YouTube:
470 Millionen Dollar Verlust

YouTube wird dem Eigner Google 2009 470 Millionen Dollar Verlust kosten, so ein Report des Finanzdienstleistungsunternehmen Credit Suisse.

Das passt ja zu den aktuellen Geschichten rund um die Lizenzforderungen der GEMA und anderer Verwertungsgesellschaften gegenüber YouTube: Laut einem Report vom Schweizer Finanzdienstleistungsunternehmen Credit Suisse wird YouTube-Besitzer Google 2009 auf 470 Millionen Dollar Verlust sitzen bleiben, wie unter anderem heise berichtet.

Werbeeinnahmen in Höhe von 240 Millionen Dollar stehen dabei Kosten von mehr als 710 Millionen Dollar gegenüber. Nicht einmal drei Prozent der dafür in Frage kommenden YouTube-Seiten würde Werbung beeinhalten.

Das Problem, dem sich Google mit YouTube gegenüber sieht, ist eine ungünstige Kombination aus schlecht vermarktbarem User Generated Content, einer den Werbemarkt schrumpfen lassenden Rezession und der Tatsache, dass Online-Video sehr kostenintensiv ist.

YouTube wächst weiter, das nützt Google aber nichts: Das Problem bei vielen Online-Video-Angeboten und speziell wohl bei YouTube ist die Tatsache, dass aufgrund der hohen Kosten weitere Nutzer negative Deckungsbeiträge einbringen. Das heißt, sie erzeugen mehr Kosten als sie Einnahmen generieren.

Vor diesem Hintergrund erscheint es noch absurder, dass die vermeintlichen Vertreter von Musikern, die Labels und Verwertungsgesellschaften, eine Verluste einfahrende Plattform, die ihnen kostenlos eine Öffentlichkeit anbietet, mit überzogenen Lizenzforderungen überziehen. Würde Google YouTube aufgrund der aktuellen Verluste und der schlechten Aussichten einfach schließen, würde es nicht zuletzt auch die treffen, welche die Videosite als Werbeplattform für ihre Produkte nutzen – und dafür auch noch entlohnt werden wollen.

 

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28 Kommentare

  1. In diesem Zusammenhang würde mich ja mal interessiern, ob es auch Videoplattformen gibt, die lukrativ sind. Weiß da jemand was?

  2. @Martin: Ich weiss ja keine Zahlen von sevenload, aber die scheinen recht zufrieden. Ich denk bei YouTube liegt das Problem tiefer. Nur mal die Zahlen. Laut dem Ober-Data-Miner von Yahoo, sollte sich der Online-Werbemarkt noch verdoppeln. Das begründet er damit das Menschen 15% ihrer Zeit online verbringen aber nur 7% des Werbebudgets in Onlinewerbung fliesst(und Werbung geht bekanntlch dorthin wo die Menschen sind). Selbst dann würde es YouTube nicht mal schaffen aus den roten Zahlen zu kommen!!!

    Bei Sevenload werden keine urheberrechtlich geschützten Inhalte akzeptiert, sondern es wird viel mehr darauf geachtet das echter “user-generated-content” generiert wird. Somit steigt auch der Wert als Werbeplattform. Das Problem von Youttube liegt somit warscheinlich in ihrer Qualität als Werbeplattform.

    Ich denk auch Youtube sollte sich überlegen die ganzen urheberrechtlich geschützen Inhalte prinzipiell rauszunehmen, und wenn ein “Rechteverwerter” Promotion für seine Produkte will, kann er eines der Werbeangebote in Anspruch nehmen.

  3. Hmm … bitter! Bei der Menge an Content, die tätglich bei Youtube abgerufen wird. Aber du hast recht. Die Qualität der Inhalte wird nicht ausreichend kontrolliert, um damit konsequent Werbung zu vermarkten. Vielleicht ist das aber auch gut so. Dann müssen sich die Betreiber nämlich langfristig Gedanken um das Werbemodell machen und vielleicht treibt das ja tatsächlich die Innovation an. Ich hab´ das Gefühl, daß Googles Geo-Datenbank da möglicherweise noch eine große Rolle spielen wird. Warum weiß ich auch nicht.

  4. Hab ich mir auch schon gedacht, Werbung ist ja meist lokal orientiert, und somit werden auch eher lokale Anbieter berücksichtigt. Bei Sevenload ist schon die ganze deutschsprachige TV-Scene versammelt ist. Lokale Anbeiter haben schon Vorteile, ein anderes Beispiel ist ja ricardo/ebay.

  5. soweit ich gehört habe, befinden sich die jungs von myspass.de in der Gewinnzone, das ist aber auch kein herkömmliches video portal mit user generated content

  6. Die Musik-Rechte-Verwerter sollten demnach den user transfered Content dulden, oder gleich freiweg oder günstiger freigeben, damit YouTube nicht mehr eine halbe Millarde, sondern nur noch eine viertel Millarde Verlust p.a. macht (Verlustvortrag vom YouTube-Kaufpreis selbst bitte immer mit im merker behalten) ?

    Aha.

    Warum gibt die Blogwerk AG nicht seinen Content generell frei bzw. gestattet es mir als Nutzer, z.B. diesen Artikel ohne Erlaubniseinholung woanders hochzublasen? Wär doch eine tolle Sache!

    Na?! Weil Urheberrechte lt. Impressum greifen bzw. es sich für den Verlag nicht rechnen würde. “Aber Blogwerk würde doch bekannter werden?” Vielleicht. Aber davon können sich die Autoren und der Verlag auch noch nix kaufen. Jemand anders könnte/würde auch vielleicht mit dem Content selbst Geld verdienen. Richtig. Es wär okomisch völliger Blödsinn.

    Wir werden wahrscheinlich immer wieder an den selben Punkt bei solchen Themen kommen: Viele wollen konsumieren, nur zu wenig wollen zahlen bzw. eine konsequente Werbefinazierung hinnehmen.

