Nachrichtengeschäft im Internet:
Warum Bezahlinhalte
nicht funktionieren

Für Nachrichten online direkt zu kassieren, ergibt keinen Sinn. Die Forderung danach ignoriert sämtliche Dynamiken des Internets. Die Debatten über Bezahlinhalte als Rettung für den Journalismus sind Zeitverschwendung.

Konkurrenz und Preisbildung..

Konkurrenz und Preisbildung..

Immer wieder, wenn über über die fehlenden Einnahmen journalistischer Angebote geredet wird, gibt es den einen oder anderen, der den Vorschlag macht, für die Nachrichten doch einfach Geld zu verlangen. Die Online-Medienangebote der etablierten Medien in ihren aktuellen Inkarnationen blenden die Implikationen des Medienwandels komplett aus. Jedes große Medienangebot hierzulande wie über dem großen Teich funktioniert immer noch nach dem alten Portalprinzip. Das führt offensichtlich nicht zum Erfolg. Die Annahme, es würde mit einem höheren Preis besser funktionieren, ist falsch.

Beantwortet wird dabei oft nicht, warum die Leser bezahlen sollen. Die Angebote sind oft austauschbar, was man leicht anhand einer Google-News-Suche selbst feststellen kann. Diese Tatsache und die eigenen Dynamiken des Online-Nachrichtengeschäfts führen zu Nachteilen für Paid Content, die selbiges ökonomisch unsinnig machen. Nicht umsonst hat nahezu jeder Verlag, der einst Bezahlangebote online anbot, diese irgendwann wieder fallen gelassen.

Die Folgen von Nachrichten hinter der Bezahlwand für den Anbieter:

1. Keine Suchzugriffe

Wer seine Inhalte erst hinter einer Bezahlwand zugänglich macht, schließt die Suchmaschinen aus. Dabei ist besonders Google wichtig für die Zugriffe auf jedes Medienangebot, egal ob Online-Tageszeitung oder Blog. Update: Wie in den Kommentaren darauf hingewiesen wurde, bietet Google ein Programm an, mit dem man Bezahlinhalte indizieren und über Google zugänglich machen kann. Fehlen dann aber immer noch die übrigen Suchmaschinen. /Update

2. Kein Sharing

Inhalte, die erst nach Bezahlung zugänglich sind, werden nicht von den Lesern im Web verteilt. Dabei ist das Sharing, das Verteilen und Verbreiten der Inhalte direkt von den Lesern wichtig und wird immer wichtiger. Social Media als Traffic-Lieferant wird immer wichtiger.

Nachrichten allein sind nicht so wichtig für die Leute. Sie wollen außerdem in der Lage sein, diese Nachrichten verbreiten zu können. Nimm ihnen diese Möglichkeit, und du verringerst den Wert deiner Inhalte.

3. Außerhalb der globalen Diskussion

Bezahl-Inhalte sind von der globalen Diskussion ausgeschlossen. Keine Links von Blogs, kein Weiterverbreiten von Lesern, keine Indizierung durch Google und co. Wer soll die Inhalte finden? Wer soll sie konsumieren? Nicht nur fehlen die Links zu den einzelnen Artikeln und die Weiterverbreitung durch die eigenen Leser, auch fehlen langfristig Links auf das Angebot selbst. Je mehr Google-Juice verloren geht, desto mehr verschwindet das Angebot in der Bedeutungslosigkeit.

4. Kein Wachstum

Die ersten drei genannten Auswirkungen führen direkt zu Nummer vier:

Keine neuen Leser, kein Wachstum. Wer für seine Inhalte Geld verlangt, wird in der Regel nicht mehr wachsen und auf dem Status Quo hängen bleiben. Wer mir nicht glaubt, kann den sehr interessanten Erfahrungsbericht von Cecil Adams von Straight Dope lesen. Wie sollen auch neue Leser von den Angeboten hören? Und wenn sie davon hören, wie sollen sie wissen, dass das Angebot es wert wäre, dafür zu bezahlen? Und wenn es das für sich selbst wäre, was nützt es ihnen, wenn sie es nicht mit ihren Freunden online teilen können?

Schlimmer noch als eigenes Null-Wachstum ist folgendes: Wer für seine Inhalte Geld verlangt, schließt sich selbst vom Markt aus und öffnet seinen Konkurrenten Tür und Tor.


Die üblichen Einwände:

Es funktioniert beim Wall Street Journal!

Es gibt Ausnahmen, bei denen Bezahlinhalte funktionieren. Das Wall Street Journal (WSJ) gehört dazu. Es bietet zum einen wichtige, geschäftsrelevante Informationen, die oft kein anderer Konkurrent anbietet, zum anderen handelt es sich um Informationen, die die Konsumenten natürlich nicht mit anderen teilen wollen.

Vom WSJ auf die New York Times, die FAZ oder die SZ zu extrapolieren und zu behaupten, diese können doch auch für ihre Inhalte Geld verlangen weil die Leute für das WSJ bezahlen, ignoriert komplett die verschiedenen Ausgangslagen:

NYT, FAZ und co. sind zwar auch im Nachrichtengeschäft. Ihre Situation hängt aber von den oben besprochenen Faktoren ab und ist damit grundsätzlich anders als die des WSJ (und selbst das WSJ kann langfristig in Bedrängnis geraten, wenn Konkurrenten einen Weg finden, vergleichbare Informationen kostendeckend ohne Bezahlung zur Verfügung zu stellen).

Was das WSJ zeigt ist, dass man durchaus Inhalte finden kann, für die man Geld verlangen kann. Reguläre Nachrichten und Kolumnen (wie etwa beim vor einiger Zeit wieder aufgegebenen New York Times Select) gehören nicht dazu.

Als Faustregel: Alles, was davon profitiert, wenn Menschen darüber reden, diskutieren und es verbreiten wollen, wird durch direkte Bezahlung online abgewertet.


Menschen bezahlen für Qualität, oder?

Oft hört man das Argument, dass man nur Qualität anbieten muss, dann werden die Konsumenten auch bezahlen. Heutige Angebote seien eben minderwertig, dafür wolle niemand bezahlen.

Der erste Fehler dabei: ‘Qualität’ ist keine absolute Größe. Abgesehen davon, dass es eine subjektive und nicht quantifizierbare Größe ist, ist Qualität eine relative Aussage.

Was heißt das? Qualität wird immer im Verhältnis gesehen. Qualitativ hochwertig ist, wenn etwas ‘besser’ als das Konkurrenzangebot ist.

