Niedergang eines Social Networks:
Die Tage von MySpace sind gezählt

Martin Weigert, 24. Juni 2009 15:12 Uhr, 39 Kommentare Kommentare

Auf die anhaltenden Einbrüche bei den Besucherzahlen folgt eine Entlassungswelle: MySpace hat fast alle wichtigen Trends im Social Web verschlafen und wenig Möglichkeiten, die Abwärtsspirale zu stoppen.

MySpace
MySpace
Wir werden gerade Zeuge eines im globalen Kontext bisher einmaligen Ereignisses: der Niedergang eines sozialen Netzwerkes, das noch vor zwei Jahren weltweit führend war. Die Rede ist natürlich von MySpace, dem zur News Corporation gehörenden Dienst, der gerade tiefgehende Personaleinschnitte verkünden müsste. So entlässt das Unternehmen rund 500 Angestellte in den USA und 300 in den 15 internationalen Büros. Die Zahl der Mitarbeitenden außerhalb der USA sinkt deutlich von 450 auf 150.

Was ein schwerer Schlag für die Betroffenen ist, kommt keineswegs unerwartet. Schon seit einiger Zeit ließ sich das Entwicklungspotenzial von MySpace in Frage stellen. Schritt für Schritt verlor und verliert der international präsente Dienst an Besuchern, während Erzrivale Facebook kräftige Zuwächse verzeichnet. Mittlerweile hat der blau-weiße Konkurrent MySpace als führendes soziales Netzwerk außerhalb Chinas abgelöst.

Das Beispiel MySpace zeigt, wie der für das Wachstum eines Social Networks notwendige Netzwerkeffekt auch in die umgedrehte Richtung verlaufen kann: Je größer die Zahl der User, die dem Dienst den Rücken kehren oder ihre Aktivität einschränken, desto geringer der Nutzen für andere, die sich dann ebenfalls nach Alternativen umschauen. Eine Abwärtsspirale beginnt, die sich nur schwer stoppen lässt.

MySpace vs Facebok - ein klares Bild
MySpace vs Facebok - ein klares Bild

Die Liste der von MySpace begangenen Fehler ist lang. Zu nennen sind unter anderem unschöne, unübersichtliche und billig wirkende Profilseiten, eine hohe Spamanfälligkeit und ein zu starker Fokus auf virtuellen Personen statt echter Identitäten – vom völligen Verschlafen des Echtzeitwebs – immerhin der heißeste Trend des Jahres – ganz zu schweigen.

Vor zwei bis drei Jahren war der von MySpace gewählte Weg durchaus richtig und resultierte in steigenden Besucherzahlen und Umsätzen. Doch dann verlor das Unternehmen den Anschluss und spielt seitdem nur noch zweite Geige.

Drastische Sparmaßnahmen und Entlassungen sind daher keine Überraschung. Die Zukunft von MySpace ist mehr als ungewiss. Ob die Einschnitte helfen werden, den Service zurück auf den Erfolgspfad zu bringen, bleibt fraglich. Um erneut die Aufmerksamkeit der User zu erlangen, müsste sich MySpace neu erfinden. Wir warten ab, ob dies dem geschmälerten Team um den neuen CEO Owen Van Natta gelingt. Eines ist sicher: Als klassisches Social Network wird MySpace keine Sternstunden mehr erleben.

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39 Kommentare

  1. Daniela
    schrieb am 24. Juni 2009 um 15:44 Uhr (#)

    Myspace ist kein klassisches SN sondern eher nur eine Plattform für Musiker und deren Fans.

    Und das kann euer supertolles Facebook nunmal nicht ersetzen (keine MP3-Uploads, 0815-Profilseiten usw.).

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 24. Juni 2009 um 15:48 Uhr (#)

    MySpace schreibt über sich: “MySpace ist eine Online-Community, in der du die Freunde deiner Freunde kennen lernen kannst.”

  3. André Luce
    schrieb am 24. Juni 2009 um 15:54 Uhr (#)

    Ich würde mich da mit Kritik auch noch zurückhalten. Mehr vom Gleichen (FB) sollte nicht Sinn des Netzes sein. Sicherlich entspricht es nicht 100%ig meinen/ deinen Erwartungen an SN, aber BILD wird ja (im TZ-Bereich) auch immer noch am häufigsten genutzt.

