Schau an, Telekom:
Videoload bekommt Gratisecke

Ole Reißmann, 27. Februar 2009 18:14 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Die Telekom will an digitalen Inhalten verdienen, nicht nur die Leitungen bereitstellen: Auf Videoload gibt’s jetzt auch kostenlose, werbefinanzierte Videos – aber nur für Windows-Nutzer.


Filme kommen künftig nicht mehr auf silbrigen Scheiben – sondern über das Internet: “Multimedia flutet Telekomnetze”, schreibt die Financial Times Deutschland dazu und ein anonymer Insider warnt, das Festnetz laufe schon an seiner Lastgrenze. Mehrere Milliarden müsste die Telekom langfristig in die Infrastruktur investieren, um Haushalte mit hochauflösendem Digital-TV zu versorgen. Längst will die Telekom nicht nur Leitungen bereitstellen, sondern auch an den digitalen Inhalten mitverdienen, schnürt Pakete aus Telefon-, Internet- und digitalem Fernsehprogramm. Neueste Idee: Eine Gratisecke beim Video-on-demand-Dienst Videoload.

Auf Videoload bietet die Telekom Serien und Filme gegen eine Gebühr auf Abruf an. Für vier Euro kann man zum Beispiel den Film “Prinz Kaspian von Narnia” für 24 Stunden mieten – eine virtuelle Videothek, statt DVDs werden Datenströme geliehen. Seit Freitag gibt es nun auch eine Gratisecke, auf der mehr als 600 Videos kostenlos abgerufen werden können. Darunter die übliche B-Ware, ein Mix aus Bikini-Fotoshootings, Extremsport und abgelegten Filmen, wie er ähnlich auf Joost zu sehen ist. Aber auch BBC-Serien wie “Little Britain” und “Doctor Who” oder das schräg-kultige DMAX-Format “Die Ludolfs – 4 Brüder auf’m Schrottplatz” sind darunter. Laufend soll das kostenlose Angebot erweitert werden.

Das werbefinanzierte Angebot soll natürlich kostenpflichtige Angebote der Telekom bewerben, die Download-Videothek und schnelle DSL-Verbindungen – aber wer weiß, vielleicht lässt sich trotz niedriger Online-Werbeerlöse und Wirtschaftskrise am Ende noch der ein oder andere Euro mit der kostenlos angebotenen Altware verdienen?

Vorerst gibt es Videoload allerdings nur für Windows-Nutzer. Schuld ist natürlich das digitale Rechte-Management, das bislang nur auf Windows-Rechnern funktioniert. Macs müssen draußen bleiben, ebenso Googles Browser Chrome oder Opera. Eine Version des Dienstes für Apple-Nutzer ist noch nicht einmal in Planung. Über einen Umweg sollte es dann aber doch funktionieren: Mit entsprechender Software kann man Windows auch auf Macs installieren oder wenigstens so tun, als ob man Windows nutzen würde.

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Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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6 Kommentare

  1. Thomas
    schrieb am 27. Februar 2009 um 20:07 Uhr (#)

    Nicht uninteressant, dass Angebot, aber ich hab leider auch einen Mac und bleibe draussen. Little Britain hätte ich mir ansonsten aber sicher mal dort angeschaut.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Ole Reißmann
    schrieb am 27. Februar 2009 um 20:47 Uhr (#)

    Ja – ich auch! Fast ein Viertel unserer Besucher haben einen Apple-Rechner. Gerade unter Medienleuten ist Apple ganz schön weit verbreitet. Die Agentur, die die Pressearbeit für Videoload macht, benutzt auch Macs …

  3. sennhauser
    schrieb am 28. Februar 2009 um 07:48 Uhr (#)

    Der Schweizer Webverkäufer und Filmtechniker Matthias Bürcher hat ein Quicktime-DRM-Verfahren entwickelt, das im Browser auf beiden Plattformen läuft und es auch schon erfolgreich eingesetzt. Natürlich wäre der Verzicht auf DRM weitaus intelligenter. Aber wenn die Musikindustrie dafür 5 Jahre gebraucht hat, wird die noch schwerfälligere Filmindustrie zehn brauchen.

  4. Stefan
    schrieb am 28. Februar 2009 um 19:20 Uhr (#)

    Dumme Telekom. Da können Sie mir sogar 5 Euro für jeden Film zahlen – bringt alles nicht wenn das System auf meinem Mac nicht funktioniert.

    Und dann wundern sie sich warum ihre “einfachen” On-Demand-Systeme nicht genutzt werden. Da guckt man dann lieber YouTube: offen für jeden.

  5. Mika
    schrieb am 2. März 2009 um 19:19 Uhr (#)

    Unter Linux gehts übrigens auch nicht. Könnte man vielleicht noch ergänzen.

  6. Dsquared
    schrieb am 2. März 2009 um 19:53 Uhr (#)

    Zu lächerlich von denen!! Verkaufen und vermarkten groß das Apple Iphone, aber auf Ihren Portalen Kannst Du mit Apple System nicht surfen… Pfeifenverein!!

    [Edit: Link entfernt, Kommentare sind nicht für SEO da.]

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