Musikdienste:
simfy heizt dem Wettbewerb ein
Der Berliner Musikdienst simfy wird in wenigen Wochen in einer neuen Version starten. Aus einem Service zum webbasierten Speichern der eigenen MP3-Sammlung wird ein vollwertiger Streamingdienst, der in einigen Punkten der Konkurrenz voraus ist.
Bei simfy können Nutzer ihre persönliche Musiksammlung hochladen, um sie von jedem Rechner mit Internetanschluss verfügbar zu machen. Mitglieder erhalten nicht nur Zugriff auf ihr eigenes Archiv, sondern auch auf das ihrer simfy-Kontakte. Je mehr User man also auf der Plattform als Freunde hinzufügt, desto größer ist die Musikauswahl. Dieses System hat einen entscheidenden Nachteil: Wer bei simfy neu oder gar nicht registriert ist, kann mit der Site wenig anfangen.
Mit der neuen Beta-Version öffnet das Berliner Startup sein Angebot für alle User, egal ob registriert oder nicht. Gleichzeitig wird das beschriebene Freunde-Prinzip abgeschafft: Jeder hat fortan Zugriff auf sämtliche der zum Relaunch vorgehaltenen rund drei Millionen Songs, egal wie viele Freunde er bei simfy hat oder ob er überhaupt Mitglied ist.
Die neue Version von simfy vereint verschiedene, von anderen Musikdiensten bekannte Elemente: Nicht registrierte Nutzer können nach einzelnen Interpreten suchen und an diesen ausgerichtete Radiostreams oder dazu passende Playlists anderer simfy-User anhören. Auch lassen sich Listen mit individuellen Titeln bestücken. Wie bei den meisten Musikangeboten üblich, gibt es in der kostenfreien Variante einige Einschränkungen: So muss eine Playlist mindestens zehn Songs von drei oder mehr verschiedenen Künstlern enthalten. Auch darf sie nicht aus einem kompletten Album bestehen.

Wer sich bei simfy registriert, kann zusätzlich seine eigene Musik bei dem Dienst hochladen. Damit lassen sich auch Stücke online verfügbar machen, die weniger bekannt oder schon älter und deshalb nicht im simfy-Archiv vorhanden sind. Mitglieder haben außerdem die Möglichkeit, Kontakte hinzuzufügen und mit diesen abspielbare Playlisten zu teilen.
Für alle, die mehr wollen, wird simfy eine Flatrate anbieten, die für einen noch nicht festgelegten Betrag alle drei Millionen Titel unbegrenzt und werbefrei streamen lässt. Konkurrenten wie Spotify oder Napster verlangen für ein solches Angebot monatlich zehn Euro. Bei simfy möchte man sich gerne noch etwas darunter ansiedeln.
Natürlich ist es bedauerlich, dass auch simfy in der kostenlosen Version mit Limitierungen daherkommt. Doch wie alle muss simfy den Bedingungen von GEMA und Plattenfirmen im Bezug auf das Streaming und dafür anfallende Gebühren folgen. In Deutschland hat es bisher einzig roccatune geschafft, ein legales, werbefinanziertes On-Demand-Angebot auf die Beine zu stellen, bei dem Nutzer tatsächlich kostenlos und direkt ihre Wunschtitel abspielen können. Deutlich von der Konkurrenz abheben kann sich das neue simfy dagegen mit der Uploadfunktion für eigene Musik sowie mit dem äußerst eleganten und praktischen Design.

Herzstück der überarbeiteten Oberfläche ist der neue Player, der sich am unteren Browserrand platziert und an einen Frame erinnert. Mit einem Klick lässt sich die Playerkomponente ausfahren und bietet Zugriff auf die üblichen Regler sowie die aktuelle Playlist. Zu jedem Titel können Künstler- und Song-Details abgerufen werden. Oft sind auch Songtexte vorhanden. Die wenigsten Musikservices im Web bieten eine derartig coole Abspieloberfläche wie simfy, und gerade beim großen Wettbewerber Last.fm wird der Player sträflich vernachlässigt. Schade, dass man die Player-Leiste nicht auch beim Surfen auf andere Seiten mitnehmen kann!
Mit dem Relaunch macht simfy stärker als bisher seine Ansprüche auf eine Führungsposition im Bereich digitaler Musikangebote deutlich. Nach Aussagen von simfy-Mitbegründer Steffen Wicker wird das Startup in Kürze die Marke von einer Million Mitgliedern durchbrechen. Antreiber für dieses Wachstum sind vorrangig die Partnerschaften mit diversen Social Networks. Durch Integrationen bei joinR, Piczo, Spickmich, Jimdo und stayblue finden täglich zirka 3000 bis 4000 neue User den Weg zu simfy.
In wenigen Wochen wird die neue simfy-Version online gehen. Anschließend steht die europäische Expansion auf dem Programm. Frankreich und Großbritannien sind als erstes an der Reihe.
Update: simfy hat netzwertig.com-Lesern 25 Einladungs-Codes für die neue Version zur Verfügung gestellt.
Die URL für die simfy Beta ist beta.simfy.de. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
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Jetzt wird die Cloud also langsam musikalisch. Sehr schön. Wenn das ganze auch auf Smartphones etc. vernünftig läuft könnte das ein ganz großes Ding werden.
Wichtig hierbei ist wohl, dass die Community exzessiv genutzt wird und schlecht gerippte Mp3s mit Codierungsfehlern keine Chance haben. Es sei denn, die haben ein paar Terrabyte Speicherplatz. So dass es ihnen egal sein kann, wenn 1321 Leute den aktuellsten Hit von Britney Spears hochladen. Dann wäre ja sichergestellt dass ich auch wirklich exakt die Dateien höre, die ich hochgeladen habe.