Bei der Milchmädchenrechnung “Menschen bezahlen für Qualität” im Zusammenhang mit Online-Nachrichten wird nun komplett die Konkurrenzsituation im Netz ausgeblendet. Denn in dem Moment, in dem ein Konkurrent ein qualitativ ebenbürtiges Angebot kostenlos zugänglich anbietet, hat der Anbieter mit den Bezahlinhalten verloren. Für reguläre Nachrichten, Meinungen und selbst Analysen wie man sie auf netzwertig.com findet, wird es immer Anbieter geben, die diese kostenlos anbieten.

Anders ausgedrückt: Je mehr Medienangebote für ihre Nachrichten Geld verlangen würden, desto größer und verlockender wird der Markt für einen kostenfreien Zugang zu den Nachrichten.

Verlangen mit einem Mal alle Online-Angebote außer SPON in Deutschland Geld für ihre Inhalte, könnte man in der SPON-Kantine vor Lachen keinen Happen mehr essen.

Solang es einen Anbieter gibt, der seine Nachrichten kostenfrei anbietet, lohnt es sich für niemanden, dafür Geld zu verlangen. Und es wird immer einen geben.

Aber was ist nun mit investigativen Geschichten? Werden die Menschen nicht für Reportagen, für Exklusives, für das Aufdecken von Missständen bezahlen?

Hier ist das Problem: Je interessanter, je wichtiger, je welterschütternder eine Nachricht ist, desto mehr drängt diese auf maximale Verbreitung. Wenn lokale Tageszeitung XY hinter ihrer Paywall über Schmierungen des Oberbürgermeisters berichtet, ist die konkurrierende lokale Tageszeitung 08/15 dann nicht verpflichtet, zumindest den groben Sachverhalt zu berichten?

Würde die SZ einen weiteren Bahn-Skandal aufdecken, den Artikel online aber nur gegen Bezahlung zugänglich machen, hätte tagesschau.de dann kein Recht darauf, darüber zu berichten?

Das ist sozusagen das journalistische Äquivalent zum Nachrichtenverbreitenwollen der Leser (selbiges kommt hier ebenfalls noch dazu).

Und wenn alle anderen über diese Entdeckungen berichten, bekommen die die Aufmerksamkeit, die frei zugänglich sind. Sollte man dann seine investigativen Errungenschaften nicht auch gleich zugänglich machen, um die entsprechende Öffentlichkeit für die eigene Arbeit zu erhalten?

Und damit schließt sich der Kreis.

Je wichtiger eine Information für die Allgemeinheit, desto freier will sie sein. Das hat nichts mit Ideologie zu tun. Das ist simple, ökonomische Realität.

Und wenn sich alle zusammenschließen und gleichzeitig dicht machen?

Was aber nun, wenn alle Verlage sich an einen Tisch setzen und gemeinsam beschließen, die Türen zu schließen und für die eigenen Inhalte Geld zu verlangen? Das Kartellrecht hätte da sicher etwas mitzureden. Aber nehmen wir an, die Regierung ändert das Kartellrecht speziell für Verlage, damit sie online ihre eigenen Preise setzen können (was zwar absurd, aber nicht unwahrscheinlich ist).

Es reicht ein Verlag, beziehungsweise ein Anbieter, der dem hypothetischen Paywall-Konsortium nicht beitritt und seine Nachrichten weiterhin kostenlos anbietet. Wachstumsraten in ungeahnten Größenordnungen wären ihm sicher. Größenordnungen, die eine Refinanzierung ermöglichen würden. Die Gründe dafür findet man oben. Immerhin wäre dieses Angebot innerhalb kürzester Zeit das größte seiner Art, und damit sehr attraktiv für die Werbetreibenden. Dass so ein Zusammenschluss nicht funktionieren würde, lässt sich auch mit dem guten alten Spieltheorie-Prinzip des Gefangenendilemmas erklären: Selbst unter der Annahme, dass nur die wenigen großen Anbieter eine Rolle online spielen, kann so eine Übereinkunft nicht funktionieren, weil der einzelne, der aus der Rolle tanzt sich immer besser stellt.

Von Blogs als Konkurrenten haben wir in diesem Zusammenhang noch gar nicht gesprochen. Die Betreiber von professionellen Blogs und anderen Online-Medienangeboten, die nicht zu den großen etablierten Verlagen gehören, die ihre Printerzeugnisse in das Internet 1:1 übertragen wollen, hätten mit einem sich vom Markt ausschliessenden Bezahl-Konsortium die Zeit ihres Lebens.

Fazit

Natürlich müssen Nachrichtenangebote auch online für etwas Geld verlangen. Die entscheidende Frage ist nur, wofür. Für den Zugang zu den Nachrichten selbst Geld zu verlangen, ist keine gute Idee. Es ergibt ökonomisch keinen Sinn.

Die Debatten über Bezahlinhalte als Rettung für den Journalismus sind Zeitverschwendung.

(Foto: fontplaydotcom; CC-Lizenz)

 

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47 Kommentare

  1. So soll der bezahlte Inhalt auch meistens in der Argumentationskette für die sinkenden Umsätze aus dem Druckbereich herhalten. Hierbei wird folgendes vergessen: Die gleichen Umsätze werden online nicht entstehen, da die Kostenbasis eine vollkommen andere ist. Wenn Einkommen durch Nutzerwechsel zum Onlinemedium wegfällt, schrumpfen aber die Ausgaben nicht proportional, da vor allem bei Druck und Verteilung unvorstellbar hohe Fixkosten lauern. Deswegen sind sowohl in Musik- als auch Journalismusindustrie die bejammerten sinkenden Umsätze einfach Teil der medialen Verlagerung. Die echten (direkten) Deckungsbeiträge wären dabei für beide Industrien auch online vollkommen erträglich. Diese Vorteile müssen jetzt Unternehmen ausspielen, die sich vollkommen auf online konzentrieren.
    Schumpeter würde sagen: Pech gehabt, Creative Distruction.

  2. Gute Ergänzung, Philipp!

  3. Ich stimme dir weitgehend zu. Geld für “Nachrichten” im Sinne von News, also Informationen über bestimmte Ereignisse oder Entwicklungen zu verlangen, macht online sehr wenig Sinn. Wird der Nachrichtenbegriff allerdings ausgedehnt, um auch Analysen (dazu gehören z.B. auch Kommentare) zu umfassen, dann bin ich mir nicht mehr so sicher. Auch bei diesen Inhalten gibt es gewichtige Gründe, die gegen eine Paywall sprechen. Aber in gewissen Fällen – wenn es sich um spezifische, d.h. für die Allgemeinheit nicht, aber eine bestimmte Zielgruppe sehr relevante Information handelt, dann könnte ich mir gut vorstellen, dass eine Zahlungsbereitschaft vorhanden ist.

