Online-Identität:
Yahoo integriert Facebook,
Google integriert Twitter
Yahoo wird Facebook Connect Anfang 2010 integrieren. Google integriert Twitter-ID auf Friend-Connect-Sites. Die Online-Identität wird von Unternehmen verwaltet. OpenID allein hat in seiner aktuellen Form wohl keine Chance mehr.
Vor ziemlich genau einem Jahr starteten Facebook Connect und Googles Friend Connect. Beides Systeme, um sich webweit auszuweisen und auf Sites einzuloggen. Nun wird Yahoo, immer noch das reichweitenstärkste Portal der Welt, Facebook Connect integrieren. Ab Frühjahr 2010 werden User Updates und Infos zwischen den beiden Internet-Giganten austauschen können. Google hat nun ebenfalls eine ähnliche Kooperation, allerdings mit Twitter, bekanntgegeben. Mit der Twitter-ID kann man sich in Friend-Connect-Sites einloggen.
Die Entwicklung in diese Richtung war so mehr oder weniger abzusehen. In den Kommentaren zu unserem Artikel zum Start der Connect-Systeme schrieb ich damals :
OpenID hat ein massives Problem: Es bringt keine zusätzlichen Vorteile für die Publisher wie TC oder andere Anbieter mit, die sie mit FB Connect bekommen.
Wenn ich meinen Kommentar in meinem Newsfeed publizieren kann, dann bringt das einen Boost für die Site, auf der kommentiert wird. Zusätzliche Öffentlichkeit. Umgekehrt bekommt Facebook mehr Öffentlichkeit, wenn es auf mehr Sites im Netz auftaucht. Win-Win.
Und Facebook ist in vielen Ländern bereits groß genug, damit dass nicht unbedingt trivial ist.
Das dürfte für fast alle Webdienste gelten: Einträge im Newsfeed sind Publicity/Traffic-Gold wert.
Das bewahrheitet sich nun.
Das Problem von OpenID war immer, dass es allein keine ausreichenden Anreize bieten konnte, die stark genug für eine Verbreitung waren.
Es spielt für die Entscheidung der meisten Unternehmen keine Rolle, ob etwas für die Gesamtheit des Netzes und dessen Evolution sinnvoll ist oder nicht . Das ist die Makrosichtweise. Bei Entscheidungen von Unternehmen zählt aber nur deren Mikrosichtweise (Google ist in der Regel die große Ausnahme, weil sie direkt vom Wohl des Webs profitieren. Jedes Web-Startup sollte versuchen, in eine vergleichbare Situation zu kommen.).
Facebook Connect ist potentiell die Eintrittskarte zum Facebook-Newsfeed. Twitter Connect ist potentiell die Eintrittskarte zum Twitterstream des Nutzers. Bei beiden bedeutet das ganz konkret: Traffic und Nutzer. Und das ist nach wie vor das Blut in den Adern des Netzes.
Selbst wenn die Connect-Systeme der großen Unternehmen teilweise auf technische Bestandteile wie OAuth aufsetzen, bleibt der wesentliche Unterschied zu einer Welt, die komplett über Standards läuft: Einige wenige Unternehmen verwalten unsere Online-Identitäten. Mit allen Vorteilen (Komfort, Anreize für alle Beteiligten) und Nachteilen (zu viel Macht in den Händen weniger, potentiell geringe Kontrolle der User über ihre Daten, Lock-In).


























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Selbstverständlich setzen Unternehmen nicht freiwillig auf OpenID oder einen anderen offenen Standard … die Masse wird ihre Identitäten in Zukunft also bei Facebook & Co. hosten lassen, wer etwas mehr möchte bei kleinen Exklusiv-Anbietern.
Du hast recht, im Moment ist OpenID wirklich keine ernst zu nehmende Alternative zu den Login-Mechanismen von Twitter und Facebook (wobei Twitter ja zumindest schonmal OAuth benutzt und Facebook immerhin OpenID-Relying-Party ist) aber das werden Facebook & Co. nicht dauerhaft halten können. Am Beispiel MySpace sieht man recht deutlich, dass ein SocialNetwork nicht ewig lebt und seine Nutzer irgendwann zum nächsten wandern (anderes Beispel: StudiVZ und Wer-Kennt-Wen). Spätestens dann wird das Verlangen nach einem SocialNetwork unabhängigen Login-Mechanismus immer größer werden! Das kann sicherlich noch eine Weile dauern und ob dann OpenID zu DER Alternative wird steht in den Sternen, aber die Zukunft gehört sicherlich den offenen Standards.
Thomas Huhn hat dazu übrigens auch etwas interessantes bei T3N geschrieben: http://t3n.de/news/webtre…page-1/#comment-6371
Die Offenen Standards sind auf jedenfall die Zukunft, aber ob wir sie wirklich schon jetzt brauchen ist sehr fraglich. Es gibt soviele unzähliche Plattformen, wo sich kaum jemand vom anderen absetzen kann. Klar die ersten die solche Standards einsetzen werden weiter voran kommen, aber dafür ist erst einmal ein sicherer Kundenstamm notwendig. Facebook ist zwar auf einem guten Weg dorthin aber immer noch nicht da wo es sein sollte…
@Matthias Pfefferle: Im Gegensatz zu MySpace (und wkw und studiVZ) ist Facebook datengetrieben. Die APIs und ihre Verbreitung werden Facebook auf Jahrzehnte zementieren.
Das ist der Anfang vom Ende des Internets, google und
yahoo bauen ihre Überwachungsmaschinen aus und können schon morgen nicht nur ein Profil meiner Internetaktivität erstellen sonden vermarkten meine Daten und machen mit meinem Profil dass sie dann erstellt haben einen fetten Gewinn.
Ich habe überall individuelle ID und werde auch dabei bleiben.
Was heißt denn hier, dass es für Unternehmen nicht attraktiv wäre OpenID zu integrieren. Das Gute ist ja, dass man alle drei integrieren kann ohne auch nur einen Nachteil zu erfahren.
Open ID hat einen Vorteil gegenüber den Konkurrenten: Es steckt kein Unternehmen dahinter. Also durchaus ein Argument für User dorthin zu wandern. Open ID hat zwar keinen direkten Zweitnutzen wie fb und twitter, aber wenn genügend Unternehmen OpenID integrieren, profitieren diese wiederum gegenseitig davon. Die Technik des einmaligen Anmeldens ist interessant, nicht der Fakt welche Firma dahinter steckt.