Ab ins Internet:
US-Zeitung kickt tägliche Ausgabe

Ole Reißmann, 27. März 2009 02:10 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die letzte Ausgabe des täglichen gedruckten Christian Science Monitor erscheint heute in den USA – fortan setzt der Verlag auf eine wöchentliches Magazin und das Internet.


Die Abonnenten müssen länger auf ihren Christian Science Monitor im Briefkasten warten: Künftig wird nur noch einmal pro Woche gedruckt, nicht mehr täglich. Die traditionsreiche, für ihre liberale Berichterstattung und ihren Fokus auf Außenpolitik geschätzte Zeitung erfindet sich neu. Der Schritt war bereits im Oktober vergangenen Jahres angekündigt worden. Der neue Dreiklang: Internet, wöchentliches Magazin und täglicher E-Mail-Newsletter.

Der klare Fokus liegt dabei auf der Website, csmonitor.com, die allmählich an Fahrt aufnehmen soll und ständig mit aktuellen Inhalten gefüttert wird. Kosten sollen die Inhalte im Netz nichts. Bisher war der Christian Science Monitor eine ausgesprochene Abo-Zeitung, nur wenige Ausgaben wurden am Kiosk verkauft, vergleichsweise wenig Werbeanzeigen fanden sich auf den Seiten. Wie Associated Press berichtet, wird der Abo-Preis für den Christian Science Monitor von derzeit 219 Dollar auf 89 Dollar sinken. Durch den Wegfall der täglichen Zeitung sollen 10 Millionen Dollar gespart werden.

Die Abonnenten bekommen ein wöchentliches Magazin mit 44 Seiten. Ergänzt wird das Angebot um einen täglichen Newsletter, der via E-Mail verschickt wird und ausgedruckt auf drei Seiten passen soll. In den vergangenen Jahren war die 1908 gegründete Zeitung immer stärker unter Druck geraten, die Auflage sank auf 50.000 Exemplare, trotz der Umstellung werden Arbeitsplätze gestrichen. Seit Oktober wurden 17 journalistische Stellen von vorher 97 gestrichen.

Online statt Print in Ann Arbour

Und ein Nachtrag zu “US-Zeitungskrise: Online geht’s weiter”: Nach dem Seattle Post-Intelligencer und der Rocky Mountain News wird eine weitere Regionalzeitung eingestellt, wieder soll es im Netz weitergehen. Die Ann Arbor News, die in der gleichnamigen Stadt mit etwas über 100.000 Einwohnern im US-Bundestaat Michigan erscheint, wird im Juli eingestellt werden. Stattdessen geht es online weiter, AnnArbor.com soll die Zeitung ersetzen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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