Linkwertig:
Twitter-Affäre, freenet, Kindle, PRS

Twitter-Affäre
Gleich mehrere Bundestagsabgeordnete haben die Wiederwahl von Bundespräsident Horst Köhler noch vor der offiziellen Bekanntgabe getwittert, ein klarer Fall für den Ältestenrat des Bundestags. Aber auch wenn die Aufregung sicher übertrieben ist, echte Medienkompetenz wurde von den Abgeordneten trotz Gespür für den Scoop nicht gezeigt. Der gesunde Hausverstand hätte ihnen sagen sollen, dass man das nicht tut.

» Twitter-Affäre beschäftigt Bundestagspräsidium
» Clash der Kulturen: Bundestag und Twitter

 

freenet
Die United Internet-Tochter 1&1 kauft für 123 Millionen Euro das DSL-Geschäft von freenet.

United Internet geht davon aus, dass zum Zeitpunkt der Migration circa 700.000 DSL-Verträge an 1&1 übergehen werden. Damit würde der Internetanbieter in Deutschland zum zweitgrößten DSL-Vermarkter hinter der Deutschen Telekom aufsteigen

» 1&1 kauft DSL-Geschäft von freenet

 

Kindle
Besitzer eines Kindles können ihre Notizen und Annotationen jetzt auch im Web begutachten.

» amazonkindle
» Kindle Notes And Highlights Now Accessible On the Web

 

ZDF
80% der Inhalte des Internetangebots des ZDF werden bis Ende das Jahres entfernt.

Nach ZDF-Angaben sollen die Inhalte von zdf.de nach der bisherigen Planung um 46.800 Dokumente verringert werden, bei heute.de um 28.000 Texte. Aus dem Portal sport.zdf.de sollen 18.700 Texte verschwinden. Reduziert werde ebenfalls die ZDF-Mediathek

» ZDF dünnt Internetangebot aus

 

PRS
Während die GEMA 13 Cent pro On-Demand abgerufenen Song kassieren will – und damit tragfähige Geschäftsmodelle mehr oder weniger blockiert – senkt das britische Pendant PRS die Gebühren von £0.0022 auf £0.00085 pro Song.

» PRS for Music cuts online streaming rate, Jonathan from Spotify is delighted

 

Hier erscheinen von Montag bis Freitag ausgewählte Links zu lesenswerten Texten und aktuellen Entwicklungen. Hinweise auf Texte gern an tipps.netzwertig at blogwerk.com

7 Kommentare

  1. Alyeti
    schrieb am 27. Mai 2009 um 10:39 Uhr (#)

    “Der gesunde Hausverstand hätte ihnen sagen sollen, dass man das nicht tut.”
    Wo soll der denn herkommen, das sind Politiker!

  2. Chris
    schrieb am 27. Mai 2009 um 17:54 Uhr (#)

    @Alyeti: Und die sind eh alle doof, oder wie?

    ;)

    @topic: Ich versteh den Aufruhr nicht. Und auch nicht, dass
    “dass man das nicht tut.”

    ….Wieso denn nicht?

  3. Willi Schroll
    schrieb am 27. Mai 2009 um 21:57 Uhr (#)

    (duplicate-Meldung?? Mr Topf’s WordPressblog lässt mich nicht kommentieren – no idea, also mal hier …)

    Seit Twitter: Wir sind jetzt irgendwie alle Investigativ-Journalisten…

    Mit Microblogging geht die Schlacht um den digitalen Strukturwandel in die zweite Runde. Es droht nicht weniger als der Kollaps des möglicherweise überlebten (?) papierbasierten Distributionssystems. Die Anpassungsschmerzen der Branche werden groß sein. Freilich kommt es nicht zur eliminativen Ablösung, es werden schöne Nischen bleiben für das wunderbare Gefühl eine “richtige Zeitung” in der Hand zu haben und bei einer Tasse Espresso die Erwägungen einer echten “Edelfeder” zu lesen.

    So, in der Lage machen auch noch einfache Abgeordnete dem Online- also Echtzeit-Journalismus Konkurrenz! Dank mobiler Endgeräte ist nämlich der “Ereignisnächste” längst nicht mehr der per Heli oder Auto herbei eilende Reporter. Das zeigte die Hudson-Landung kürzlich ebenso wie jetzt die “Twitter-Affäre”.

    Twitter ist schneller, denn der Igel, äh Tweetie, ist immer schon vor dem hechelnden Hasen da!

    Als ich die Meldung auf Tagesthemen gesehen habe, konnte ich mir einen bissigen Tweet nicht verkneifen, der andeutete, dass ausgerechnet die Hochebene des Onlinejournalismus – spiegel.de! – zu dem interessanten Novum so beharrlich schweigt (https://twitter.com/wschroll/status/1921455375). Twitter macht uns wohl alle etwas keck. Es war jedenfalls per Google keine Meldung zu finden – bis dato 21:20 nicht.

    Mach ich mich jetzt völlig zum Horst, wenn ich frage: “Who is afraid of twitter?” Oder hab ich nur falsch gegoogelt? Es ist jedenfalls ein bisschen merkwürdig, dass die Nachricht so “unten gehalten”, merkwürdig für eine allgemein geschätzte Speerspitze des Onlinejournalismus wie spiegel.de.

    Ist doch so korrekt die News-Suche oder?
    site:spiegel.de twitter bundestag ->
    http://news.google.com/ne….de+twitter+bundestag
    Resultat: 1 item vom 6.5.09

    twitter bundestag ->
    dagegen 204 items – aktuell
    http://news.google.com/ne…f=all&scoring=n

    Mal schauen, was weiter passiert, – vielleicht ist mir nur mein Vortrag vom Wochenende zu Kopf gestiegen – mit Microblogging sehe ich nämlich was Umwälzendes auf uns zurollen …

    vg @wschroll

  4. Schreibt hier auf dem Blog Markus Spath
    schrieb am 28. Mai 2009 um 01:07 Uhr (#)

    @Chris weil sie Spoiler waren und gegen das Protokoll bei einem doch symbolischen/staatstragenden Anlass verstossen haben.

    @Willi bei uns rennst du offene Türen ein ;) Aber wirklich merkwürdig, dass der Spiegel das Thema komplett ignoriert hat.

  5. Willi Schroll
    schrieb am 28. Mai 2009 um 09:29 Uhr (#)

    @ Markus
    > wirklich merkwürdig, dass der Spiegel das Thema komplett ignoriert hat.

    Eben. Dabei hat SpON ja eine originäre Twitter-Strategie mit einer ganzen Armada netter Feeds:

    Twitter-Feeds: SPIEGEL ONLINE zwitschert Ihnen Nachrichten – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Netzwelt
    http://spiegel.de/netzwel…,1518,596618,00.html

    Vielleicht machen sie gerade Verträge mit den “Ereignisnächsten” z.B. MdB’s und das “Tweet-out” wird zum Prinzip – call it Proximity-Journalism – das senkt weiter die Qualität, ist aber unschlagbar in der Echtzeit-Ära. Die bange Frage ist eben: Braucht man da noch rasende Reporter oder soll man einfach den hashtag #MdBNews (hab ich jetzt nicht geschaut, aber ist bei aktueller Reichweite noch sinnlos) abonnieren

    Mal schauen ob der Print-Spiegel am Montag dazu was bringt.

  6. Chris
    schrieb am 28. Mai 2009 um 10:32 Uhr (#)

    @Markus: Spoiler? Seh ich nicht so…selbst wenn es anders ausgegangen wäre…Technik ermöglicht stellenweise mehr/flüssigere Demokratie; daher sehe ich keine Gefährdung des “staatstragenden Anlasses”.

    Verstehe was du meinst;…allerdings sind die Mittel da um zeitnah zu kommunizieren; warum also warten…!? Weil “es sich so gehört”..!?

    *grübelt*

  7. Schreibt hier auf dem Blog Markus Spath
    schrieb am 28. Mai 2009 um 13:14 Uhr (#)

    @Chris es kommt ohnehin wie es kommt ;) Ich glaub auch nicht, dass dadurch die Staatsordnung ins Wanken gerät. Aber imho gibt es (repräsentative etc.) Momente, bei denen man sich zurückhält, auch wenn es technisch möglich wäre.

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