Das Google-Mobilbetriebssystem:
Ein Blick auf Android

Markus Spath, 10. Mai 2009 19:37 Uhr, 9 Kommentare Kommentare

T-Mobile hat uns ein T-Mobile G1 zur Verfügung gestellt. Ein Erfahrungsbericht über das G1 und Android, dem Google-Betriebssystem für Mobilgeräte.

Ich hatte kürzlich die Möglichkeit, mich ein paar Tage mit dem T-Mobile G1 zu beschäftigen und es und das darauf laufende Android ausführlich zu testen.

Die Hardware

Bezüglich der Hardware des G1 verweisen wir auf ein Review unserer Kollegen von neuerdings.com, die das G1 zum Start in Deutschland ausführlich beschrieben haben.


Die Software

Android

Als Betriebssystem läuft auf dem G1 das von Google initiierte Android. Eine genauere Beschreibung von Android würde hier den Rahmen sprengen. Es sei aber erwähnt, dass die offene Natur allen Beteiligten einige Vorteile bringt.

Hersteller von SmartPhones können es lizenzkostenfrei verwenden. Telekommunikationsbetreiber könnten etwa einen eigenen Marktplatz für Anwendungen einsetzen. Entwickler sind nicht von der Willkür und dem Vertriebskanal eines einzigen Anbieters (sprich: Apple) abhängig. Mittelfristig werden die Kunden von der sich anbahnenden Auswahl an Geräten und Betreibern profitieren. Künstliche Beschränkungen wie beim iPhone dürfte es in der Android-Welt nicht geben.

Ein für die Entwicklung des Ökosystems wichtiger Aspekt ist, dass Anwendungen nicht nur über die APIs von Android Zugriff auf die Funktionen des Mobiltelefons bekommen, sondern dass sie sich auch gegenseitig Funktionalitäten zur Verfügung stellen können.

Android Apps

Das G1 kommt mit einem Bündel an vorinstallierten Apps. Zusätzliche Anwendungen können leicht über den Android Market installiert werden. Derzeit sind alle Apps übrigens gratis, ein Bezahlsystem ist aber nur eine Frage der Zeit. (Update: gibt es schon)

Nicht zu Unrecht wird das G1 auch das Google-Handy genannt. Ohne Google und einem obligatorischen Google-Account läuft nämlich nichts. Wer Google misstraut, sollte wohl seine Finger davon lassen. Aber wer seine Identität ohnehin an Google auslagert, kann von der optimierten Koppelung nur profitieren.

Neben den Standardanwendungen wie Gmail, Google Calendar und Google Documents sind auch einige andere Projekte von Google wie YouTube, Google Talk oder Google Finance gut integriert. Google Maps sind natürlich auch in vielen anderen Anwendungen omnipräsent und es gibt auch von Google entwickelte Bonbons wie die Sky Map, welche die Sensoren dazu benutzt, um Sterne und Sternbilder entsprechend der Ausrichtung des Handys anzuzeigen.

Das iPhone hat bei Anwendungen quantitativ noch die Nase vorn und das wird sich auch auf absehbare Zeit nicht ändern. Aber über einen Mangel an Anwendungen kann man sich bei Android nicht beklagen. Auch für Android gibt es mittlerweile hunderte Anwendungen in jedem Bereich.

Beispiele aus dem deutschen Sprachraum sind:


Foto von twidroid

  • twidroid – ein netter Client für Twitter mit dem man auch Fotos posten kann
  • Qype Radar – zeigt Locations und Reviews in der Nachbarschaft an. Seit ein paar Tagen kann man damit auch Reviews erstellen
  • Wikitude – ein Reiseführer, der standort-sensitiv Artikel aus der Wikipedia, Reviews von Qype und Fotos von Panoramio integriert.
  • Barcoo – ermöglicht das Scannen von Barcodes und zeigt entsprechende Produktinformationen und einen Preisvergleich

Auch in Erinnerung geblieben sind mir:


Foto von Locale

  • Locale – ermöglicht das Definieren von Regeln, die das Verhalten situativ steuern können. Je nach Ort, Tageszeit oder Kontakt reagiert das Handy dann unterschiedlich
  • Shazam – eine Anwendung, die Musikstücke erkennt
  • Imeem – Streaming von Musik. Sehr cool dabei: Die eigene Musiksammlung kann via imeem in die Cloud verlagert und zum G1 gestreamt werden
  • Fbook – ein Wrapper über die mobile Version von Facebook
  • Phonebook – eine hübsche Alternative zur eingebauten Kontaktverwaltung mit schicken Effekten

