Twingly Channels:
Gemeinsam gegen die Informationsüberflutung

Dem Web fehlen Filter, um die enorme Masse an Informationen gewichten und nach Relevanz sortieren zu können. Twingly Channels will es richten.

Twingly
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Nicht Information Overload ist das große Problem des Internets im Jahr 2009, sondern das Fehlen funktionierender, intelligenter Filter. Twingly, die internationale Blogsuchmaschine aus dem schwedischen Linköping, möchte sich diesem Problem annehmen und plant mit Twingly Channels für den 1. Oktober den geschlossenen Beta-Launch eines neuartigen, sozialen Nachrichtenaggregators für das Echtzeitweb. Das Twingly-Team hat uns vorab eine Vorschau gegeben und neugierig gemacht.

Twingly Channels wird es Nutzern ermöglichen, RSS-Feeds und Suchbegriffe in einem speziellen Kanal zu aggregieren, der mit anderen geteilt und bearbeitet werden kann. Der Twingly Channel soll als sozialer Filter dienen, mit dessen Hilfe aus der Schar von Quellen wirklich relevante Inhalte ins Rampenlicht befördert werden.

In einen Twingly Channel aggregieren lassen sich Suchbegriffe und Hashtags von z.B. Twitter, YouTube, Flickr, außerdem RSS-Feeds von Blogs, Nachrichtenmagazinen oder Suchmaschinen (z.B. Google Alerts) sowie direkt importierter Inhalt wie Links, Notizen oder Fotos. Jeder Channel bietet zwei unterschiedliche Ansichten: Eine vollständige Ansicht mit sämtlichen dem Filter entsprechenden Resultaten (in Echtzeit) sowie eine mit den beliebtesten, am meisten diskutierten Inhalten.

Vorstellbare Anwendungsszenarien sind zum Beispiel ein kollaborativer RSS-Reader (OPML-Import ist möglich) oder das Monitoring von Personen oder Unternehmen. Auch könnte sich Twingly Channels durch das Aggregieren ausgewählter Quellen und Suchwörter als persönlicher Lifestream eignen – im Rahmen der kostenpflichtigen Premium-Variante lassen sich das Layout eines Channels individuell anpassen und Anzeigen entfernen.

Twingly Channels
Twingly Channels

Klar ist, dass Twingly mit seinem neuen Tool einen Bereich betritt, der auf verschiedene Art und Weise bereits von anderen Diensten berarbeitet wird. Facebook, FriendFeed (das mittlerweile auch zu Facebook gehört) oder Lifestream.fm erlauben Lifestreaming und die Aggregation externer Inhalte, soziale RSS-Reader wie Google Reader oder Streamy helfen dabei, möglichst viele Quellen im Blick zu behalten, und Memetracker wie Techmeme oder Rivva versuchen, anhand von Reaktionen in der Blogosphäre und Twittersphäre die Relevanz von Artikeln zu bestimmen – die zahlreichen Dienste zum Social-Web-Monitoring nicht zu vergessen.

Twingly Channels scheint all dies in einem einzigen Dienst vereinen zu wollen. Sollte das tatsächlich gelingen und alle Funktionen stimmig miteinander verknüpft werden, könnte der Service einiges an Aufmerksamkeit erhalten. Im Oktober wird sich zeigen, ob Twingly Channels seiner selbtbewussten Eigenbeschreibung gerecht werden kann.

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3 Kommentare

  1. trendschau
    schrieb am 3. September 2009 um 08:21 Uhr (#)

    spannend, klingt für mich nach socialmedian für Twitter. Da ich facebook und friendfeed kaum nutze, wäre so eine Lösung ideal. Vielleicht ist das dann auch mal eine Initialzündung für Verlage, mit ihren Experten entsprechende Channels aufzubauen, ich wundere mich ohnehin, warum Verlage keine Exec-Streams basteln, es muss doch in ihrem Sinne sein, guter Kommunikation ihren Stempel aufzudrücken. Vermutlich verschlafen sie aber auch das wieder…

  2. Markus Merz | Hamburg St. Georg
    schrieb am 22. September 2009 um 18:42 Uhr (#)

    Ich fand den Artikel leider sehr schwach und bei der Bewertung des Angebots schlecht analysierend. Ich habe eine Zeit lang intensiv mit Twingly gearbeitet und habe trotz viel anfänglicher Sympathie aus folgenden Gründen so gut wie nie in letzter Zeit Kontakt mit Twingly. Diese Gründe auf das Channel-Konzept übertragen, sehen in etwa so aus:

    Twingly hat den Anspruch eine Suchmaschine für Blogs und für Microblogging zu sein.

    Bei Blogs verlassen sie sich darauf angepingt zu werden, sind aber nicht bei den klassischen Pingdiensten FeedBurner/Google und Ping-O-Matic/WordPress vertreten.

    Da Blogs nicht eigenständig von Twingly gepollt/indiziert werden gibt es gravierende schwarze Löcher.

    1. Negativfaktor: Wenn diese Schwäche auch auf Channels übertragen wird, dann sind die Channels nichts wert.

    Beim Indizieren der Microbloggingszene verlässt sich Twingly auf die großen Anbieter. Aber auch da ist Twingly nicht stabil. Bei Identi.ca z.B. wird gerade Nichts gefunden (2 Tests mit 2 Parrallelnachrichten). Schlimmere Vermutung: Ich bekomme gerade nur Twitterergebnisse zurück.

    Ähnlich Emailservern wird sich Microblogging zukünftig auf verschiedene Server verteilen. Das ist a) eine strategische Anforderung von Firmen und b) vorhandene Lösung z.B. StatusNet (ex-Laconica). Der Anforderung wird Twingly nicht gerecht.

    Nebenbei-Killerargument: FaceBook und FriendFeed fehlen

    2. Negativfaktor: Die Twingly Microbloggingsuche ist nicht umfassend.

    3. Negativfaktor: Technische Probleme wie Umlautsuche etc.

    Aus meiner Sicht gibt es für versierte Monitoringspezialisten viele und vor allem bessere Anbieter für Channel-Lösungen.

    Also bleibt einzig und alleine das automatisierte Plattform- bzw. Portalkonzept mit ein bisschen UGC übrig und da stellt Twingly nur einen besonders kleinen Anbieter dar.

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 22. September 2009 um 18:49 Uhr (#)

    Mein Tipp: Warte einfach mal ab, bis du Twingly Channels ausprobieren kann. So mache ich das jedenfalls. Bis dahin lässt sich leider nicht viel mehr sagen oder analysieren.

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