Wie sich ein hochbezahlter Redakteur durch den Alltag mogelt

Schon wieder ein anonymer Brief – aber diesmal schreibt ein Festangestellter. Sein Alltag in der Redaktion: Kaffee schlürfen, beschäftigt tun, Raucherpausen und aufs Gehalt warten.

Powernapping im Büro (cc-Lizenz, slworking)
Wie sieht es eigentlich in einer Zeitungsredaktion in Deutschland aus? Alle unmotiviert und arrogant? Gar drogenabhängig? Sicher nicht. Aber einige Redaktionsmitglieder gibt es schon, die schon seit Jahren, seit Jahrzehnten in den Redaktionen rumfläzen oder rumlungern und im besten Fall die Kollegen nicht von der Arbeit abhalten. Sie sind da, weil sie von Rechts wegen nicht so leicht gekündigt werden können. Man kriegt sie nicht weg, weil es ein Unternehmen viel Geld kostet, sich von einem Journalisten, der 15 oder 20 Jahre im Unternehmen verbracht hat, zu trennen.

Wird die Geschäftsleitung mit dem Problem konfrontiert, gibt sie zu, dass die Vorwürfe sehr krass seien und an Arbeitsverweigerung grenzen. Aber: “Solange die nichts klauen oder jemanden ermorden, reicht das alles nicht.” