Musikdienste:
simfy heizt dem Wettbewerb ein

Martin Weigert, 22. April 2009 12:43 Uhr, 23 Kommentare Kommentare

Der Berliner Musikdienst simfy wird in wenigen Wochen in einer neuen Version starten. Aus einem Service zum webbasierten Speichern der eigenen MP3-Sammlung wird ein vollwertiger Streamingdienst, der in einigen Punkten der Konkurrenz voraus ist.

Obwohl es legale Musikdienste im Internet derzeit nicht gerade leicht haben, sehen wir in diesem Bereich weiterhin viel Innovation. Was Dienste aus dem deutschsprachigen Raum betrifft, sind in letzter Zeit vor allem mufin, roccatune, tunesBag und simfy positiv aufgefallen. Der älteste dieser vier Services, simfy, bereitet sich anderthalb Jahre nach seinem Start auf einen Relaunch vor, der einige grundlegende Veränderungen mit sich bringen wird.

Bei simfy können Nutzer ihre persönliche Musiksammlung hochladen, um sie von jedem Rechner mit Internetanschluss verfügbar zu machen. Mitglieder erhalten nicht nur Zugriff auf ihr eigenes Archiv, sondern auch auf das ihrer simfy-Kontakte. Je mehr User man also auf der Plattform als Freunde hinzufügt, desto größer ist die Musikauswahl. Dieses System hat einen entscheidenden Nachteil: Wer bei simfy neu oder gar nicht registriert ist, kann mit der Site wenig anfangen.

Mit der neuen Beta-Version öffnet das Berliner Startup sein Angebot für alle User, egal ob registriert oder nicht. Gleichzeitig wird das beschriebene Freunde-Prinzip abgeschafft: Jeder hat fortan Zugriff auf sämtliche der zum Relaunch vorgehaltenen rund drei Millionen Songs, egal wie viele Freunde er bei simfy hat oder ob er überhaupt Mitglied ist.

Die neue Version von simfy vereint verschiedene, von anderen Musikdiensten bekannte Elemente: Nicht registrierte Nutzer können nach einzelnen Interpreten suchen und an diesen ausgerichtete Radiostreams oder dazu passende Playlists anderer simfy-User anhören. Auch lassen sich Listen mit individuellen Titeln bestücken. Wie bei den meisten Musikangeboten üblich, gibt es in der kostenfreien Variante einige Einschränkungen: So muss eine Playlist mindestens zehn Songs von drei oder mehr verschiedenen Künstlern enthalten. Auch darf sie nicht aus einem kompletten Album bestehen.

Die Oberfläche des neuen simfy
Die Oberfläche des neuen simfy

Wer sich bei simfy registriert, kann zusätzlich seine eigene Musik bei dem Dienst hochladen. Damit lassen sich auch Stücke online verfügbar machen, die weniger bekannt oder schon älter und deshalb nicht im simfy-Archiv vorhanden sind. Mitglieder haben außerdem die Möglichkeit, Kontakte hinzuzufügen und mit diesen abspielbare Playlisten zu teilen.

Für alle, die mehr wollen, wird simfy eine Flatrate anbieten, die für einen noch nicht festgelegten Betrag alle drei Millionen Titel unbegrenzt und werbefrei streamen lässt. Konkurrenten wie Spotify oder Napster verlangen für ein solches Angebot monatlich zehn Euro. Bei simfy möchte man sich gerne noch etwas darunter ansiedeln.

Natürlich ist es bedauerlich, dass auch simfy in der kostenlosen Version mit Limitierungen daherkommt. Doch wie alle muss simfy den Bedingungen von GEMA und Plattenfirmen im Bezug auf das Streaming und dafür anfallende Gebühren folgen. In Deutschland hat es bisher einzig roccatune geschafft, ein legales, werbefinanziertes On-Demand-Angebot auf die Beine zu stellen, bei dem Nutzer tatsächlich kostenlos und direkt ihre Wunschtitel abspielen können. Deutlich von der Konkurrenz abheben kann sich das neue simfy dagegen mit der Uploadfunktion für eigene Musik sowie mit dem äußerst eleganten und praktischen Design.

