Werbeeffekte:
Susan Boyle auf YouTube führt zu erhöhten ‘Les Mis’-Verkäufen

Marcel Weiss, 23. April 2009 15:36 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Susan Boyle singt einen Song von “Les Miserables” im TV in Großbritannien.Der Clip auf YouTube macht sie zum Online-Phänomen und steigert dadurch nebenbei die “Les Miserables”-CD- und Karten-Verkäufe.

Susan Boyles Auftritt in der Castingshow “Britain’s Got Talent” ist auf YouTube zu einem der größten Online-Hits bisher mit insgesamt über 100 Millionen Zugriffen geworden.

Gezeigt hat dieses Phänomen, dass die vielbeschworene fragmentierte Online-Öffentlichkeit doch nicht so fragmentiert ist, wie immer befürchtet – gemeinsame gesellschaftliche Erfahrungen also doch möglich sind, sie online nur auf eine andere Art stattfinden.

Gleichzeitig haben einige festgestellt, dass CDs des Musicals “Les Miserables”, von welchem der gesungene Song stammt, in Folge des Erfolgs des Clips enorm gestiegen sind. In den USA ist die “Les Miserables”-CD in den Amazon-Verkaufs-Charts von 1000 auf 32 gestiegen.

Und auch die Aufführungen von “Les Miserables” sind in Folge des Online-Phänomens erfolgreicher. The Globe and Mail berichtet beispielsweise von einem Theater in Vancouver, dessen Kartenvorverkäufe für “Les Mis”-Vorführungen ab den 14. Mai über die letzten Tage um bis zu 250% zunahmen.

Das Wired-Blog Epicenter hat die 100 Millionen Aufrufe auf 500.000 Dollar Direkteinnahmen über YouTube umgerechnet. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass die YouTube-Präsenz den Beteiligten praktisch keinen zusätzlichen Aufwand gekostet hat. Obwohl Sony, Produzent der Show, und YouTube einen Revenue-Sharing-Deal haben, wird das Video auf YouTube allerdings nach Google-Angaben nicht monetarisiert, was durchaus verwundert.

Auf Techdirt, wo ich auf die gestiegenen Verkäufe aufmerksam wurde, verweist Mike Masnick noch auf Rob Hyndman, der in dem Zusammenhang der durch YouTube anderenorts generierten Verkäufe die Frage stellt, wie viele Forderungen von Rechteinhabern, Inhalte von YouTube wieder zu entfernen, wohl ähnliche Resultäte anderenorts bereits verhindert haben. In der Tat.

Wie lang es wohl noch dauern wird, bis die Unterhaltungsbranche es schafft, die Punkte zu verbinden?

 

(Foto: Gilberto Viciedo; CC-Lizenz)

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7 Kommentare

  1. Heinz
    schrieb am 23. April 2009 um 20:03 Uhr (#)

    “Britain’s Got Talent” ist mitnichten das Pendant zu DSDS, sondern zu “Das Supertalent”. DSDS ist zudem kein “Reality TV-Format”.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 23. April 2009 um 20:20 Uhr (#)

    Naja, DSDS würde ich schon als Reality-TV bezeichnen. Dass “Britains Got Talent” nicht das Pendant zu DSDS ist, wusste ich nicht. Hatte ich angenommen. Es ist zumindest, so weit ich das sehe, das nahezu gleiche Konzept. Aber danke für den Hinweis!
    Ich schaue solche Shows nicht an. :)

  3. clarkg
    schrieb am 24. April 2009 um 08:29 Uhr (#)

    Mal was Anderes: Ist das Foto von Susan nicht urheberrechtlich geschützt? Auch wenn es von einem gewissen Gilberto Viciedo ist, hat es ist doch auch nur abfotografiert oder kopiert. Ich glaube nicht, dass er bei einem Liveauftritt von ihr war. Auch da würde natürlich bei Personen das Urheberrecht greifen. Ist nur ein Hinweis, um Euch möglichen Ärger zu ersparen. Grüße

  4. bloglesenderLeser
    schrieb am 24. April 2009 um 14:27 Uhr (#)

    Der Blog-Autor vergleicht mit Formaten, die er selbst nicht kennt? Unprofessionell! Britain’s Got Talent ist defintiv nicht das gleiche Format wie DSDS, da dort nicht nur Sänger auftreten, sondern auch ganz andere “Talente”. Das ist kein Gesangswettbewerb! Beim deutschen Pendant “Das Supertalent” hat beispielsweise ein Mundharmoniker-Spieler letztes Mal gewonnen. Es hat aber auch bei Weitem nicht alles mit Musik zu tun.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 24. April 2009 um 14:29 Uhr (#)

    @clarkg: Danke für den Hinweis. Ich schaue mal nach deswegen.

    @bloglesenderLeser: Beides sind Casting-Shows. Sie sind also zumindest Vertreter des gleichen Genres.

  6. bloglesenderLeser
    schrieb am 24. April 2009 um 14:36 Uhr (#)

    Ja, aber nur, weil es das gleiche Genre ist, ist es nicht das Äuqivalent! Davon war ja die Rede. Es gibt ja auch Casting Shows für Models, Zauberer oder Politiker. Da kann man ja nicht von Äquivalenten reden!
    Und ich würde leider Gottes auch Heinz zustimmen, dass dies bei weitem keine Reality TV Show ist sondern eher eben eine Casting Show, denn dort wird ja kein reales Alltagsleben nachgespielt oder ähnliches.

  7. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 24. April 2009 um 14:39 Uhr (#)

    Ich habe die Passage angepasst.

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