Optimierte Websites

Im Zuge der Popularität des iPhones wurden Tausende von Websites dafür optimiert. Ein Glück für das G1, denn iPhone-optimierte Websites sind (in den meisten Fällen) auch G1-optimierte Websites. Ohne Eigenleistung erbt das G1 also eine Fülle an Möglichkeiten, die kaum Wünsche offen lässt.

FriendFeed, Bloglines, Netvibes oder Clicky sind Dienste, die durchaus Spass machen. Meine Lieblingssite wurde das standortbezogene soziale Netzwerk brightkite.

Der eingebaute Browser ist sehr zackig, auch nicht optimierte Websites sind gut benutzbar.

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9 Kommentare

  1. Sukram21
    schrieb am 10. Mai 2009 um 21:16 Uhr (#)

    Übrigens, auch schon jetzt gibt es kostenpflichtige Anwendungen im Android Store. Bezahlt wird mit Google Checkout.

  2. Daniel
    schrieb am 10. Mai 2009 um 23:18 Uhr (#)

    “Ohne Google und einem obligatorischen Google-Account läuft nämlich nichts” – stimmt so nicht, man kann für die diversen Dienste alternative Apps herunterladen, die die Daten nicht nach Google laden. Richtig ist nur, dass man sich zumindest beim G1 erstmalig mit einem Google-Account anmelden muss. Habe eigens dafür einen Fake-Account angelegt – klappt gut.

  3. LinuxHobby
    schrieb am 10. Mai 2009 um 23:41 Uhr (#)

    Seit der neuen Firmware Cupcake braucht man wohl keinen Google Account mehr …

  4. Stefan Waidele
    schrieb am 11. Mai 2009 um 09:07 Uhr (#)

    Ja, es mag pedantisch klingen, aber trotzdem: Linux (und damit Android) mag “lizenzkostenfrei” sein, ist aber sicher nicht “lizenzfrei”.

    Die Konsequenzen dieses Mißverständnisses können unter gplviolations.org erkundet werden.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Markus Spath
    schrieb am 11. Mai 2009 um 09:40 Uhr (#)

    Danke für die Hinweise. Ich hab den Artikel angepasst.

    Bzgl. Google: Gut zu wissen, dass die Koppelung nicht unumgehbar ist.

  6. Martin
    schrieb am 11. Mai 2009 um 15:53 Uhr (#)

    trotzdem lustiges Telefon .. ich habe damit erheblich mehr Spaß als Sorgen :)… kann es also empfehlen. Das Google jetzt noch ein bischen genauer weiß was ich so mache ist mir dahingehend egal, daß ich auch so schon midestens 8 Stunden am Tag online war und somit wohl eh schon zu den gläsernen Kandidaten zähle.

    Cheers
    M.

  7. Benjamin Klocke
    schrieb am 11. Mai 2009 um 21:02 Uhr (#)

    Mehr Spaß als Sorgen. Hört sich für mich nach einem nach wie vor unreifen Produkt an.
    Wenn ich mir dazu die Tarife anschaue frage ich mich wer das zahlen soll?

  8. Martin
    schrieb am 12. Mai 2009 um 08:05 Uhr (#)

    ok .. laß es mich anders formulieren. Es ist mit weitem Abstand das beste Telefon das ich je hatte. Was die Tarife angeht. Wenn man das bloß zum Vergnügen hat, dann gebe ich dir recht, wenn´s in die Geschäftskosten mit einfliesst, dann ist es halb so wild. Also ich bezahe ganz ehrlich die 120€ gern, da ich endlich völlig sorgenfrei mobil surfen kann und ausserdem benutzt so ziemlich jeder wenn´s irgendwie möglich ist mein Flat zu telefonieren. Phone Sharing wenn man so will. Passt schon. @ unreif … noe. Seit Cupcake ist es genauso reif oder unreif wie ein iPhone.

  9. HWEvie
    schrieb am 26. Januar 2010 um 17:56 Uhr (#)

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