerkeffekt dafür, dass es für Studenten schnell zum guten Ton gehörte, bei dem Berliner Netzwerk ein Profil zu haben – schon allein, um zu allen Parties eingeladen zu werden und anschließend die feucht-fröhlichen Bilder zu Gesicht zu bekommen. Nur wenige konnten sich dem studiVZ-Hype entziehen.

Wenn Facebook heute über 350 Millionen Nutzer hat und in einigen Ländern wie Norwegen und Island zwischen 40 und 50 Prozent aller Bewohner Mitglied bei dem US-Dienst sind, ist dies ebenfalls das Resultat des Netzwerkeffekts. Nachdem Facebook eine bestimmte Durchdringung in der Bevölkerung erreicht hatte, wurde es selbst für ehemalige Verweigerer interessant, einen Blick zu riskieren und sich eine Profilseite anzulegen. Die Alternative war eine digitale Isolation.

Ob Social-Web-Startups Erfolg haben, hängt davon ab, ob sie einen Netzwerkeffekt in Gang setzen können. Projekte, die auf der Beteiligung und Vernetzung der Nutzer basieren, aber keine für das Erreichen des Netzwerkeffekts notwendige kritische Masse anziehen, haben äußerst schlechte Zukunftsaussichten. Potenzielle Anwender denken sich dann “Warum soll ich mich da anmelden und aktiv sein, wenn niemand anderes dort ist, den ich kenne”, und ziehen weiter. Das Henne-Ei-Problem eben.

Natürlich treten Netzwerkeffekte auch in der traditionellen Wirtschaft auf. Ihre Bedeutung ist aber in den meisten Fällen geringer als im Social Web.

Gut lässt sich das am Beispiel der Automobilindustrie erklären: Wenn ich mir ein Auto kaufen will, dann spielt es für mich nur eine marginale Rolle, welche Marken und Modelle meine Freunde fahren. Sicherlich werde ich mir ihre Fortbewegungsmittel anschauen und mich dadurch eventuell beeinflussen lassen. Meine Kaufentscheidung hat jedoch keinerlei Einfluss auf unser zukünftiges Verhältnis. Selbst wenn alle meine Freunde einen Golf fahren würden, könnte ich mir problemlos einen Toyota kaufen, ohne dadurch meine Freundschaft zu riskieren oder einen Nachteil zu erlangen.

Für neue Anbieter oder Modelle ist es daher relativ einfach, im Automobilmarkt Erfolge zu erzielen. Denn nichts (außer vielleicht ein wenig Ideologie) bindet mich für immer an mein aktuelles Gefährt. Kommt ein Anbieter mit einem schöneren/innovativeren/billigeren Kfz, ist der Umstieg problemlos möglich – ohne dass mir meine Freunde die Freundschaft kündigen. Alles bleibt beim Alten und ich fahre nun beispielsweise mit einem Smart oder einem Tata durch die Gegend.

Ein möglicher Nachteil könnte mir dadurch entstehen, dass es für mein nagelneues Auto anfangs noch nicht überall Ersatzteile gibt. Das ist sicher ein Vorteil weit verbreiteter Modelle, aber (zumindest für mich) keiner mit kaufentscheidender Eigenschaft.

Deshalb ist Wettbewerb in der Automobilbranche aus Kundensicht willkommen. Konkurrenz sorgt dafür, dass die einzelnen Akteure alles dafür tun, um sich von anderen Herstellern abzuheben. Denn sie wissen, dass sie – gut gefüllte Taschen für eine kräftige Werbekampagne vorausgesetzt – schnell die Herzen der Verbraucher gewinnen können, die abgesehen von ideellen Werten keine tiefe Bindung zu ihrem aktuellen Kraftfahrzeug haben. Der Kunde profitiert durch günstigere Preise, schöneres Design oder bessere Technik.

Blicken wir auf Social Networks. Ist der Wechsel zu einem besseren, innovativeren Dienst auch so einfach wie der Kauf eines neuen Automobils? Natürlich nicht. Selbst wenn es neben studiVZ noch andere, optisch und funktionell sogar überzeugendere Netzwerke für Studenten gibt, so hätte der Wechsel eines einzelnen die Konsequenz, dass er fortan von den restlichen Kommilitonen zumindest digital getrennt wäre – denn diese befinden sich ja noch immer bei studiVZ.

