Roodle-Exit über eBay:
Was lief da falsch?
Der überzeugende Fotosharing-Dienst Roodle wird bei eBay verkauft. Trotz idealer Voraussetzungen kam der Service nicht weit über die Startlinie hinaus.
Bei Roodle können Nutzer kostenlos Bilder mit Freunden tauschen. Das Alleinstellungsmerkmal des Dienstes ist seine Einfachheit: Mein Roodle-Review vom April 2008 trägt die Überschrift “Fotosharing, das selbst eure Großmutter beherrscht“.
Roodle setzt darauf, sämtliche Einstiegshürden zu entfernen, die Durchschnittsuser und wenig versierte Internetnutzer vom Einsatz anderer Fotosharing-Plattenformen abhalten. Über die gefällige und übersichtliche Oberfläche haben sie nach einer Registrierung, die kaum als solche wahrzunehmen ist, die Möglichkeit, Bilder in ein Album hochzuladen und diese über einen kryptischen, aber statischen Link mit Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern zu teilen. Sofern aktiviert, können Eingeladene weitere Fotos zur Galerie hinzufügen. Alben lassen sich anschließend als zip-Archiv heruntergeladen.
Nachdem mich Roodle schon im ersten Test überzeugte, sammelte der Dienst mit einer deutlichen Reduzierung der anfangs recht happigen Preise für das unbegrenzte Premium-Konto weitere Pluspunkte. Alle Voraussetzungen für einen Erfolg waren gegeben. Und dennoch steht Roodle seit heute bei eBay zum Verkauf, das aktuelle Gebot zum Zeitpunkt des Verfassens liegt bei 705 Euro.
Roodle-Gründer Andreas Fuchs begründet den eBay-Exit mit einer Verlagerung des Kerngeschäfts seiner Internetagentur BrainSpace GmbH, weshalb keine weiteren Mittel in die Weiterentwicklung von Roodle gesteckt werden können. Das kann alles Mögliche bedeuten.
Gerade einmal 1650 User zählt Roodle nach bald zwei Jahren – für mich ein Rätsel. Lediglich 10.000 Euro soll die Entwicklung des Dienstes gekostet haben, dessen Gratisversion bis heute nicht vermarktet wird.
Ich bin überzeugt davon, dass Roodle mit entsprechenden Mitteln für Marketing und Produktentwicklung ein rasantes Wachstum hätte erreichen können. Ob sich das auch in wirtschaftlichem Erfolg niedergeschlagen hätte, steht zwar auf einem anderen Papier. Hohe Nutzerzahlen wären aber in jedem Fall die Voraussetzung dafür gewesen.
Angenommen, der Käufer von Roodle hat nicht ähnliche Motive wie damals die allesklar.com AG bei der eBay-Akquisition des deutschen Twitter-Klons dukudu.de – nämlich das Übernahmeobjekt nach dem Kauf vergammeln und einmotten zu lassen – dann dürfte sich hier ein interessantes Geschäft machen lassen. Zumal trotz Facebook & Co auch heute noch genug Platz im Markt für “On Click Fotosharing” vorhanden ist.














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Warum sollte man einen Dienst kaufen, den keiner kennt? Ein System mit diesem Funktionsumfang ist schnell in ein paar Tagen neu entwickelt und monetarisieren lässt sich das schonmal gar nicht. Zumindest nicht durch die Premium-Variante. Werbung wäre eine Lösung, die braucht für signifikate Umsatzzahlen allerdings entweder eine klar eingegrenzte Zielgruppe oder mehr als 1Mio PageImpressions. Beides ist da nicht der Fall.
Ich habe mir damals den Dienst angeguckt und für gut befunden. Mir geht es auf den Geist, dass man sich überall anmelden muss. Die Einfachheit war wie der Autor schon sagt der ausschlaggebende Punkt für die Nutzung.
Ich habe allerdings eine Alternative gefunden. Ich share meine Bilder über pictrs.com, gerade weil es genauso einfach ist … die haben zwar nicht den Fokus darauf, sondern streben wohl eher an ein spreadshirt für Fotografen zu werden (eigene shops mit preisgestaltung und solches für fotgrafen), aber diese nebenfunktion ist schlichtweg einfach und daher genial.
Ich drück Roodle die Daumen
Jetzt ist roodle bei femory gelandet :-) Denke die werden was daraus machen!
Neben Roodle und co. ist nun auch der FragenKing bei eBay gelandet, hier der Link: http://bit.ly/ebayexit
Mal sehen für wie viel das Portal weg geht?