Tumblr, Dropular & Co:
Die neue Schule an Blogtools

Markus Spath, 20. Februar 2009 16:04 Uhr, 9 Kommentare Kommentare

Wir stellen fünf Tools vor, die das Format Blog im Zeitalter von Twitter und Lifestreaming reinterpretieren.

Das Web erfindet ständig neue Formen des Publizierens. Oft sind die neuen Formen in einigen Bereichen effizienter und kratzen an der Hegemonie einer alten. Auch wenn in den Diskussionen gerne die eine Form gegen die andere gesetzt wird (Blogs gegen Zeitungen, Microblogs gegen Blogs), so haben pragmatisch betrachtet alle Formen ihre Vorzüge und Daseinsberechtigung.

Was sich jedoch ändert, sind die Mischungsverhältnisse. Jede Form hat ihre eigenen Stärken und Wettbewerbsvorteile. Es gilt, diese zu erkennen und zu benutzen. Ohne gegen Verhältnisse anzukämpfen, gegen die man keine Chancen hat. Nicht nur die klassischen Massenmedien müssen sich anpassen und transformieren: auch für Blogs ändert sich die Situation.

Während es vor zwei, drei, vier oder fünf Jahren relativ selbstverständlich war, ein Blog zu starten, wenn man mit der eigenen Stimme an die Öffentlichkeit wollte, hat sich im Zuge von Twitter und FriendFeed in den letzten Monaten die Lage doch etwas verändert. Eine ganze Flut an Tools hat das Publizieren von Gedanken, Fotos, Links oder Videos so vereinfacht, dass der klassiche Blogeintrag immer seltener das Tool der Wahl wurde.

Im Folgenden stellen wir fünf Tools vor, die das Format Blog unter den neueren Gegebenheiten reinterpretieren.

Tumblr

tumblr
tumblr

Tumblr ist der bekannteste Dienst zum Erstellen eines Tumblelogs. Ursprünglich war Tumblelog die Bezeichnung für Blogs, die neben längeren Einträgen vor allem aus einem endlosen Strom an kurzen Zitaten, Links und Fotos bestanden. Tumblr bleibt dieser Form treu und macht es sehr einfach, kurze Texte, Zitate, Links, aber auch Fotos, Videos und Audiofiles zu posten.

Soup.io

soup.io
soup.io

Auch das Wiener Soup.io ist eine Plattform für Tumblelogs. Das User-Interface ist etwas verspielter als bei Tumblr. Neben Texten, Links, Zitaten, Bildern und Videos können auch Reviews und Events gepostet werden. Wie bei Tumblr können auch bei Soup.io einige externe Dienste automatisch importiert werden.

Posterous

posterous
posterous

Posterous ist ein weiterer Tumblelog-Dienst, der primär via Email befüllt werden will (auch Tumblr und Soup.io unterstützen Posts via Email). Posterous erkennt dabei verschiedenste Formate und wandelt diese in korrespondierende Einträge um. Schickt man zum Beispiel mehrere Fotos, wird daraus eine Foto-Gallerie erstellt. Einträge können auch automatisch bei Twitter, Flickr und vielen Blog-Plattformen weitergepostet werden.

Dropular

dropular
dropular

Dropular ist irgendwo im Übergang zwischen Bookmarking-Dienst und Tumblelog anzusiedeln. Videos, Bilder und Links können als drops gepostet werden. Der Fokus liegt dabei auf dem kollektiven Fluss, der aus den Tropfen und Empfehlungen von Tropfen entsteht. Aber auch hier hat jeder Benutzer natürlich auch eine eigene Seite für die eigenen Posts.

Sweetcron

sweetcron
sweetcron

Das selbst zu hostende Sweetcron ist zwar in erster Linie ein persönlicher Lifestream-Aggregator, sammelt und konzentriert also den eigenen Output bei anderen Diensten. Doch man kann damit auch ‘normal’ bloggen. Ich weiß nicht, ob man schon vom einem Trend sprechen kann, aber man sieht in letzter Zeit immer mehr Fälle, wo Blogger von WordPress auf Sweetcron umsteigen und dieses als globalen Einstiegspunkt in ihre digitale Existenz verwenden.

Alle Tools haben eines gemeinsam: Sie sind sehr einfach zu benutzen und machen Spass. Sie senken eine Hemmschwelle und eröffnen dadurch neue Möglichkeiten. Ich kann nur empfehlen, das eine oder andere Tool auszuprobieren. Vielleicht macht es ja klick.

