formspring.me:
Phänomen und Best Practice

formspring.me, ein simples Werkzeug zum anonymen Stellen von Fragen, verbreitet sich wie ein Lauffeuer in der deutschsprachigen Webgemeinde. Ein näherer Blick offenbart Überraschendes.

Derzeit ist es nahezu unmöglich, einen Blick auf meinen Twitter-Stream zu werfen, ohne in irgendeiner Form von formspring.me zu lesen. formspring.me ist ein äußerst simpler Dienst, bei dem User anonym gestellte Fragen beantworten können.

Wer sich registriert hat, kann den Link zur eigenen, mit einem Frageformular versehenen Profilseite über den persönlichen Blog, über Twitter oder Social Networks verbreiten und den eigenen Social Graph zum fleißigen Fragestellen auffordern. In der Praxis sieht das z.B. so aus.

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Linkwertig:
goo.gl, fb.me, Copycat Microsoft, Storytlr

FeedBurner
Google lanciert eine Art Twitterfeed für FeedBurner – neue Artikel können dabei direkt zu einem verknüpften Twitteraccount gepostet werden. Die URLs werden mit einem eigenen URL-Shortener namens goo.gl geschrumpft.

» Socializing your feed with Twitter

 

fb.me
Im Paarlauf mit Google hat auch Facebook begonnen, intern mit einem URL-Verkleinerer zu experimentieren.

» Facebook Testing New URL Shortener, fb.me

 

Microsoft
Microsoft hat vor ein ein paar Wochen in China einen Microblogging-Dienst gestartet. Die Inspiration für Design und Code stammt wohl vom in Asien sehr beliebten Plurk.

» Microsoft China rips off Asia’s No. 1 Microblogging Service

 

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Statusbericht:
Wer wird das nächste große Ding?

Die zu Ende gehende Dekade war das Jahrzehnt von Google. Doch wer wird in den kommenden Jahren das Netz dominieren? Ein Statusbericht.

Anfang dieses Jahres beschäftigte ich mich mit der immer wieder gerne gestellten Frage, welches Webunternehmen/welcher Dienst zum nächsten großen Ding werden könnte. Elf Monate später ist es an der Zeit, erneut einen Blick auf meine Zusammenstellung von damals zu werfen.

Mein Eindruck: Wenig hat sich verändert. Meine sechs Anwärter auf den Titel “nächstes großes Ding” – Facebook, Twitter, Spotify, Skype, Hulu und Google – sind alle noch im Rennen. Mit dem Erwachsenwerden des Webs haben sich in vielen Sektoren tonangebende Anbieter etabliert, die sich nun nicht mehr so leicht von der Spitze drängen lassen. Wobei mit Amazon und Apple zwei weitere Unternehmen ihre Zähne zeigen.

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Linkwertig:
Google Phone, WordPress, E-Commerce, Murdoch

Google Phone
Das viel bemunkelte Google Phone nimmt langsam Konturen an: Das Nexus One wird von HTC hergestellt und ohne SIM- oder Netlock verkauft. Mitarbeiter von Google wurden damit schon beglückt, in den USA soll es ab Januar erhältlich sein.

» Mit der Suchmaschine telefonieren
» The Google Phone, Unlocked

 

WordPress und Twitter
Wordpress.com unterstützt seit Samstag die Twitter-API, neue Einträge in Blogs können damit via diverser Twitter-Clients gepostet werden.

» Post and Read via Twitter API

 

Internet-Sperrgesetz
Die SPD zeigt sich einsichtig und wendet sich nun gegen das Internet-Sperrgesetz. Inhaltlich ist das zu begrüßen, allerdings sollten sie die gemachten Fehler eher bei sich selbst zu suchen.

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Samstag App Fieber:
Semsix, Vijusto, netzpublik

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal: Semsix – Playlists von Musikvideos erstellen; Vijusto – personalisierbare Nahrungsergänzung; und netzpublik – ein von den Benutzern generiertes Magazin.

semsix
semsix
Semsix ist ein Webdienst, mit dem man nach Musik suchen und dann Playlists zusammenstellen kann. Gesucht wird auf verschiedenen Videoplattformen (MyVideo, Sevenload, Vimeo und YouTube) und Radiostationen, mögliche Suchfelder sind Künstler, Album, Titel und eine Volltextsuche in den Lyrics. Aus den Suchergebnissen kann man sich dann einzelne Songs oder ganze Alben per Drag&Drop oder mit Doppelklick zur Playlist hinzufügen.

