Wieder Zeitungs-Fälschung:
G20-Gegner kopieren Financial Times

Carolin Neumann, 27. März 2009 17:23 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Keine Zeitung ist mehr sicher: Pünktlich zum G20-Gipfel brachten heute in London Aktivisten Tausende Fälschungen der Financial Times unter die Leute.

Ist das jetzt die neue Form des Protests, Plagiate etablierter Zeitungen Nachrichten in Umlauf zu bringen? Vor einigen Monaten war es die New York Times, letzte Woche die deutsche Zeit und heute wurden in London Tausende gefälschte Ausgaben der Financial Times verteilt.

Der Anlass für die Fälschung voller anklagender Nachrichten ist offensichtlich: Nächste Woche startet in der englischen Hauptstadt der G20-Gipfel. Anders als die Aktivistengruppe Yes Men von der gefälschten New York Times verstecken sich die Macher des Financial Times-Plagiats nicht. Mit ihrer zwölf-seitigen Zeitung, die elf Jahre in die Zukunft schaut, wollen die Kapitalismusgegner um Raoul Djukanovic unter anderem auf die Klimakrise aufmerksam machen, erklären sie auf der zur Kopie gehörenden Website. Die Financial Times scheint es übrigens einigermaßen mit Humor zu nehmen: “It’s not the FT, no comment,” so die ironische Stellungnahme, die sich auf den FT-Slogan “No FT, no comment” bezieht.

Erst in der vergangen Woche wurden Zehntausende Plagiate der Wochenzeitung Die Zeit verteilt. Chefredaktion und Geschäftsführung des Originals sollen beeindruckt von der Qualität der Kopien gewesen sein. In der heutigen Ausgabe der gedruckten Zeit findet sich außerdem eine kleine Nachricht, in der die Zeitung verspricht, auch weiterhin in alter Größe zu erscheinen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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1 Kommentar

  1. martin
    schrieb am 29. März 2009 um 18:54 Uhr (#)

    die erste falsche zeitung, die kopie der NYT, war wirklich genial und sehr originell! langsam aber sicher läuft sich die sache aber wohl zu tode und zeugt nicht mehr gerade von viel einfallsreichtum.

    aber umso mehr freue ich mich schon wieder auf neue kreative ideen, um demonstrationen und protesten mehr aufmerksamkeit in der öffentlichkeit zu verleihen.

    was mir in diesem jahr auch ganz gut gefallen hatte, war die “tagesschau-fälschung” mit charles clerc zur abstimmung über die personenfreizügigkeit in der schweiz, die man sogar noch personalisieren konnte!

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