Frisches Geld:
New York Times verscherbelt Zuhause
Die Schulden drücken: Die New York Times hat mitten in der Immobilienkrise 21 Stockwerke ihres Zuhauses für 225 Millionen Dollar verkauft und zahlt künftig Miete.
Die New York Times hat einen Großteil ihres neuen Zuhauses an einen Immobilienfirma verkauft. 21 von 28 Stockwerken des im November 2007 eröffneten Hochhauses, die dem Verlag gehören, wechselten für 225 Millionen Dollar den Besitzer, berichtet unter anderem die Washington Post. Mit dem dringend benötigten Geld kann die New York Times fällige Kredite bedienen, muss dafür ihre Zentrale für 24 Millionen Dollar im Jahr zurückmieten. Der Vertrag, der über 15 Jahre läuft, sieht Erhöhungen vor – und einen möglichen Rückkauf der Stockwerke in zehn Jahren für 250 Million Dollar. Ein teures Geschäft:Das Branchenblog Gawker schätzt, dass die New York Times das Sale-and-lease-back-Geschäft zwischen 11 und 16 Prozent kostet. Wäre es ein ganz normaler Immobilienkredit, man müsste ihn als “subprime” einstufen, heißt es weiter. Und: Die New York Times sei in schlechterer Verfassung als der durchschnittliche amerikanische Konsument.
Bis 2010 könnte der Verlag rund 300 Millionen fällige Kredite abzahlen und komme nicht in Zahlungsverzug, schreibt die Washington Post. Dass das Geschäft zu so einer ungünstigen Zeit durchgezogen wurde, sei eine bittere Pille, wird ein Analyst zitiert. Insgesamt belaufen sich die Schulden auf 1,1 Milliarden Dollar.
Außerdem könnte der Verlag eine Beteiligung von rund 18 Prozent an den Boston Red Sox loswerden. Sollte sich ein Käufer finden, könnte das 150 Millionen Dollar einbringen, schreibt die Washington Post. Eher unwahrscheinlich hingegen sei, dass der Verlag in der derzeitigen US-Zeitungskrise Käufer für eine seiner 17 weiteren Blätter könne. Darunter ist auch der Boston Globe, der gerade auf einer Liste der zehn am meisten vom Aus bedrohten US-Zeitungen steht und demnach eine Million Dollar Verlust pro Woche einfährt.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
















Artikel per Feed
Artikel per E-Mail
Artikel bei Twitter
Facebook-Seite
“Insgesamt belaufen sich die Schulden auf 1,1 Milliarden Dollar.”
Krass. Für diesen Betrag könnte man locker ein ähnliches Blatt lancieren.
… und die Inhalte der guten alten NYT werden schlichtweg verschenkt. Ausverkaufsstimmung? Oder gar ein Vorbild für die Branche?