Übernahme:
Speicherhersteller kauft Cloud-Hosting-Dienst Wuala

Hardwareanbieter kauft Cloud-Hosting-Service: Für eine unbekannte Summe geht der Schweizer Webdienst Wuala an den französisch-amerikanischen Hersteller von Speicherlösungen LaCie.

WualaDer Schweizer Cloud-Hosting-Anbieter Wuala verkauft es in seiner Pressemeldung als Zusammenschluss, aber aus Unternehmenskreisen haben wir bestätigt bekommen, dass es sich um eine Übernahme handelt: LaCie, ein Hersteller extern Speicherlösungen mit Sitz in Paris und Portland (USA), kauft die Caleido AG, das Unternehmen hinter Wuala. Aussagen über die Übernahmesumme wurden nicht gemacht. Die neun Wuala-Mitarbeiter bleiben an Bord.

Gemeinsam will man einen “einzigartigen und zukunftsweisenden Online-Speicher entwickeln und die Welt der Datenspeicherung revolutionieren”. Details dazu, wie dieses wenig bescheidene Vorhaben realisiert werden soll, sind zwar bisher nicht bekannt, aber der im Jahr 2007 gestartete Dienst hat in der Vergangenheit zumindest bewiesen, zu technischen Innovationen fähig zu sein, weshalb dieses Ziel wohl mehr als eine leere Marketing-Phrase sein dürfte.

Wuala setzt auf eine P2P-Serverstruktur, bei der Dateien der User verschlüsselt und in kleinen Paketen auf den Rechnern anderer Wuala-Benutzer abgelegt werden. Der Service, der seit Mitte 2008 für jeden zugänglich ist, gehörte zu unseren bevorzugten Webtools des vergangenen Jahres. Auch wenn noch unklar ist, wie genau die Integration von Wuala in das Produktportfolio von LaCie aussehen könnte, so lässt die Verknüpfung des Trend-Themas Cloud Hosting mit lokalen Speicherlösungen Raum für Fantasie.

Laut Wikipedia erwirtschaftetete LaCie im vergangenen Jahr mit 450 Mitarbeitern einen Umsatz von 390 Millionen Euro. Das Unternehmen entwickelt Festplatten verschiedenster Couleur.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

Mehr lesen

Wuala, Stackfield, Threema & Boxcryptor: Verschlüsselung als Impfstoff gegen Überwachung

24.6.2013, 12 KommentareWuala, Stackfield, Threema & Boxcryptor:
Verschlüsselung als Impfstoff gegen Überwachung

Verschiedene Onlinedienste aus Deutschland und der Schweiz wollen Nutzern mittels clientseitiger Verschlüsselung dabei helfen, sich gegen digitale Überwachung zu schützen.

Linkwertig: Digg, Wuala, Conway, Startups

16.7.2012, 0 KommentareLinkwertig:
Digg, Wuala, Conway, Startups

Betaworks übernimmt Digg für $500.000, Wuala offeriert jetzt auch eine Lösung für Unternehmen und mehr.

Aktionismus und Tatendrang: Google Drive versetzt eine  ganze Branche in Bewegung

25.4.2012, 8 KommentareAktionismus und Tatendrang:
Google Drive versetzt eine ganze Branche in Bewegung

Das Debüt von Google Drive war lange Zeit absehbar. Trotzdem gelingt es dem Internetkonzern, innerhalb weniger Tage eine ganze Branche in Bewegung zu versetzen.

13 Kommentare

  1. Für eine unbekannte Summe

    Die wäre halt wirklich interessant…

  2. Minus ein Schweizer IT-Unternehmen – schade … :(

  3. Das wäre echt sehr interessant zu sehen, wie viel für das Unternehmen letztendlich gezahlt wurde. Die “Grundlagenforschung” die darein geflossen ist, war ja beträchtlich (von meiner Warte aus).

    René / http://twitter.com/rrrene

  4. macht doch irgendwie sinn, finde ich. laCie ist schon lange einfach gut, wuala von beginn weg auch, beide machen speicher, die einen 1.0 und die andern 2.0. die erfahrenen cracks gehen mit den jungen wilden, das kann eine explosive mischung werden.

  5. Ja das klingt zumindest nach einem guten Match.

    @ Rene & Wolfgang
    Wuala-CEO Dominik Grolimund will leider nicht mit der Summe herausrücken.

  6. Wir finden auch dass sich unsere Vorstellungen und Visionen sehr gut ergänzen, deshalb freuen wir uns auch so über den erfolgreichen Deal.

    @Rene, Wolfang, Martin
    Dominik will nicht nur nicht mit der Summe rausrücken, sondern wird dies auch nicht tun dürfen. Über die Einzelheiten des Deals wurde Stillschweigen vereinbart. Ich hoffe Ihr habt dafür Verständnis.