    Ab davon macht myspace vieles richtig, auch diese Liste ist lang. Ganz oben steht: Profitabel sein.

  4. Christian
    schrieb am 24. Juni 2009 um 16:06 Uhr (#)

    Zwar ist der Unterton, den Daniela vermittelt kein netter – Recht geben würde ich ihr trotzdem, denn ich sehe es genauso. Auch wenn MySpace über sich schreibt, dass es eine Online-Community zum Bekanntschaften knüpfen ist, ist es doch in erster Hinsicht eine Plattform, auf der sich zum Großteil Künstler präsentier(t)en.
    (Vielleicht hätte man dies im Artikel mit berücksichtigen können (Einbeziehen von last.fm o.ä.), denn ich gehe nicht davon aus, dass man sich in der netzwertig Redaktion auf PR Texte verlässt)

    Andererseits stimmt aber, dass das gekonnte Ignorieren optischer Gepflogenheiten des Web 2.0 sowie die Alternativplattformen (last.fm, facebook …) der entwicklungsresistenten und mit Werbung überfüllten Community das Leben nicht gerade leicht machen (und machen werden).

    @Andre: mit sinkenden Besucherzahlen entwickelte sich auch die Profitabilität in eine unerwünschte Richtung :)

  5. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 24. Juni 2009 um 16:29 Uhr (#)

    @ André

    Profitabel ist MySpace primär aufgrund des Werbedeals mit Google, der ihnen mehr als 300 Mio Dollar pro Jahr garantiert. Mittlerweile weiß man jedoch, dass Google findet, aufgrund schlechter Performance viel zu viel zu bezahlen. Im Falle einer Verlängerung des Vertrages 2010 ist von 50 bis 75 Mio Dollar jährlich die Rede. Mehr dazu hier. 2007 lag der Gewinn von MySpace bei 10 Mio Dollar. Obwohl diese Zahl nicht ganz frisch ist, ist offensichtlich, was passiert, wenn schlagartig 200 Mio Dollar weniger Werbegelder jährlich in die MySpace-Kasse kommt. Profitabilität bye bye. Deshalb die Einschnitte.

    Davon abgesehen: Es spielt doch überhaupt keine Rolle, wofür MySpace nun tatsächlich genutzt wurde – Social Networking oder Gruppie-Dasein. Fakt ist, dass es bergab geht. Und dass es schwer wird, diesen Trend umzukehren.

    Christian, von welchem PR-Text sprichst du eigentlich?

  6. Steffen
    schrieb am 24. Juni 2009 um 16:30 Uhr (#)

    Man mag Zuckerberg kritisieren, dass Profit nicht Prio 1 bei Facebook hat. Aber der Niedergang von MySpace (oder auch *VZ.net) beginnt m.M. damit, dass man ab einem Zeitpunkt x in erster Linie den Break Even erreichen will.

  7. Jörn Sieveneck
    schrieb am 24. Juni 2009 um 17:12 Uhr (#)

    schön, dass man hier auch via facebook connect kommentieren kann, passt sehr gut zum artikel ;)

    denke myspace wird auf kurz oder lang aus dem focus verschwinden, facebook ist für musiker nicht unbedingt das richtige, aber es gibt ja auch noch virb und andere musikplatformen. myspace bringt, glaube ich, schon jetzt keinem musiker irgendeinen wirklichen vorteil, egal ob profi oder nachwuchs, der drops ist gelutscht. myspace ist eher zu einem sammelbecken für viel zu viele geworden, ähnlich wie youtube. Man kann dort mittlerweile nur in der Masse untergehen.

    ich bin alle paar wochen kurz davor meinen account dort zu löschen, … mache es aber wegen ein paar freunden dann doch nicht.

    wir werden sehen, wie sich die geschichte entwickelt.

  8. Marcel
    schrieb am 24. Juni 2009 um 17:32 Uhr (#)

    Ich denke auch, dass gerade für Musiker MySpace nach wie vor wichtig ist. Es gibt eine ganze Menge Musiker, die gar keine eigene Webseite mehr haben, sondern lediglich eine MySpace-Seite unterhalten.

