WEB.DE schließt Social Network Unddu.de:
Dokumentation eines Fiaskos
Die Karlsruher WEB.DE GmbH zieht bei ihrem gefloppten Social-Network Unddu.de nach zwei Jahren den Stecker. Wir dokumentieren das Fiasko.
Es gibt Meldungen, die einen so gar nicht überraschen. Die geplante Schließung von Unddu.de, dem Social Network der Karlsruher WEB.DE GmbH, ist ein solcher Fall. Per Mail wurden die Mitglieder des im April 2007 gestarteten Dienstes heute darüber informiert, dass Unddu.de zum 31. August abgeschaltet wird. Zur Begründung heißt es:
“Es gibt im Internet mittlerweile eine solche Fülle von Communitys für jeden Geschmack und jedes Interessensgebiet, dass eine Abgrenzung der einzelnen Angebote immer schwieriger wird. Leider ist es Unddu.de in den letzten Jahren nicht gelungen, eine eigene Nische zu finden. Wir haben uns daher dazu entschlossen, den Dienst zu oben genanntem Datum abzuschalten.”
Als Alternative empfiehlt das zu United Internet Media gehörende Unternehmen seinen Nutzern, Facebook auszuprobieren, sofern sie noch nicht bei studiVZ, MySpace oder wer-kennt-wen.de zugange sind.
Unddu.de stand trotz vollmundiger Äußerungen des damaligen WEB.DE-Managements von Anfang an unter keinem guten Stern. Wir haben die Entwicklung des Social Networks aufmerksam beobachtet und bringen im Folgenden einen Überblick über das Unddu.de-Fiasko:
März 2007: WEB.DE kündigt den Start von Unddu.de als Social Network für jedermann an.
April 2007: Unddu.de geht online. Unser erstes Fazit fällt durchwachsen aus.
Mai 2007: United Internet Media-Vorstand Matthias Ehrlich und 1&1 Portale-Vorstand Matthias Greve erzählen in einem Interview, wie sie mit Unddu.de das Web 2.0 und Social Networks in Deutschland massenfähig machen möchten. Zu dieser Zeit hatte studiVZ weniger als zwei Millionen Mitglieder, wer-kennt-wen.de war noch kaum bekannt.
Die beiden Manager plaudern über zweistellige Millioneninvestments und verraten, dass 30 Mitarbeiter über ein Jahr an der Entwicklung von Unddu.de gearbeitet haben. Auch wird die Parole ausgegeben, innerhalb von einem Jahr eine Million Mitglieder bei Unddu.de versammeln zu wollen.
Dezember 2007: WEB.DE übernimmt mit ShortView ein soziales Netzwerk. Seltsam, wenn man bedenkt, dass das ambitionierte Eigenprojekt Unddu.de bis zu diesem Zeitpunkt kein nennenswertes Mitgliederwachstum verzeichnen konnte.
April 2008: Unddu.de ist offiziell gefloppt. Von einer Million Mitgliedern ist man knapp ein Jahr nach dem Launch weit entfernt.
März 2009: WEB.DE startet die Testphase des neuen Social-Web-Tools Navigator, der nach den Worten des neuen WEB.DE-Geschaftsführers Jan Oetjen zu einem zentralen Kommunikationspunkt im Internet werden und verschiedene Services wie E-Mail und soziale Netzwerke auf einen Blick zusammenführen soll. Über die Zukunft von Unddu.de schweigt sich WEB.DE aus.
Juli 2009: Das Ende von Unddu.de ist besiegelt, die Site wird am 31. August vom Netz genommen. Wie viele Benutzer betroffen sind, ist unklar. Mit größeren Nutzerprotesten ist jedoch nicht zu rechnen.

Fazit:
Eines von Deutschlands am meisten besuchten Webangeboten im Rücken zu haben, ist in keiner Weise ein Garant für die erfolgreiche Lancierung eines eigenen sozialen Netzwerks. Während Unddu.de zwei Jahre vor sich hin dümpelte, stiegen die originären Startups studiVZ (das von Holtzbrinck übernommen wurde) und wer-kennt-wen.de (mittlerweile Teil von RTL Interactive) zu Deutschlands Social-Network-Koryphäen auf.