  7. @Andreas:

    Dominik will nicht nur nicht mit der Summe rausrücken, sondern wird dies auch nicht tun dürfen. Über die Einzelheiten des Deals wurde Stillschweigen vereinbart. Ich hoffe Ihr habt dafür Verständnis.

    … abgesehen davon dürfte der definitiv zu bezahlende Preis noch gar nicht bestimmt sein, es sei denn, Lacie war wirklich verzweifelt.

    Wer den ungefähren Preisrahmen wissen möchte, kann diesen in Erfahrung bringen, Lacie und Wuala bewegen sich ja nicht im rechtsfreien Raum – man wende sich an einen Branchenkenner seiner Wahl! ;)

    Was mich interessiert: Handelt es sich wirklich um eine Fusion, wie Wuala selbst kommuniziert? Eine Fusion zwischen Lacie und Wuala wäre von den Grössenordnungen und den unterschiedlichen Rechtsordnungen der beteiligten Gesellschaften her doch eher ungewöhnlich …

  8. @ Andreas
    Ja dafür müssen wir dann eben Verständnis haben.

    @ mds
    Glaubst du nicht, was du oben im Artikel liest?

  9. Glaubst du nicht, was du oben im Artikel liest?

    Doch, zumal die Transaktion nur so Sinn macht … aber wenn sich mit Andreas schon jemand von Wuala selbst meldet, frage ich gerne direkt nach.

  10. Nana, ein seltsamer “Zusammenschluss”, wenn es der eine, notabene börsenkotierte Partner nicht für nötig hält, auf seiner Website darüber zu informieren (habe auf http://www.lacie.com weder im Newsroom noch unter Investors etwas gefunden).

    Es wird interessant sein zu sehen, ob die Caleido AG integriert wird oder einfach als Beteiligung bestehen bleibt (mal abgesehen davon, dass die Caleido AG ja noch ein anderes Geschäft betreibt (CRM, Adressverwaltung).

  11. @Ana: Hier ist die offizielle Pressemeldung von LaCie, die zeitweise offline war. Danke für den Hinweis.

  12. Ich kenne Dominik und Luzius. Zwei tolle Kerle die voll und ganz hinter ihrer Entwicklung stehen.

    Ich mag Wuala.

  13. Und es ist doch keine Fusion (wie in der Ankündigung kommuniziert), sondern eine vollständige Übernahme der Caleido AG!

    In der Medienmitteilung von La Cie zum 3. Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 steht zu lesen:

    To further expand and enhance its offer of storage, LaCie announced on March 17, 2009 an offer to acquire 100% of the share capital of Switzerland-based Caleido AG, the developer of the social online storage solution Wuala. The transaction is expected to close before the end of the fiscal year.

    Warum nicht gleich …

    Medienmitteilung von La Cie

6 Pingbacks

  1. [...] Die Wuala-Truppe rund um Dominik Grolimund schafft damit ausserordentlich früh einen Exit, wobei in der Pressemitteilung zunächst von “Zusammenschluss” die Rede ist, unsere Recherchen vom netzwertig.com-Team dann aber die Übernahme durch LaCie bestätigen, ohne dass eine Summe genannt wurde. Näheres auf netzwertig.com. [...]

  2. [...] Übernahme: Speicherhersteller kauft Cloud-Hosting-Dienst Wuala [...]

  3. [...] Übernahme: Speicherhersteller kauft Cloud-Hosting-Dienst Wuala [...]

  4. [...] das vor rund einem Jahr an den französisch-amerikanischen Hersteller von Speicherlösungen LaCie verkauft wurde. Mit Finalfolder, das deutsche-startups.de gestern vorgestellt hat, schickt sich ein weiteres [...]

  5. [...] von Dominik Grolimund und Luzius Meisser in Zurüch gegründete Startup für eine unbekannte Summe einverleibte. Die in Paris und Portland (USA) ansässige Firma stellt unter anderem Festplatten, RAID-Systeme [...]

  6. [...] Internetszene. Mit Caleido und Wuala gehen bereits zwei erfolgreiche Startups auf sein Konto. Den Exit an Speicherhersteller LaCie realisierte Wuala 2009, wobei Grolimund und sein Team vorerst weiter beim Unternehmen blieben. [...]

Kommentar schreiben

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

* Pflichtfelder

  • Sponsoren

  • Neueste Artikel

  • Newsletter

    Pflichtfelder
    OK
    Bitte füllen Sie das Feld "E-Mail-Adresse" aus.
    OK
    Bitte geben Sie Ihren Vornamen ein.
    OK
    Bitte geben Sie Ihren Nachnamen ein.