Naja, für mich sind da noch ein paar Fragen offen. Aber testen werde ich es. Das neue Design sieht toll aus, bin draf gespannt…
Coole Sache, die Screens machen Lust auf mehr! Im Vergleich zu Roccatune gefällt mir die Optik sehr!
Äusserst positiv finde ich, dass man sich dann nicht erst registrieren muss, um mal bei simfy reinzuschnuppern. Wenn es gefällt, kann man sich ja immer noch registrieren. Lobenswert und danke für den ausführlichen teaser.
@ Tristan
simfys Musikkatalog ist nicht durch Nutzer zusammengetragen worden, insofern sollte es da keine Probleme mit unterschiedlicher Qualität und schlechten Rips geben. Das Upload-Feature steht jedem Nutzer als Extra zur Verfügung, die so hochgeladenen Songs kann man nur selbst anhören, nicht mit anderen teilen.
@ Jörn
Gern, dir danke für das regelmäßige Verlinken ;)
So sehr ich LastFM liebe, das über den Player mußte mal gesagt werden.
interessanter Beitrag, aber ein Frage: was unterscheidet das zukünftige Angebot von simfy mit dem jetzigen von http://listen.grooveshark.com/?
wie machen die es eigentlich mit den musiklizensen, wenn user musik hochladen?
mir gefällt dieser service auch sehr gut. der player ist unschlagbar. ich hoffe man wird den player (zumindest als premium-kunde) auch in eigene seiten/blogs/profile embedden können.
ich bin gespannt auf das, was da noch alles kommt!
@ handyaner
Da man die selbst hochgeladene Musik nicht tauscht, dient sie ganz einfach als Sicherheitskopie. Hundertprozentig weiß ich es nicht, aber ich nehme an, dass dafür keine Lizenzzahlungen notwendig sind.
@ Martin Schulze
Die Unterschiede liegen wie im Vergleich mit Last.fm, Roccatune oder auch Deezer, SeeqPod im Detail. Überschneidungen gibt es bei fast allen Musikdiensten. Am Ende die größten Chancen hat wohl der mit der besten Kombination aus Usability, Musikangebot und Funktionsvielfalt.
Toll wäre es, wenn einer der Online-Dienste die Dateien, Bewertung und Abspielhäufigkeit mit iTunes synchronisieren könnte, damit man nur eine zentrale Musik-Bibliothek hat. Oder gibts das schon?
@ facebook user: man kann bei simfy seine itunes medienbibliothek datei hochladen und die dateien werden dann online synchronisiert. ob das auch für bewertungen und abspielhäufigkeit gilt weiß ich nicht.
@Martin Weigert: aber man kann seine hochgeladene musik doch “freunde” zur verfügung stellen, auch wenn nur als stream. und so ein freundeskreis ist ja nicht begrenzt.
Es geht voran! Demnächst kommt nocht Steereo.de
@ handyaner
Ja momentan noch. Nach dem Relaunch geht dies aber nicht mehr, wie im Artikel beschrieben.
@ Eric
Jo mal abwarten, wie das wird.
Ich bin bei Simfy seit der ersten Stunde, für mich war gerade das Prinzip des teilens der Musik mit Freunden, wobei man unbegrenzt auch komplette Alben anhören konnte und so auch mal etwas entdecken konnte was es auf dem Musikmarkt gar nicht mehr zu kaufen gibt, das interessante an der Sache, nun wird es dasselbe wie bei last.fm oder roccatune, also heisst es für mich bye-bye Simfy
Also so wie ich den Beitrag lese wird es auch in Zukunft möglich sein, Musik hochzuladen und diese mit Freunden zu teilen. Von daher großartig, Funktionen wie bisher und die Musikflat und schnickes Redesign dazu!
@brigid: aber da steht doch oben “Deutlich von der Konkurrenz abheben kann sich das neue simfy dagegen mit der Uploadfunktion für eigene Musik…”. Also sollte doch Musik hochladen auch in Zukunft möglich sein!
Glückwunsch zum Relaunch Jungs!
Uploadfunktion für Musik ja, aber Teilen der eigenen Musik mit Freunden nein.
Uploadfunktion… Hm. Mp3tunes.com hat versucht die Upload-Geschichte mit Hilfe von Synchronisationstools für diverse Plattformen zu vereinfachen. Z.B. um Doppler zu vermeiden. Oder auch, um es dem Nutzer einfacher zu machen den Übeblick darüber zu behalten, was noch hochgeladen werden kann.
Existiert dergleichen auch für diesen Dienst?
Das Ende der “Freunde” ist wohl gerade auf Unsicherheiten im Bezug auf Lizenzierung und Urheberrechte zurückzuführen. Je größer solche Dienste werden, desto mehr gibt es für die Rechteinhaber theoretisch in einem Prozess zu holen.
btw: Juhu! Beta Tester! Danke für die Einladungs-Codes!
Na ja meine eigene Musik kann ich hören wann immer ich will, dazu brauche ich keinen Online-Musikdienst, gerade das Entdecken von Musik bei Freunden war das Interessante, denn da sind oft Alben dabei die es gar nicht mehr zu kaufen gibt, ich bin auch von der Beta-Version nicht so angetan, leider gibt es die besten Musik-Dienste nur für US-Bürger
Danke für den Code. Sieht schon mal sehr schick aus. Auch wenn sich noch nicht alle Funktionen nutzen lassen. Mal abwarten wie es weitergeht.
Musik von Freunden kann ich doch nach wie vor entdecken? Und Uploads gibt es auch. Sind doch nur mehr Features geworden. Bin echt angetan von dem Ding!