  4. “Natürlich müssen Nachrichtenangebote auch online für etwas Geld verlangen. Die entscheidende Frage ist nur, wofür.”

    Na, dann beschäftigt Euch doch mal mit dieser Frage! Stattdessen immer das gleiche Wiederkäuen bereits hundertmal gelesener Thesen.

  5. @Mark S:
    Wenn diese Thesen im deutschsprachigen Raum “hundertmal wiedergekäut” wären, würde man nicht die Debatten führen, die eben geführt werden.

  6. Was ist den mit der GEZ die Geld dafür nimmt/nehmen will das man einen Computer hat und damit auf Inhalte der Öffentlich-Rechtlichen zugreifft? Das ist doch eigentlich fast genau das, worum es hier geht, oder?

  7. Hallo,

    Geld verlangen kann man für Zusatzleistungen, die einfache RSS-Feeds oder andere kostenfreie Quellen nicht bieten (s.o.).
    Dies könnte meiner Meinung nach folgendes sein:
    o komprimierte Aufbereitung von News aus verschiedensten Quellen zum schnelleres Erfassen für den Leser (für Zeitersparnis zahlt jeder gern) in der gewünschten Medienart

    o Zusatzinformationen von Fachleuten von diesem speziellen Bereich, die eigentlich / normalerweise nicht direkt zugänglich sind

    o Kommentare oder auch weiterführende Blogartikel als Ausschnitte zu der entsprechenden News. Auch das spart Zeit, nicht auf unnötige Links zu Klicken zu müssen.

    Ob solche Aufbereitungen maschinell erfolgen können? Ob eine ‘menschliche’ Aufbereitung so langsam ist, dass sie durch die Schnelligkeit der News überholt wird?

    Gruß,

    Stefan
    http://eine-minute.de

  8. Die Zeitungen verdienen auch offline Geld mit Werbung, editorial Content, Placements, Anzeigenbörsen und vielen mehr. Viele kleineren werden zwangsläufig verschwinden, bzw. nur noch als Marken in Konglomeraten bestehen. Es gibt kein Geschäftsmodell, dass die Zeitungen retten wird, dass den Verlagshäusern das Überleben einfach macht und die Zukunft ohne starke Einschnitte sichert. Die Verlage (auch kleinere) die mittlerweile auf den Medienwandel setzen, sind zwar besser aufgestellt, aber nicht sicher. Daran wird sich leider nichts ändern, auch nicht weil es auf einmal Twitter, RSS und Ecommerce gibt. Fakt ist jedoch, dass es keinen Sinn macht, das alte Modell zu “bail-outen” oder mit obskuren Gesetzen zu schützen und so weiter zu machen wie bisher.
    Die einzige Lösung bleibt also für die Anbieter der Medien von heute, sich über den Status Quo und die sich entwickelnde Zukunft bewusst zu werden und dementsprechend zu handeln: Gesundschrumpfen, im richtigen Moment nach Online wechseln und sich bereits heute langfristig auf diese Veränderungen vorzubereiten.

  9. Mit allgemeinen News, bei denen es letztlich keine Rolle spielt, aus welcher von hundert Quellen man sich informiert, wird man hinter einer Paywall verhungern.

    Kommentare, Analysen oder beispielsweise Serviceinformationen (und schon mit gut aufbereiteten Background-Infos angereicherte News) sind dagegen nicht so austauschbar wie reine Berichte darüber, was irgendwo irgendwem passiert ist.

    Dafür lässt sich meiner Ansicht nach grundsätzlich Geld nehmen.

    Das Problem, dass diejenigen profitieren, die sich nicht an “die Regeln” halten, gibt es in vielen Bereichen des Lebens. Wer illegal Elefanten des Elfenbeins wegen schießt, profitiert auch von den hohen Preisen durch entsprechende Verbote.

    Oder noch besser: Wer seine Mitarbeiter ausbeutet und so niedrigere Preise für sein Produkt am Markt verlangen kann, hat einen Wettbewerbsvorteil. Und Ländern, die sich dem Klimaschutz verweigern, haben auf dem Weltmarkt ebenfalls einen Vorteil, um noch ein Beispiel zu nennen.

    Das ist insofern relevant, als es ganz bestimmt eine Menge (längst nicht alle) Menschen gibt, die sogar freiwillig für eine elektronisch verbreitete Zeitung (den Begriff wähle ich mal in Bezug auf E-Book-Reader) Geld zahlen würden. Am meisten verspreche ich mir von E-Book-Readern für 1 €, bei denen das Zeitungsabo bei Monatsgebühren von 20 € schon mit drin ist.

    Was die Zeitungsbranche benötigt, ist eine einheitliches System, keine Alleingänge. Ansätze, die gegen Bezahlung den Zugang zu mehreren Zeitungsangeboten ermöglichen, gehen in die richtige Richtung.

    Im Idealfall gibt es für einen monatlichen Abo-Betrag Zugang zu “sämtlichen” Zeitungen. Wie hier schon des Öfteren richtig dargestellt wurde, enstehen durch digitale Kopien eines Produkts keine relevanten Kosten.

    Also könnte der Abonnent für seine Abogebühr auch Zugang zu “sämtlichen” Zeitungen erhalten. Er wird die Verlage nicht “arm lesen”. Wichtig wäre nur, eine gewisse Auswertung vorzunehmen, mit welchen Inhalten er sich beschäftigt. Dann würden die Erlöse entsprechend verteilt werden.

    Das Internet ist jetzt einen entscheidenden Schritt weiter als noch vor zwei Jahren: Single-Sign-On-Systeme könnten die Lösung sein.

    Die Verlage müssten nicht einmal ein eigenes Abo-Zugangs-System errichten, sondern sie könnten einfach mit den bestehenden Single-Sign-On-Systemen eine Lösung entwickeln.

    Deren Zahl ist übersichtlich. Der User müsste sich also nicht bei 30 Zeitungen registrieren, sondern vermutlich würde es reichen, bei einem einzigen einen Account zu haben. Wer mit Kreditkarte zahlen möchte, muss ja auch nicht ein Dutzend verschiedener Plastikkarten in der Tasche haben. Die größten Karten werden fast überall akzeptiert, wo Kartenzahlung möglich ist.

