re:publica 09:
Esra’a al Shafei is kicking ass

Carolin Neumann, 3. April 2009 15:13 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Unbestreitbar ein kleines Highlight am letzten re:publica-Vormittag: Esra’a al Shafei sprach über Digitalen Aktivismus im Nahen Osten und demonstrierte ihren unglaublichen Mut im Kampf gegen Unterdrückung.

“Das Internet ist für uns die einzige Möglichkeit frei zu sein”, sagt Esra’a al Shafei, Vordenkerin des so genannten Digitalen Aktivismus, aus dem Inselstaat Bahrain im Nahen Osten. Wenn man niemanden kennt, mit dem man sich zusammentun kann, um gegen Unterdrückung zu protestieren, ist das Internet eben eine mächtige Waffe – so auch im Nahen Osten.

Eine mutige Frau, diese Esra’a al Shafei, die sicher gute Gründe hat, warum sie nicht fotografiert werden möchte und auch im Programmheft der diesjährigen re:publica mit einer Comicfigur abgebildet wird. Für ihre herausragenden Leistungen im Netz und ihren Einfluss auf die Gesellschaft wurde sie sogar mit einem Preis des renommierten Berkman Centers of Internet and Society at Harvard Law School ausgezeichnet.

Da steht sie also – klein, zierlich, und sagt durchaus provokative Sachen wie “Frauen sind das Gesicht des Wandels im Nahen Osten”. Esra’a al Shafei erzählt von ihren ersten Schritten in der Web-Welt; davon, wie sie für einen Freund, den ägyptischen Blogger Kareem Amer, die Kampagne “Free Kareem” auf Mideast Youth startete und weltweit für Aufmerksamkeit sorgte. Kareem war verhaftet worden, weil er einen Islam-kritischen Blogeintrag veröffentlicht hatte – dass Esra Muslima ist und Kareem mit seiner Kritik quasi ihre Religion beleidigt hatte, spiele dabei keine Rolle. Freie Meinungsäußerung sei freie Meinungsäußerung, egal wie die Meinung denn nun ausfällt, so die junge Aktivistin.

“Dank des Internets bringen wir Leute zueinander, die sonst nie die Chance hatten, sich auszudrücken”, sagte sie. “Mideast Youth ist ein tolles Beispiel dafür, wie man das Internet nutzen kann, um etwas zu ändern.” Und dann schloss sie mit den beeindruckenden Worten: “Nichts kann uns davon abhalten, zu tun, was wir tun. Auch wenn ich verhaftet werde oder jemand anders verhaftet wird – wir machen weiter. … We’re kicking ass at this!”

Und hier noch ein aufrüttelndes Video, das Esra in ihrem Vortrag zeigte:

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1 Kommentar

  1. clemens
    schrieb am 4. April 2009 um 02:45 Uhr (#)

    Volle Zustimmung, auch für mich war sie und ihre vorgestellte Arbeit beeindruckend & inspirierend.

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