Playlists kann man für sich speichern oder mit anderen auf Twitter oder Facebook sharen, ohne sich registrieren oder anmelden zu müssen. Nicht aktive Playlists werden nach vier Wochen gelöscht.

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Linkwertig:
Friendster, Square, Netvibes

Friendster
Friendster, die erste Site, die die heute bekannte Social-Network-Funktionalität eingeführt hat, wurde verkauft.

» Malaysian Payments Company MOL Global Snaps Up Friendster

Filesharing
In der Zeit ist ein Artikel von Mitgliedern des CCC erschienen.

Die Anzahl derer, die laut Angaben der Musikindustrie im Netz Daten tauschen, stellt längst die der Stimmen für die Regierungskoalition bei der letzten Bundestagswahl in den Schatten. Filesharing genießt so gesehen mehr Unterstützung in der Bevölkerung als unsere Regierung. Diesen Widerspruch kann man nicht durch bloße Rhetorik auflösen.

» Filesharing: Die politische Dimension des Teilens | Digital | ZEIT ONLINE

Passend zum Thema: Ein kleines Blues-Label hat Google und Microsoft verklagt. Weil ihre Suchmaschinen auf illegale Kopien verlinken.

» Google And Microsoft Sued For Linking, Indirectly, To Infringing Music | Techdirt

Deutsche Social Networks
Neben dem Aufstieg von Facebook in Deutschland wachsen auch die deutschen Netzwerke weiter. Lediglich studiVZ nimmt ein wenig ab (während meinVZ und schuelerVZ weiter wachsen).

» Soziale Netzwerke boomen :: deutsche-startups.de

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Firehose 2010:
Echtzeit für alle, Geschäftsmodell für Twitter

Twitter wird die Firehose, seine Echtzeit-API, 2010 kostenpflichtig öffnen.

twitter icon
twitter icon
Diese Woche hat Twitter bekanntgegeben, die ‘Firehose’ genannte Echtzeit-API allen Entwicklern zur Vefügung zu stellen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird der Zugang zur Firehose für die Entwickler kostenpflichtig.

Damit hätten wir die von vielen Experten lang vorhergesagte, erste Monetarisierungssäule von Twitter: Premiumzugang zur API für Drittanbieter.

Der zweite Effekt: Viele Endnutzer werden ein echtes Echtzeit-Mikroblogging erleben. Denn obwohl Twitter gern als der Echtzeitweb-Vorreiter gesehen wird, war es das tatsächlich nie. Die Zugriffe auf die API waren immer beschränkt. Die Tweets der Freunde kamen nicht in Echtzeit an, sondern immer dann, wenn die Applikation Twitter abgefragt hat. Das fällt wenigen auf, weil die Obergrenze für die Abfragen (zumindest in letzter Zeit) hoch genug war. Künftig werden einige Apps die Möglichkeit bieten, die Tweets sofort zu erhalten, wenn sie abgeschickt und im System angekommen sind (interessanterweise habe ich mit FriendFeed bei mir beobachten können, dass ein Nebenherlaufen auf diese Art angenehmer ist).

Da die Daten über die Firehose viele Startups überfordern dürfte (ein sehr guter Artikel dazu hier), könnte sich auch ein interessanter B2B-Markt für Startups wie Gnip ergeben: Gnip oder ein anderer Anbieter kauft die Firehose-Daten von Twitter, normalisiert und bereitet sie notfalls für Startups entsprechend auf und verkauft die so mundgerechten Daten an die App-Entwickler und B2C-Startups.

Neue Offenheit:
Facebook testet seine Grenzen aus

Facebook hat mit der Implementierung neuer Datenschutzfunktionen begonnen. Der Dienst will Mitglieder dazu bewegen, öffentlich zugängliche Inhalte zu publizieren. Wie schon häufiger formiert sich eine Protestwelle. Könnte Facebook dieses Mal zu weit gegangen sein?

Facebook
Facebook
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und passt sich nur langsam an Veränderungen an. Gleichzeitig jedoch ist er in der Lage, sich so gut wie an jeden Zustand zu gewöhnen. Er braucht nur etwas Zeit. Weil dies so ist, stelle ich mir bei jeder größeren Neuerung eines führenden Webdienstes die Frage, ob eine initiale Ablehnung der User (oder bei mir) auf dieser völlig menschlichen Eigenschaft basiert und sich nach einigen Tagen legen könnte, oder ob es sich um einen so tiefen Einschnitt handelt, dass damit mehr Produktnutzen verloren geht, als hinzugefügt wird.