    Mein Vorschlag: Facebook sollte da mal mit MasterCard oder Visa eine Lösung entwickeln, die sie den Medienunternehmen anbieten können.

  10. Eine Anmerkung zu Punkt 1 “Keine Suchzugriffe”: es ist durchaus möglich, Paid content auch den Robots der relevanten Suchmaschinen (ist ja eine relativ überschaubare Zahl) zugänglich zu machen, wie die großen wissenschaftlichen Verlage zeigen. In den Suchergebnissen von Google tauchen jedenfalls bei geeigneten Stichwörtern oft auch Ergebnisse aus den Archiven von Springer, Elsevier und Konsorten auf, von denen man dann aber nur ein Abstract zu sehen bekommt.

    Wie das technisch funktioniert weiß ich nicht; möglich wäre z.B. Whitelisting der von den Such-Robots benutzten IP-Subnetze oder eine direkte Absprache zwischen Suchmaschinenbetreiber und Content-Anbieter bzgl. Datenaustausch.

  11. Die Thesen gelten fast analog für Softwareprodukte.

    Heute gibt es zu fast jedem Thema eine kostenlose OpenSource-Lösung. Dennoch kann man mit OpenSource Geld verdienen: Beratung, Wartung, Schulung, Hosting.

    Man sieht, dass Geld letztlich mit der Individualisierung bzw. den speziellen Kundenwünschen verdient wird. Übertragen auf (reine) News könnte ich mir vorstellen für einen digitalen Aggregator zu bezahlen. Wenn dieser mir alle FÜR MICH relevanten Nachrichten, Blogs und Analysen – möglichst komprimiert – täglich / wöchentlich liefert, dann würde ich dafür zahlen. In dem Fall bezahle ich für die Zeitersparnis, nicht für den Inhalt selbst. Wie dann die Kohle unter den Contentlieferanten aufgeteilt würde, wäre mir egal.

  12. Ebenfalls zu Punkt 1 (“Keine Suchzugriffe”) und eine Ergaenzung zum Kommentar von @sphere Google’s First Click Free for Web Search

  13. 100 Prozent Zustimmung. Weil es thematisch gut passt und ich auch schon eine Menge dazu geschrieben habe, verzichte ich heute mal auf einen inhaltlichen Kommentar, sondern verweise auf meinen Beitrag:

    10 Strategien für den Journalismus 2.0

  14. wiedermal ein herzliches danke für die kompetente und sachliche aufdröselung dieser komplexen welt 2.0.

  15. Einen sehr interessanten Ansatz verfolgt z.B. «Spot.us»: Statt für fertige Artikel bezahlen die User für die Arbeit von Journalisten, die Themen recherchieren und darüber schreiben. Die Sache funktioniert nach dem Crowdsourcing-Prinzip: Jeder kann Themen vorschlagen, und wenn für ein Thema genügend Geld zusammenkommt, wird ein Journalist darauf angesetzt. In die gleiche Richtung zielt auch der «Research Fund», den Arianna Huffington kürzlich gegründet hat.

  16. Komisch finde ich immer die Annahme, dass Online-Content keine Kosten verursacht. Das stimmt nicht. Sicher ist online billiger als Print, aber umsonst ist Online-Content gerade für große Verlagshäuser nicht. Über belastbare Zahlen hierzu würde ich mich freuen.

  17. @nastorseriessix:
    Eine Flatrate für Nachrichten? Ich weiß nicht. Halte ich für keine gute Idee. Die Verteilung wäre, vorsichtig ausgedrückt, schwierig. Weiterhin: Zwangsabgabe? Wer bekommt was ab (zB auch professionelle Blogs wie dieses?)? Wie verändern sich die Anreize bei einem festen, zu verteilenden Kuchen? etc. etc. etc.
    Nee, das sehe ich nicht als Lösung.

    @Stefan & @sphere:
    Ja, das löst das Problem mit den Suchzugriffen. Aber das ist ja nur ein von vielen Feldern. Was passiert, wenn Social Media als Trafficlieferant die Suche übeflügelt? Links von Twitter, FAcebook und co. öffnen? Dann kann man das mit der Bezahlung auch gleich bleiben lassen.

    @Oliver Springer:
    Die NYT hat die wohl besten Kolumnisten der USA. Times Select mit den Kolumnen hinter der Paywall hat trotzdem nicht funktioniert und wurde wieder aufgegeben.

    “Das Problem, dass diejenigen profitieren, die sich nicht an “die Regeln” halten, gibt es in vielen Bereichen des Lebens.”

    Welche “Regeln” meinst denn Du?

    “Im Idealfall gibt es für einen monatlichen Abo-Betrag Zugang zu “sämtlichen” Zeitungen”

    Das große Medienangebot, das da nicht mitmacht, gewinnt. Oder ein neues Startup im Nachrichtenbereich. Gibt ja keine Konkurrenz dann mehr.

    @RH:
    Stimmt, da ist was dran. Wobei auch da bleibt: Sobald jemand das Gleiche kostenlos anbieten und querfinanzieren kann, ist es vorbei. Man sollte sich nicht auf direkte Bezahlung versteifen.

    @Ulrike Langer:
    Danke für den Link.

    @Bugsierer:
    :)

    @Daniel Gremli:
    Stimmt, spot.us ist ein interessanter Ansatz und könnte einer von vielen sein, die in Zukunft funktionieren.

    @Wolfgang:
    Zeige mir bitte, wo behauptet wird, dass Online-Content keine Kosten verursacht.

  18. Das ist gut möglich und auch meine Meinung. Das ändert aber nichts daran, dass Punkt 1 in deiner Liste (Kernaussage: Suchmaschinen werden ausgeschlossen) nicht richtig ist. Eine Ergänzung/Korrektur deines Artikels wäre daher angebracht.

  19. @ Marcel:
    Ich bediene mich mal beim ersten Kommentar zu diesem Beitrag:

    “Hierbei wird folgendes vergessen: Die gleichen Umsätze werden online nicht entstehen, da die Kostenbasis eine vollkommen andere ist. Wenn Einkommen durch Nutzerwechsel zum Onlinemedium wegfällt, schrumpfen aber die Ausgaben nicht proportional, da vor allem bei Druck und Verteilung unvorstellbar hohe Fixkosten lauern.”

    Sorry, aber ich habe keine Lust das gleiche aus irgendwelchen Netzwertig-Artikeln rauszufischen (und ich kann mich errinnern, dass dieser Punkt hier immer wieder aufgegriffen wird).

