TweetTunes:
Über welche Musiker spricht das Web?

Aufmerksamkeit ist, was Musiker im digitalen Zeitalter benötigen. TweetTunes analysiert, welche Interpreten die Diskussion im Social Web beherrschen.

TweetTunes
TweetTunes
Die Zeiten, in denen der Erfolg von Musikern an der Anzahl verkaufter Platten gemessen wurde, sind vorbei. Aufmerksamkeit ist die neue Währung. Je häufiger im Netz über einen Interpreten gesprochen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, diese Aufmerksamkeit auf unterschiedlichen Wegen monetarisieren zu können.

TweetTunes ist ein frisch gestartetes Mashup aus Österreich, das sich dem daher immer wichtigeren Musiker-Monitoring im sozialen Netz verschrieben hat. Über die Twitter-API analysiert das Tool im Minutenabstand, wie oft Nutzer des Microbloggingdienstes die Namen bekannter Künstler erwähnt haben, und stellt diese Informationen aggregiert und in Echtzeit als dynamische Topliste dar.

TweetTunes
TweetTunes

Jeder in der Datenbank gespeicherte Interpret hat eine eigene Profilseite, die neben den jüngsten Tweets eine Biografie von Last.fm sowie ein Shop-Widget von Amazon MP3 (mit Preview-Funktion) enthält. Ein Graph visualisiert die Anzahl der Tweets zum jeweiligen Interpreten im Zeitverlauf.

Profilseite eines Interpreten
Profilseite eines Interpreten

TweetTunes ist in seiner jetzigen Form eine nette kleine Applikation, in der noch erhebliches Ausbaupotenzial steckt. Ganz oben auf meiner Wunschliste steht das Monitoring von Songs, nicht nur von Interpreten. Erst dann hätte der Service Chancen, über den Status als kurzweiliger Pausenspaß hinaus zu kommen. Doch dies zu realisieren, dürfte TweetTunes-Macher Hans Kainz einiges an Programmierarbeit abfordern. Während Künstler-Namen recht häufig eindeutig als solche identifizierbar sind, ist dies bei oft generischen Titeln à la “I love you”, “Dance” oder “Crazy” nicht der Fall.

Aus Sicht des Musikfreundes fehlt TweetTunes darüber hinaus eine Möglichkeit, Musik der jeweiligen Künstler direkt und in voller Länge abzuspielen. Am naheliegensten wäre sicherlich eine Integration von YouTube-Videos, was Kainz das lästige Verhandeln mit der Plattenbranche ersparen würde.

Momentan umgibt TweetTunes noch der Hauch eines Hobbyprojektes. Sollte das Tool jedoch um ein Song-Monitoring, direktes Streaming von Titeln sowie verschiedenen Chart-Kategorien ergänzt werden, könnte auf diese Weise schnell ein ernstzunehmer Echtzeit-Chartservice entstehen, der Usern rund um den Globus auf einen Blick verrät, welche Songs und Bands gerade die Diskussionen im sozialen Web bestimmen.

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6 Kommentare

  1. Marco
    schrieb am 17. Juni 2009 um 18:51 Uhr (#)

    Erstmal: Es ist kein Projekt aus Deutschland. Der Macher ist doch ein Österreicher, oder? ;)
    Die Seite gefällt mir sehr gut. Gute Idee. Gute Umsetzung!

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 17. Juni 2009 um 21:05 Uhr (#)

    Danke für den Hinweis.

  3. André Luce
    schrieb am 18. Juni 2009 um 14:21 Uhr (#)

    Bereits online und voll funktionsfähig sind http://wearehunted.com (ganzheitlicher Ansatz! – “blogs, social networks like Facebook and MySpace, message boards and forums, Twitter and P2P networks” – leider keine genauere Angaben) bzw. http://wearehunted.com/twitter wenn man nur Twitter will.

  4. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 18. Juni 2009 um 15:21 Uhr (#)

    Cool, ich wusste doch, dass mir schon mal ein ähnlicher Service untergekommen ist. Danke.

    Allerdings fehlt We are hunted in der Twitter-Version ein bisschen das “twittrige”. So erfährt man nicht, wie häufig über einen Song getwittert wurde, und auch aktuelle Tweets werden nicht angezeigt. Auch der Dienst ist noch stark ausbaufähig.

  5. André Luce
    schrieb am 18. Juni 2009 um 16:19 Uhr (#)

    Ja, das mit den Verläufen ist eine schöne Ansicht bei Tweettunes, die den
    Insgesamt fehlt bei wearehunted eine genauere Angabe darüber wie die Charts zustande kommen.
    Erstaunlich ist, dass schon bei den “Wochencharts” all time favorites von zb Radiohead in den Top 10 sind, die schon einige Jahre alt sind.
    Was ich mir in Bezug auf die Twittervariante noch wünschen würde, wäre eine Anzeige wie “wer über diesen Künstler X spricht, zwitschert auch über diesen Künstler Y” incl. Berücksichtigung der Häufigkeiten von Kombinationen. Das wäre Netzwert à la last.fm.

  6. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 18. Juni 2009 um 16:35 Uhr (#)

    Ich nehme an, Hans Kainz liest mit und nimmt sich deine Anregungen zu Herzen ;)

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