    Würde eine Videoplattform als Infrastrukturprovider im embedding services unüberspringbare Zwangswerbung vorschalten – und hier wäre ein richtiges Potential für reichweitenstarke, kontextsensitive Werbung – würde die Karawane mit einem tosendem “Unverschämtheit!” ganz schnell zum nächsten Kannibalen weiterziehen.

    siehe Kommentare hier:
    http://googlewatchblog.de…-werbung-in-youtube/
    und
    http://basicthinking.de/b…smodelle/#more-14268

    Der Content an sich selbst ist keineswegs schlecht vermarktbar, wie Du schreibst.

    Und soweit ich weiß, ist kein Musiker verpflichtet, der GEMA beizuwohnen.

  7. Auch die Bilanz von Sevenload dürfte alles andere als rosig aussehen. Myspass hat natürlich den großen Vorteil, attraktive Inhalte nicht erst einkaufen zu müssen.

  8. Noch als Nachbemerkung zum Thema Verwertung/Konsum: Ich möchte derzeit eine Band buchen und dabei richtig Geld ausgeben (2.500 aufwärts). Ich suche mir auf den Webseiten von Bands den Wertesten ab und finde weder als mp3 noch als Video kein Referenzmaterial. “Wir schicken Ihnen auf Anfrage gerne zu” steht dann da immer auf der Page.

    Warum ist das so?

    Weil die Bands selbst für die Verwertungsrechte der Cover zahlen müssten. Und das wollen die meisten partout nicht. Ich weiß ja selbst nicht, was das denn kosten würde. 200e, 300€…? Naja, who cares es kostet halt i.d.R., wenn man mit anderem Kohle machen möchte, damit der Werkschöpfer auch was sieht. Das Geld wär in jedem Falle sicher gut angelegt Eine ganze Runde Bookings (=Umsatz) könnten einige Bands schon mehr haben, wenn sie hier investieren würden. Da bin ich mir sicher.

    Es ist schon traurig genug, keine 3 Akkorde statt Cover für eine VK-fördernde Demo nicht auf die Reihe zu kriegen. Trauriger ist es jedoch, als Künstler selbst der GEMA (wemauchimmer) nur als Mitglied für Ausschüttungen beiwohnen zu wollen.

    Heute bekommt man übrigens als Antwort immer mal “Psst …schauen Sie doch mal auf YouTube zu URI xyz, Da hat ein User (*hihi wir sind doch auch nur alle User*) ein Video von einem unserer geilen Konzerte in sehr guter Qualität hochgeladen.

    Sie sparen sich demnach jetzt auch noch das CD-Demo brennen.

    Solch ein “Künstler” mit einer schon fast parasitären Einstellung kriegt keinen Euro Auftrag von mir. Und ich sage weiter: Es ist für mich mehr und absolut ok. wenn dieses Video aufgrund “Rechte” von YouTube entfernet werden würde. Ich würde dies sogar aus ethischen Gründen unterstützen.

    btw: Die Idee von vevo.com finde ich einen interessanten Ansatz
    http://turi-2.blog.de/200…musikportal-5929317/

  9. @Klaus Wolfrum:
    Was das alles genau mit den Verlusten von YouTube zu tun hat, ist mir schleierhaft. Aber sei’s drum:

    “Warum gibt die Blogwerk AG nicht seinen Content generell frei bzw. gestattet es mir als Nutzer, z.B. diesen Artikel ohne Erlaubniseinholung woanders hochzublasen? Wär doch eine tolle Sache!”

    Wieviel hast Du denn bezahlt, um diesen Artikel zu lesen? Und wie viel musst Du denn bezahlen, um auf ihn linken zu dürfen? Du bekommst hier bereits alles kostenlos und ohne künstliche Barrieren.

    Die Situation von Blogwerk ist kaum mit der von der MI zu vergleichen.

    “Wir werden wahrscheinlich immer wieder an den selben Punkt bei solchen Themen kommen: Viele wollen konsumieren, nur zu wenig wollen zahlen ”

    Das ist Unsinn. Es gibt keine Generation, an Leuten, die auf einmal für nix mehr bezahlen wollen. Die Anbieter haben die neuen Märkte nur noch nicht verstanden. Darüber beschweren, dass niemand die eigenen Produkte kauft, ist kein Geschäftsmodell.

    “Und soweit ich weiß, ist kein Musiker verpflichtet, der GEMA beizuwohnen.”

    Schau Dir mal en detail die Situation dt. Musiker an. Die meisten Labels und ab einer bestimmten Größe alle nehmen nur GEMA-Mitglieder unter Vertrag. Da die GEMA die einzige Verwertungsgesellschaft für Musiker in D ist, bleibt auch allen Musikern nichts anderes übrig, als einzutreten, wenn sie auf eine Auszahlung aus Radioplay hoffen.

  10. >>
    Was das alles genau mit den Verlusten von YouTube zu tun hat, ist mir schleierhaft. Aber sei’s drum:
    >>

    Was meinst Du denn da genau? Ist mein ganzer Beitrag also für Dich “Thema verfehlend”?

    Auch für andere, die hier mitlesen?

    >>
    Du bekommst hier bereits alles kostenlos und ohne künstliche Barrieren.
    >>

    Das stimmt nicht ganz. Ich kann auf Blogwerk lesen und darauf verlinken. Ich kann Deinen Artikel aber nicht weiterverwerten.

    Also: Wäre es Dir recht, wenn ich als Leser Deinen Artikel z.B. als ppt verwerte und auf Slideshare stelle oder ich den netzwertig-RSS ohne Erlaubniseinholung im kompletten Umfang auf einem Techmag komplett syndiziere und somit weiterverwerte?

    >>
    Die Situation von Blogwerk ist kaum mit der von der MI zu vergleichen.
    >>

    Warum denn nicht? Weblogs reagieren doch auch auf aggregierende RSS-Verwertungs-Mashups entsprechend. Und zu recht.

