studiVZ mit Twitter-Integration:
Hand in Hand gegen Facebook

Martin Weigert, 7. Juli 2009 13:21 Uhr, 15 Kommentare Kommentare

studiVZ-Mitglieder werden in Kürze ihre Twitter-Nachrichten innerhalb des Social Networks anzeigen lassen können. Auch ein Veröffentlichen von Tweets über studiVZ ist in Planung. Erstmals entscheidet sich Holtzbrinck damit für eine partielle Öffnung des bisher geschlossenen Netzwerkes.

studiVZ & Twitter
studiVZ & Twitter

Als studiVZ am 6. Mai mit der neuen Funktion Buschfunk einen ersten, ernsthaften Schritt in Richtung Microblogging machte, lagen Vergleiche mit Twitter nicht fern. Wie sich zeigt, war dies nur der Anfang einer kleinen Microblogging-Offensive des Holtzbrinck-Netzwerks: Wie wir aus Unternehmenskreisen erfahren haben, sollen studiVZ-Mitglieder in naher Zukunft eigene Twitter-Nachrichten importieren und über den Buschfunk allen ihren Kontakten in Echtzeit zugänglich machen können.

Auch will man es Nutzern des sozialen Netzwerks erlauben, über die Buschfunk-Funktion publizierte Mitteilungen gleichzeitig im persönlichen Twitter-Stream zu veröffentlichen. Damit wird klar, warum studiVZ für das hauseigene Microblogging-Feature genau wie Twitter eine Begrenzung auf 140 Zeichen gewählt hat:

Um so eine Kompatibilität mit Tweets sicherzustellen.

Mit der Implementierung von Twitter wählt das Netzwerk aus Berlin zum ersten Mal den Weg einer partiellen Öffnung. Bisherige Verknüpfungen von studiVZ mit anderen Webangeboten waren stets reine Marketingkooperationen, bei denen die Interessen der involvierten Unternehmen im Vordergrund standen, weniger der Mehrwert für die Mitglieder.

Die Twitter-Integration ist anders. studiVZ greift wie tausende Applikationen auf die Schnittstellen des immer populärer werdenden Microbloggingservices zu, um seine 14 Millionen Mitglieder (inklusive meinVZ und schülerVZ) am Twitter-Boom teilhaben zu lassen. Erstmals wird das Unternehmen damit von seinen Usern in der Community veröffentlichte Inhalte an den eisernen studiVZ-Mauern vorbei in die freie Web-Wildbahn lassen.

Die Zukunft wird zeigen, ob es sich bei der Entscheidung um einen Strategiewechsel von studiVZ hin zu mehr Offenheit oder um eine aus der Not geborene Aktion handelt, um neben Facebook nicht auch noch Twitter zu einer gefährlichen Konkurrenz heranwachsen zu lassen. Statt es so weit kommen zu lassen, zieht studiVZ in Deutschland nun Hand in Hand mit Twitter in den Kampf gegen Facebook. Das US-Netzwerk legt seit einiger Zeit ebenfalls einen stärkeren Fokus auf Microblogging und Echtzeitfunktionen und will Twitter frontal angreifen.

Die Vernetzung von studivZ mit Twitter dürfte dem hierzulande bisher hauptsächlich von Internet-Enthusiasten, Web-Professionals und Medienexperten genutzten Dienst aus San Francisco einen kräftigen Schub geben und eine weiter steigende Bekanntheit verschaffen.

Einen genauen Termin für den Launch des Features will man bei studiVZ noch nicht nennen. Wie wir erfahren haben, müssen zuvor noch einige Frage rund um den Datenschutz sowie die Nutzung der API geklärt werden. Allzulang sollte man aber nicht mehr warten – die Konkurrenz in Form von Facebook schläft nicht.

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15 Kommentare

  1. Torsten Eckert
    schrieb am 7. Juli 2009 um 14:49 Uhr (#)

    Bereits auf dem Online Marketing Kongress in Bad Homburg (01. und 02. Juli) hat studiVZ diese Überlegungen öffentlich gemacht.
    Twitter-Integration wird wohl kommen…

  2. christian
    schrieb am 7. Juli 2009 um 15:05 Uhr (#)

    Noch früher ;-)
    http://developer.studivz.…e-feeds/#comment-523

  3. Lukas
    schrieb am 7. Juli 2009 um 15:29 Uhr (#)

    Unsere Leser wissen das schon seit dem 1. Mai: http://mehrblog.net/2009/…twitter-integration/

  4. Robert Wagner
    schrieb am 7. Juli 2009 um 15:52 Uhr (#)

    Das wurde auch Zeit, wobei der Buschfunk noch ziemlich kläglich ist.

  5. nucci
    schrieb am 7. Juli 2009 um 17:42 Uhr (#)

    ich bettel ja schon seit langem danach.
    facebook hat es schon längst und ich bin großer fan davon.
    allerdings ist es aus studiVZ sicht eher suboptimal. ich werde mich dadurch nämlich noch weniger (garnichtmehr) einloggen, weil ich meinen status jetzt auch über twitter von aussen updaten kann und studiVZ ansonsten sowieso weit hinter facebook liegt…

  6. Michael
    schrieb am 7. Juli 2009 um 18:24 Uhr (#)

    Es hat sich nichts geändert und wird es so schnell auch nicht. Die VZs bringen keine neuen Ideen und rennen den Mitbewerbern hinterher. Da bringt die Möglichkeit, den Status per Handy o.ä. zu bearbeiten, bei mir auch keine Pluspunkte.

  7. Mirko Riedel
    schrieb am 7. Juli 2009 um 18:41 Uhr (#)

    Die VZ Gruppe bräuchte schon heute Entwicklungsjahrzehnte, um den Vorsprung von Fb aufzuholen. Das werden diese Micro-Innitiativen nicht ändern.

