Kommentare für den Google Reader

Google Reader bekommt mit Kommentaren ein nützliches Feature für bestimmte Usergruppen und Anwendungsfälle. Die Entwicklungen der letzten 12 Monate wurden aber verschlafen.

Google bemüht sich weiterhin an allen Fronten, etwas ‘sozialer’ zu werden, und hat dem Feedreader Google Reader Kommentare spendiert.

Grundsätzlich ist das kleine schlechte Idee. Google Reader wird von vielen genutzt, um Freunde auf spannende Webfunde hinzuweisen. Kommentare bereichern die Konversation und ersparen das Verschicken der einen oder anderen Email, um sich über einen Artikel auszutauschen.

Allerdings wurde das Feature sehr konservativ implementiert. Nur die shared items der eigenen Kontakte im Google Reader können kommentiert werden. (Die Logik der Kontaktliste ist etwas kompliziert, Details dazu gibt es hier).

Während also auf Diensten wie FriendFeed ein öffentlicher Diskurs stattfindet, bleiben die Kommentare bei Google Reader im versteckten Kämmerlein. Das ist nicht notwendigerweise schlecht. Diskussionen sind mal mehr, mal weniger von öffentlichem Interesse. Manche Chats sind tatsächlich im kleinen Rahmen besser aufgehoben.

Aber es kommt dadurch zu einer weiteren Fragmentierung der Diskussion und es besteht die Gefahr, dass eigentlich spannende Interaktionen versteckt bleiben. Auch Dienste wie FriendFeed zersplittern die Diskussion, aber es gibt über die API oder Tools wie BackTweets die Möglichkeit, diese wieder am ursprünglichen Artikel zusammenzuführen.

Klar, Google Reader ist eher ein Consumer-Produkt und kein Powertool für Infojunkies mit Aufmerksamkeitssucht. Dennoch verwundert Googles Strategie des Sozialen immer wieder. Offenheit ist zwar das kommunizierte Mantra, aber wo es nur geht wird der Garten von Facebook emuliert. Sozial ist für Google also vor allem dann gut, wenn es innerhalb von Google stattfindet.

Unterm Strich sind Kommentare ein nützliches Feature für bestimmte Usergruppen und Anwendungsfälle. Andere Dienste haben das Problem allerdings wesentlich besser gelöst.

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9 Kommentare

  1. MacMacken
    schrieb am 12. März 2009 um 23:32 Uhr (#)

    Auch Dienste wie FriendFeed zersplittern die Diskussion, aber es gibt über die API oder Tools wie BackTweets die Möglichkeit, diese wieder am ursprünglichen Artikel zusammenzuführen.

    Ist dies bei Blogwerk der Fall? Gibt es entsprechende Beispiele für WordPress? Interessant klingt die Möglichkeit ja durchaus … :)

  2. Schreibt hier auf dem Blog Markus Spath
    schrieb am 13. März 2009 um 00:58 Uhr (#)

    Nein, wir haben das noch nicht integriert. Ein bekanntes Beispiel ist ReadWriteWeb: ReadWriteWeb Integrates FriendFeed Into Our Comments, wobei das glaub ich auf Movable Type basiert. Ein Plugin für WordPress ist FriendFeed Comments.

  3. Andi
    schrieb am 13. März 2009 um 13:50 Uhr (#)

    Alles klingt sehr gut.Der Google Reader ist einfach toll. Das Design gefällt mir auch sehr.Ich glaube ich muss so ein haben.

  4. Julian Schrader
    schrieb am 13. März 2009 um 21:52 Uhr (#)

    „Fragmentierung der Diskussion“ — das spricht es doch gerade an, warum das Feature genau so implementiert werden muss wie es ist, wenn ich das richtig verstanden habe!

    Google ermöglicht einem, sich eine private Bemerkung für die Kontakte zu erlauben — aber für die echte Diskussion des Artikels ist es doch sowieso wünschenswert, dass das auf der Artikelseite selbst in den dortigen Kommentaren passiert!

  5. Schreibt hier auf dem Blog Markus Spath
    schrieb am 14. März 2009 um 00:02 Uhr (#)

    @Julian Der Trend geht halt dahin, dass dort kommentiert wird, wo man den Artikel entdeckt – sei es Digg oder FriendFeed oder jetzt auch Google Reader. Für ‘normale’ Google Reader User geb ich Dir recht. Aber für die US-amerikanische Tech-Szene ist Google Reader die Kommandozentrale in der man lebt, da kann sich das Milieu der Infoflows schnell verschieben.

  6. Julian Schrader
    schrieb am 14. März 2009 um 14:56 Uhr (#)

    @Markus Mehr als schade, wie ich finde. Tolerabel, solange die Kommentare den Weg zurück in die Blogs finden (Tweetbacks etc.) — aber meist auch unschön gelöst.

    Ich würde mir eine gegenteilige Verschiebung wünschen: Diskussion zum Artikel gehört auch zum Artikel. Hinweise, Empfehlungen etc. natürliche gerne auch über andere Kanäle :-)

  7. Meeresbiologe
    schrieb am 6. Oktober 2010 um 16:14 Uhr (#)

    Mal ganz doof gefragt, weil ich Google Reader gerade etwas näher kennenlerne: Wozu ist denn die Funktion des Markierens gut? In Google habe ich dazu auf die Schnelle leider nichts gefunden.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Markus Spath
      schrieb am 6. Oktober 2010 um 16:48 Uhr (#)

      ich verw. die englische Version, aber wenn du die Sternchen meinst: damit kannst du dir Artikel ‘merken’ – in der Sidebar kannst du die dann zu einem späteren Zeitpunkt aufrufen; wenn du als gelesen markieren meinst, dann tut es genau das.

    2. Meeresbiologe
      schrieb am 6. Oktober 2010 um 22:47 Uhr (#)

      Danke, jetzt habe ich’s gefunden – für den Neuling etwas versteckt oben in der Sidebar per “Alle Artikel” aufklappen.

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