Plakat-Kampagne:
Zeitunglesen nur zu Hause

Zeitungen sind nicht erwünscht: In Tokio macht eine U-Bahngesellschaft Front gegen Zeitungsleser. Die sollen Rücksicht nehmen – und das Papier gefälligst zu Hause lassen.

Tokio Metro (Ole Reißmann)

Tokio Metro (Ole Reißmann)

Kein Eis essen, keine laute Musik hören: Im öffentlichen Nahverkehr fordern mahnende Plakate zur Rücksichtnahme auf. Die Tokio Metro möchte ihren Fahrgästen auch das Zeitungslesen abgewöhnen.

Große Plakate an den Stationen machen unmissverständlich klar, dass man seine Zeitung doch lieber zu Hause lesen sollte. Eine richtige Kampagne! Da sage noch einmal jemand, wir würden hier gegen das Gedruckte schießen. Wir bedauern es hingegen sehr, dass die Jugend die Umwelt schützt und weniger Zeitung liest und freuen uns noch über jede Tram, die mit ausgelesenen Pendlerzeitungen gepflastert ist. Vor allem fordern wir: Die Diskriminierung von Zeitungslesern muss aufhören! Statt aktueller Nachrichten auf mobilen Endgeräten – vulgo Handys – fordern wir abgehangene News von gestern in unhandlichen Formaten! Oder so ähnlich.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

 

Mehr lesen

Jimdos Erfolg in Japan: \

20.11.2014, 0 KommentareJimdos Erfolg in Japan:
"Wegen eines Website-Baukastens Autogramme zu geben, ist irgendwie verrückt"

Vor fünf Jahren ließen sich die Macher des deutschen Website-Baukastens Jimdo auf ein Experiment ein: Sie schufen mit lokaler Unterstützung einen Ableger in Japan. Dieser entwickelte sich zu einem echten Hit, mit verrückten Nebeneffekten.

230 Millionen Nutzer weltweit: WhatsApp-Konkurrent Line will Deutschland erobern

22.9.2013, 20 Kommentare230 Millionen Nutzer weltweit:
WhatsApp-Konkurrent Line will Deutschland erobern

Mit 230 Millionen Nutzern gehört der WhatsApp-Konkurrent Line international zu den Schwergewichten im Messenger-Segment. Nun will der Dienst aus Japan Deutschland und Europa erobern.

Krise und Technologie als Chance: Wieso wir weniger arbeiten sollten - und es können

5.4.2013, 20 KommentareKrise und Technologie als Chance:
Wieso wir weniger arbeiten sollten - und es können

Unsere heutige Sichtweise auf Arbeit ist problematisch. Neue Technologien sowie die Krise des Finanz- und Wirtschaftssystems zwingen uns zu weitreichenden Veränderungen.

27.4.2009, 21 KommentareMedienkrise:
Fünf Thesen zum Umbruch

Die angekündigte Schließung von medienlese.com hat eine Vielzahl von Meinungen zur Medienkrise in provoziert, die zum Teil weit auseinanderliegen. Der Versuch einer Einordnung.

15.11.2008, 6 KommentareKampagne mit Ente:
Zeitungsmaskottchen Paula Print

Kampagne mit Stofftier: Es liegt schweigend herum – und soll den Wert der Zeitung transparent machen. Aber wie bloss soll das mit den aktuellen Kampagnen gelingen?

7.7.2008, 18 KommentarePresse-GAU:
Energie? Strom? Atomkraft?

Das Comeback der Atomenergie scheint unumgänglich – aber was hat der Ölpreis damit zu tun? Und exportiert Deutschland nicht sogar Strom, der im Überfluss produziert wird?

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

7.5.2009, 37 KommentareG wie Google:
"Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele"

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion.