Elegante Abspielkomponente
Elegante Abspielkomponente

Herzstück der überarbeiteten Oberfläche ist der neue Player, der sich am unteren Browserrand platziert und an einen Frame erinnert. Mit einem Klick lässt sich die Playerkomponente ausfahren und bietet Zugriff auf die üblichen Regler sowie die aktuelle Playlist. Zu jedem Titel können Künstler- und Song-Details abgerufen werden. Oft sind auch Songtexte vorhanden. Die wenigsten Musikservices im Web bieten eine derartig coole Abspieloberfläche wie simfy, und gerade beim großen Wettbewerber Last.fm wird der Player sträflich vernachlässigt. Schade, dass man die Player-Leiste nicht auch beim Surfen auf andere Seiten mitnehmen kann!

Mit dem Relaunch macht simfy stärker als bisher seine Ansprüche auf eine Führungsposition im Bereich digitaler Musikangebote deutlich. Nach Aussagen von simfy-Mitbegründer Steffen Wicker wird das Startup in Kürze die Marke von einer Million Mitgliedern durchbrechen. Antreiber für dieses Wachstum sind vorrangig die Partnerschaften mit diversen Social Networks. Durch Integrationen bei joinR, Piczo, Spickmich, Jimdo und stayblue finden täglich zirka 3000 bis 4000 neue User den Weg zu simfy.

In wenigen Wochen wird die neue simfy-Version online gehen. Anschließend steht die europäische Expansion auf dem Programm. Frankreich und Großbritannien sind als erstes an der Reihe.

Update: simfy hat netzwertig.com-Lesern 25 Einladungs-Codes für die neue Version zur Verfügung gestellt.

Die URL für die simfy Beta ist beta.simfy.de. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

wesagi92
weviso93
wibake64
wibote67
wifege18
wifote99
wigeto21
wilira37
wimume41
winapa32
wobugo16
woferi21
wogefu19
womago93
woruba27
wosake18
wosula81
wowepa32
wowire51
wuduli50
wufito65
wugapi76
wunado55
wunopu95
wupava16
wupuna27

Weiterempfehlen

Mehr lesen

Musikdownloads: Amazon MP3 bringt Android-App

21.1.2010, 2 KommentareMusikdownloads:
Amazon MP3 bringt Android-App

Amazon bietet seit heute eine Android-Applikation seines digitalen Musik-Downloadshops Amazon MP3.

Kostenloses Musikstreaming: Das neue simfy öffnet seine Tore

13.11.2009, 5 KommentareKostenloses Musikstreaming:
Das neue simfy öffnet seine Tore

simfy hat am Freitag die Tore zu seiner neuen Version geöffnet. Der kostenlose Musikstreaming-Dienst hat sich neben einer neuen Oberfläche auch ein neues Konzept verpasst.

Songbeat 360: Musikdienst stößt in Spotify-Revier vor

30.8.2009, 18 KommentareSongbeat 360:
Musikdienst stößt in Spotify-Revier vor

Als der Berliner Musikdienst Songbeat im Februar diesen Jahres von Warner Music in die Knie gezwungen wurde, gab man sich kämpferisch. Nun ist er zurück.

Kostenloses Musikstreaming: Das neue simfy öffnet seine Tore

13.11.2009, 5 KommentareKostenloses Musikstreaming:
Das neue simfy öffnet seine Tore

simfy hat am Freitag die Tore zu seiner neuen Version geöffnet. Der kostenlose Musikstreaming-Dienst hat sich neben einer neuen Oberfläche auch ein neues Konzept verpasst.

10.9.2008, 4 KommentareMusikdienst simfy:
Jetzt auch auf Jimdo und stayblue

Der Musikdienst simfy setzt die Strategie fort, seine Funktionen bei anderen Webangeboten zu integrieren - und ist damit nicht der einzige.

11.5.2008, 0 KommentareMusik-Startup simfy sagt Hallo zu 28+ Millionen Piczo-Mitgliedern

23 Kommentare

  1. Tristan
    schrieb am 22. April 2009 um 15:41 Uhr (#)

    Jetzt wird die Cloud also langsam musikalisch. Sehr schön. Wenn das ganze auch auf Smartphones etc. vernünftig läuft könnte das ein ganz großes Ding werden.

