Samstag App Fieber:
Twimpact, Whaats, moviac

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal: Twimpact – ein Buzztracker für Twitter; Whaats – eine Bilderkennungs-Community; und moviac – eine Film-Community.

twimpact
twimpact
Twimpact ist ein minimalistischer Buzztracker für Retweets. Auf der Startseite werden die populärsten Tweets – die Tweets, die am häufigsten von den Followers wiederholt wurden – der letzten Stunde angezeigt. Es gibt Listen für die letzte Stunde, den letzten Tag, die letzte Woche und den letzten Monat.

Zusätzlich gibt es noch eine Rangliste, auf der Twitterer nach ihrem Gesamteinfluss bewertet werden. König der Retweets ist wie immer Mashable, der seine Followers wirklich gut zum Retweeten erzogen hat. Nach dem Muster http://twimpact.com/user/username (etwa http://twimpact.com/user/netzwertig_feed) kann der eigene Twitter Impact eingesehen werden.

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JS-Kit Echo:
Kommentare im Echtzeitalter

JS-Kit startet mit Echo das erste Kommentarsystem, das Reaktionen von Twitter, FriendFeed & Co. in Echtzeit aggregiert.

Vor etwa einem Jahr habe ich einen kleinen Überblick über die Entwicklung sozialer Kommentarsysteme gegeben, die sich dank Diensten wie Backtype oder Disqus von Aschenputteln in eigenständige und vollwertige Entitäten verwandeln.

JS-Kit hat gestern die nächste Stufe der Evolution gezündet und bringt mit Echo Echtzeit zu den Kommentaren.

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Linkwertig:
Reuters, GoogleReader, Pornoportale

Nachrichten im Web
In den USA hat die Nachrichtenagentur AP einen aberwitzigen Plan vorgelegt, mit dem sie sich gegen unerlaubte Nutzung ihrer Texte absichern will. Damit würde nach Wunsch der AP das Verlinken und Zitieren ihrer Texte kostenpflichtig. Das führt zu abstrusen Situationen, in denen Blogger, welche als Quellen für AP-Artikel zu Rate gezogen werden, sich nicht mehr selbst zitieren können, ohne zu zahlen. AP-Konkurrent Reuters hat jetzt eine indirekte Antwort gegeben: Verlinken ist gut und wichtig.

» Reuters Steps Up; Says Linking, Excerpting, Sharing Are Good Things For The News | Techdirt

Facebook
Facebook spendiert den Pages vollen Open-Stream-API-Support. Damit können Inhaber von Pages, also Unternehmen, Bands etc., Inhalte bald über Desktop-Applikationen aktualisieren.

» Facebook Pages Getting Stream API Support – Look for New Page Management Apps Soon

Google Reader
Google Reader implementiert bei den Shared Items das Echtzeitweb-Protokoll PubSubhubbub[sic]. Damit erscheinen Shared Items auf Aggregatoren wie FriendFeed, welche das Protokoll unterstützen, in der Regel sofort(!). Ein interessante Implikation wird im Artikel angesprochen: Damit können die Shared Items und Google Reader bald sehr wichtig für das Breaking-News-Segment werden.

» Google Decided Reader Will Be The Real Time Hub | Regular Geek

Twitter-DDoS
Der gestrige Angriff auf Twitter zieht weiter Kreise. Facebook bestätigte mittlerweile, dass es zur gleichen Zeit einen DDoS-Angriff erlitt. Experten sagen, es war unabwendbar, dass so etwas passieren würde:

» Twitter, Facebook Attacks No Surprise to Security Experts | Epicenter | Wired.com

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Selbstmarketing im Netz:
myON-ID mit Contentstream
und Mini-Blog-Funktion

Nach seinem gelungenen Relaunch im Februar integriert myON-ID, der Münchener Dienst zur professionellen Darstellung im Netz, neue Funktionen. Mit dem Mini-Blog betritt er erneut fremdes Territorium.

Als sich das Münchener Startup myON-ID im Februar diesen Jahres runderneuerte, bezeichnete ich das Resultat aufgrund der gewählten Positionierung an der Schnittstelle zwischen Selbstmarketing/Reputation, geschäftlichem Social Networking und Lifestreaming als “halb Xing und ein Viertel FriendFeed”.

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Nicht erreichbar:
Twitter von Denial-Of-Service-Attacke geplagt

Der beliebte Mikroblogging-Dienst Twitter ist seit über 90 Minuten nicht erreichbar. Auf dem Status-Blog von Twitter wird vermeldet, man kämpfe gegen einen Denial-Of-Service-Angriff. Die Wikipedia-Definition solcher Angriffe:

Als Denial of Service (DoS, zu Deutsch etwa: Dienstverweigerung) bezeichnet man einen Angriff auf einen Host (Server) oder sonstigen Rechner in einem Datennetz mit dem Ziel, einen oder mehrere seiner Dienste arbeitsunfähig zu machen. In der Regel geschieht dies durch Überlastung.