    >>
    Das ist Unsinn.
    >>

    Du tust sehr schnell meinen Beitrag als Unsinn ab, findest Du nicht? Deine Thesen werden durch häufige Selbstreferenzierung auch nicht unbedingt bestandhafter.

    Ich finde Deine teilweise schon einlastigen Betrachtungsweisen für eine journalistische Themen-Bearbeitung schon recht bemerkenswert. Persönlich würde ich mir da weniger Lobbyarbeit für Google Inc. & Co. und die ein- oder andere Nuance einer Einbeziehung von anderen Blickwinkeln (z.B. der weiteren beteiligten Protagonisten) von Dir wünschen.

    …bevor Du meinen Kommentar schlicht als Unsinn und mit einem “seis drum” quittierst.

  11. Warum denn nicht? Weblogs reagieren doch auch auf aggregierende RSS-Verwertungs-Mashups entsprechend. Und zu recht. <– das hat zwar schon längst alles nix mehr mit dem Ausgangsposting zu tun, aber den hier finde ich trotzdem bemerkenswert. Alle Welt freut sich über den immensen Zugang an über die Feeds und alle heulen gleichermaßen, wenn die Dinger weiterverwertet werden. Das ist so verlogen :) … Dann müßte man die Feeds gleich kostenpflichtig machen.

  12. @Martin
    Auf den ersten Gedanken stimme ich Dir zu, im Kontext trifft es sich dennoch absolut: Es geht um Urheber- und Nutzungs- und Verwertungsrechte. Und darum, ob es sich für den Schöpfer der von anderen seiner verwertenden Werke rechnet.

    Ob es Musik-, oder um ein Blogwerk geht, ist pups.

  13. wow, total off topic mittlerweile.

    @Martin:
    “Alle Welt freut sich über den immensen Zugang an über die Feeds und alle heulen gleichermaßen, wenn die Dinger weiterverwertet werden. Das ist so verlogen ”

    Was ist daran verlogen, zwischen privater Nutzung (lesen) und kommerzieller Nutzung (zB reposten auf mit Werbung zugepflasterten Sites) zu unterscheiden?

    @Klaus Wolfrum:
    “Ich kann auf Blogwerk lesen und darauf verlinken. Ich kann Deinen Artikel aber nicht weiterverwerten.”

    Das stimmt. Aber inwiefern entstünde aus der Verwertung ein Mehrwert? Die Texte stehen hier, für jedermann einsehbar. Jeder darf darauf linken und daraus zitieren. Zugänglicher wird’s nicht.
    Weder wir als Urheber noch die Leser erhalten irgendeinen Nutzen daraus, wenn Du alles im Volltext auf deinem “Techmag” syndizierst. Wenn Du Dich mit fremden Inhalten schmückst, verlierst Du außerdem noch an Reputation.
    Das alles trifft auf die MI mit YouTube nicht zu. Musiker werden bekannter, Hörer finden die Videos an einem Platz mit zuverlässlicher Technik, andere Kostenstrukturen bei YT für die Distribution etc.
    Ich weiß nicht, wie ich es klarer machen soll, aber die Situationen sind nicht vergleichbar.

    Ich sage übrigens nicht, dass YouTube gar nichts zahlen sollte (auch wenn die Überlegung stattfinden sollte, warum nicht jeder andere Filmer Geld von YouTube für das Privileg verlangt, Videos hosten und streamen zu dürfen). Ich sage nur, dass die Labels bedenken müssen, welche auch für sie nützlichen Strukturen sie durch die Lizenzen online zerstören können.
    Niemand würde sagen, dass die Majorlabels und Verwertungsgesellschaften weise handeln würden, Lizenzen zu verlangen, die 90% der Radiosender in den Bankrott reitet. Warum soll das bei Onlinestreaming- und Videosites so sein? Das ist natürlich nur ein Kostenposten besonders bei YT und deshalb sind wir hier OT.

    Ich bin btw. nicht derjenige, der bei Blogwerk über Dinge wie die Lizenzierungen entscheidet. Ich kann also auf Deine Fragen, was mir recht wäre, nur bedingt antworten, weil ich nicht derjenige bin, der darüber hier entscheidet. Es kann zB sein, dass meine persönliche Ansicht diesbezüglich von der von Blogwerk abweicht.

  14. wow zurück. So off-topic ist es doch mal nicht, wenn Du Dich an Dein Ausgangsposting erinnerst: Du hast zwei Punkte in Deinem Beitrag angesprochen: YouTube macht eine halbe Milliarde Verlust und Deine Feststellung, dass die MI die Plattform in Deinen Augen mit überzogenen Lizenzkosten überziehen.

    Ich habe ein paar Betrachtungen eingebracht, warum der Verlust mit entstehen könnte und die es m.E. wert sind, statt einer vorschnellen Unsinnsbewertung mit in eine Diskussion einbezogen zu werden.

    Ich habe auch nicht geschrieben, dass keiner mehr etwas zahlen möchte, wie Du eine meiner Betrachtungen auffasst. Ich habe geschrieben, dass in manchen Bereichen im Netz immer mehr konsumieren und immer weniger zahlen wollen.

    >>
    Aber inwiefern entstünde aus der Verwertung ein Mehrwert?
    Weder wir als Urheber noch die Leser erhalten irgendeinen Nutzen daraus, wenn Du alles im Volltext auf deinem “Techmag” syndizierst. Wenn Du Dich mit fremden Inhalten schmückst, verlierst Du außerdem noch an Reputation.
    Das alles trifft auf die MI mit YouTube nicht zu.
    >>

    Ach, das trifft tatsächlich nicht auf MI und YouTube zu?
    Stelle Dir vor, manchem ist die Reputation völlig pups und wollen nur mit Deinem Content ungefragt ein paar Euros Werbeumsatz machen. Dort stimmt doch dann für die Weiterverwerter der Mehrwert;-). Andere Leser müssten sich auch nicht zu netzwertig hangeln und hätten es vielleicht in für sich besserer Form auf dem imaginären “Techmag”. Aber es wird schon interessanter: Dir passt es schon mal augenscheinlich nicht, dass sich andere mit Deinen Federn schmücken könnten und Du direkt keinen Mehrwert siehst. Das finde ich sehr gut!

