Neue Musikseite:
Niemand wartet auf Vevo

Google und Universal tun sich zusammen und wollen dieses Jahr mit “Vevo” ein Premium-YouTube mit Social Network für Musikvideos starten – als auf darauf jemand warten würde.

Vevo: Musikvideos von Universal und teure Anzeigen (Screenshot)
Vevo: Musikvideos von Universal und teure Anzeigen (Screenshot)
Noch eine Community, ein neues Social Network: Google und Universal Music tun sich also zusammen, um noch in diesem Jahr eine neue Website für kostenlose Musikvideos zu starten. Der Name des gemeinsamen Projekts: Vevo. Die Inhalte kommen von Universal, die Technik von Google. Die Einnahmen aus den Anzeigen, die zu den Clips gezeigt werden, sollen geteilt werden. Nutzer können über Vevo Videos abrufen – oder sie gleich bei YouTube ansehen, wo es einen eigenen Vevo-Channel geben soll. Ohnehin setzt Google bei dem Projekt auf YouTube-Technik, schreibt TechCrunch. Nur wird man die Universal-Musikvideos wohl nicht in eigene Seiten einbetten können.

Also wozu bitte noch eine eigene Seite, wozu eine eigene Marke? Für die Werbung, die man auf Vevo deutlich teurer verkaufen möchte als auf YouTube. Nur warum sollten Nutzer nicht länger auf YouTube nach Clips suchen und sie dort ansehen, wie sie es seit Jahren gewöhnt sind? Ein Rätsel. Auch die angekündigte Community-Funktion und Hintergrundmaterial machen die Seite nicht attraktiver als zig bestehende und etablierte Angebote im Netz. Musikvideos ganz legal und auch mit Community gibt es zum Beispiel auf den MySpace-Seiten der Künstler, auf Last.fm, Video-Plattformen wie Hulu, Joost, Tape.tv oder MTV Music.

Eine bahnbrechende Funktion könnte ein kleiner Button sein, über den sich ein Musikvideo oder der Song als MP3 gegen Gebühr herunterladen lässt – ah, gibt es ja auch schon, der iTunes Music Store. Was könnte Vevo haben, was es sonst noch nicht gibt, gar nicht oder nicht gut genug? Oder ist Vevo nur ein schöner Schein, eine Dachmarke für die Werbevermarkter?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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2 Kommentare

  1. Hofnarr Florian
    schrieb am 13. April 2009 um 19:51 Uhr (#)

    Der tiefere Sinn dieses neuen Webangebots erschließt sich mir auch nicht.

  2. Iyad Al-Sahwi
    schrieb am 1. Mai 2009 um 13:28 Uhr (#)

    Es gibt drei Argumente
    1. Auf Vevo wird es keine user-generierten Videos geben und die Qualität wird höher sein als auf YouTube. Damit kann Werbung deutlich teurer verkauft werden.
    2. Google/YouTube hat keine weiteren Lizenzprobleme mit UMG
    3. UMG wird mit ihrer eigenen Webpräsenz Vevo womöglich profitabler

    Das heisst nicht, dass ich das Ganze beführworte, sondern nur dass es schon einen Sinn für beide Parteien macht ;-)

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