    Wichtig hierbei ist wohl, dass die Community exzessiv genutzt wird und schlecht gerippte Mp3s mit Codierungsfehlern keine Chance haben. Es sei denn, die haben ein paar Terrabyte Speicherplatz. So dass es ihnen egal sein kann, wenn 1321 Leute den aktuellsten Hit von Britney Spears hochladen. Dann wäre ja sichergestellt dass ich auch wirklich exakt die Dateien höre, die ich hochgeladen habe.

    Naja, für mich sind da noch ein paar Fragen offen. Aber testen werde ich es. Das neue Design sieht toll aus, bin draf gespannt…

  2. BerlinBoy
    schrieb am 22. April 2009 um 16:39 Uhr (#)

    Coole Sache, die Screens machen Lust auf mehr! Im Vergleich zu Roccatune gefällt mir die Optik sehr!

  3. Jörn
    schrieb am 22. April 2009 um 17:24 Uhr (#)

    Äusserst positiv finde ich, dass man sich dann nicht erst registrieren muss, um mal bei simfy reinzuschnuppern. Wenn es gefällt, kann man sich ja immer noch registrieren. Lobenswert und danke für den ausführlichen teaser.

  4. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 22. April 2009 um 17:41 Uhr (#)

    @ Tristan
    simfys Musikkatalog ist nicht durch Nutzer zusammengetragen worden, insofern sollte es da keine Probleme mit unterschiedlicher Qualität und schlechten Rips geben. Das Upload-Feature steht jedem Nutzer als Extra zur Verfügung, die so hochgeladenen Songs kann man nur selbst anhören, nicht mit anderen teilen.

    @ Jörn
    Gern, dir danke für das regelmäßige Verlinken ;)

  5. Nicolai
    schrieb am 22. April 2009 um 20:13 Uhr (#)

    So sehr ich LastFM liebe, das über den Player mußte mal gesagt werden.

  6. Martin Schulze
    schrieb am 22. April 2009 um 22:08 Uhr (#)

    interessanter Beitrag, aber ein Frage: was unterscheidet das zukünftige Angebot von simfy mit dem jetzigen von http://listen.grooveshark.com/?

  7. handyaner
    schrieb am 22. April 2009 um 22:10 Uhr (#)

    wie machen die es eigentlich mit den musiklizensen, wenn user musik hochladen?

  8. Joerg Peters
    schrieb am 22. April 2009 um 22:47 Uhr (#)

    mir gefällt dieser service auch sehr gut. der player ist unschlagbar. ich hoffe man wird den player (zumindest als premium-kunde) auch in eigene seiten/blogs/profile embedden können.
    ich bin gespannt auf das, was da noch alles kommt!

  9. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 23. April 2009 um 08:49 Uhr (#)

    @ handyaner
    Da man die selbst hochgeladene Musik nicht tauscht, dient sie ganz einfach als Sicherheitskopie. Hundertprozentig weiß ich es nicht, aber ich nehme an, dass dafür keine Lizenzzahlungen notwendig sind.

    @ Martin Schulze
    Die Unterschiede liegen wie im Vergleich mit Last.fm, Roccatune oder auch Deezer, SeeqPod im Detail. Überschneidungen gibt es bei fast allen Musikdiensten. Am Ende die größten Chancen hat wohl der mit der besten Kombination aus Usability, Musikangebot und Funktionsvielfalt.

  10. Jonathan Riegel
    schrieb am 23. April 2009 um 12:22 Uhr (#)

    Toll wäre es, wenn einer der Online-Dienste die Dateien, Bewertung und Abspielhäufigkeit mit iTunes synchronisieren könnte, damit man nur eine zentrale Musik-Bibliothek hat. Oder gibts das schon?

  11. Johnny
    schrieb am 23. April 2009 um 12:35 Uhr (#)

    @ facebook user: man kann bei simfy seine itunes medienbibliothek datei hochladen und die dateien werden dann online synchronisiert. ob das auch für bewertungen und abspielhäufigkeit gilt weiß ich nicht.

