Firehose 2010:
Echtzeit für alle, Geschäftsmodell für Twitter

Marcel Weiss, 10. Dezember 2009 20:30 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Twitter wird die Firehose, seine Echtzeit-API, 2010 kostenpflichtig öffnen.

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Diese Woche hat Twitter bekanntgegeben, die ‘Firehose’ genannte Echtzeit-API allen Entwicklern zur Vefügung zu stellen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird der Zugang zur Firehose für die Entwickler kostenpflichtig.

Damit hätten wir die von vielen Experten lang vorhergesagte, erste Monetarisierungssäule von Twitter: Premiumzugang zur API für Drittanbieter.

Der zweite Effekt: Viele Endnutzer werden ein echtes Echtzeit-Mikroblogging erleben. Denn obwohl Twitter gern als der Echtzeitweb-Vorreiter gesehen wird, war es das tatsächlich nie. Die Zugriffe auf die API waren immer beschränkt. Die Tweets der Freunde kamen nicht in Echtzeit an, sondern immer dann, wenn die Applikation Twitter abgefragt hat. Das fällt wenigen auf, weil die Obergrenze für die Abfragen (zumindest in letzter Zeit) hoch genug war. Künftig werden einige Apps die Möglichkeit bieten, die Tweets sofort zu erhalten, wenn sie abgeschickt und im System angekommen sind (interessanterweise habe ich mit FriendFeed bei mir beobachten können, dass ein Nebenherlaufen auf diese Art angenehmer ist).

Da die Daten über die Firehose viele Startups überfordern dürfte (ein sehr guter Artikel dazu hier), könnte sich auch ein interessanter B2B-Markt für Startups wie Gnip ergeben: Gnip oder ein anderer Anbieter kauft die Firehose-Daten von Twitter, normalisiert und bereitet sie notfalls für Startups entsprechend auf und verkauft die so mundgerechten Daten an die App-Entwickler und B2C-Startups.

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5 Kommentare

  1. mds
    schrieb am 10. Dezember 2009 um 21:36 Uhr (#)

    Künftig werden einige Apps die Möglichkeit bieten, die Tweets (interessanterweise habe ich mit FriendFeed bei mir beobachten können, dass ein Nebenherlaufen auf diese Art angenehmer ist).

    Die Tweets …?

  2. Flo
    schrieb am 10. Dezember 2009 um 21:52 Uhr (#)

    Aha, da verlangt jemand, der kein Geld verdient von einem anderen, der ebenfalls nichts verdient, Geld.

    Die Logik erschließt sich mir nicht ganz.

    Ok, es gibt zwar Apps für das iPhone, die was kosten, aber die Einnahmen werden wohl eher überschaubar sein und müssen bereits mit Apple geteilt werden. Wenn Twitter jetzt auch noch seinen Teil will, wird sich das ganze für die meisten wohl nicht mehr lohnen.
    Oder liege ich falsch und TweetDeck, Seesmic, Tweetie etc. verdienen viel Geld?

  3. someone
    schrieb am 10. Dezember 2009 um 22:24 Uhr (#)

    echtzeitkommunikation, die kostenlos und werbefrei ist:
    IRC.

  4. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 11. Dezember 2009 um 11:49 Uhr (#)

    @mds: Da fehlte die zweite Hälfte des Satzes. Sorry. Hab es korrigiert:
    “Künftig werden einige Apps die Möglichkeit bieten, die Tweets sofort zu erhalten, wenn sie abgeschickt und im System angekommen sind (interessanterweise habe ich mit FriendFeed bei mir beobachten können, dass ein Nebenherlaufen auf diese Art angenehmer ist).”

    @Flo: Apps, die kostenpflichtig Realtime einkaufen, könnten das auch kostenpflichtig an ihre User weitergeben. Sie könnten eine kostenlose Version mit normalem API-Zugang und einen kostenpflichtigen mit Realtime-Zugang anbieten. Darüber hinaus sind die Realtime-Daten für Mashups interessant. Oder ebenfalls etwa im Bereich der Marktforschung oder -überwachung etc.
    Das ist nicht auf Endkonsumentenapps beschränkt.

  5. Theo Saxer
    schrieb am 12. Dezember 2009 um 16:42 Uhr (#)

    Nun das war ja absehbar. Twitter hat es geschafft, ist im Web akzeptiert und jetzt geht´s ans Geld verdienen. That´s life, that´s business. Aber solange die Leistung fürs Geld stimmt, ist das ja nicht so wild, oder?

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