    Wie gesagt: Über belastbare Zahlen würde ich mich freuen.

  20. @Stefan F:
    Stimmt, ist hinzugefügt.

    @Wolfgang:
    Öh, Du hast Dich in Deinem ersten Kommentar auf einen anderen Kommentar bezogen? Dann hättest Du darauf hinweisen können.
    Davon abgesehen: Eine “vollkommen andere Kostenbasis” ist nicht gleich “gar keine Kosten”.

    Was Dein Vorwurf gegenüber netzwertig.com angeht: Wir haben nie behauptet, das Produzieren von Inhalten würde nichts kosten. Entweder Du verweist auf Beispiele, die Deiner Meinung nach etwas anderes sagen oder mache nicht solche Aussagen. Irgendetwas behaupten und es dann nicht nachweisen, kann jeder.

  21. Wie könnte dann die Lösung aussehen? Wie sollen Online Medien Geld verdienen? Wie sieht das bei blogwerk aus? Könnt ihr mit Werbebanner eure Ausgaben decken?

  22. Guter Artikel,

    es gibt sogar Ansätze, wo man vielleicht bereit wäre, diese zu zahlen. Da lassen die Verlage aber anscheinend nicht mit sich reden.

    Ich wäre bereit, als Bsp. 5 Euro monatlich für meine lokale Tageszeitung online auszugeben. Momentan soll ich aber 3/4 des normalen Abos zahlen, bei wesentlich niedrigeren Verteilungskosten… So wird das nichts. So lese ich nur die öffentlichen Artikel, die Schreibe ist meist sowieso bescheiden, das können die meisten Blogger besser, redigiert wird bei den Profis wohl auch nicht mehr.

  23. Du unterscheidest in der Überschrift nicht sauber zwischen Bezahlinhalten und Bezahlen für Nachrichten.

    Ein Journalist einer guten Tageszeitung hätte es vielleicht getan. Ich habe auf den Link geklickt und angefangen den Artikel zu lesen und festgestellt, dass die Überschrift mich in die Irre geführt hat und meine Zeit verschwendet hat.

    Im kostenlosen Netz muss der Blogger für den Linkbait reißerischer schreiben, als der Inhalt eigentlich ist. Es wird so kommen wie du sagst. Aber gleichzeitig werden die Inhalt von der Qualität her abnehmen, damit mehr Leser kommen – das sieht man ja auch schön an den Online-Ausgaben britischer Zeitungen.

    Meine Vermutung daher ist, dass die Tageszeitungen sterben, sich aber ein paar guten monatliche Print-Magazine mit Hintergrundartikel halten werden können.

    Das alles nur unter der Annahme, dass der Kindle mit Abofunktion sich nicht durchsetzt.
    Der könnte nämlich die Sache gehörig ändern…

  24. @Wolfgang: ich habe mit “vollkommen andere Kostenbasis” vor allem auf die Druck- und Verteilungskosten hingewiesen, die bei einem reinen online-Angebot wegfallen. Daher habe ich auch auf die “Umsätze” verwiesen, die selbstverständlich geringer werden, dennoch die Kosten möglicherweise tragen können.

  25. @Sandra:
    Definiere bitte den Unterschied zwischen Bezahlinhalten und ‘Bezahlen für Nachrichten’.

  26. Die Spirale dreht sich nach unten. Thorsten beispielsweise sagt weiter oben. “Ich bin bereit 5 Euro monatlich für meine Lokale Tageszeitung auszugeben”, kritisiert aber gleichzeitig, dass die Tageszeitung schlecht redigiert ist. Man kann nicht beides haben.

    Letzte Woche wurden in Italien die komprimierenden Bilder Berlusconis veröffentlich. Eine scharfe Kritik an den Machenschaften der Regierung. Wer hat sie veröffentlicht. Blogger? Nein. Twitters? Nein. Ein News-Online-Portal? Nein. Facebook und Co? Nein. Veröffentlich hat es eine ganz normale, altbackene, vom aussterben bedrohte Tageszeitung.
    Die Meldung wurde danach von allen Online-Medien übernommen, aber der Ursprung war eine Tageszeitung.

    Was will ich damit sagen? Irgendwer muss zuerst sein. Irgendwer muss die Geschichte recherchieren, muss die Kontakte haben. Recherche bedeutet einen Zeitaufwand und Kosten, aber unter Umständen kein Resultat.
    Frage: Würde ein netzwertig-Schreiber 2 Wochen a 5 Tage a 8 Stunden investieren um einer “grossen web2.0-Geschichte” nachzugehen, nur um rauszufinden, dass es dann doch nix geworden ist? Würde er das? und wer würde das bezahlen?

    Es ist einfach, über einen Autounfall/Apples Keynote/Filmpremiere/ etc. zu berichten, aber wirklicher Journalismus kostet Geld. Der Bahn-Skandal über den die SZ schrieb kam auch nicht von einem “coolen-gratis-Blogger”..

    Man kann nicht immer weniger bezahlen wollen und mehr dafür erhalten.

    Oder wie es mein Kumpel, ein Gastronom, letztens gesagt hat. “Es ist cool, dass das Obst bei Lidl so billig ist – leider verdient dadurch die Kassiererin so wenig, dass sie es sich nie leisten kann in meinem Restaurant zu essen” …

  27. Beim Lesen dieses Artikels drängt sich mir die Frage auf, ob sich die Lektüre des Verfassers auf Inhalte von Bild & co beschränkt :P Klar wird es schwierig für die Meldung eines Flugzeugabsturzes online 1 Euro zu verlangen, darum geht es ja nicht. Solch Boulevard Zeugs wird ja auch schon im Print gratis verteilt. Bei uns in der ch zumindest, 20Minuten (gratis Tageszeitung) hat dem Marktführer Blick raz faz die Leser geklaut und hat auch eine der am meist besuchtesten Site der Schweiz.
    Tatsache ist, dass im Internet für vieles Bezahlt wird und es auch in Zukunft so sein wird.

    Es gibt zwei Hauptgründe wieso nichts bezahlt wird
    1. Weil es das woanders gratis gibt (Inhalt dieses Artikels)
    2. Weil es zu kompliziert ist oder/und sich für Anbieter und/oder Kunde nicht lohnt (Kommisionen, Technischer Aufwand, Adm. Aufwand usw). Und dies egal um welche Ware es sich handelt.

    Ist Punkt 1 und 2 nicht erfüllt, wird auch für online Güter frisch und munter Geld ausgebeben. Siehe Jamba Super Klingeltöne, Iphone Apps, SecondLife, Navi-Strassenkarten, Börsen Infos usw.

