Musik aus der Cloud:
Nutzer stürmen Spotify

Spotify ist das derzeit wohl spannenste Startup im Bereich des Musikstreamings. Trotz der noch stark begrenzten Verfügbarkeit verzeichnet der Dienst bereits mehr als  zwei Millionen Nutzer. Ab wann deutsche User mit Spotify kostenlos Musik hören können, ist noch unklar.

Spotify
Spotify
Interessante Neuigkeiten von Spotify, dem angesagten Musik-Streamingdienst aus Schweden, der in meinen Augen gute Chancen hat, das nächste große Ding im Internet zu werden. Spotify streamt legal Millionen von Songs über einen Desktop-Client und macht das auch bei langsamer Internetanbindung so gut, dass der Eindruck entsteht, man würde die lokale MP3-Sammlung abspielen.

Während Spotify in Deutschland derzeit nur in einer kostenpflichtigen Premium-Variante angeboten wird, betreibt das Startup aus Schweden in seinem Heimatland sowie in Norwegen, Finnland, Großbritannien, Frankreich und Spanien auch eine kostenlose, werbefinanzierte Version. Seit Februar können sich die Briten als erste Nation ohne Einladung bei Spotify anmelden. Gerade, nur zwei Monate später, durchbrach man auf der Insel die Grenze von einer Million Nutzern.

Spotify PC-Version
Spotify PC-Version

Laut diesem Tweet des immer gut informierten schwedische Internetunternehmers Henrik Torstensson hören mittlerweile mehr als zwei Millionen Menschen Musik über Spotify – und das trotz der starken geografischen Begrenzung sowie des Invite-Only-Status außerhalb Großbritanniens. Die durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt eine Stunde pro Tag.

Neben des geplantes Launches der Gratis-Version in weiteren Ländern arbeitet das Spotify-Team derzeit intensiv an mobilen Clients für das iPhone sowie für Geräte auf Android- und Symbian-Plattform. Spotify-Chef Daniel Ek bestätigte dem schwedischen IT-Magazin Computer Sweden heute, dass die mobile Applikation Teil des Premium-Angebotes werden wird. Das Unternehmen versucht so, zahlende Mitglieder zu gewinnen, um sich unabhängiger vom Werbegeschäft zu machen.

Computer Sweden berichtet außerdem, dass Spotify in Zukunft auch Bewegtbilder unterstützen wird. Vorerst soll damit Videowerbung realisiert werden, doch Gerüchten zufolge könnte dies auch auf eine mögliche Ausweitung des Angebotes auf Videostreams hinweisen.

Nutzer im deutschsprachigen Raum, die Spotify in der kostenlosen Version ausprobieren möchten, müssen sich leider weiterhin gedulden. Wie wir aus Unternehmenskreisen erfahren haben, konzentrierte man sich bisher auf den Rollout in Großbritannien, Frankreich, Schweden und Spanien. Ein konkreter Termin für den Start der Gratis-Variante in Deutschland wurde nicht genannt.

CEO Daniel EK unterstrich im Interview mit Computer Sweden, dass man an einer guten Balance zwischen Nutzerwachstum und steigendem Werbevolumen interessiert sei. Daher wird man außerhalb das derzeitigen Kernmarktes Großbritannien auch weiterhin auf eine kontrollierte Expansion durch Einladungen setzen. Wie YouTube oder Facebook, deren Werbeumsätze nicht im selben Maße ansteigen wie die Userzahlen, soll Spotify laut Eks Aussage nämlich nicht enden.

Mehr lesen

Problematischer Entschluss: Facebook wirft Grooveshark  von der Plattform

11.5.2012, 1 KommentareProblematischer Entschluss:
Facebook wirft Grooveshark von der Plattform

Facebook hat dem Musikdienst Grooveshark den Zugriff auf seine Plattform abgeklemmt. Obwohl der Grund dafür nachvollziehbar erscheint, hinterlässt das Vorgehen ein ungutes Gefühl.

simfy und Spotify: Werbefinanziertes On-Demand-Streaming bleibt Verlustbringer

2.5.2012, 6 Kommentaresimfy und Spotify:
Werbefinanziertes On-Demand-Streaming bleibt Verlustbringer

Rund einen Cent zahlt simfy pro von Nutzern der kostenfreien Version angehörtem Song an GEMA und Labels. Mit Werbung lässt sich dies nicht refinanzieren, erklärt Mitgründer Steffen Wicker die jüngsten Einschnitte beim Gratisangebot des Kölner Musikdienstes.