Dass sich forsche und etwas zu optimistisch anmutende Prognosen über die zukünftige Entwicklung eines Onlinedienstes im Nachhinein als peinliche “Krönung” eines eventuellen Misserfolgs erweisen können, ist nichts Neues, aber wurde mit dem aktuellen Fall einmal mehr bestätigt.

















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Auch als Nutzer von Web.de hab ich von dem Dienst noch nichtmal was gehört. Irgendwie hätten die dafür bei den eigenen Nutzern vielleicht mal Werbung machen sollen.
Ja völlig unverständlich, wieso man Unddu.de nicht stärker gepusht hat.
dafür sorgt der Navigator dafür, dass kein älterer Browser mehr benutzbar ist, und man kann das Ding nicht abschalten :-(
Jetzt füge mal in die Google Trens Grafik facebook.de ein!!!
Facebook spielt in diesem Zusammenhang keine direkte Rolle.
Das Ende war absehbar. Eindeutiges Indiz ist auch die seit dem 14.05.2007 ausgeschriebene Stelle als Community Manager, die bis heute unbesetzt geblieben ist.
Spannend zu beobachten, wie das Engagement einiger Branchengrößen inzwischen auf dem Boden der Tatsachen ankommt. Communitys entwickeln eben eine ganz eigene Dynamik und ein großes Team mit einem großen Unternehmen im Hintergrund ist definitiv nicht ausreichend. Das hat auch die Telekom mit ihren diversen Versuchen im Community-Umfeld eindrucksvoll bewiesen – wiederholt!
Ich vermute auch stark, dass dies nicht der letzte Ausfall sein wird. Einige Communitys stehen auf der Streichliste ganz oben, gerade in Zeiten, wo das Geld nicht mehr so locker sitzt.
Naja,
für mich war das eine klare Entscheidung – wer als web.de noch nicht mal eine Community pushen kann, sollte auch keine Social Community betreiben.
Mal schauen wer als nächstes “fällt”.
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Ich war bei unddu.de Mitglied und bin heut noch traurig, dass diese Community keine Chance hatte.
Selten gab es für den Benutzer so viele Möglichkeiten, seine Profilseiten kreativ zu gestalten. Hat Spaß gemacht und fehlt schmerzlich!!
Da kann ich voll zustimmen, mir fehlt unddu auch heute noch. facebook hat einen ganz anderen Charakter. Ich suche gerade nach einem geeigneten blog.
AUCH ICH war bei UNDDU…. und ich konnte es damals nicht GLAUBEN das UNDDU wirklich zu macht, WEIL es gibt nichts VERgleichbares als UNDDU….und ich habe noch kontak zu anderen mitgliedern, und alle weinen dem unddu MEHR als nur eine träne hinterher…….wir WÜRDEN uns nichts MEHR WÜNSCHEN als , dass UNDDU wieder zu uns kommt….
sabine … ich stimme dir zu …nur “selten” stimmt nicht ganz ..UNDDU war die EINZIGE community die ihren mitgliedern so eine vielfalt dabot…..und das war klasse …WIR WOLLEN DAS UNDDU , wieder kommt und ich spreche, bewusst wir….weil es gibt eine vielzahl von leuten….die ..den UNDDU-ZEITEN nachtrauern…..
wie kann man so leben…
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Das verwundert auch nicht bei einem (jedenfalls bei mir weitgehend unbekannten und von mir weitgehend unbeachteten und ungenutzten) Gemischtwarenladen wie web.de.
Viel bedenklicher finde ich, dass so ein nichtssagender Kramladen für alles und nichts zu den bekanntesten originär deutschen Internetanbietern (nach Spiegel, Bild und Wikipedia) gehört. Richtig große, erfolgreiche und nützliche Internetanbieter und Internetmarken aus Deutschland gibts abgesehen von Onlinenews quasi nicht.
Ich habe damals über unddu.de meinen jetzigen Freund kennegelernt, mit dem ich schon 2 Jahre zusammen bin. Ich hätte gern noch einmal unsere ersten Nachrichten gelesen, aber dann musste ich mit Entsetzen feststellen, dass die Seite gesachlossen wurde und unsere ersten Nachrichten waren weg…
Ich habe auch meinen jetzigen Partner dort kennengelernt und kenne persönlich noch zwei Leute, bei denen das auch so ist, das lief damals über den Lumix-Fotowettbewerb!