Aktuell steht diese Frage im Zusammenhang mit Facebooks jüngster Neuerung im Raum.

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Linkwertig:
Googleangst, Bahn.de, Irland, Gowalla

Googleangst
Die panische Angst vor Google geht in Deutschland um und vermutet beim Internetriesen (der ‘Datenkrake’) mal wieder das personifizierte Böse. In der Welt wird der Unsinn auf’s Korn genommen:

Doch damit nicht genug, immer weitere Innovationen kommen dazu und überfordern mit ihrer Nützlichkeit selbst die größten Kritiker. Und genau an dieser Stelle wird deutlich, welch ein hinterlistiger Konzern Google ist. Anstatt zuzugeben, was alle Kritiker wissen, täuscht man die Öffentlichkeit mit immer weiteren sinnvollen Neuerungen über die wahren Absichten (eben die Weltherrschaft) hinweg.

» WELT DEBATTE – Weblogs – Böss in Berlin – Google ist so schlimm wie die Sowjetunion

Auch Christian Scholz befasst sich mit dem Thema Googleangst.

Meine Meinung dazu: Deutschland muss endlich aus seiner Traumwelt aufwachen. Wir leben in einer Informationsgesellschaft, die auf Informationstechnologie aufbaut und diese funktioniert nun einmal nicht ohne Informationen, also Daten.

» mrtopf.de » Wo ist das Böse in Google?

Ebenfalls lesenswert ist der Artikel von Markus Breuer:

Hinter der ganzen Flut von neuen Produkten bei Google steht kein Masterplan zur Weltherrschaft. Dahinter stecken viele kleine Teams sehr sehr schlauer Leute, die alle Nase lang wirklich gute Ideen haben und die Mittel, diese in die Tat umzusetzen. Will ihnen ernsthaft jemand vorwerfen, dass es finster ist, wenn sie das auch tun?

» Das Google-Missverständnis: Weltherrschaft? – Die wollen doch nur spielen! – _notizen

IT-Gipfel
Nochmal Christian Scholz über den IT-Gipfel in einer sehr lesenswerten Bestandsaufnahme von Internet-Deutschland.

Aber schaut man sich mal die ganzen Gruppen rund um neue Web-Standards an (OpenID, OAuth, Webfinger, XRD, UMA, Data Portability Project usw.) so findet man dort fast keine deutsche Beteiligung (oft scheine ich sogar der einzige Europäer dort zu sein). Dies ist insbesondere interessant, da deutsche Firmen diese Techniken ja durchaus nutzen (wenn auch meist Jahre später) und sich dann Problemen konfrontiert sehen, die man durch frühe Mitarbeit hätte lösen können (z.B. Probleme verursacht durch die speziellen Datenschutzgesetze Deutschlands).

In der Tat.

» mrtopf.de » Wer IKT sagt, hat schon verloren

MySpace
MySpace startet API mit Echtzeit-Stream.

» Myspace Opens Floodgates: Developers Get API for Real-Time Stream

Netzzeitung
Die Redaktion der vor der Schließung stehenden Netzzeitung ist in den Streik getreten.

» Meedia: Redaktion der Netzeitung streikt

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Google:
Echtzeit, Goggles, Chrome für Mac, Living Stories, Public DNS

Mit der Integration von Twitter und Facebook in die Suche, Google Goggles, Google Chrome Beta für Mac und Linux, Extensions für Google Chrome, Living Stories und Google Public DNS hat Google in den letzten Tagen ein Feuerwerk an neuen Features und Produkten gezündet. Ein Überblick:

Echtzeit-Suche

Die wohl massivste Neuigkeit der letzten Tage ist die Integration von Echtzeit-Nachrichten in die Suchergebnisseiten. Quellen dafür sind Facebook, MySpace, FriendFeed, Jaiku, Identi.ca und natürlich Twitter, die letzten Meldungen werden automagisch aktualisiert. Neben den Status-Updates werden auch Artikel aus Blogs und anderen Nachrichtenmedien erfasst.

Unter google.com -> Show options -> Latest kann man sich auch nur die Echtzeit-Ströme anzeigen lassen.

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