Musikdienste: simfy verabschiedet sich vom Freemium-Modell

27.4.2012, 4 KommentareMusikdienste:
simfy verabschiedet sich vom Freemium-Modell

Nach dem Start von Spotify in Deutschland stellte sich die Frage, wie der lokale Konkurrent simfy auf das unbegrenzte Gratisangebot des Neulings reagieren würde. Heute liefern die Kölner die Antwort: mit dem endgültigen Rückzug in die Nische der Bezahlanbieter.

Musikdienste: simfy verabschiedet sich vom Freemium-Modell

27.4.2012, 4 KommentareMusikdienste:
simfy verabschiedet sich vom Freemium-Modell

Nach dem Start von Spotify in Deutschland stellte sich die Frage, wie der lokale Konkurrent simfy auf das unbegrenzte Gratisangebot des Neulings reagieren würde. Heute liefern die Kölner die Antwort: mit dem endgültigen Rückzug in die Nische der Bezahlanbieter.

Linkwertig: Google+, Spotify, Tumblr, Orkut

12.4.2012, 0 KommentareLinkwertig:
Google+, Spotify, Tumblr, Orkut

Google+ bekommt neues Design, Spotify bekommt einen Play Button und mehr.

Linkwertig: Copyright, Hadopi, Spotify, myON-ID

3.4.2012, 0 KommentareLinkwertig:
Copyright, Hadopi, Spotify, myON-ID

Copyright und Hadopi bewirken das Gegenteil vom Versprochenen, myON-ID wird eingestellt und mehr.

15 Kommentare

  1. Andreas
    schrieb am 29. April 2009 um 19:13 Uhr (#)

    “Nutzer im deutschsprachigen Raum, die Spotify in der kostenlosen Version ausprobieren möchten, müssen sich leider weiterhin gedulden.”

    NEIN, müssen sie nicht! Einfach Premium Abo kaufen und direkt im ersten Monat wieder kündigen. Danach ist man automatisch als Free User eingestuft, auch in Deutschland!

    Kosten einmalig 9,99 €, nicht viel für den Zugriff auf fast 3 Millionen streamable Tracks, oder? ;-)

  2. beetFreeQ
    schrieb am 29. April 2009 um 19:31 Uhr (#)

    Mit Spotify liebäugele ich ja auch schon ne Weile. Ich würde auch die 9,99 zahlen, wenn ich vorher mal ne Weile kostenlos testen könnte, um zu sehen, wie gut mein Musikgeschmack abgedeckt ist.

    Was mich an den Mobile Clients aber mal wieder stört: seitdem das ach so tolle iPhone da ist und alle nur noch das Handy haben wollen, ist Windows Mobile völlig in Vergessenheit geraten. Auch wenn’s nicht ganz so schick und daumenfreundlich ist, immerhin konnte Microsoft’s mobiles System vieles von Apples Kind schon früher. Trotzdem werden nun werden für alles und nix iPhone-Apps geklöppelt, aber PocketPCs gucken immer häufiger in die Röhre. Wie’s aussieht, ist den Spotifiern ja auch Adnroid und Symbian wichtiger als WM6…

  3. Marius
    schrieb am 29. April 2009 um 19:38 Uhr (#)

    “Nutzer im deutschsprachigen Raum, die Spotify in der kostenlosen Version ausprobieren möchten, müssen sich leider weiterhin gedulden.”

    Oder einfach nen UK Proxy zum Anmelden benutzen ;)

  4. Andreas
    schrieb am 29. April 2009 um 19:48 Uhr (#)

    “Oder einfach nen UK Proxy zum Anmelden benutzen”

    Soweit ich weiß, bringt das nicht viel, denn nach 14 Tagen hören aus Deutschland wird dieser US-Account deaktiviert.

  5. Marius
    schrieb am 29. April 2009 um 19:54 Uhr (#)

    @4.

    Du kannst dich einfach im nachhinein in dein Profil einloggen und auf Deutschland umstellen. Hat bis jetzt immer funktioniert habe ich mir sagen lassen..

  6. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 30. April 2009 um 09:46 Uhr (#)

    @ Andreas
    Interessant. Dieser Weg war mir noch nicht bekannt.

    Bezüglich Proxy: Funktioniert sicherlich, aber Proxies haben i.d.R. eine sehr kurze Lebensdauer. Sprich, man muss sich immer wieder neue auf die Suche machen. Recht umständlich gerade für die, die mit der Proxy-Materie weniger vertraut sind.

  7. Frank
    schrieb am 30. April 2009 um 09:57 Uhr (#)

    Man muss den Proxy lediglich zum Registrieren benutzen. Im Anschluss loggt man sich OHNE Proxy, also per “normaler” Verbindung ein und stellt im Profil das Land auf Deutschland.

    Ich nutze Spotify hier in Berlin seit Monaten ( im Übrigen wunderbar per Wine in Linux) , ohne auch nur ein weiteres Mal über einen Proxy auf die Seite gemusst zu haben.