    Ich mag zwar jetzt nicht nach einem Musikbeispiel suchen, aber das hier ist z.B. die parasitärste, rechtsunbewussteste Form einer “user transfered (und nicht generated!)” Nutzung:

    http://www.youtube.com/watch?v=SoBtsiYmY2k
    (Markups beachten)

    Neben der von mir angesprochenen Verweigerung von Werbekonsumierung als Finanzierungsmodell hat damit die Platttform augenscheinlich ein größeres Problem für Verlustzonennavigation. Nicht damit, dass Labels einen Channel aufsetzen und die Vermarktung von z.B. Apetizern gemeinsam mit dem Broadcaster vorantreiben. Und das siehst Du ja genau richtig, dass solche hervorragenden Infra- und Markenstrukturen wie es YouTube bietet, genutzt werden sollen. Das werden sie doch ja auch.

    Ich mag auch annehmen, dass es der Pro Sieben Media AG völlig Brust ist, wenn jemand für sie Werbung betreibt. (Für was betreibt der User Werbung? Nicht mehr auf den Sender die Werbung ihrer Kunden gucken zu müssen?)

    >>
    Ich sage übrigens nicht, dass YouTube gar nichts zahlen sollte
    >>

    Der ein oder andere Künstler und weitere Beteiligten sind Dir für Dein gutdünkenende Haltung sicher dafür sehr dankbar.

    Es ist schade für mich, dass Du auf meine eingebrachten Punkte “Verweigerung von Werbekonsum als Kompensationsmodell für Refinanzierung von Ausgleichs-/Lizenzkosten” oder “user transfered statt generated content” für den von Dir ökonomisch angesprochenen Punkt “Verlust bei YouTube” offensichtlich gar nicht eingehen magst. Vielleicht liegt Dir das Thema “überzogene Lizenzforderungen” vielleicht wichtiger?

    >>
    Schau Dir mal en detail die Situation dt. Musiker an. Die meisten Labels und ab einer bestimmten Größe alle nehmen nur GEMA-Mitglieder unter Vertrag. Da die GEMA die einzige Verwertungsgesellschaft für Musiker in D ist, bleibt auch allen Musikern nichts anderes übrig, als einzutreten, wenn sie auf eine Auszahlung aus Radioplay hoffen.
    >>

    Meine Aussage hat aber durch Deine Ausführung weiterhin Bestand, die da war: Und soweit ich weiß, ist kein Musiker verpflichtet, der GEMA beizuwohnen.

    …und die Verwertung z.B. selbst mit z.B. einem eigenem dititalem Label voranzutreiben. Das Internet bietet doch durch die radikal gesunkenen Transaktionskosten usw. die besten Voraussetzungen?!

    …aber dieser Punkt würde jetzt definitiv ins OT gehen. Schreib vielleicht mal demnächst darüber mit ein paar Ideen und ökonomischen Betrachtungswinkeln. Wär sicher interessant.

  15. “Was ist daran verlogen, zwischen privater Nutzung (lesen) und kommerzieller Nutzung (zB reposten auf mit Werbung zugepflasterten Sites) zu unterscheiden?”

    Naja, Feeds sind nunmal dazu da Reichweite und wiederkehrende Nutzer zu generieren. Das funktioniert offenbar ja auch sehr gut. Der Nutzen ist als schon mal gestiftet. Auf den anderen Seite dann zu jammern, wenn die Dinger durch entsprechende Mashups gedreht und recycled werden, finde ich doch sehr weinerlich. Erstens wird das von Suchmaschinen sowieso bestraft und zweites ist absehbar, daß dieser Kampf nicht zu gewinnen ist. Das wird sich meiner Meinung nach irgendwann so entwicklen wie bei der Sofrwareentwicklung, wo mal alles Freeware bekommt und sich dann irgendwann aus schlechten Gewissen doch entscheidet die Vollversion zu kaufen. Wäre ja nicht schlecht wenn ein guter Blog seine Feeds tatsächlich monetarisieren würde. Gibt genug Portale, die für COntent sowieso Geld ausgben. und nicht zu knapp. Ich denke da z.B. an die Ad.Hoc Meldungen an der Börse. Ein gutes Geschäft wenn man sich da mal die Preise für die Feeds anguckt. Aber egal. Ich schweife schon wieder ab.

  16. @Klaus Wolfrum:
    “Stelle Dir vor, manchem ist die Reputation völlig pups und wollen nur mit Deinem Content ungefragt ein paar Euros Werbeumsatz machen. Dort stimmt doch dann für die Weiterverwerter der Mehrwert”

    Ich habe deswegen auch nur von den Lesern/Konsumenten und uns als Urhebern gesprochen.

    “Dir passt es schon mal augenscheinlich nicht, dass sich andere mit Deinen Federn schmücken könnten und Du direkt keinen Mehrwert siehst.”

    Das habe ich nicht gesagt. Ich sehe nur keinen Mehrwert entstehen, außer für den, der einen schnellen Euro machen will (den ich auch da nicht unbedingt sehe; so ein paar Google-Ads bringen nicht viel und ein Google-Adsense-Account ist auch schnell geschlossen).

    Auch wenn Du es nicht sehen willst, es gibt wesentliche Unterschiede zwischen Texten und Musik online. Aggregatoren wie Rivva und Google News können auf uns linken und zitieren, die brauchen für die Aggregation nicht den Volltext zB. Die Distribution ist auch so optimal. Das ist bei Musik nicht so. Es gibt von der MI kein äquivalentes Angebot zu der Tatsache, dass wir unsere Texte hier online für jeden kostenlos abrufbar bereitstellen und jeder auf uns verweisen kann.