Gleiches gilt für einen Norweger, der sich von Facebook verabschiedet und stattdessen bei einem anderen Netzwerkservice registriert. Statt wie bei Facebook mit seinem bekannten Bekannten- und Freundeskreis kommunizieren zu können, kennt er dort lediglich einen Großcousin, den er seit Jahren nicht getroffen hat. Selbst wenn er also wöllte – ein unkomplizierter Wechsel wie der eines Automobils ist unmöglich. Nur wenn es ihm gelänge, seine gesamten Kontakte zu überreden, gleichzeitig zu einem anderen Service überzusiedeln, könnte es klappen. Aber eine derartige Völkerwanderung gab es im Netz (meines Wissens nach) bisher noch nie.

Dieser so genannte Lock-in-Effekt sowie der ihn auslösende Netzwerkeffekt verändern die Art, wie wir auf den Zusammenhang von Wettbewerb, Innovation und Nutzen im Social Web schauen müssen. Anders als in der Automobilbranche ist ein weiteres, neues Social Network mit einem schöneren Design und einigen kleineren Unterschieden in der Funktionalität nicht per se eine Bereicherung für die Nutzer von studiVZ oder Facebook. Es bringt ihnen rein gar nichts, und der spontane Wechsel ist aus den beschriebenen Gründen nicht möglich.

Ebensowenig nützt es mir etwas, in einem aufstrebenden Sektor wie dem mobiler, ortsbezogener Social Networks Anbieter X auszuprobieren (nennen wir ihn Gowalla), während ein Freund Anbieter Y ausprobiert (nennen wir ihn Foursquare). Ich kann nicht mit ihm interagieren und er nicht mit mir. Wären er und ich Mitglieder des selben Services, hätten wir beide mehr davon. Um bei der Analogie der Autobranche zu bleiben: Da wäre es kein Problem, wenn er sich einen Tata und ich mir einen Smart zulegen würde. Wir könnten sogar mit beiden Autos gemeinam einen Ausflug machen.

Aus wirtschaftspolitischer Sicht gilt natürlich auch im Social Web weiterhin die Prämisse, dass Konkurrenz gut für den Markt ist und langfristig für Innovationen sorgt. Wohin die Dominanz eines Anbieters führt, sehen wir aktuell am eigensinnigen Verhalten von Facebook in Sachen Privatsphäre und Datenschutz. Nur durch Konkurrenz besteht die Möglichkeit, dass eines Tages ein Anbieter Facebook das Wasser reichen und es in die Schranken weisen wird. Auch wenn es momentan danach nicht aussieht.

Aus Sicht der Konsumenten aber ist der Sinn von Wettbewerb im Social Web nicht so ersichtlich wie in der Automobilindustrie und anderen Zweigen der traditionellen Wirtschaft oder des Handels. Neue Anbieter führen im sozialen Netz im schlimmsten Fall zu einer Zersplitterung des Kontaktnetzwerks. Kontakte sammeln sich auf unterschiedlichen Plattformen, zwischen denen keine Kommunikation möglich ist. Genau das findet gerade zwischen Gowalla, Foursquare und anderen ortsbezogenen Social Networks statt. Und das ist nicht nur unpraktisch, sondern verringert womöglich sogar das Entwicklungspotenzial des gesamten Sektors mobiler Networks – da kein Anbieter wirklich genug Stärke aufweisen und im großen Stil Netzwerkeffekte erreichen kann.

Visionen und Ideen zu einer Kompatibilität und Interoperabilität zwischen Social-Web-Diensten mit dem Ziel, zwischen unterschiedlichen, konkurrierenden sozialen Netzwerken Daten verschicken und miteinander kommunizieren zu können, gibt es genug. Dann wäre Wettbewerb auch aus Nutzersicht wieder ein ausschließlich positiver Prozess. Bedenkt man jedoch, dass der Lock-in-Effekt für die Anbieter die größte Versicherung dafür ist, auch in Zukunft auf Basis der Nutzerdaten Experimente zur Monetarisierung der Dienste durchzuführen, sind die Hoffnungen für zeitnahe Veränderungen größeren Ausmaßes eher gering.