    Ich gebe vielleicht durchschnittlich 25 EUR pro Monat für Zeitungen und Zeitschriften aus, meist Spontankäufe je nach darin enthaltenen Artikel, um Leerzeiten sinnvol zu überbrücken z.b. Zugfahren.
    Könnte ich mir mobil aus allen aktuellen Zeitschriften Ausgaben direkt auf mein Reader laden, bin ich sehr sicher, dass sich dieser Betrag auf 50 EUR erhöhen würde. Soviel zum Thema der Journalismus wird einen digitalen Tod erleiden…
    Die Verlage müssten halt Innovativer werden, z.b. subventionierte Reader mit Abo’s verknüpft, wie die Telcos das machen. Es ist ja nicht so, dass es 1 Million grosser Verlage gibt, die wenigen könnten sich innert kürzester Zeit zusammentun und Modelle für die Zukunft auf die Beine stellen.
    Haben diese Reader Dinger eigentlich eine Art iTunes Store? Und WLAN? Wenn nicht, schande über sie.

    Und das Problem der illegalen Kopien sehe ich hier um einiges kleiner als bei Musik und Film, weil Information veraltet schneller als Musik und es ist günstiger, sprich es lohnt sich weniger zu kopieren und sogar noch “regionaler”…

  28. @Ralph:

    “Frage: Würde ein netzwertig-Schreiber 2 Wochen a 5 Tage a 8 Stunden investieren um einer “grossen web2.0-Geschichte” nachzugehen, nur um rauszufinden, dass es dann doch nix geworden ist?”

    Gegenfrage: Was glaubst Du, wieviele Inhalte auf diese Weise entstehen? Die so entstandenen, investigativen Artikel machen nur einen kleinen Bruchteil der Inhalte von Tageszeitungen etc. aus.

    Davon abgesehen: Als wir seinerzeit die Nachricht von der Übernahme von lokalisten exklusiv brachten, war der heise-Newsticker der einzige Vertreter der etablierten Medien, der uns als Quelle genannt hat (und verlinkt). Alle anderen taten so, als hätte es uns und unseren Artikel nie gegeben.

    Da hast Du Deinen schmutzigen Unterschied zwischen Massenmedien und Blogs wie dem unseren: Wir geben Credit/Anerkennung/Nennung/Link, wenn verdient. Umgekehrt: Nicht wirklich (Weitaus schlimmer hat man das bei anderen Geschichten gesehen, wenn deutsche Blogs die Nachricht an’s Tageslicht gebracht hatten..).

    Außerdem: Auch Analysen und Einordnungen, wie wir sie größtenteils machen, fallen nicht vom Himmel und beanspruchen ihre Zeit und Arbeit. Die Reportage, die noch nicht der Öffentlichkeit bekannte Fakten zu Tage befördert, ist wichtig. Sie ist aber bei weitem nicht das einzige wichtige Element im Nachrichtengeschäft.

  29. @marco:

    “Es gibt zwei Hauptgründe wieso nichts bezahlt wird
    1. Weil es das woanders gratis gibt (Inhalt dieses Artikels)
    2. Weil es zu kompliziert ist oder/und sich für Anbieter und/oder Kunde nicht lohnt (Kommisionen, Technischer Aufwand, Adm. Aufwand usw). Und dies egal um welche Ware es sich handelt.
    Ist Punkt 1 und 2 nicht erfüllt, wird auch für online Güter frisch und munter Geld ausgebeben. Siehe Jamba Super Klingeltöne, Iphone Apps, SecondLife, Navi-Strassenkarten, Börsen Infos usw.”

    Deine genannten Gründe sind Teilgründe, aber nicht die einzigen Gründe.
    Die von Dir genannten Produkte unterscheiden sich massgeblich von NAchrichtenartikeln, sprich Informationen. Lies doch bitte nochmal die nummerierten Gründe im Artikel durch.

  30. @Marcel: Nochmals nachgefragt: Wie sollen Online Medien Geld verdienen? Wie verdient ihr bei blogwerk das Geld? Die Werbeeinnahmen werden wohl nicht reichen um die Kosten zu decken?

    Übrigens finde ich deine Argumente alle einleuchtend. Nur woher sol das Geld kommen?

  31. “Die von Dir genannten Produkte unterscheiden sich massgeblich von Nachrichtenartikeln”
    Massgeblich würde ich nicht behaupten, es sind schlussendlich virtuelle Güter.
    Was ich damit sagen wollte, der Grund dafür, dass momentan für News/Artikel/Nachrichten kein Geld ausgegeben wird nicht in der Natur dieser Güter liegt, sondern an den Umständen, bzw dem Verhalten der Verlage.

    Ich glaube bei der ganzen Diskussion müssen wir aufpassen Newsticker Content und rechechierte Artikel nicht zu verwechseln.

    Wo ich dem Artikel völlig Recht gebe ist folgende Situation vor 10 Jahren:
    Ein Journalist deckt eine Sensationsstory banalen Inhaltes auf, Spieler A wechselt zu Club XY, verkauft diese Story
    exklusiv und die Zeitung kann sich sicher sein am nächsten Morgen die Auflage um 30% zu steigern.
    Das funktioniert heute nicht mehr, noch bevor 5% der Auflage über den Ladentisch ging ist die Info auf 30 Sportportalen.

  32. @Marcel Weiss

    - Mein Text sollte kein Angriff auf Eure Arbeit sein.

    Ja ich weiss, es sind wenige Artikel die einen so hohen Rechercheaufwand verlangen wie in meinem Beispiel. Es war ein wenig überzeichnet.

    Zu eurer Exklusivmeldung mit der vermissten Quellenangabe. Wenn es Dich beruhigt, so geht es allen grossen Nachrichtenagenturen täglich. :-)

    oh, mir ist da noch was ganz ganz kleines aufgefallen, als ich über “Qualität” nachdachte. Wenn ich hier auf dieser Seite Anführungszeichen schreibe, also “so”, kriege ich dann typografisch korrekte Anführungszeichen der deutschen Sprache? Nein :-) ja ich weiss, ich bin kleinlich :-)

  33. @Urs: Die Pauschal-Lösung habe ich nicht. Werbung kann ein Standbein sein. Blogwerk macht neben der Werbung noch Consulting u.ä.
    Was Medien offline wie online verkaufen, ist Öffentlichkeit. Da gibt es neben dem herkömmlichen Banner, sicher noch Möglichkeiten, die noch nicht ausgeschöpft wurden. Jobboards etwa sind ein Anfang.
    Davon ab: Die großen Redaktionen werden im Internet eh kaum noch gebraucht und müssen deswegen gar nicht refinanziert werden. Sie werden einfach verschwinden, weil der Bedarf ihrer Produkte an anderer Stelle gedeckt wird (von kleineren Magazinen und Blogs etwa).