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9 Kommentare

  1. Andrea Mayer-Edoloeyi
    schrieb am 20. Februar 2009 um 16:56 Uhr (#)

    Ich nutze seit einige Zeit soup.io – http://andreame.soup.io – und bin damit sehr zufrieden: intuitive Oberfläche, einfache Anpassungen und eine interessante, spielerische Community, ein bisschen ein selbstgeneriertes boing-boing, wenn man_frau sich mit den richtigen Leuten anfreudet.
    Mein Eindruck ist, dass auf soup.io sehr, sehr viele externe Dienste automatisch importiert werden können, ich hätte zumindest noch nichts vermisst. Und das gilt auch für die Gruppe http://linz09.soup.io, wo ich sehr viele unterschiedliche Dienste rund um Linz09 – Kulturhauptstadt Europas automatisch importiere.

  2. Gregor
    schrieb am 20. Februar 2009 um 20:26 Uhr (#)

    Ich mag Tumblr. Nutze neuerdings aber auch Twitter.

    Twitter ergänzt Tumblr nicht. Und Tumblr kann nicht durch Twitter ergänzt werden. Das richtige Nutzungs-Verhältnis habe ich noch nicht raus.

  3. paulinepauline
    schrieb am 20. Februar 2009 um 21:23 Uhr (#)

    wie ist das denn mit dem kommentieren? ich glaube, das geht bei Sweetcron nicht, oder? wie sieht das bei den anderen aus?

  4. Schreibt hier auf dem Blog Markus Spath
    schrieb am 20. Februar 2009 um 21:54 Uhr (#)

    @paulinepauline Kommentare sind bei allen Diensten (ausser Dropular) entweder eingebaut, oder man kann sie mit einem externen Dienst wie Disqus nachrüsten.

  5. Wuensch-Media
    schrieb am 21. Februar 2009 um 00:12 Uhr (#)

    Mit AmpliFeeder steht eine neue Open-Source Lifestream Software in den Startloechern. Quasi als Konkurrent zu Sweetcron, von dem man ja nicht sagen kann, dass es sehr anpassungs- und benutzerfreundlich ist .. Erste Screenshots und Testergebnisse sehen auf jeden Fall sehr vielversprechend aus: Lifestream Blog

  6. Wuensch-Media
    schrieb am 21. Februar 2009 um 00:28 Uhr (#)

    Wer Blogging Funktionalität und Lifestreaming in einem haben möchte, dem empfehle ich Storytlr.
    Als Blog kann man Blog Posts, Links, Pictures, Audio und Status Updates posten. Gleichzeitig kann man seinen Lifestream aus anderen Diensten einbinden. Das Disqus Kommentarsystem lässt sich ebenfalls integrieren und zudem kann man per DNS Eintrag das Ganze auf seiner eigenen Domain veröffentlichen.
    Hab mich auch schon gefragt, ob solche Dual-Systeme die Zukunft sind.

  7. Moneytoaster
    schrieb am 21. Februar 2009 um 15:43 Uhr (#)

    Sweetcron ist wirklich eine feine Sache. Die Installation ist einfach, das Adminmenü sehr übersichtlich und das einfügen von Feeds geht auch super schnell.
    Einzig zur Anpassung des Designs benötigt man etwas Zeit, aber das ist auch schon das einzige Problem.
    Zu Dropular kann ich sagen, dass es sehr viel Spaß macht auf der Site unterwegs zu sein, allerdings vergisst man da auch mal ganz schnell die Zeit bei den ganzen Dingen, die da täglich neu hinzukommen.
    Tumblr und Co schau ich mir jetzt mal an. Danke. =)

  8. Chris
    schrieb am 21. Februar 2009 um 18:51 Uhr (#)

    ..twittern, lifestreamen, facebooken, tumblrn, pixelpipen, …achso, bloggen wollt ich ja auch noch was ;)

    Ehrlich: Ich schwanke zwischen “zwei Jahre abwarten” und “voll reinstürzen”. Wobei letzteres schon ordentlich Spaß macht.

  9. Patte
    schrieb am 22. Februar 2009 um 13:41 Uhr (#)

    Also soup.io hab ich probiert, gefällt mir zu gar nicht die wucht der funktionen hatte mich erstmal umgehauen.

    mein fav is tumblr, weils mir optisch einfach am besten gefällt.

    greetz
    patte

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