(Bild: stock.xchng)

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17 Kommentare

  1. tim taler
    schrieb am 25. Januar 2010 um 11:51 Uhr (#)

    “Aber eine derartige Völkerwanderung gab es im Netz (meines Wissens nach) bisher noch nie..”

    Sie sind sogar häufiger zu beoabachten, allerdings in einem Teil des Netzes der in D-land nahezu völlig unbeobachtet ist. In den USA gab es erst vor 9 Monaten eine Unternehmensübernahme des größten Player mit anschließender Umstrukturierung des Angebots. Da dies den Nutzern nicht gefiel, bastelten einige an einer eigenen Lösung. Im Dezember hat das neue Angebot den nunmehr ehemals größten Player überholt. In den immernoch schlecht monetarisierbaren social networks wird man wohl so schnell keine Wanderungen sehen, in anderen interessanteren Internetbereichen sind sie aber unter bestimmten Voraussetzungen mehr als nur möglich. Aber dazu möchte ich nichts näheres schreiben.. :)

  2. Oliver Kascha
    schrieb am 25. Januar 2010 um 13:00 Uhr (#)

    unbedingt anschauen, falls noch nicht bekannt…

    http://elektrischer-repor…ex.php/site/film/50/

    Gruß, Oliver

  3. Albert Hamann
    schrieb am 25. Januar 2010 um 14:32 Uhr (#)

    der lebenszyklus von netzwerken ist doch immer nur beschränkt. nach gewisser zeit hat sich jedes prinzip erschöpft, es gibt änderungen, die den usern nicht mehr passen, oder ein next big thing taucht auf… auch facebook wird nicht ewig leben. wer momentan profitiert, sind die third party geschichten, die um die hauptnetzwerke entstehen. was ich ganz interessant finde, ist YIID OpenID basiert und es hat keinerlei Verdrängungseffekt, man kann seine Kontaktdaten sammeln und noch ne Menge SchnickSchnack mehr. Scheint mir noch am Anfang zu stehen, aber wirkt recht interessant

  4. Thomas
    schrieb am 25. Januar 2010 um 16:23 Uhr (#)

    bei vergleichen mit der bricks-and-stones-wirtschaft (von wegen konkurrenz) darf man nicht vergessen, dass die mitgliedschaft bei facebook kostenlos ist – der neue golf hingegen nicht. da der preis ein wichtiges differenzierungsmerkmal in allen märkten ist, würde sich die konkurrenzsituation bei einführung einer kostenpflicht z.b. vermutlich massiv verändern. eine frage wäre deshalb, welche auswirkungen gratisangebote auf die angebotsvielfalt haben – egal ob virtuell oder in körperlich: egal ob gratis-printprodukte oder suchmaschinen.

  5. Thomas
    schrieb am 25. Januar 2010 um 16:34 Uhr (#)

    nachtrag: dieser artikel im economist von vergangenem november dokumentiert sehr schön, dass z.b. im markt der kostenpflichtigen (ganz oder freemium) professional networks wie xing und linkedin ein fröhlicher wettbewerb herrscht.

  6. Paul Muskat
    schrieb am 25. Januar 2010 um 18:43 Uhr (#)

    Besten Dank für das ausführliche Statement.

    Denn anders als in der klassischen Wirtschaft, wo Konkurrenz grundsätzlich als positiv für den Markt und die Konsumenten angesehen wird, ist die Situation im Social Web etwas komplizierter.

    Eine sehr “romantische” Ansicht.
    Jedoch ist das Social Web Teil unserer Marktwirtschaft. Die Gesetze der Wirtschaft kennen keine Ausnahmen.

    und in einigen Ländern wie Norwegen und Island zwischen 40 und 50 Prozent aller Bewohner Mitglied bei dem US-Dienst sind,

    Sorry, aber Norwegen hat etwa 4,8 Mio. Einwohner und Island hat ca. 300.000 Einwohner.
    Die relativen Zahlen sehen zwar schön aus, aber absolut betrachtet bringen diese uns nicht weiter.

    Sicherlich hast Du recht, dass die Reichweite eines Netzwerks den Kundennutzen erhöht. Das streitet auch niemand ab.

    Auf den ersten Blick wäre es z.B. erstrebenswert, wenn alle Menschen ein einziges Mobilfunknetz nutzen würden. Dann würden wir alle kostenlos miteinander telefonieren (z.B. BASE-Flatrate). Die Realität schaut (Gott sei Dank) anders aus.