    Aber zu dem Thema gibt es auch einen interessanten Artikel im Guardian: http://guardian.co.uk/com…pace-social-networks

    Hier werden auch die Gründe erörtert, warum Facebook MySpace immer mehr abhängt.

  9. kloni
    schrieb am 24. Juni 2009 um 17:48 Uhr (#)

    Also ich denke der Grundstein des Erfolgs hat Facebook damit gelegt, dass sie ihre Nutzer dazu gebracht haben, sich mit ihrem richtigen Namen anzumelden!

    Das hat MySpace nicht erkannt, dass das mal äusserst wichtig wird. Damals, in den Anfängen MySpaces, war es normal, sich überall nur mit seinem Nickname anzumelden. Aber heute findet man so ja keinen mehr…!

    1. malaclypse
      schrieb am 2. März 2010 um 14:50 Uhr (#)

      schonma was vom gläsernen menschen gehört du hirni?

  10. Moe
    schrieb am 24. Juni 2009 um 18:29 Uhr (#)

    So erstmalig ist das Ereignis gar nicht, zumindest nicht in den USA. Das was Facebook mit MySpace macht (nämlich das dominierende Social Network zu überholen), machte MySpace nämlich zuvor selber mit Friendster.com.

    Eine gute wissenschaftliche Abhandlung zu diesem Thema: http://jcmc.indiana.edu/v…e1/boyd.ellison.html

  11. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 24. Juni 2009 um 18:34 Uhr (#)

    @ Jörn
    Ja ging mir ähnlich, wollte mein Konto auch schon löschen. Lediglich des Bloggens wegen mache ich es nicht.

    @ kloni
    Exakt!

    @ moe
    Ist mir bewusst. Genau deshalb schrieb ich ja “im globalen Kontext”. Friendster hatte international eben keine große Bedeutung.

  12. Webteilchen Berlin
    schrieb am 24. Juni 2009 um 18:55 Uhr (#)

    Ich bin der Meinung, dass MySpace sich einfach zu wenig um seine API und externe Entwickler gekümmert hat. Vielleicht schafft es MySpace mit Authentifizierten Profilen und OpenSocial und mehr BonBons für externe Entwickler nochmal den Sprung nach oben. Der Ansatz ist ja bereits vorhanden, muss nur konsequent weitergeführt werden.

  13. Carsten Pötter
    schrieb am 24. Juni 2009 um 19:49 Uhr (#)

    Die Zahlen scheinen es ja zu belegen, dass MySpace auf dem absteigenden Ast ist. Deine Begründung, Martin, mag ich jedoch nicht ganz nachvollziehen.

    Wie schon mehrfach in den Kommentaren angeklungen, liegt der Fokus von MySpace eher bei Musik, Bands,… Dementsprechend muss das Userprofil auch nicht so klinisch ausehen wie bei Facebook. Ob das jedem gefällt, bleibt mal dahin gestellt. Dessen ungeachtet gibt es seit mehreren Monaten neue Profile, die wesentlich aufgeräumter sind als man das bislang von MySpace gewohnt war. Wer also den unübersichtlichen Profilen überdrüssig geworden ist, kann sehr wohl auf ein anderes Profil wechseln.

    Wer ist denn in welcher Form beim “Echtzeit Web” mit dabei? MySpace ist jedenfalls aus technologischer Sicht Facebook mindestens ebenbürtig. Ein Großteil der offenen Standards wird unterstützt, mit MySpaceID besteht ein Produkt, das Facebook Connect sehr ähnlich ist (die Anzahl der Implementierungen lassen wir mal unberücksichtigt) und mit der Unterstützung von Activity Streams ist MySpace sogar im “Echtzeit Web”. Kurzum an der Technologie liegt es nicht. Daran kann es auch nicht liegen, weil WKW sonst wohl immer nur mal gerade 100 User haben dürfte. ;)

    Und Realnamen vs. Nicks? Nicht jeder ist unter seinem Realnamen bekannt, nicht jeder möchte damit bekannt sein und bei Facebook sind nicht alle User mit Realnamen angemeldet.

