MicroPlaza:
Spannender Link-Aggregator für das Social Web
MicroPlaza, ein neuer Dienst aus Belgien, aggregiert und listet von den eigenen Twitter-Kontakten sowie von der Social-Web-Community verbreitete Links. Das ist nicht nur praktisch, sondern könnte sich zukünftig als essentiell erweisen.
In der vergangenen Woche schrieb ich über das Problem von sich schnell verbreitenden Falschmeldungen und Gerüchten im Social Web und schlussfolgerte, dass mit dessen zunehmender Bedeutung Bedarf an einer Instanz entsteht, die Meldungen schnell und zuverlässig auf Relevanz und Echtheit überprüft. Ähnlich äußerten sich unsere Leser in den Kommentaren.
Wie es der Zufall wollte, stellte TechCrunch drei Tage später MicroPlaza vor, einen neuen Service aus Belgien, der sich als zentrale Anlaufstelle für über Twitter (und mittelfristig auch andere Microblogging- und Social-Web-Dienste) veröffentlichte Links etablieren möchte. Auch wenn MicroPlaza damit keinesfalls DER Dienst ist, der das Echtheits- und Glaubwürdigkeitsproblem von sich viral verbreitenden Behauptungen und Nachrichten lösen wird, so könnte er mittelfristig eine wichtige Aufgabe als sozialer Qualitätsfilter übernehmen.
MicroPlaza extrahiert nach der einmaligen Eingabe des persönlichen Twitter-Benutzernamens Links aus den Posts der eigenen Twitter-Kontakte und sortiert diese unter Auflistung der involvierten Nutzer nach Datum und Popularität. Gleiches erledigt der Dienst auch für die Gesamtheit aller öffentlichen Tweets. Dabei zeigt MicroPlaza stets an, wie häufig die jeweilige URL bei Twitter veröffentlicht wurde. Der personalisierte Link-Stream seiner Kontakte lässt sich auch als RSS-Feed abonnieren.

Verweise werden mit einer Bildvorschau angezeigt und können direkt bei MicroPlaza gebookmarkt werden. Auf Wunsch lassen sich einzelne Twitter-Kontakte als sogenannte “Tribes” gruppieren. Zudem ist es möglich, in die Rolle eines anderen Twitter-Nutzers zu schlüpfen und sich anzeigen zu lassen, welche Links bei dessen Kontakten besonders beliebt sind. Wer an einer umfangreicheren Beschreibung der Funktionen von MicroPlaza interessiert ist, sollte hier vorbeischauen.
Wie die Feature-Aufzählung verdeutlicht, lässt sich noch nicht so ganz erahnen, wie die dauerhafte Ausrichtung des Dienstes einmal aussehen wird. Entwicklungsmöglichkeiten gibt es im Prinzip in alle Richtungen: Social Bookmarking für Twitter & Co, eine Art Techmeme für über Microbloggingdienste und soziale Netzwerke verbreitete Links und Meldungen (was z.B. Tweetmeme bereits macht) oder ein System zur komfortablen Organisation sämtlicher von seinen Kontakten gezwitscherten Links.
Wie oben bereits erwähnt, könnte das Unternehmen seinen Dienst aber auch dahingehend ausbauen, das Konzept der Aggregation viral verbreiteter Links zur Verifizierung derselben zu verwenden. MicroPlaza weiß, welchen Personen ich bei Twitter folge und welche Popularität diese innerhalb der Social-Web-Community haben. Darauf aufbauend wäre eine Art Bewertungsystem vorstellbar, das Personen ähnlich dem Google PageRank eine Gewichtung gibt.
In der Folge konnten nun Verweise von einflussreichen Twitter-Nutzern eine größere Wichtigkeit erhalten und von MicroPlaza entsprechend stärker hervorgehoben werden. Zwar garantiert die Tatsache, dass ein Link mit einer Nachricht von besonders vielen äußerst beliebten und aktiven Usern verbreitet wurde, nicht die Glaubwürdigkeit der Meldung, aber zumindest als Indiz wäre es einsetzbar.
Ich bin gespannt, wie es mit MicroPlaza in den nächsten Monaten weitergehen wird. Derzeit ist das Team fleißig damit beschäftigt, über den eigenen Twitter-Stream Einladungen zur geschlossenen Beta-Phase unters Volk zu bringen. Wer es einfacher haben will, folgt diesem Link und registriert sich direkt (gültig für 20 Registrierungen).
















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Martin,
vielen Dank für diesen Artikel.
Deine Analyse ist auch ganz richtig, und wird unser Entwicklungsteam begeistern!
Mist, zu spät!