    Der Kundennutzen besteht nicht nur aus der Reichweite. Ein social network ist nichts anderes als ein gewinnorientiertes Unternehmen. Wenn es zu viel Macht hat (z.B. mangels Wettbewerb), gibt es auch keinen Anreiz mehr Akzente zu setzen. Warum auch? Gibt doch keine Widersacher mehr am Markt. Die Kunden sind dann u.U. Willkür ausgesetzt. Stichwort Datenschutz, Datenhandel, nervende Werbeflut, plötzliche Gebührenpflicht (friss oder stirb) usw.. Der Kundennutzen würde dadurch enorm sinken.

    Ähnlich würde es bei einem Mobilfunkunternehmen ohne Wettbewerber aussehen. Statt kostenloser Gespräche, gebe es dann nämlich Monopolpreise.

    Fehlender Wettbewerb wäre auch Gift für den Marktmonopolisten. Der Kunde möchte möglichst jeden Tag aufs neue mit neuen Ideen von seinem Anbieter überrascht werden. In einem Markt ohne Wettbewerb, wird auch das innovativste Unternehmen betriebsblind. Wie Albert Hamann bereits treffend geschrieben hat, gibt es auch für ein social network einen Produktlebenszyklus.

    Der Gedankengang, dass im Web die Gesetze der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt werden, mögen zwar zu einem Missionar passen. Lange vor der Erfindung des Internets gab es bereits viele Missionare, die ähnlich dachten. Welche Folgen ihre Visionen von einer Wirtschaft ohne Wettbewerb hatten, können wir noch heute in den früheren Ostblockstaaten sehen.

  7. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 25. Januar 2010 um 18:56 Uhr (#)

    @ Oliver
    Danke für den Link!

    @ Thomas
    Ich habe in den letzten Jahren einige Business Networks gesehen, die es kostenlos versucht haben. Geschafft hat es keines, Xing und LinkedIn sind noch immer die Platzhirsche.

    @ Paul Muskat
    Wenn du den Beitrag bis zum Ende liest, wirst du sicherlich erkennen, dass ich weit davon entfernt bin, zu behaupten, im Web seien die Gesetze der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt. Ich beschreibe lediglich den Unterschied zwischen digitalen Netzwerken und der klassischen Industrie.

    1. Paul Muskat
      schrieb am 25. Januar 2010 um 19:03 Uhr (#)

      Aus wirtschaftspolitischer Sicht gilt natürlich auch im Social Web weiterhin die Prämisse, dass Konkurrenz gut für den Markt ist und langfristig für Innovationen sorgt. Wohin die Dominanz eines Anbieters führt, sehen wir aktuell am eigensinnigen Verhalten von Facebook in Sachen Privatsphäre und Datenschutz. Nur durch Konkurrenz besteht die Möglichkeit, dass eines Tages ein Anbieter Facebook das Wasser reichen und es in die Schranken weisen wird. Auch wenn es momentan danach nicht aussieht.

      Meinst du diesen Absatz? Ich dachte es würde sich um einen reinen “Weichmacher” für Argumentationsengpässe handeln.

  8. Paul Muskat
    schrieb am 25. Januar 2010 um 19:00 Uhr (#)

    Noch ein Nachtrag:

    Genau das findet gerade zwischen Gowalla, Foursquare und anderen ortsbezogenen Social Networks statt. Und das ist nicht nur unpraktisch, sondern verringert womöglich sogar das Entwicklungspotenzial des gesamten Sektors mobiler Networks – da kein Anbieter wirklich genug Stärke aufweisen und im großen Stil Netzwerkeffekte erreichen kann.

    Als Anhänger digitaler Monopole, würde ich ganz laut nach einer mobile social network Komponente von Facebook schreien.

    Alle Kontakte sind drin. Die technische Umsetzung simpel. Das lässtige hin und her switchen zwischen Gowalla und Foursq. gehörte dann endlich der Vergangenheit an.

    Wäre das nicht einen eigenständigen Artikel wert?