  14. Sebastian Baumer
    schrieb am 24. Juni 2009 um 20:05 Uhr (#)

    Myspace ist in Sachen Profilseiten viel zu bunt und übersichtlich – für meinen Geschmack. Für viele andere ist Facebook zu steril, zu klinisch, zu steif. Dass man auf Myspace Bands frienden kann und wesentlich leichter Leute kennenlernen ist ein weiterer Punkt für Myspace, das eben eher einem bunten Karneval gleicht, während Facebook das Klassenzimmer und Xing das Businessmeeting ist. Ich denke schon, dass es da noch eine lange Koexistenz geben wird.

  15. Wolf Witte
    schrieb am 24. Juni 2009 um 20:24 Uhr (#)

    Also ich finde in meinem Facebook-Newsfeed aktuell Hinweise auf die neue Singles-CD-Box der Smiths und das neue Video von Modest Mouse. Beides übrigens Sachen, die für mich hochrelevant sind. Wüsste nicht, wie das bei MySpace funktionieren sollte. Das mit MySpace und Musik ist in meinen Augen ein großes Mißverständnis – abgesehen davon, dass man lauschen kann, wie die Vorgruppe von Band X, die ich vielleicht morgen live sehe, sich anhören mag.

  16. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 24. Juni 2009 um 21:01 Uhr (#)

    Schöner Mix aus unterschiedlichen Meinungen, danke für eure Kommentare!

    @ Carsten
    Ich bestreite ja nicht, dass die Anwendungsszenarien von MySpace stärker musikfokussiert sind. Aber offenbar scheint dies ja den Niedergang des Dienstes nicht aufhalten zu können. Zudem bedeuten hundertausende Musikerprofile nicht, dass diese auch alle rege genutzt werden.

    Ja, technisch gesehen hat MySpace in letzter Zeit aufgerüstet, aber ist dennoch stetig Nachahmer statt Innovator. Zudem mangelt es den Funktionen entweder an Glaubwürdigkeit (mittlerweile fordert MySpace seine Nutzer auch auf, ihre richtigen Namen anzugeben – aber bei MySpace fehlt der Anreiz, dies zu tun – es ist einfach kein Ort mit einem ernsthaften, seriösen Ambiente), oder aber an Präsenz (den Activity Stream nehme ich kaum wahr, und Twitter oder Facebook kann MySpace damit keineswegs Konkurrenz machen). MySpaceID ist nahezu völlig in der Außenwahrnehmung untergegangen.

    WKW und studiVZ haben Erfolg mit der Strategie, so wenig Features wie möglich anzubieten. Facebook dagegen setzt auf großen Funktionsumfang, ohne dabei den Fokus oder die Authentizität zu verlieren. MySpace liegt irgendwo in er Mitte, “stuck in the middle” also, und das ist selten erfolgversprechend.

    Was Realname vs Nickname angeht, sind wir wohl einfach unterschiedlicher Ansichten. Ich denke, die Entwicklung der letzen Jahre mit erfolgreichen Diensten wie Facebook, Twitter, studiVZ oder WKW zeigt, dass Realnamen zugunsten von Spitznamen die Oberhand gewinnen.

    Spitznamen stammen aus einer Zeit, als das Web noch “Cyberspace” war und jeder sich zum Spaß dort ausprobierte. Mittlerweile ist das Web teil unseres Alltags und wird immer mehr ernstgenommen. Der Wandel von Fantasienamen hin zum vollen Namen ist da in meinen Augen logisch und konsequent – solange man nicht Dinge macht, die man möglichst nicht mit seiner wahren Identität in Verbindung bringen möchte.

  17. Daniela
    schrieb am 24. Juni 2009 um 21:34 Uhr (#)

    FB glänzt im Moment mir nervigen Quizes auf der Startseite, welche man natürlich alle einzeln deaktivieren muss.

  18. Daniela
    schrieb am 24. Juni 2009 um 21:49 Uhr (#)

    @Martin:

    Zudem bedeuten hundertausende Musikerprofile nicht, dass diese auch alle rege genutzt werden.

