Tagcrumbs:
Mit iPhone-Applikation zur eigentlichen Bestimmung
Bei Tagcrumbs können Nutzer ihre Lieblingsplätze speichern und mit anderen teilen. Ohne eine mobil nutzbare Anwendung brachte das bisher jedoch wenig. Mit dem anstehenden Launch einer iPhone-Applikation findet Tagcrumbs zu seiner eigentlichen Bestimmung – und trifft auf viel Konkurrenz.
Bei Tagcrumbs können User Plätze merken, verschlagworten, diese mit Freunden teilen und die Plätze anderer Nutzer entdecken. Tagcrumbs setzt dabei auf das bekannte Follower-Prinzip. Tagcrumbs-Nutzer sollen keine Zeit mit Bewertungsseiten verschwenden, sondern sich stattdessen Empfehlungen von Personen geben lassen, die sie kennen, so wünschen es sich die Gründer.
Wir hatten Tagcrumbs bereits im Februar 2009 vorgestellt. Schon damals war eine Anwendung für das iPhone in Planung. Nun, elf Monate später, ist es soweit. In diesem Blogeintrag wird die neue Applikation vorgestellt. Mit ihr lassen sich von überall aus Plätze merken oder die bevorzugten Locations von Freunden einsehen. Um das Taggen von Orten auch in Funklöchern oder im Ausland zu ermöglichen, wurde die App mit einem Offline-Feature zum späteren Synchronisieren versehen. Wer will, kann die Applikation auch ohne Login als persönliches Notizbuch für Locations nutzen.
Auch mit dailyplaces, das ich kürzlich vorstellte, hat Tagcrumbs Gemeinsamkeiten, wobei dort der Fokus eher auf mobilem, mit einer GPS-Koordinate verknüpftem Microblogging liegt, weniger auf bevorzugten Orten.
Klar ist, dass selbst die aktivsten iPhone-Nutzer nur ein begrenztes Zeitbudget für mobile Social-Web-Dienste haben. Zumal ein Großteil ihrer Aufmerksamkeit derzeit an Schwergewichte wie Facebook, Twitter, oder an beliebte Networking-Gaming-Zwitter wie Gowalla oder Foursquare geht. Den zuletzt genannten Sektor will demnächst auch aka-aki aus Berlin aufmischen.
Lässt man die Konkurrenz einmal außer Acht, so erhöht sich die Relevanz von Tagcrumbs durch die iPhone-App – die hoffentlich bald von einer Android-Variante gefolgt wird – erheblich. Nicht jeder Ort eignet sich zum Einchecken über Gowalla oder Foursquare, und auch nicht bei jeder Location bietet sich das Verfassen eines ausführlichen Qype-Review an.
Tagcrumbs, das auf Deutsch und Englisch verfügbar ist, könnte eine Lücke füllen, auch dank seines klaren Produktversprechens. Unterstrichen wird das positive Bild von einer benutzerfreundlichen Site sowie komfortablen Login-Optionen: Neunutzern bietet der Dienst das Anmelden über Facebook, Google, Yahoo, AOL oder OpenID an und senkt damit die Einstiegshürde deutlich. Entwicklern steht eine offene API zur Verfügung.
Bleibt die Frage, warum Tagcrumbs fast ein Jahr gebraucht hat, um die erste mobile Applikation zu launchen – bei einem “Notizbuch für Plätze” doch eigentlich ein essentielles Feature, das zum Startaufgebot gehören sollte. Ich tippe auf einen Engpass bei den Entwickler-Ressourcen. Der Preis dafür ist ein verschenktes Jahr. Glück für die Sindelfinger, dass der Zug noch nicht abgefahren ist.















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…twitterlogin wuerde #tagcrumbs huerde noch weiter vereinfachen, da die restlichen moeglichkeiten, bis auf OpenID, direkt persoenliche daten verknuepft!?
#gowalla items sind auch schon langweilig, persoenliche notizen hab ich gestern erst gefordert! noch keine reaktion…
ein mashup muss her! eine app, die alle vereint und pro ort moeglichkeiten gibt. on the move #gowalla einchecken, beim essen wird #qype gefuettert, eingecheckt und menu plus gowallalink mit GPS gezwitschert.
Ächz – Schon wieder so eine “Ltd.”-Firmierung. Machen die noch nebenher Abmahnungen als Geschäftsmodell, dass sie so was brauchen?
Wir haben seinerzeit eine GbR gegründet und irgendwann in GmbH umgewandelt.
Für eine deutsche Firma sollte das ein üblicher weg sein. Alles andere wie “Ltd.” und so Quatsch vermitteln mir den Eindruck: “…wir glauben selber nicht an unseren Erfolg und machen halt mal was cooles, risikoarmes und gründes eine ‘Ltd.’…”.
Danke für den ausführlichen Bericht Martin. Hier noch einige weitere Erläuterungen:
- Es kann sowohl der aktuelle Ort per GPS markiert werden, als auch jeder andere Platz durch die Eingabe einer Adresse. Zum Fine-tuning kann außerdem die Markierung beliebig verschoben werden.
- Eine Android App ist bereits durch einen Partner entwickelt und wird ebenfalls Anfang Januar zur Verfügung stehen
- Andere Entwickler arbeiten bereits an Apps für weitere Plattformen, die API ist einfach und komplett offen, Dokumentation auf wiki.tagcrumbs.com
- Die Entwicklerresourcen waren unser Problem, bis Mitte des Jahres waren wir noch durch studieren und Diplomarbeit abgelenkt.
@Uwe: Abmahnungen sind nicht unser Geschäftsmodel :). Eine Mini-GmbH gab es zu unserer Gründungszeit noch nicht und da wir internationale Ambitionen haben, wollten wir auch eine international angesehene Gesellschaftsform wählen. Es ist natürlich nichts gegen eine GmbH einzuwenden, aber eine Limited ist weltweit viel bekannter. Und wir glauben an unseren internationalen Erfolg.
Danke Sascha für die Infos!
Verfolge Tagcrumbs schon seit längerem. Bin gespannt ob das “Geschäftsmodell” aufgeht… ich denke das hängt wie bei den meissten Dingen von der kritischen User-Masse ab.
nach der registrierung schaut das ganze stark nach plazes.com auf, es werden sogar gleiche bezeichnungen gewählt (“radar”) ist das absicht? soll heissen: gehören die portale irgendwie zusammen?
Georg: Zum einen hängt unser Geschäftsmodel von der kritischen User-Masse ab, wir haben aber auch schon einige weitere Pläne um Geld einzunehmen, bei denen wir nicht Millionen von Nutzern brauchen. Lass dich überraschen :).
Sonja: Tagcrumbs und Plazes gehören nicht zusammen. “Radar” ist ein genereller Begriff, der von vielen Startups gerne für Seiten genutzt wird, die etwas mit der eigenen Umgebung zu tun haben.
Klingt gar nicht schlecht, die Idee. Zumindest füllt man hier eine Lücke: “Plätze” ganz generell (also jeden Ort) zu markieren, ist sicherlich in vielerlei Hinsicht sehr spannend und nutzbar. Foursquare und Co. konzentrieren sich ja auch eher auf Competition und “öffentlich genutzte Räume”. Mit Tagcrumbs stelle ich mir da eher sowas vor wie “tollen Platz am Strand entdecken, der ein Geheimtipp ist”.