Gerichtsurteil:
StudiVZ gewinnt gegen Facebook

Facebook ist mit seiner Klage gegen studiVZ wegen Diebstahl geistigen Eigentums vor dem Landgericht Köln gescheitert.

Facebook ist mit seiner Klage gegen studiVZ wegen Diebstahl geistigen Eigentums vor dem Landgericht Köln gescheitert. Facebook wirft studiVZ vor, Quellcode und grundsätzliches Design kopiert zu haben. studiVZ benutzte intern im Code unter anderem den Begriff “Fakebook” baute im Grunde das alte Facebook mit einem Unterschied nach: man ersetzte bei der Farbgebung Blau mit Rot ( siehe hierzu unseren Artikel vom letzten Jahr).

Golem fasst das Urteil zusammen:

Das Landgericht Köln konnte “trotz nicht zu übersehender Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten der beiden Internetseiten” keine unlautere Nachahmung erkennen (Aktenzeichen: 33 O 374/08). Denn es fehle an einer Herkunftstäuschung. Sprich: StudiVZ versuche nicht, Verbrauchern vorzuspielen, sie befänden sich bei Facebook. Ein entscheidender Faktor sei dabei, dass beim Start des deutschen Netzwerks im November 2005 Facebook hierzulande gar nicht bekannt gewesen sei. Erst mit seiner deutschen Version, die im März vergangenen Jahres online ging, richte sich der Dienst explizit auch an Nutzer in Deutschland.

Hier rächt sich für Facebook ein Fehler, den viele US-Startups gemacht haben: Sie haben zu lang die Märkte außerhalb der USA ignoriert. Langfristig schlecht für die US-Startups, aber gut für lokale Startups, die oft technisch unterlegen waren.

Facebooks Klage in den USA läuft noch. Noch ist offen, ob Facebook in Deutschland in die nächste Instanz geht.

Die Feststellungsklage, die StudiVZ vor dem Landgericht Stuttgart gegen Facebook eingereicht hatte, “sei mit diesem Urteil obsolet”, sagte StudiVZ-Chef Markus Berger-de León gegenüber der FAZ.

Facebook ist mit aktuell 225 Millionen aktiven Mitgliedern das größte Social Network der Welt. StudiVZ kommt mit seinen Schwester-Netzwerken schuelerVZ und meinVZ auf insgesamt 12,9 Millionen registrierte Nutzer.

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5 Kommentare

  1. Maller
    schrieb am 16. Juni 2009 um 18:43 Uhr (#)

    Es gibt kein “geistiges Eigentum”. Das sagt ihr doch selbst immer wieder.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 16. Juni 2009 um 18:54 Uhr (#)

    @Maller:
    Das Prinzip gibt es schon. Man sollte nur “Eigentum” in dem Zusammenhang nicht zu wörtlich nehmen. Hat aber mit der Klage relativ wenig zu tun.

  3. nastorseriessix
    schrieb am 16. Juni 2009 um 19:19 Uhr (#)

    Gut das die Amerikaner jetzt die Quittung für ihr Handeln bekommen, richtig so.

  4. steffan
    schrieb am 17. Juni 2009 um 07:06 Uhr (#)

    Ich dachte, studivz enthält identische html seiten und auch der gründer hatte doch mal zugegeben, “warum produzieren, wenn`s vorliegt”. So habe ich das jedenfalls aus den letzten Artikeln hier herausgelesen. Waren da nun jetzt die Richter blind oder alle User und Blogschreiber? Ich bin mir sicher, wenn es wirklich so ist, dass scripte einfach so kopiert wurden, dann wird es auch zu einer weiteren Runde kommen. Facebook hat das Geld dafür.

    Und zu sagen, 2005 kannte noch niemand Facebook ist schon naiv. Vielleicht der Herr Richter nicht.

    Ich finde manche Artikel daher wieder typisch “deutsch” – man hat wieder mal geschafft, jemand über`s Ohr zu hauen.

    Es ist doch auch offensichtlich: als langsam aufflog, dass svz kopiert, wurde die Plattform nicht großartig weiterentwickelt. Eigene Ideen und Knowhow hatte man nicht und weiter zu kopieren, dafür war es gefährlich.
    Also dümpelt diese deutsche unterentwickelte Plattform nur so dahin … bis sie eines tages aus geldmangel abgeschaltet wird. Oder denkt ihr, dass in svz jemand geld pumpt?

    15 Uhr kommt die Erlösung!

  5. Frank Stratmann (xingtrainer)
    schrieb am 17. Juni 2009 um 15:30 Uhr (#)

    Na dann warten wir mal weiter ab. Bin gespannt, wie sich das auf die einzelnen Marken auswirkt, ob die Akzeptanz von Facebook in Deutschland steigt und ob LinkedIn XING langfristig bei dem Punkt Identität für das deutsche Business Publikum den Rang ablaufen kann?
    In jedem Fall lohnt es sich, mal bei XING vorbeizuschauen.

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