    Alle großen Acts haben dort ihren Account und da is mehr los auf deren Bandwebsite.

    den Activity Stream nehme ich kaum wahr, und Twitter oder Facebook kann MySpace damit keineswegs Konkurrenz machen

    Wozu auch? Dort will man ja nur über neue Tracks seiner Lieblingsmusiker informiert werden.

    MySpaceID ist nahezu völlig in der Außenwahrnehmung untergegangen.

    Wie bitte? Ohne die ID geht ja wohl gar nichts!

    Facebook dagegen setzt auf großen Funktionsumfang, ohne dabei den Fokus oder die Authentizität zu verlieren.

    Der war gut! Facebook verwandelt sich immer mehr in ein unübersichtliches Monster mit immer mehr sinnlosen Funktionen die kaum einer nutzt (und wenn dann eben nur aus reiner Langweile).

    dass Realnamen zugunsten von Spitznamen die Oberhand gewinnen.

    Deswegen ändern ja auch täglich tausende ihren Namen bei Facebook/Studivz wieder irgendein Pseudonamen…

  19. wolfgang
    schrieb am 24. Juni 2009 um 22:04 Uhr (#)

    Guter Grund mal wieder mein Myspaceprofil zu öffnen:

    38 Freundesafragen, davon genau einer (!), der sich tatsächlich für unsere Musik interessiert, sonst nur Hobby50cents, die ihre schlechte Musik promoten wollen (standard-satzt: it´s free!), ein paar Web-Promoagenturen, die uns als Kunden haben wollen, ein paar obligatorische “Beat-Produzenten”, die uns “Beats” andrehen wollen:

    Why spend $500+ on a single beat when you can purchase one
    for five times less? Get the same results by spending less!

    Diese “Freundes”-Anfragen werde ich nie verstehe – meine Beats mache ich immer noch selber. Dann noch 3 Anfragen von irgendwelchen Firmen, bei denen man dafür zahlen soll, um seine Musik auf einem “Mix-Tape” veröffentlichen zu dürfen (muhaha). Lange Rede kurzer Sinn: Spam. Ohne Ende.

    Ich weiß schon, warum ich Myspace eigentlich gar nicht mehr benutze. Und als Promo-Tool…naja.

    Myspace war nie als Netzwerk für Musiker geplant. Das war ein (zugegeben) sehr geschickter Marketing-Schachzug – geplant war das ganze aber immer als Teenager-Platform.

  20. ravenmackay
    schrieb am 24. Juni 2009 um 23:14 Uhr (#)

    Was heisst bitteschön: “billig wirkende Profilseiten”? ei MySpace kann man seine Seite gestallten wie man will! Ich habe da als Musiker sehr viel Kontakte geknüpft, die ich sonst nie gemacht hätte. Auf Facebook bin ich nur wegen ein paar Freunden! Die Quiz nerven, das Layout ist traurig!

    Wenn MySpace bankrott geht, bin ich von facebook auch weg!

    Ich bin täglich auf MySpace! Ich wurde noch nie zugespamt oder belästigt.

    Und von wegen Datenschutz: Bei facebook gibt man zu viel und zu persönliches preis!

    Ich finde es eine sehr gute Promo-Plattform!

    Ich bin absolut begesitert von MySpace!

  21. wolfgang
    schrieb am 25. Juni 2009 um 09:31 Uhr (#)

    Ich bin täglich auf MySpace! Ich wurde noch nie zugespamt oder belästigt.

    Das glaube ich nicht. Eines der Großen Probleme auf Myspace ist die pervertierte Einstellung vieler Nutzer/Bands zu Kontakten/Freundschaften. Es gab ja auch lange Zeit Programme, die “Freunde” automatisch generiert haben.