  8. Marius
    schrieb am 30. April 2009 um 13:18 Uhr (#)

    Stimmt, das hab ich vergessen zu erwähnen. Man registriert sich mit Proxy, schaltet danach auf Deutschland um und voila, hat nen deutschen Free Account ohne weiterhin einen Proxy benutzen zu müssen.

  9. Andreas
    schrieb am 30. April 2009 um 20:31 Uhr (#)

    Irgendwie schizophren:

    Spotify will einen LEGALEN und von der Musikindustrie und vielen Labels unterstützten Weg anbieten, zu einem fairen Preis oder werbegestützt eine riesige Auswahl von Musik konsumieren zu können, und hier wird diskutiert, wie man diesen Zugriff auch ILLEGAL zustande bringen kann.

    Sorry, aber irgendwie fange ich an Herrn Gorny zu verstehen… :-(

  10. Frank
    schrieb am 30. April 2009 um 22:06 Uhr (#)

    Illegal?

    Bleib mal auf dem Teppich, Andreas. Es wäre vermutlich eine Sache von Minuten irgend einen Geo-IP-Filterkram zu installieren und das “illegale” hören zu unterbinden. Die Leute dort werden schon wissen, was Sie machen und wegen uns paar Hanseln sicher keine Rüge von der IFPI bekommen.

    Es werden sicher keine Altruisten sein, sondern gewinnorientierte Menschen. Und so werden sie sich, wie Herr Gorny, damit abfinden müssen, dass es Nutzer gibt, die Wege gehen, welche so nicht vorgesehen waren.

    Dort jetzt beinahe verbrecherische Absichten hineinzuinterpretieren ist sicher ein wenig übertrieben.

  11. Plutos
    schrieb am 2. Mai 2009 um 00:06 Uhr (#)

    hat jemand einen invitation code? weil den brauch man auch, wenn man proxy nutzt. right?

  12. Andreas
    schrieb am 2. Mai 2009 um 12:10 Uhr (#)

    @Frank:

    Das Problem ist: es sind nicht nur “ein paar Hansel”, die sich den Zugriff auf Spotify über Proxys erschleichen. Und täglich werden es mehr, je öfter dieser Proxy-Weg von anderen “empfohlen” wird (siehe z.B. die Anfrage in Kommentar #11).

    Es herrscht eben doch immer noch die “Geiz ist geil”-Mentalität vor, und anstatt einen innovativen Dienst wie Spotify mit einmalig 9,99 € zu supporten, wird eben doch lieber “geklaut”!

    Übrigens ähnliches Thema: Streamripping auf Last.fm, obwohl es die “terms of use” von Last.fm eindeutig untersagen.

    Sorry, aber so wird das nichts mit dem Umdenken bei der Musikindustrie!

  13. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 2. Mai 2009 um 12:29 Uhr (#)

    Andreas, ich verstehe deine Sorge. Doch Spotify könnte dem Ganzen ganz einfach einen Riegel vorschieben, indem bei jedem Start des Programmes gecheckt wird, aus welchem Land die IP des Nutzers kommt. Den meisten Poxy-Nutzern würde so ganz schnell die Lust vergehen – weil sie laufend neue, noch aktive und einigermaßen schnelle Proxies suchen müssten. Ich glaube, die paar “unautorisierten” Nutzer außerhalb der zugelassenen Länder werden von Spotify toleriert – immerhin helfen sie bei der initialen Generierung von Bekanntheit außerhalb der Kernmärkte.

  14. schrieb am 6. Mai 2009 um 10:09 Uhr (#)

    Wenn ihnen an einer “initialen Generierung von Bekanntheit außerhalb der Kernmärkte” gelegen wäre, dann würden sie nicht “auf eine kontrollierte Expansion durch Einladungen setzen”. Letzteres finde ich sehr kurz gedacht. Liegt die Deutschlandvermeidung nicht eher an Lizenz bzw. Gemaproblemen?

    Was mich interessieren würde wären die “sozialen Funktionen” von Spotify. Gibts da was oder ist es nur eine technische Lösung zum Musikabspielen?

  15. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 6. Mai 2009 um 11:44 Uhr (#)

    Ja klar, Lizenzfragen sind Spotifys große Herausforderung. Da muss in jedem Land neu verhandelt werden.

    Soziale Funktionen gibt es im Prinzip nicht. Was ich schade finde. Allerdings kann man eine Playlist erstellen und den Link dazu an seine Freunde senden (nicht via Spotify). Freunde können diese Playlist dann weiterbearbeiten und weitere Titel hinzufügen. Das war’s, was Social Features betrifft.

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.