    @marco:
    “Massgeblich würde ich nicht behaupten, es sind schlussendlich virtuelle Güter.
    Was ich damit sagen wollte, der Grund dafür, dass momentan für News/Artikel/Nachrichten kein Geld ausgegeben wird nicht in der Natur dieser Güter liegt, sondern an den Umständen, bzw dem Verhalten der Verlage.”

    Nein, Links können die Leserschaft vergrößern, deshalb ist ein freies Angebot sinnvoll. Ich habe das im Artikel weiter ausgeführt. Die Natur von Nachrichten, sprich Informationen, ist ganz entscheidend für die Entwicklung des Marktes.

    Decke ich einen Skandal auf und mache den Artikel nur gegen Bezahlung zugänglich, wird ein anderer, der kostenlos zugänglich ist, die groben Punkte bei sich zusammenfassen. Das ist ganz normal und war schon immer so (Deckt die SZ einen Skandal auf, berichten FAZ, WELT und co. am nächsten Tag mit Verweis auf die SZ darüber und umgekehrt).

    @Ralph:
    Nachrichtenagenturen arbeiten den Zeitungen zu, bzw. letztere bezahlen für die Infos der Agenturen. Wie eben gesagt, deckt eine Publikation auf dergleichen Wertschöpfungsebene etwas auf, wird auf sie verwiesen. Bei Blogs als Urheber ist das idR nicht der Fall. Wobei das Nichtnennen von Quellen auch nicht exklusiv auf diese Konstellation zutrifft, klar. :)

  34. @Ralph: 5 € für die lokale Tageszeitung im Monat könnte bei einem digitalen Abo gar kein so schlechter Preis sein.

    Die taz hat bei ihrem “DigiAbo” ja immerhin einen Preis von deutlich weniger als 50 % gegenüber der Papierausgabe. Das Monatsabo kostet bloß 10 €.

    Im Gegensatz zu anderen Zeitungen, die mit Blick auf die Auflage und die damit verbundenen Anzeigenpreise ihren Preis gestalten, spielt bei der taz Werbung nur eine kleine Rolle. Deshalb wirkt sich die Werbekrise bei der taz auch kaum aus.

    Bei der Gelegenheit möchte ich einen Aspekt einbringen, in der Diskussion noch nicht zur Sprache kam, den ich jedoch für sehr wichtig halte: die Unabhängigkeit der Medien.

    Wer zahlt, übt Einfluss aus. Wirtschaftsunternehmen, die Thema von Berichterstattung sind, sind eben auch Anzeigenkunden. Negative Berichterstattung und Anzeigenschaltung vertragen sich nicht.

    Insofern wäre es das Beste, wenn Nachrichtenmedien völlig werbefrei wären, damit es keine Interessenkonflikte geben kann.

    Wie soll kritisch über Banken berichtet werden, wenn diese mit ihrer Werbung den Finanzteil bezahlen?

    Unabhängig sind Medien nur, wenn sie finanziell so unabhängig sind, dass sie ohne Rücksicht auf Anzeigenkunden arbeiten können.

  35. Glückwunsch zu dem sehr interessanten Beitrag, der das Dilemma der Tageszeitungen sehr gut zusammenfasst. Da den meisten Verlagen zu den Herausforderungen des Internets nichts einfällt außer den Rezepten, die schon Ende der 90er nicht funktioniert haben, gibt es jetzt einen neuen Ansatz: Die Verleger fordern die Einführung einer Art “GEMA” für Tageszeitungsinhalte. Demnach sollen Google & Co. bezahlen und die Verlage kassieren. Siehe hier oder hier.
    Der Ansatz ist meines Erachtens nahe am Rand der Verzweiflung…

  36. @Josef: Die Forderung ist absurd. Genauso könnten sie von Kiosken verlangen, dass diese Geld dafür bezahlen, Zeitungen auslegen und verkaufen zu dürfen. Die Verleger verstehen die Wertschöpfungskette online entweder nicht oder sie spekulieren darauf, dass die Politik sie nicht erkennt.
    So oder so ein Armutszeugnis.

  37. @Marcel Weiss: So diese Forderung findest du also absurd. Schön das wir da einer Meinung sind in dem Punkt. :D

    Warum also akzeptierst du dann die Machenschaften der GEZ?

    Ist im Grunde die gleiche Forderung, mit dem Unterschied das diese Forderungen sehr real sind und schon seid langer Zeit sehr ergiebig laufen.

  38. Die GEZ ist nicht das Gleiche. Sie sammelt für eine Teilmenge des Angebots mit konkretem Autrag und sie sammelt beim Endkonsumenten ein – und nicht etwa beim Kabelanbieter. Wenn, dann kann man das nur mit der GEMA vergleichen. Und von der halte ich nicht sonderlich viel, allerdings aus anderen Gründen.

  39. Ob GEMA oder GEZ, die Methoden sind fast die gleichen.

    Es wird für etwas Geld verlangt vom “angeblichen” Kunden, was dieser unter Umständen gar nicht braucht oder nutzt. Gleiches würde auch durch dieses neue “angebliche” System hier im Beitrag passieren. Zwar in anderer Form, aber eigentlich das gleiche. Nur das es halt kein Zwang wäre.

    Wie man es auch dreht und wendet, Fakt ist doch nun mal das die bisherigen Medien es nicht richtig auf die Reihe bekommen, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Die großen Verlage wirken auf mich wie Dinosaurier aus längst vergangener Zeit. :|

  40. Mal im Ernst – könntest Du mal über Deine Erfahrungen berichten, die Dich zu solchen Texten bringen? Ich behaupte mal, dass Du einen Grossteil der Dinge, über die Du hier schreibst, offensichtlich nicht die geringste Ahnung hast – der Artikel ist eigentlich eine astreine Inkompetenz-Garantie, die Du hier freiwillig rausgibst.
    Ich kann Dir mit Sicherheit sagen: Bezahlinhalte funktionieren. Wenn Du hier von Nachrichten sprichst und nicht messerscharf trennst von anderen Inhalten, ist das schon ein riesiger Fehler. Wenn Du aber auch noch die breite Masse con unkreativen Kopier-Bloggern einbringst, wird es völlig unseriös. Wer selber von seinen Produkten und seinen “Inhalten” lebt, wird nur mit dem Kopf schütteln über den Quatsch, den Du hier verbreitest.