  22. Badratgeber
    schrieb am 25. Juni 2009 um 09:51 Uhr (#)

    Myspace war anfangs sehr revolutionär und konnte auch als erste Plattform viele Mitglieder gewinnen. Da die anderen Plattformen später dazu gekommen sind hatten diese natürlich den Vorteil die Fehler von myspace auszunutzen und alternativen anzubieten. Wenn jetzt myspace mit einer Neuauflage und ihrem alten Schema noch einmal Facebook und VZ schlagen will, müssten sie nur die Fehler von den Plattformen ausmerzen. Der größte Vorteil den myspace noch hat ist das viele Musiker und Fans dort angemeldet sind und die möglichkeit haben andere Plattformen noch nicht. Dort muss angesetz werden und ich sehe für myspace nochmal einen Aufgang…

  23. Marcel
    schrieb am 25. Juni 2009 um 09:54 Uhr (#)

    Ich kann ravenmackay nur zustimmen.

    Die schlecht gestalteten Profilseiten sind in der Regel von Privatleuten, die keine Ahnung von Webdesign, vielleicht auch Design allgemein, haben. Außerdem ist das auch immer noch Geschmacksache.

    Ich habe auch schon eine ganze Weile ein Profil bei MySpace und habe mit Spam auch noch fast nie Probleme gehabt. MySpace hat das ganz gut in den Griff bekommen. Bis vor einem Jahr oder so, war das zugegebenermaßen ein etwas aktuelleres Problem.

    @Martin: Du nennst Twitter als Beispiel für Realnamen? Nah ich weiß nicht… da werden wirklich eine ganze Menge Pseudonyme benutzt. Oder wahlweise “echte” Namen mit den falschen Leuten dahinter.

  24. Nils
    schrieb am 25. Juni 2009 um 10:00 Uhr (#)

    War mir nicht so, als wäre MySapce ursprünglich als Musiker-Plattform gestartet, dann aber immer mehr zum “Freunde-Sammel-Dienst” verkommen? Mochte MySpace noch nie. Eine Seite und die laden teilweise extrem langsam, weil sie vollgestopft sind mit Lieblingsmusik und tausenden von animierten “Freunden”. Gruselig. Soll es untergehen. Schade nur um die Arbeitsplätze.

  25. Marcel
    schrieb am 25. Juni 2009 um 10:54 Uhr (#)

    Nein, MySpace war noch nie eine reine Musikerplattform. Ist aber durch die Musikerprofile erst so richtig bekannt geworden.

  26. Martin Spindler
    schrieb am 25. Juni 2009 um 11:15 Uhr (#)

    Naja, Myspace dürfte nicht das erste SN sein, das untergeht (Friendster, anyone?).
    Dass sie den die Trends verschlafen haben, steht glaube ich aber außer Frage. MySpace verliert nicht nur im Bereich der SN massiv an Relevanz, vielmehr auch im sich herauskristallisierten Fokus der Musik.
    Hier bestechen Plattformen wie hypemachine, last.fm et al. durch kontinuierliche Innovation und eine größere Offenheit, die es Musikern um ein vielfaches einfacher machen, ihre Musik zu präsentieren und mit Fans in Kontakt zu treten.
    Gerade die Integration mit anderen Plattformen, die andere Musiknetzwerke prägen, fehlt bei MySpace.

    Bezüglich der klassischen SNs war der Trend zu MySpace’s abstieg ja schön länger ersichtlich. Warum genau die massive Migration zu Facebook erfolgte müsste sicherlich jedoch noch anders geklärt werden. Virtuelle Identitäten und anpassbare Profilseiten genügen IMO zur Erklärung nicht. Könnte es evtl. sein, dass einfach ein gewisser Ermüdungseffekt eingesetzt hat?

  27. Steffen Klaus
    schrieb am 25. Juni 2009 um 11:56 Uhr (#)

    Mir hat MySpace noch nie gefallen.

  28. Lie In The Sound
    schrieb am 25. Juni 2009 um 13:44 Uhr (#)

    Ich glaube dieser Artikel gehört mehr in die Kategorie “Totgesagte leben länger”.

    Wie schon von einigen Kommentatoren vor mir erwähnt, im Musikbereich kann Facebook nicht mithalten. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die Myspace über alles lieben. Diese Spammer gehen auch mir gehörig auf die Nerven und bei vielen Profilseiten bekommt man Augenkrebs.

    Trotzdem: Ich hab ein paar sehr gute Bands auf Myspace entdeckt und für mich ist’s noch immer eine der wichtigsten Infoquellen.