ReadWriteWeb meldet, dass zur gleichen Zeit auch Facebook und LiveJournal gegen Downtime zu kämpfen hatten, aber mittlerweile wieder erreichbar sind. ReadWriteWeb meldet ebenfalls, dass Twitter wohl nicht komplett ausgefallen zu sein scheint.

Update 17:27 Uhr: Twitter meldet, die Site wäre wieder oben, man kämpfe aber noch gegen den Angriff. Zumindest ich kann auf Twitter allerdings nicht zugreifen.

Linkwertig:
Musikblogs, Rivva, Xing, IE6

Musikblogs
Lesenswerter Artikel über ein Zusammenschluss von Musikblogs:

Mittlerweile reifen innerhalb von Grindin Pläne, die den Verteiler einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen sollen. Zu diesem Zweck wird eine eigene Webseite entstehen, welche die Beiträge der inzwischen mehr als 40 Blogger zusammenführen soll. Dieses Super-Blog wäre das Flaggschiff für ein Netzwerk, dessen Blogs insgesamt circa drei Millionen Besucher pro Monat auf sich vereinigen würden – eine Zahl, die auch für Werbekunden von Interesse sein dürfte.

» Das Trend-Kartell — Der Freitag

API für Online-Supermarkt
Auch für E-Commerce-Anbieter können Programmierschnittstellen (APIs) sinnvoll sein, aber:

Viele Händler sträuben sich gegen offene Schnittstellen, weil sie fürchten, die Kontrolle über ihre Daten zu verlieren, wohl aber auch, weil sie überzeugt sind, selber am allerbesten zu wissen, wie ihre Kunden online shoppen wollen.

» Exciting Commerce: Tesco API: Warum Händler Entwickler-Schnittstellen brauchen

Rivva
Der deutsche Memetracker Rivva hat mit dem “Newsroom” eine Art Best-of-Ansicht der jüngsten Artikel der Rivva-Leitmedien bekommen. Sehr nützlich.

» Rivva Blog » Rock Lobster

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Tumblr auf der Überholspur:
255 Millionen Seitenaufrufe im Juli

Nach eigenen Angaben erreichte der Mikroblogging-Dienst Tumblr 255 Millionen Seitenaufrufe im Juli.

Tumblr ist eine Zwischenstufe zwischen Twitter und einem ausgewachsenen Blog. Auch wenn man Tumblr zum Bloggen langer Einträge verwenden kann, ist der Dienst prädestiniert dafür, kurze Beiträge zu veröffentlichen. Martin hatte Tumblr hier vorgestellt.

Die vom Gründer genannten Zahlen des extrem einfach zu bedienenden Microblogging-Dienstes sind beeindruckend: 650.000 neue Posts pro Tag, 5000 neue User pro Tag und 9 Tumblr-Nutzer, die über ihr Tumblr-Blog zu einem Buchdeal gelangt sind. Einer davon ist der Macher hinter Garfield minus Garfield.

Aufgrund des clever umgesetzten Backends für die User fühlt sich Tumblr wie eine Mischung aus Blogging-Plattform und minimalem Social Network an.

Ebenfalls heute hat Tumblr eine StumbleUpon-ähnliche Entdeck-Funktion names TumblUpon eingeführt.

Vergleichbare Dienste sind das aus Österreich kommende Soup.io und das im Vergleich zu den beiden anderen noch junge, aber in der deutschen Webszene gerade an Fahrt aufnehmende Posterous.

Yahoo:
Delicious wird zum Twitter-Mashup

Der soziale Bookmarking-Dienst Delicious möchte sich in das Echtzeit-Zeitalter retten, orientiert sich an Twitter und verliert dabei den eigenen Kurs.

Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass Delicious die neue Version veröffentlicht hat. Als eines der Urgesteine unter den Web 2.0-Diensten blieb das 2003 gestartete Tool bis dahin weitestgehend unverändert, auch nach dem Verkauf an Yahoo 2005 wurde nicht verschlimmbessert, und auch die damals neue Version wartete primär mit kosmetischen Verbesserungen auf.

Es wirkt alles etwas professioneller und aufgeräumter, aber es ist tatsächlich eher eine Evolution und die grundsätzliche Struktur blieb weitgehend erhalten.

Die gestern vorgestellten Änderungen stellen den ersten echten Bruch in der Geschichte von Delicious dar.