  41. @anonymer Feigling mit dem Pseudonym Garnisono Branduardo Pöltz:

    “Ich kann Dir mit Sicherheit sagen: Bezahlinhalte funktionieren. ”

    Ja? Wo? Beispiele bitte.

    Selbst Times Select der NYT, was aus Kolumnen bestand, wurde wieder aufgegeben. Genau so wie unzählige andere Bezahlangebote. Es gibt Ausnahmen wie das WSJ (im Text erklärt) oder Stiftung Warentest. Aber bei allgemeinen Nachrichten funktioniert das nicht. Genauso wenig bei Kolumnen.

  42. wer sagt denn,daß es beim gegenseiti-
    gen “geldverdienen” müssen bleiben
    muß ( ? ) ,ich würde sogar sagen,
    bleiben kann.
    die logik der sich ergebenden mög-
    lichkeiten weist aus meiner sicht weg
    von müssen und blindem geldverdienen-
    müssen.
    ich habe jedenfalls was anderes ver-
    dient als geld !
    weitet euren horizont bitte !

    uwe

  43. An sich sind das ein paar ganz kluge Gedanken, Marco, die du hast. Was mich aber richtig aufregt, sind Aussagen wie diese:

    “Die großen Redaktionen werden im Internet eh kaum noch gebraucht und müssen deswegen gar nicht refinanziert werden. Sie werden einfach verschwinden, weil der Bedarf ihrer Produkte an anderer Stelle gedeckt wird (von kleineren Magazinen und Blogs etwa)”

    Unter welchem Überheblichkeitssyndrom leidest du denn? Es ist doch nicht so, dass jeder, der ein Blog bedienen kann und die deutsche Sprache einigermaßen unfallfrei beherrscht, sofort auch ein Journalist ist. Ich habe auch schon meine Wohnung gestrichen und bin deshalb noch lang kein Maler. Journalismus ist ein Ausbildungsberuf, auch wenn die Berufsbezeichnung (anders als beim Malermeister) nicht geschützt ist.

    Lass uns mal den Blick auf Lokalzeitungen werfen: Ich glaube, dass sie mit einem anderen “Standing” dem Bürgermeister, der Verwaltung und den Lokalhonoratioren auf die Füße treten könnten als irgendein Blogger. Die publizistische Macht der Zeitung ist aufgrund der Reichweite höher. Denn seien wir ehrlich: Es sind wohl über 70 Prozent der Bevölkerung online. Aber wieviel Leute informieren sich denn auf Blogs? Wieviele haben schon mal was von RSS gehört? Und wieviele Blogger kommentieren denn andere, nehmen also am Diskurs teil?

    Diese gesellschaftliche Funktion kann (noch) von einzelnen Bloggern nicht übernommen werden.

    Und, richtig: Ich habe die Aussage über die Lokalzeitungen ins Konjunktiv gesetzt, weil ich weiß, dass natürlich längst nicht alle, wenig wahrscheinlich nur, dieser Aufgabe auch nachkommen.

  44. Denkfehler im Artikel:

    1. Keine Suchzugriffe: ( wie im Update steht – null problemo. andere suchmachine werden nachziehen wenn es mehr paywalls gibt )

    2. Kein Sharing:
    auch kein Problem. Sharing wird sogar noch gefördert!
    Eine Paywall braucht nur einem Abonnement die Möglichkeit geben einen Link auf den Artikel zu sharen.
    ( technisch zu realisieren mit einem Accesstoken das nen timeout hat oder so )
    Der User kann den Artikel dann an seine Freunde verteilen.
    Das Verteilen ist dann nicht nur sharing,
    sondern der User schenkt sogar seinen Freunden einen Zugriff, den nur er hat.
    So bekommen Freunde auch Zugriffe auf ausgewählte und gute Artikel. und konvertieren dann vielleicht auch…

    3. Außerhalb der globalen Diskussion
    auch falsch. von allem Paidcontent können immer Ausschnitte des Artikels gelinkt werden. Wer alles lesen will muss bezahlen.

    Zusammengefasst:

    wer unique content produziert kann ne paywall aufziehen.
    und trotzdem sharing, seach engines usw. benutzen um den content zu promoten ( anstellen ihn direkt zu verbreiten)
    allerwelts news funktionieren natürlich nicht.

    beispiel wo es funktioniert ausser WSJ:
    UserFriendly … aber die machen noch mehr als nur das…:
    http://ars.userfriendly.o…oosesponsorlevel.cgi

    Trotzdem müssen Zeitungen ihr Geschäftssmodell ändern:
    sie müssen jetzt unique content produzieren,
    und nicht einfach News verbreiten.
    Das haben sie zwar vorher auch schon gemacht, aber ich denke der Prozentsatz unique zu allerwelt ist klein.
    Der muss jetzt viel größer werden.
    Vor allem müssen sie besser sein, als Webseiten
    die ähnlichen content produzieren, und die nichts kosten
    ,viel viel schneller sein
    oder nen anderen mehrwert bieten…

    und das ist alles nicht so einfach.

  45. @JE: Eine Paywall funktioniert also, wenn sie nur ausreichend löchrig ist?

  46. Ja, klar.
    Es geht darum Kunden zu gewinnen. Einige Kunden bekommt mal halt direkt. Für andere muss mal Werbung betreiben.
    Die billigste Werbung ist sein kostenpflichtiges Angebot an Kunden in limitierte Fassung zu verschenken auf konvertierung zu bauen.
    Im Offline Bereich machen die ja auch sowas – mit Probeabos usw. das Prinzip kennen die sehr gut.
    Deswegen gehe ich davon aus das sie sowas Online auch machen werden (und müssen).
    Und es ist ja auch keine Seltenheit im Internet. Bei Shareware geht das ja auch so ( Vollversion in PC Zeitschrift packen – E-Mail Lead bekommen und upgrade an die verkaufen).

  47. Ich glaube wenn ein Blog sehr erfolgreich ist, denkt man früher oder später darüber nach..mit Geld zu verdienen.

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  14. [...] Während der Versuch, um journalistische Inhalte herum eine Bezahlschranke zu errichten, völlig legitim ist, sind die Erfolgsaussichten solcher Vorhaben grundsätzlich gering. [...]

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