    Brigitte

  29. Joey
    schrieb am 25. Juni 2009 um 13:54 Uhr (#)

    Soziale Netzwerke, online wie offline, leben vom Mehrwert, den es für den Einzelnen hat. Und da hat mySpace zumindest in letzter Zeit einfach nicht mehr punkten können. Zumal es ja nicht an allseits bekannten Alternativen mangelt.

    Es ist aber fraglich, ob der mangelnde Mehrwert tatsächlich nur darin zu sehen ist, das nicht den gängigen Trends gefolgt wurde.
    IMHO liegt es eher auch daran, das dem Gesamtkonzept der letzte Kick fehlte/fehlt und die User in der Vergangenheit nur aus Mangel an Alternativen dort aufgeschlagen sind.

  30. flowsen
    schrieb am 25. Juni 2009 um 17:43 Uhr (#)

    1. gähn
    2. so ein quatsch

  31. Torsten
    schrieb am 25. Juni 2009 um 18:24 Uhr (#)

    in der tat kein social network, sondern eine plattform für kids und musikfans.

    wer zudem alle links als phishing oder spam deklariert, also den netzgedanken zensiert, hat den untergang verdient!

  32. Sven Jan Arndt
    schrieb am 25. Juni 2009 um 20:23 Uhr (#)

    Sehr interessante Analyse. Lustigerweise habe ich gestern hierzu auch mir ein paar Gedanken gemacht und es mir in einem größeren Kontext angeschaut. Es sind m.E. nicht nur die Fehler, die von MySpace gemacht wurden. Es ist m.E. eine notwendige Zwangsläufigkeit. Die Frage ist doch, ob dies nicht bei Twitter auch schon eingesetzt hat und was Facebook machen kann, um dieser Gefahr zu entgehen.

  33. ben_
    schrieb am 26. Juni 2009 um 09:19 Uhr (#)

    Jungs, ich bin wirklich erstaunt, positiv, über die journalistische Vielfalt, die ihr hier bietet. Dass so ein Aritkle neben einem Artikel wie “Facebook und Twitter sind gekommen, um zu bleiben” stehen kann … das nenne ich mal Meinungsfreiheit. Schön, Jungs!

  34. Kleinanzeigen-Report
    schrieb am 26. Juni 2009 um 10:09 Uhr (#)

    Ich denke, daß bei allen SN´s eine Verschlankung einsetzen wird. Das große Universalnetzwerk wird gegen spezialisierte, kleinere Netzwerke verlieren. So sehr Xing sich müht, wird es Business-Netzwerk bleiben und MySpace wird eben noch deutlicher zum “Musiker only” Netzwerk.

  35. Bateman
    schrieb am 27. Juni 2009 um 15:23 Uhr (#)

    Ich nutze auch viele der Social Networks, wie auch MySpace und Facebook. Und das, was SN ausmachen – Interaktion – ist Myspace wirklich die sinn- und zweckfreieste Plattform, die es gibt. Zudem habe ich den Eindruck, dass MySpace auch eher von jüngeren Usern (U18) genutzt wird.

  36. fwolf
    schrieb am 30. Juni 2009 um 13:31 Uhr (#)

    MySpace ist und bleibt KEIN Soziales Netzwerk. Es ist nur eine Selbstdarstellungs-Plattform für Musikacts, bei der man sich u.a. auch “vernetzen”. Unter SOZIALEM Vernetzen verstehe ich allerdings was anderes, z.B. LinkedIn oder Xing (gerne auch die Blogosphäre mit XFN).

    MySpace ist visuell aber immer schon Richtung Geocities.com anno 1998 geglitten, womit man sich bei mir (und vermutlich auch einigen anderen Leuten aus dem IT-Bereich) wahrlich keine Freunde schafft.

    cu, w0lf.

  37. wolfgang
    schrieb am 3. Juli 2009 um 22:05 Uhr (#)

    Das ist der Grundtenor zu dem Thema von sämtlichen Musikern, die ich kenne (auch wenn fast keiner so “mutig” ist).

  38. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 4. Juli 2009 um 11:39 Uhr (#)

    Danke, das sagt eigentlich alles!

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