    “Es ist schade für mich, dass Du auf meine eingebrachten Punkte “Verweigerung von Werbekonsum als Kompensationsmodell für Refinanzierung von Ausgleichs-/Lizenzkosten” oder “user transfered statt generated content” für den von Dir ökonomisch angesprochenen Punkt “Verlust bei YouTube” offensichtlich gar nicht eingehen magst.”

    Ich werde jetzt hier nicht anfangen, auch noch über Online-Werbung zu diskutieren. Nur so viel: Man kann die Konsumenten nicht zwingen, das eigene Produkt auf eine bestimmte Art zu konsumieren. Wenn sie konsequent Werbung ausblenden, muss man einen anderen Finanzierungsweg suchen.
    Oder aufhören. Marktwirtschaft halt, Angebot und Nachfrage.

    “…und die Verwertung z.B. selbst mit z.B. einem eigenem dititalem Label voranzutreiben. Das Internet bietet doch durch die radikal gesunkenen Transaktionskosten usw. die besten Voraussetzungen?!”

    Das versuche ich hier seit geraumer Zeit mit den Artikeln den Leuten zu vermitteln. Viele glauben es aber schlicht noch nicht.
    Ich kann außerdem jedem, der mit seiner Musik nicht in den Charts landen wird, nur davon abraten, der GEMA beizutreten.

  17. @Martin
    Tja, das ist schon aufschlussreich. Ein YouTube für kompletten Weblogautoren-Textcontent würde von vielen derer Autoren, wenn es um deren eigenen Werke geht, ganz und gar nicht mehr gut geheissen werden – die auch derzeit groß und laut propagieren, man verstehe den Markt nicht. Auch wenn sie vielleicht gar nicht, aus welchen Gründen auch immer, von anderen ihre Texte “tuben” lassen wollen.

    @Marcel
    Mein imaginär exemplarisches “Techmag” mit fremden Content per RSS wäre übrigens vielleicht nicht mit “Werbung zugepflastert” oder mit einem Adsense versehen. Ich würde es vielleicht als Image Corporate Blog in woauchimmer implementieren und freudig nutzen lassen.

    Warum denn dafür zahlen? Musiker sollen sich doch auch damit abfinden, “wie in der Zeit vor der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden sie ihren Lebensunterhalt mit Auftritten und dergleichen verdienen.” (hier zitiere ich Dich).

    Sollten also Autoren nur noch von Lesungen und nicht mehr von Honoraren leben?

    Das “Techmag” mache ich aber natürlich nicht, weil ich “meins und Deins” differenzieren mag und “Erlaubnis/Untersagung” nicht nur buchstabieren kann. Und nicht der Reputation wegen.

    Es geht auch nicht um schnell schliessbare Adsense-Konten.

    >>
    Auch wenn Du es nicht sehen willst, es gibt wesentliche Unterschiede zwischen Texten und Musik online.
    >>

    In diesem Bezug mitnichten. Es geht um aggregierenden traffic auf origäre Quellen oder gleich um direkte Nutzerseitige Inahlteverwertung. Ersteres ist fast allen lieb, bei zweiterem reagiert man zu recht empfindlicher.
    Es geht um Eigentum, Erlaubnis und Verwertungsrechte.

    Man mag fast annehmen, dass dies vielen gar nicht mehr klar ist und ein allgemeines Recht auf Inalte seiner Wahl bzw. wasauchimmer bei YouTube besteht. Viele Branchenbeteiligte wären sicher mehr als froh, manche digitalen “Fans” los zu sein. So wie Ihr froh wärd, wenn ich als “netzwertig.com”-Fan Eure Artikel woauchimmer im Vollcontent repliziere.

    >>
    Ich werde jetzt hier nicht anfangen, auch noch über Online-Werbung zu diskutieren.
    >>

    Na, warum schreibst Du erst dann so einen Artikel? Dann genügt eine Kurzmitteilung, dass die Plattform eine halbe Millarde direkt in den Lokus donnert, Link zu heise rüber und fertig. Weiteren entgangenen Umsatz/Gewinn durch verloren gegangene Rechte, Verwertungspotentiale bitte bei Gelegenheit mit anpinnen. Meine Frau kauft nämlich keine Tina Turner DVDs seit YouTube mehr. Vielleicht werden auch keine mehr veröffentlicht, weil der Abverkauf eh zu lau ist und sich die produktion sich nicht lohnt. Welcome to the bootleg-World und Eintrittspreisen jenseits gut und böse.

    >>
    Nur so viel: Man kann die Konsumenten nicht zwingen, das eigene Produkt auf eine bestimmte Art zu konsumieren. Wenn sie konsequent Werbung ausblenden, muss man einen anderen Finanzierungsweg suchen.
    Oder aufhören. Marktwirtschaft halt, Angebot und Nachfrage.
    >>

    “Oder aufhören. Marktwirtschaft halt”

    Ratzfatz. Marcel macht den wirtschaftlichen Fazit-Deckel drauf. Branchenpatient tot. Egal, beerdigen. Nächster bitte.

    Da fällt mir fast nichts mehr dazu ein. Diese Sichtweise erschreckt mich ehrlich gesagt auch ein wenig für Dich in Deiner Funktion als Leiter eines Weblogs, welches sich auch mit ökonomischen Aspekten auseinandersetzen möchte (muss).

    Ich möchte Dir wirklich nicht zu nahe treten, aber Deiner Funktion und Verantwortung solltest Du Dir doch ein wenig bewusster werden.

    Ich habe übrigens im entferntesten keinen Deut mit der Branche am Hut. Ich sehe den von Dir abwehrenden Vergleich Künstler/Musik -> Autor/Text und der Inhalteverwertung nur im Gleichheitsprinzip und möchte lediglich eine wirtschaftliche Nachhaltigkeit im/durch das Netz miterleben.

    Das Internet ist der revolutionärste Tonträger, den es je gab. Und er wird leglich für Free-P2P bzw. deren Derivate genutzt bzw. propagiert. Eigentlich armselig.