  9. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 25. Januar 2010 um 19:02 Uhr (#)

    ;) http://netzwertig.com/200…ebook-endlich-ernst/

  10. Matthias Jakel
    schrieb am 25. Januar 2010 um 22:11 Uhr (#)

    Man muss ein soziales Netzwerk nicht als Produkt betrachten sondern als Ort. Wenn ich in eine andere Stadt ziehe, ist klar, dass meine Freunde mir nicht alle folgen. Genauso ist das bei einem sozialen Netzwerk. Es ist ein Konkurrenzkampf zwischen (virtuellen) Orten.

  11. Thomas
    schrieb am 25. Januar 2010 um 22:27 Uhr (#)

    grundsätzlich erbringt die firma facebook einfach eine dienstleistung. im moment tun sie das kostenlos bzw. verdienen wohl nicht genug, um ihre kosten zu decken. sie leben vom kapital. das heisst, irgendwann müssen sie geld verdienen. eine variante ist, dass sie mich als nutzer zahlen lassen – vielleicht ein freemium-modell. sobald sie das tun, wird der ‘normale’ wettbewerb wieder spielen. wenn facebook ein bezahlmodell etabliert, werden konkurrenten folgen. die werden attraktiver, besser, günstiger oder wie immer sein. diese konkurrenten werden vielleicht klein bleiben, aber facebook wird keine monopolartige stellung mehr haben. alleine um in einem oligopol übermächtig zu bleiben, wird facebook immer sehr sehr gut und sehr innovativ sein müssen – über jahre. google scheint das recht gut zu schaffen, beim internet explorer hat’s nicht gereicht…

  12. Floyd
    schrieb am 26. Januar 2010 um 09:34 Uhr (#)

    Vielen Dank für deinen Artikel. Meine Vermutung: am Ende aller Fragen wird Google stehen und sie beantworten. Auf seine Art und Weise:-)

    Viele Grüße
    Floyd

  13. Manuel
    schrieb am 26. Januar 2010 um 11:33 Uhr (#)

    Mit meiner Meinung bin ich wahrscheinlich recht alleine, aber mir machen Monopolisten Sorgen. Man stelle sich vor Facebook verdränge alle anderen Social Networks. Das wäre IMHO der Todesstoss für alle Bemühungen um einen Standard für Interoperabilität. Facebook ist eine kommerzielle Firma, die ihre Position zu halten versuchen wird (was aus ihrer Sicht natürlich legitim ist).

    Danach könnten die Bedinungen fast nach Belieben angepasst werden. Privatsphäre, Preis, Zensur etc.

    Deshalb denke ich, man sollte, besonders als “Internet-Kenner”, solche Überlegungen anstellen und nicht dem Herdentrieb folgen, auch wenn das am einfachsten ist. Wieso bei einem Netzwerk erst anmelden wenn es schon x-hunderttausend User hat? Wieso nicht denken “bin ich halt unter den ersten 1000 Usern, kostet ja nichts”?

    Wenn mich jemand nach meinem Facebook-Account fragt erläutere ich kurz, weshalb ich keinen besitze. Ohne missionarischen Eifer, sondern sachlich und begründet.

    Habt ihr, die häufig von Facebook, Twitter & Co. schwärmen, euch solche Gedanken nie gemacht? Oder habt ihr die gleichen Überlegungen angestellt, seid dann aber zu einem anderen Schluss gekommen als ich?

  14. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 26. Januar 2010 um 16:25 Uhr (#)

    Manuel, ich denke nicht, dass du damit alleine bist. Monopolisten sind nie gut. Gleichzeitig gilt es aber auch, realistisch zu denken. Und realistisch betrachtet hat bisher keine Initiative zu offenen, dezentralen Netzwerken gefruchtet. Sollen wir deshalb alle auf Social Networks verzichten? Ich bin dazu nicht bereit.

    Meine persönliche Überlegung ist die, dass ich zwar Facebook, Twitter und Co nutze, aber mich nicht derartig abhängig von ihnen mache, dass ich im Falle eines plötzlichen “Verschwindens” oder eines unethischen Verhaltens der Anbieter in eine “Notlage” gerate.

  15. reiner
    schrieb am 3. Februar 2010 um 17:28 Uhr (#)

    Vielen Dank für deinen Artikel

  16. Mike
    schrieb am 5. November 2010 um 15:39 Uhr (#)

    kein Netzwerk lebt für immer, aber es werden immer neue Ideen geboren.

    :)

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