  12. handyaner
    schrieb am 23. April 2009 um 21:54 Uhr (#)

    @Martin Weigert: aber man kann seine hochgeladene musik doch “freunde” zur verfügung stellen, auch wenn nur als stream. und so ein freundeskreis ist ja nicht begrenzt.

  13. Eric Hofmann
    schrieb am 23. April 2009 um 23:15 Uhr (#)

    Es geht voran! Demnächst kommt nocht Steereo.de

  14. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 24. April 2009 um 08:15 Uhr (#)

    @ handyaner
    Ja momentan noch. Nach dem Relaunch geht dies aber nicht mehr, wie im Artikel beschrieben.

    @ Eric
    Jo mal abwarten, wie das wird.

  15. Brigid
    schrieb am 24. April 2009 um 10:26 Uhr (#)

    Ich bin bei Simfy seit der ersten Stunde, für mich war gerade das Prinzip des teilens der Musik mit Freunden, wobei man unbegrenzt auch komplette Alben anhören konnte und so auch mal etwas entdecken konnte was es auf dem Musikmarkt gar nicht mehr zu kaufen gibt, das interessante an der Sache, nun wird es dasselbe wie bei last.fm oder roccatune, also heisst es für mich bye-bye Simfy

  16. Johannes Kreibohm
    schrieb am 27. April 2009 um 15:32 Uhr (#)

    Also so wie ich den Beitrag lese wird es auch in Zukunft möglich sein, Musik hochzuladen und diese mit Freunden zu teilen. Von daher großartig, Funktionen wie bisher und die Musikflat und schnickes Redesign dazu!

  17. Filip
    schrieb am 27. April 2009 um 15:38 Uhr (#)

    @brigid: aber da steht doch oben “Deutlich von der Konkurrenz abheben kann sich das neue simfy dagegen mit der Uploadfunktion für eigene Musik…”. Also sollte doch Musik hochladen auch in Zukunft möglich sein!

    Glückwunsch zum Relaunch Jungs!

  18. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 27. April 2009 um 16:59 Uhr (#)

    Uploadfunktion für Musik ja, aber Teilen der eigenen Musik mit Freunden nein.

  19. Uwe
    schrieb am 5. Mai 2009 um 09:21 Uhr (#)

    Uploadfunktion… Hm. Mp3tunes.com hat versucht die Upload-Geschichte mit Hilfe von Synchronisationstools für diverse Plattformen zu vereinfachen. Z.B. um Doppler zu vermeiden. Oder auch, um es dem Nutzer einfacher zu machen den Übeblick darüber zu behalten, was noch hochgeladen werden kann.

    Existiert dergleichen auch für diesen Dienst?

  20. Tobias Knapp
    schrieb am 5. Mai 2009 um 10:50 Uhr (#)

    Das Ende der “Freunde” ist wohl gerade auf Unsicherheiten im Bezug auf Lizenzierung und Urheberrechte zurückzuführen. Je größer solche Dienste werden, desto mehr gibt es für die Rechteinhaber theoretisch in einem Prozess zu holen.

    btw: Juhu! Beta Tester! Danke für die Einladungs-Codes!

  21. Brigid
    schrieb am 5. Mai 2009 um 12:19 Uhr (#)

    Na ja meine eigene Musik kann ich hören wann immer ich will, dazu brauche ich keinen Online-Musikdienst, gerade das Entdecken von Musik bei Freunden war das Interessante, denn da sind oft Alben dabei die es gar nicht mehr zu kaufen gibt, ich bin auch von der Beta-Version nicht so angetan, leider gibt es die besten Musik-Dienste nur für US-Bürger

  22. Julian Rothkamp
    schrieb am 5. Mai 2009 um 12:53 Uhr (#)

    Danke für den Code. Sieht schon mal sehr schick aus. Auch wenn sich noch nicht alle Funktionen nutzen lassen. Mal abwarten wie es weitergeht.

  23. BumBumTo
    schrieb am 9. Mai 2009 um 19:26 Uhr (#)

    Musik von Freunden kann ich doch nach wie vor entdecken? Und Uploads gibt es auch. Sind doch nur mehr Features geworden. Bin echt angetan von dem Ding!

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.