Journalismus 2.0: Die Diskussion mitgestalten

5.5.2009, 15 KommentareJournalismus 2.0:
Die Diskussion mitgestalten

Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium. Was Journalisten tun können.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

1.5.2009, 19 KommentareUnd noch'n Gedicht:
Als Dank an meine Leser

30.4.2009, 8 Kommentaremedienlese.com:
Eine vorläufige Bilanz

Nach fast drei Jahren eingestellt, die Rubrik “6 vor 9” mit 2000 Euro Spenden in drei Tagen gerettet. Was soll dieses Blog? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert in der Zeit?

27.4.2009, 21 KommentareMedienkrise:
Fünf Thesen zum Umbruch

Die angekündigte Schließung von medienlese.com hat eine Vielzahl von Meinungen zur Medienkrise in provoziert, die zum Teil weit auseinanderliegen. Der Versuch einer Einordnung.

14.4.2009, 4 KommentareSpot.us:
Kauf Dir einen Journalisten

Auf Spot.us schlagen Nutzer und Journalisten Themen vor, zu denen recherchiert werden sollte – dann werden so lange Spenden gesammelt, bis ein Journalist beauftragt werden kann.

24.3.2009, 1 KommentareThe New Basics:
Grundsätzliches über die Medien

Wie geht es dem Journalismus? Zwei aktuelle Studien zeigen, wie es um die Medien in Deutschland steht. Mit reichlich Zahlenmaterial belegen sie einen heftigen Strukturwandel.

8 Kommentare

  1. @Ole:

    Du hast leider den unteren Teil des Plakats abgeschnitten. Dort erkennt man, dass es nicht um Zeitungslesen per se geht, sondern um das Stören von anderen Fahrgästen:

    ???????????????????

    Please be considerate of those around you on the train.

    Die übrigen Plakate der Kampagne sind unter http://tokyometro.jp/ansh…ki/poster/index.html verfügbar.

  2. Sollen die Tokioter Zeitungen halt auf nem kleineren Format gedruckt werden! In London sieht man Underground auch nur die schmalen Zeitungen im Berliner-Format oder sogar noch kleiner!

    Das kann doch echt kein Grund sein!

  3. Was sagt denn der NSK (Nihon Shinbun Kyokai) dazu? Der BDVZ wäre gegen solche Plakate sicher schon Sturm gelaufen …

  4. Die Kampagne in den Tokioter U-Bahnhöfen richtet sich ganz klar nicht gegen Zeitungleser, sondern gegen jede Sorte rücksichtslosen Verhaltens. Auf dem Bild geht es um Leute, die ihre großformatige Zeitung komplett ausklappen; in den überfüllten Bahnen nimmt das einen ganzen Sitzplatz weg. Andere Motive betreffen das Schminken in der U-Bahn und die Benutzung von Handys in der Nähe von Sitzen für Schwerbehinderte (deren Herschrittmacher dadurch aus dem Takt kommen könnten).

    Also: Tokyo Metro verbietet Zeitunglesen, Handys und Make-upe — wenn es andere Fahrgäste stört.

  5. “Please do it at home”, du meine Güte, das klingt ja, als handele es sich um eine Bitte, nicht öffentlich zu masturbieren.

  6. @Ole:

    Aber nur in der Vorschau, man kann auf das Bild klicken, dann sieht man das Plakat ganz!

    Könnt Ihr Vorschaubildchen allenfalls kennzeichnen, damit man sie als solche erkennt?

    Und natürlich geht es “nur” darum, rücksichtsvoll zu sein, siehe oben die Beispiele Essen und Musik. Worum denn sonst?

    Gemäss Deinem Titel: «Zeitungslesen nur zu Hause» … ;)

    @base rate:

    Es gibt noch einige andere Varianten, beispielsweise «Please do it on the beach» … :)

  7. Aber viel genialer ist doch das hier:

    http://tokyometro.jp/ansh…r/manner_200812.html

    “Please do it at home”….mwuahahaha!^^

  8. Aber nur in der Vorschau, man kann auf das Bild klicken, dann sieht man das Plakat ganz! Und natürlich geht es “nur” darum, rücksichtsvoll zu sein, siehe oben die Beispiele Essen und Musik. Worum denn sonst?