  8. Martin
    schrieb am 7. Juli 2009 um 23:02 Uhr (#)

    Na ein Glück das den Deutschen Usern diese “Entwicklungsjahrzehnte” völlig egal sind und sie zu 20 Millionen bei VZ und wkw sind.
    Und Pech für Facebook, dass sie sowas wie die “Wahlzentrale” nicht hinbekommen wo bald Frau Merkel auf VZ kommuniziert was gewiss zu viel Medienöffentlichkeit führen wird und mit seinen achso tollen Features auch nur Tech-Blog Leser begeistern.
    VZ hat für mich schon mehr als ich jemals brauchen werde und wkw hat nicht mal nen Chat und ist dennoch in Deutschland 3 Mal so erfolgreich wie Facebook.

  9. Carsten Drees
    schrieb am 8. Juli 2009 um 20:50 Uhr (#)

    @Martin (8.)
    Dann kommentier hier doch mal bitte mit Deinen studiVZ-Daten, oder geht das nicht? ;)
    Du sagst, dass Facebook sowas wie die “Wahlzentrale” nicht hinbekommt? Eine Plattform für Politiker, die gar nicht so recht wissen, was sie damit anfangen sollen?
    Stimmt – da kann Facebook nicht mithalten. Schließlich kann man einen Livestream von Debatten mit Obama nicht damit vergleichen.
    Wenn man Facebook-User gleichsetzt mit Techbloggern, scheine ich das ein oder andere Blog übersehen zu haben bei Facebooks Userzahlen ;)
    Mit einem Statement wie “VZ hat für mich schon mehr als ich jemals brauchen werde…” disqualifiziert man sich natürlich selbst ein wenig ;)

  10. Martin
    schrieb am 9. Juli 2009 um 23:54 Uhr (#)

    Ne Carsten, du disqualifizierst dich selbst weil du nicht begreifst, dass für Deutsche User Sachen wie die Wahlzentrale oder die neu eingeführten Städteprofile wichtiger sind also irgendwelche Open ID Geschichten die keiner braucht.
    Der Zug für Facebook in Deutschland ist abgefahren, müssen aufpassen, dass sie nicht noch von den Lokalisten oder irgendwelchen Schüler Communitys überholt werden.
    Aber spotte du ruhig weiter über deutsche Unternehmen die keine Features einführen für die es kein Bedarf gibt.
    Und ja, du scheinst die Userzahlen Facebooks in Deutschland in der Tat übersehen zu haben.
    Selbst meinvz hat Facebook mittlerweile überholt und das obwohl zehntausende ausländische Studenten die Werte für Facebook in Deutschland noch in die Höhe treiben.
    http://trends.google.com/…;date=mtd&sort=0

  11. christian
    schrieb am 10. Juli 2009 um 00:51 Uhr (#)

    Ich bin großer Facebookfan. Das StudiVZ ist verglichen mit FB ein schlecht kopierter Witz. Nicht ohne Grund ist FB der Liebling der Digitalen Bohème.
    Aber ich stimme Martin zu!
    Die Deutschen lieben ihr VZ, sie vermissen keine API, Applications und weiß der Teufel, was FB alles noch zu bieten hat. Sie finden sich im funktional übersichtlichen VZ zurecht, haben sich dort mit all(!) ihre Freunde vernetzt und pflegen emsig ihre Profile und die Pinnwände ihrer Liebsten.
    Da können wir Blogger, Twitterer und Internetzombies noch so schlecht über Holtzbrinck herziehen.

    Also, basht die VZ wie ihr wollt, aber sie sind in Deutschland (und auch nur dort) wahnsinnig erfolgreich. Und das ohne API, I18N, Open ID, Blackberry App und den tausend anderen coolen Sachen, die das moderne Web bietet. Facebook gewinnt derzeit an Nutzern, aber das sind mehrheitlich keine Primäraccounts. Schließt nicht von eurem Nutzerverhalten auf den deutschen Durchschnitt. Bestes Beispiel ist doch WkW: deutlich mieser als die VZ und kann sich über Zulauf nicht beklagen. Unfassbar, aber wahr!

    Also, bewertet die aktuelle Sachlage im Wettbewerb der sozialen Netzwerke und posaunt eure FB Huldigungen woanders aus.

  12. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 10. Juli 2009 um 09:05 Uhr (#)

    Ich sehe das etwas differenzierter: Ja, studiVZ hat in Deutschland noch immer eine Vormachtstellung. Aber dass der Zug für Facebook abgefahren ist, glaube ich nicht. Dafür gibt es einige Indikatoren. Mittlerweile hat Facebook in Deutschland drei Millionen Mitglieder. Selbst wenn davon ein großer Teil Zweiaccounts neben studiVZ & co sein sollten, so ist dies für viele nun einmal der erste Schritt.

  13. Peter Winter
    schrieb am 11. Juli 2009 um 14:34 Uhr (#)

    Ich bin ja mal gespannt was da auf uns zukommt. Mein Twit2Busch-Script macht derzeit ordentlich Faxen, was vielleicht auf Fleiß bei den VZ-Leuten schließen lässt. Wenn sie schon dabei sind können sie auch gleich mal den Code aufräumen… #xhtml

    Mfg,
    Peter

  14. Intergalactic Clash
    schrieb am 15. Juli 2009 um 16:02 Uhr (#)

    Wann ist’s denn endlich soweit? Sollte doch diese Woche kommen, oder etwas nicht? Wir brauchen die Verknüpfung unbedingt :)

  15. Andre
    schrieb am 23. Juli 2009 um 17:30 Uhr (#)

    Also irgendwie tut sich da bezüglich twitter-integration nicht so viel…

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