    Ich warte auf die erste MI-Produktion, die gutes 2.0-Fanmaterial abcrappt und eine DVD davon direkt vermarktet. Und dann auf das Geschrei der Fotografen/Filmer “ey, die machen mit meinen Aufnahmen Kasse”;-)

  18. Da hat sich jetzt jemand aber festgebissen.
    Nochmal: Meine Sicht und die von Blogwerk müssen nicht unbedingt die gleichen sein.

    “Warum denn dafür zahlen? Musiker sollen sich doch auch damit abfinden, “wie in der Zeit vor der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden sie ihren Lebensunterhalt mit Auftritten und dergleichen verdienen.” (hier zitiere ich Dich).”

    Nochmal zum Mitschreiben: Man soll heute und künftig nach dem Willen der Labels weiterhin für die Musikdateien direkt bezahlen. Das funktioniert bereits heute nicht mehr richtig und künftig gar nicht mehr. Würden die Labels die Musik gratis verteilen wie wir das hier mit unseren Texten machen, querfinanziert zB wie bei uns teilweise durch Werbung, würde das anders aussehen mit der Zukunftsfähigkeit.
    Das gleiche gilt für Musikvideos. Ich habe außerdem noch von keinem Musiker gehört, der von den Lizenzeinnahmen für seine Musikvideos lebt (die meisten werden sogar nie etwas von diesem Geld sehen). Das war immer schon eine nette Dreingabe zusätzlich zur Werbung für etwas anderes und kein Geschäftsmodell. (Und ja ich vereinfache und werfe alle auf der Verwerterseite in einen Topf weil ich keine Zeit für halbe Romane in den Kommentaren habe)

    “Sollten also Autoren nur noch von Lesungen und nicht mehr von Honoraren leben?”

    Wenn es keinen Markt mehr für das Auftragsschreiben gibt, ja, z.B.. Was sollen sie sonst machen? Das Internet in Grund und Boden klagen, weil niemand auf die WErbung klickt und niemand für ihren Content bezahlt? Wenn Blogwerk sich nicht über Werbung und andere Querfinanzierungen tragen kann, dann ist es eben am Ende, weil für sein Geschäftsmodell dann kein Markt da wäre. Sollte Blogwerk stattdessen über die eigenen Leser lamentieren und schärfere Gesetze für die Beachtung der Werbung fordern?
    Marktwirtschaft wird heutzutage viel zu sehr mit dem unsinnigen Gedanken verbunden, dass das, was gestern profitabel war, es auch morgen noch sein wird.

    “Da fällt mir fast nichts mehr dazu ein. Diese Sichtweise erschreckt mich ehrlich gesagt auch ein wenig für Dich in Deiner Funktion als Leiter eines Weblogs, welches sich auch mit ökonomischen Aspekten auseinandersetzen möchte (muss).”

    Naja. Ich hoffe, Du sagst Deinen Kunden als Berater nicht, dass eben alle Konsumenten Geizhälse oder Schnorrer sind, wenn Deine Kunden sich über ihr nicht funktionierendes Geschäftsmodell beschweren. Denn darum geht es hier. Es geht um funktionierende und nicht funktionierende Geschäftsmodelle. Statt sich an den Markt anzupassen, holt die MI die Gesetzeskeule raus. Das hat im Fall P2P die letzten 10 Jahre nicht sonderlich gut funktioniert.
    Im Fall Streaming (Musik oder Videos) sind die abzuschöpfenen Parteien einfacher ausmachbar. Deshalb sehen sich die Startups Lizenzen gegenüber, die meist kein kostentragendes Betreiben ermöglichen. Die MI versucht ja einfach das gesamte Marktvolumen zu übertragen, wie man an der Argumentation der GEMA sehen kann. Was natürlich unsinnig ist. Hier werden einseitig einfach Märkte trockengelegt, letzlich zum Schaden aller (auch derjenigen, die diese aufgrund von Kurzsichtigkeit trockenlegen).
    Wer die Gründe für diese Konsequenzen dann auf ein vermeintliches Gratisverhalten der Konsumenten ummünzt, ist einfach zynisch.

    “Das Internet ist der revolutionärste Tonträger, den es je gab. Und er wird leglich für Free-P2P bzw. deren Derivate genutzt bzw. propagiert. ”

    Es ist unter anderem gerade deshalb so revolutionär bzw. disruptiv.

    Ich klinke mich jetzt aus hier.

  19. @Marcel:
    “Niemand würde sagen, dass die Majorlabels und Verwertungsgesellschaften weise handeln würden, Lizenzen zu verlangen, die 90% der Radiosender in den Bankrott reitet. Warum soll das bei Onlinestreaming- und Videosites so sein?”

    Aus Sicht der Majorlabels ist die Zerstörung der medialen Vielfalt eine rationale Strategie: Je weniger Radio/TV-Sender bzw. Internetplattformen es gibt, umso leichter ist es, diese zu kontrollieren, um so den eigenen Produkten eine bevorzugte Behandlung zu sichern. Das ist doch genau die Strategie, die SoundExchange (kollektive US-Verwertungsgesellschaft von Labels/Interpreten für Internetradiotantiemen) gegenüber den Internetradios fährt.

    Und genau darum, Vermeidung von Konkurrenz, Aufbau eines Monopols, geht es auch bei VEVO.

    @Klaus Wolfrum:
    “Ich warte auf die erste MI-Produktion, die gutes 2.0-Fanmaterial abcrappt und eine DVD davon direkt vermarktet. Und dann auf das Geschrei der Fotografen/Filmer “ey, die machen mit meinen Aufnahmen Kasse”;-)”

    Ein DVD-Beispiel fällt mir gerade nicht ein, aber “illegales” Audiomaterial wird von den Musikkonzernen seit Jahrzehnten vermarktet, ein Beispiel ist Columbia Records mit der Bootleg-Series von Bob Dylan.

