Newsnetz wiederholt:
Facebook macht krank!

Demenz, Schlaganfälle, und Schulprobleme: Wer sich auf Tamedias Newsnetz über Facebook informiert, erfährt Schreckliches. Das soziale Netz scheint überaus gefährlich.

Facebook-Gründer Zuckerberg: Im Auftrag der Pharma-Lobby? (Keystone)
Facebook-Gründer Zuckerberg: Im Auftrag der Pharma-Lobby? (Keystone)

Vier Texte über Facebook aus den letztem zwei Monaten, vier Horror-Geschichten: Das hinter verschiedenen Online-Auftritten der Tamedia stehende Newsnetz schreibt gerne über das Social Network Facebook – nicht weniger als 56 Beiträge wurden bisher von der Redaktion dazu verfasst. Doch so richtig positiv ist kaum eine davon – oft drehen sich um fragwürdige Gruppen, Probleme mit Geld oder Technik.

Neu zu lesen sind seit einiger Zeit Artikel, die Facebook für allerlei Auswirkungen verantwortlich machen. Krebs, Demenz, Schlaganfälle, Gefühllosigkeit, Schulprobleme – es gibt kaum etwas, an dem das Social Network nicht schuld ist:

18.02.2009: «Facebook ist gefährlich»
19.02.2009: Krebs, Demenz, Schlaganfälle: So gefährlich ist Facebook
12.04.2009: Facebook schadet dem Schulerfolg
15.04.2009: Gehirnforscher warnen: Facebook macht gefühllos

Die Story über die schlechteren Schulleistungen, die Facebook angeblich verursacht, konnte von Andreas Von Gunten widerlegt werden – es heisst in der Studie: “Karpinski betont, dass die Resultat nicht notwendigerweise bedeuten, dass die Nutzung von Facebook zu tieferen Noten führe.”

Warum diese Artikel erscheinen, kann nur spekuliert werden. Ist es die Angst vor der Konkurrenz, die einem Klicks wegnimmt? Oder erwartet die mit einem Web-Seismograph ausgestattete Redaktion grosses Interesse bei den Facebook-Nutzern unter den Lesern (immerhin über 1 Million in der Schweiz)?

Wer sich in Zukunft irgendwie schlecht fühlt oder Probleme hat, der kann ja mal bei Newsnetz nachsehen, ob nicht vielleicht Facebook daran schuld ist – es gibt noch viele Studien von “renommierten Fachmagazinen”, die etwas “behaupten”, was dann vom Boulevardportal irgendwie ausgelegt werden kann.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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10 Kommentare

  1. Köbi Bünzli
    schrieb am 16. April 2009 um 13:42 Uhr (#)

    In diesem Text hat es ja noch mehr Rechtschreibfehler als bei Newsnetz. Habt ihr kein Lektorat?

  2. mad
    schrieb am 16. April 2009 um 14:06 Uhr (#)

    Witzigerweise stehen in der Meldung der University of Southern California auch noch die folgenden Absätze:

    Castells [holder of the Wallis Annenberg Chair of Communication Technology and Society at USC] said he was less concerned about online social spaces, some of which can provide opportunities for reflection, than about “fast-moving television or virtual games.”

    “In a media culture in which violence and suffering becomes an endless show, be it in fiction or in infotainment, indifference to the vision of human suffering gradually sets in,” he said.

    [Corresponding author] Damasio agreed: “What I’m more worried about is what is happening in the (abrupt) juxtapositions that you find, for example, in the news.”

    Neil Postman wäre erfreut, wenn er das noch hören könnte.

    Klar natürlich, dass der Newsnetz-Artikel darauf nicht eingeht.

  3. zappadong
    schrieb am 16. April 2009 um 14:07 Uhr (#)

    @ Köbi Bünzli: An den Rechtschreibfehlern ist Facebook schuld!

  4. flashfrog
    schrieb am 16. April 2009 um 14:11 Uhr (#)

    @zappadong: Genau, verwichselte Bachstuben sind die ersten Anzeichen der schrecklichen Facebookdemenz.

  5. Ugugu
    schrieb am 16. April 2009 um 14:38 Uhr (#)

    als ehemaliger fazkebooker kann ich flogfishs these zur zustimmen ;-)

  6. flashfrog
    schrieb am 16. April 2009 um 14:59 Uhr (#)

    @Ronnie Grob: Ganz besonders verheerend soll übrigens FriendFeed wirken… :-)

  7. Frederik
    schrieb am 16. April 2009 um 19:08 Uhr (#)

    Wo Neider sind, da fallen Späne. Oder so ähnlich. Facebook Connect (witzig, dass es hier über der Kommentarbox prangert) nutze ich zwar nicht, aber als 1000x besseren Ersatz für lächerliche Netzwerke ala StudiVZ, WKW, etc. lasse ich mich gern von Mark Zuckerbergs “gefährlichster Internetdroge” abhängig machen…

  8. rp__
    schrieb am 18. April 2009 um 00:03 Uhr (#)

    Und dann gab es noch die Pharmakologin, die vor dem britischen House of Lords einen Vortrag darüber hielt, wie Facebook & Co. das Gehirn verändern:
    http://guardian.co.uk/uk/…ing-childrens-brains
    Vielleicht hat sich David Cronenberg schon an die Verfilmung gemacht …

  9. Der Wobbler
    schrieb am 18. April 2009 um 07:45 Uhr (#)

    SIE sind schon unter uns…!!!einself

  10. Roger Beleffi
    schrieb am 10. Dezember 2010 um 07:35 Uhr (#)

    Klar,Facebook kann süchtig und krank machen,es kann aber auch umgekehrt für Abwechslung,Unterhaltung und interessanten Bekanntschaften führen.Bei allen Netzwerken und Spielen gibts Personen die damit nicht klar kommen,dies sollte aber nicht überbewertet werden.
    Jede Medaille hat eben seine Kehrseite.

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