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Linkwertig:
Delicious, Twitter, MySpaceID, Netzneutralität

Delicious
Bookmarking-Urgestein Delicious hat die Startseite aufgefrischt und setzt jetzt zur zusätzlichen Gewichtung des neuen “Fresh Bookmarks”-Tabs Twitter-Nachrichten ein. “Fresh Bookmarks” ist jetzt anstatt der “Popular Bookmarks” die neue Startseite. Meiner Meinung nach ist das nicht unbedingt der klügste Schritt. Wenn alle Aggregatoren als Grundlage oder Teilgrundlage Twitter hinzuziehen, fällt die Unterscheidung, die die verschiedenen Dienste ausmacht, zumindest teilweise ab. Delicious unterscheidet sich durch seine aggregierten Links gerade von Digg, Twitter und co. weil es auf einer anderen Ausgangsaktivität beruht (das Abspeichern von Links für einen selbst, statt dem Verbreiten und Bekanntmachen der Links). Delicious-Gründer Joshua Schachter, der vor einiger Zeit den Dienst verliess, ist auch nicht begeistert.

» delicious blog » Delicious Homepage Gets “Fresh”

Interview mit Andreas von Bechtoldsheim
Cicero hat den Investor Andreas von Bechtoldsheim interviewt:

Er tritt bescheiden auf und hat dennoch ein geschätztes Vermögen von 1,9 Milliarden Dollar. Sein größter Coup gelang dem Auswanderer aus Deutschland in den neunziger Jahren: Mit 100000 US-Dollar Kapital ermöglichte er zwei Studenten die Gründung des heutigen Giganten Google.

» Ich machte Google möglich (Danke, Ronnie!)

DAX-Unternehmen bei Twitter
Twitter kommt in der deutschen Wirtschaft an.

» heise online – Auch DAX-Unternehmen nutzen Twitter

Twitter in Zahlen
Weitere Twitter-News: Der Microblogging-Dienst erreicht weltweit 44,5 Millionen Menschen. In Deutschland sollen sich die Nutzerzahlen seit April verdoppelt haben. 1,8 Millionen Besucher (nicht Nutzer!) verzeichnete Twitter im Juni in Deutschland.

» Twitter Reaches 44.5 Million People Worldwide In June (comScore)

» Presseportal: The Nielsen Company – Das Phänomen Twitter: Nielsen ermittelt Verdopplung der Nutzerzahlen (Unique Audience) in Deutschland seit April / 1,8 Millionen Nutzer besuchten im Juni mindestens einmal Twitter.com

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DJV-Vorsitzender Michael Konken:
Sieht Werbung auf Google News,
wo keine ist

In einem FAZ-Artikel kreidet DJV-Vorsitzender Michael Konken dem werbefreien Google News an, es würde den Verlagen das Anzeigegeschäft wegnehmen.

In der FAZ ist ein Artikel von Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), erschienen, in dem er sich zu den Verhältnissen zwischen freien Journalisten und Verlagen äußert und dann einen Schwenk zu Google und Aggregatoren macht. Denn wie so oft dieser Tage darf auch in diesem Artikel Google-Bashing nicht fehlen.

Der Nachrichtenaggregator Google News ist dagegen bisher weitgehend unbeschadet von Ansprüchen Dritter geblieben. Dabei ist hier die fast vollautomatische Zeitung schon heute Realität. Einerseits sorgt die Präsenz auf dieser Seite für mehr „Traffic“ bei den dort verlinkten Internetseiten, andererseits übernehmen diese und vergleichbare Angebote einen wichtigen Teil des Anzeigengeschäfts, das die Produktion dieser Inhalte erst möglich macht.

(Hervorhebung von mir)

Nun kann man zu Angeboten wie Google News unterschiedliche Ansichten vertreten. Wir hier bei netzwertig.com und Blogwerk allgemein freuen uns über jeden Aggregator wie Google News, der uns kostenlos mehr Leser verschafft.

Man kann für diese Leistung, die einem kostenfrei erbracht wird, auch noch Geld verlangen wollen. Das ist eine absurde Haltung. Sie einzunehmen, steht aber jedem frei (Und wenn die Forderung nicht erfüllt wird, steht jedem auch das Ausschließen der eigenen Inhalte von solchen Angeboten frei. Aber davon hat Herr Konken vielleicht noch nichts gehört.).

Aber zu behaupten, dass ein immer komplett werbefrei gewesenes Angebot “einen wichtigen Teil des Anzeigengeschäfts” übernimmt, ist schlicht: eine Lüge. Denn in Deutschland war und ist Google News frei von Werbung jeglicher Art.

Es ist bezeichnend für den deutschen selbsternannten “Qualitätsjournalismus”, dass ein Vorsitzender eines Journalistenverbandes eine solche offensichtlich falsche Behauptung in einem Artikel in einem Qualitätsmedium wie der FAZ veröffentlichen kann, ohne dass ihm selbst oder den zuständigen Redakteuren das in irgendeiner Form peinlich zu sein scheint. Solang es um Lobbyismus in eigener Sache geht, zählt die Wahrheit anscheinend keinen Deut mehr.

Nein, werte Verleger, so sieht ein für die Demokratie wichtiges Kulturgut nicht aus.