  20. @DieterK Das ergibt Sinn.

  21. @Marcel Weiss

    >>
    Das ergibt Sinn
    >>

    Ich dachte, Du klinkst Dich aus? Bei Zuspruch siehts anders aus? Na, gut.

    >>
    Da hat sich jetzt jemand aber festgebissen.
    >>

    Nein, als festgebissen würde ich mich zumindest nicht bezeichnen, wenn Du diese Feststellung auf mich beziehst. Ich nehme sehr gerne Korrektiv auf und diskutiere über Themen, über die es sich lohnt drüber zu reden. Und dies ist besser als sich festgefahren zu haben, wie ich bei Deinen Betrachtungsweisen den Eindruck haben mag.

    >>
    Nochmal zum Mitschreiben:
    >>

    Man mag annehmen, Du hälst Diskussionspartner mit solchen Randbemerkungen für begriffsstutzig oder dumm. Das steht Dir nicht so gut.

    Du fasst fast keinen einzigen Einwurf von mir zumindest als überdenkenswert oder zustimmend auf, und wenn er noch so kantig und klar zum Thema Eigentums/Schutzrecht ist (Bsp. der Parasit, der die Switchfolgen offensichtlich aufgrund der Popularität für seine Markupteaser nutzt. Das ist wirklich interessant und nehme ich gar nicht persönlich. Es liegt vielleicht an unserer beiden Alter und die Phase, in der wir mit Medien aufgewachsen sind. Bei manchen fehlt offensichtlich ein komplettes Empfinden. für Nutzungsrechte im digitalen Zeitalter. Man quittiert es dann lediglich mit “kann man nix dagegen machen” oder “hat doch schon die letzten 10 Jahre nicht funktioniert”

    Es ist ungalant, wenn Du Dich beim Thema “Weiterverwertung Text” hinter Deinem Verlag versteckst und lediglich darauf hinweist, dass Deine Meinung von dem des Verlags abweichen kann, Du aber noch nicht einmal Deine Meinung konkret zum Thema Nutzung Deines Urheberrechts Deiner Texte kundtust. In all den Beiträgen nicht. Dann hol doch Peter hinzu, wenn Du es selbst nicht willst/darfst oder kannst.

    Was ist denn nun Deine persönliche Meinung, wenn man Deinen Artikel komplett und ungefragt weiterverwerten würde? Ich z.B. als Fan von Marcel Weiss` Thesen? Wäre es für Dich persönlich o.k.? Ja/nein? Aber nur wenn Du willst…

    >>
    Würden die Labels die Musik gratis verteilen wie wir das hier mit unseren Texten machen,
    >>

    Wo verteilt Ihr denn was? Du/Dein Verlag gibt(s) ein kostenloses Nutzungsrecht (read only) auf Euren Domains. Es besteht hierin ein feiner Unterschied. Du/Ihr gestattes(t) ja noch nicht einmal ungefragtes Syndizierungsrecht (generate/aggregate/copy) auf anderen Plattformen.

    >>
    Wenn es keinen Markt mehr für das Auftragsschreiben gibt, ja, z.B.. Was sollen sie sonst machen? Das Internet in Grund und Boden klagen, weil niemand auf die WErbung klickt und niemand für ihren Content bezahlt?
    >>

    Wen würdest Du denn angehen, wenn jemand ungefragt Deinen Content zieht? Den “jemand” oder “das Internet”? ich würde mich für den jemand entscheiden. Und das ziemlich konsequent. Das täte gleub ich die Blogwerk mir so ziemlich gleich. Wenn der jemand eine Art YouTube Plattform ist, die “och sory, das sind doch die Nutzer die das uppen” ist, dann würde ich mich über Lizenzkosten unterhalten, um nicht einer Hydra zu unterliegen. Wenn die Plattform ein Vermarktungsproblem hat, weil die Nutzer selbst die Werbung blocken und die Plattform sehr trafficlastig mit einem Haufen anderem Schiss auflasten, ja dann dumme Sache. Weder die Blogwerk noch ich würden aus diesem Grund in den Lizenzverhandlungen runtergehen. Ich zumindest nicht.

    >>
    Naja. Ich hoffe, Du sagst Deinen Kunden als Berater nicht, dass eben alle Konsumenten Geizhälse oder Schnorrer sind, wenn Deine Kunden sich über ihr nicht funktionierendes Geschäftsmodell beschweren.
    >>

    Tut mir leid: Diesen Ausführungen kann ich wirklich nicht mehr im Bezug ganz folgen. Auf jeden Fall würde ich das meinen Kunden nur bzw. dann sagen, wenn sie sich schnorrend verhalten würden (wir z.B. Urheberinhalte von anderen Sites für sie ziehen sollten). Nun denn Geizhälse begegnen auch uns bei Anfragen. Es bleibt jedoch dann bei Anfragen.

    Aber zurück zum eigentlichem:

    >>
    Hier werden einseitig einfach Märkte trockengelegt, letzlich zum Schaden aller (auch derjenigen, die diese aufgrund von Kurzsichtigkeit trockenlegen).
    >>

    Du spricht den Markt mit dem Megaverlust und dem Schaden für alle an?

    Na, wirklich ein toller Markt.

    Ich mag es auch wirklich gar nicht anzweifeln, dass die Musik-/Filemindustrie sich in den letzten Jahren saudoof und extralangsam mit der Vermarktung auf digitalen Tonträgern aufgrund des Strukturwandels angestellt hat. Denn dann hätten wir schon lange eine etablierte pay ondemand-Cinema-Videokultur etc.pp.

    Aber das steht auf einem anderen Thread.

    @DieterK
    Danke für das Beispiel mit den Bootlegs von Bob Dylan. Kannte ich noch nicht.

    >>
    Je weniger Radio/TV-Sender bzw. Internetplattformen es gibt, umso leichter ist es, diese zu kontrollieren, um so den eigenen Produkten eine bevorzugte Behandlung zu sichern.
    >>

    Das glaube ich wiederum nicht unbedingt. Dann gäbe es gar nicht die Privatradiovielfalt. Das Webradiostreamer mit nicht erwirtschafteten Erlösen keine Lizenzkosten zahlen können (ich glaube hier werden die 90% angesprochen), ist ein unternehmerisches Thema. Die Sättigung und Reichweitenrelevanz für eine Vermarktbarkeit ist ein marktwirtschaftliches Thema.

  22. Und nur nochmals zur Erinnerung: Beim Thema YouTube geht`s nicht nur um Musik.

    Die bezeichnete Plattform selbst stellt auch noch keinen Markt an sich dar.

  23. @Klaus Wolfrum:
    “Ich dachte, Du klinkst Dich aus? Bei Zuspruch siehts anders aus? Na, gut.”

    Es ging um die Diskussion mit Dir, weil Du mit jedem Kommentar weitere Themenfelder aufmachst, die nicht mehr viel mit dem Ursprungsposting zu tun haben. Dafür habe ich aktuell schlicht keine Zeit.

    “Man mag annehmen, Du hälst Diskussionspartner mit solchen Randbemerkungen für begriffsstutzig oder dumm.”

    Das war nicht meine Absicht. Falls das so rüber kam, sorry. Es zerrt nur einfach an den Nerven, wenn man die gleichen Vorwürfe und Fragen in den Kommentaren hier und anderenorts immer wieder beantwortet. Dafür kannst Du als einzelner Kommentator nichts, deshalb nochmal sorry.

    Zum Rest wurde bereits alles gesagt, bzw. habe ich keine Zeit, nochmal auf jedes Einzelargument einzugehen.

  24. >>
    Naja. Ich hoffe, Du sagst Deinen Kunden als Berater nicht, dass eben alle Konsumenten Geizhälse oder Schnorrer sind, wenn Deine Kunden sich über ihr nicht funktionierendes Geschäftsmodell beschweren.
    >>

    Hoppla. Du hattest die Endkunden angesprochen, da habe ich mich vertan. Das habe ich nicht behauptet, dass alle Konsumenten Schnorrer und Geizhälse sind. Wenn ein Geschäftsmodell des Kunden nicht funktioniert, wäre diese pauschalierte Aussage nicht fundiert.

  25. Du musst ja wirklich ein sehr profunder Kenner der Materie mit jahrelang gewachsenem Sachverstand sein, wenn Du ohne kleinstem Wenn/Aber/vielleicht, bisher fast ausschließlich mit Selbstreferenzierung Deine Thesen schon fast zu Gesetz erklärst. Dein Verlag muss sehr viel Geld und Zeit in dieses kallibrige know how und Wissen, welches einer ganzen Runde Leser vermittelt wird, investieren. Glückwunsch!

    Dann hast Du auf einmal nicht mehr die Zeit, Deinen entgegneneden Festhaltungen zu erwidern. Da hätte mal ein Link oder ein schlichtes ja/nein auf meine Frage genügt. Aber nein: Bei eigenem hört in jedem Falle der Spass auf. Da ist dann Ende der Free-Argument-Puste.

    >>
    Zum Rest wurde bereits alles gesagt, bzw. habe ich keine Zeit, nochmal auf jedes Einzelargument einzugehen.
    >>

    Dann sei Dir empfohlen, vielleicht generell nicht auf (meine) Kommentare zu antworten. Es wurde alles von Dir gesagt, ferig. Andernfalls wird der Markt okonomisch halt mal schnell für tot erklärt “Angebot und Nachfrage eben. Das ist Marktwirtschaft”. Die Protagonisten sollen sich zeitlich zurück katapultieren und sich damit abfinden. Industrieteilbereiche werden mal fluggs für überflüssig erklärt.

    Deine Einstellung und Deine Geistesvermittlung würde mich weniger interessieren, wenn Du sie irgendwo publizieren würdest. Hier fungierst Du jedoch auch als Meinungsmacher. Diese Option nutzt Du mehr als restriktiv auch gegenüber Deinen Lesern. Das Bedenkliche: mancher Deiner offensichtlichen und ökonomich wiederlegbaren Äusserungen werden noch nicht einmal mit einem “hoppla” selbst von Dir korrigiert.

    Ich möchte auch nicht wirklich weiter Deine Zeit beanspruchen. Bemühe Dich also bitte nicht weiter.

  26. Edit: Deine ganzen unverrückbaren Thesen und Verlautbarungen über Milliarden-Potentiale (leider in entgegengesetzter Richtung) und “negative Deckungsbeiträge” in Anbetracht der Entwicklung des derzeitigen Welthandelsvolumens, anschaulich hier auf Grafik 3: http://www.voxeu.org/index.php?q=node/3421

    Def:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Welthandelsvolumen

    Weiter so!

  27. Die Artikel auf Netzwertig sind ja ganz gut, aber die Diskussionen präsentieren sich doch zunehmend absonderlich. So viel Persönlichkeits-Geplänkel. So wichtig seid Ihr beide nicht .. :). Aber haut ruhig weiter in die Tasten.

  28. Na klar nehmen wir uns selbst nicht so wichtig;-) Wir haben ja nur leidenschaftlich darüber diskutiert. Der Autor bekommt ja auch den Aufwand hierzu vergütet. Somit schönen Dank für den angeregten Austausch.

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  8. [...] ansehe, oder? Und jetzt beeilt euch mal! Ich will endlich Cover-Mucke verschenken! Danke!" http://netzwertig.com/2009/04/10/you…ollar-verlust/ … Die Argumente, warum Youtube darauf einsteigen sollte sind also nicht sehr stichhaltig. [...]

  9. [...] man sieht, wäre mein Blog früher auch schon ein hübsches Ding gewesen. Youtube mit VerlustWie Netzwertig.com berichtet, macht Youtube im Jahr 2009 voraussichtlich 470 Millionen Dollar Verlust. Dies haben [...]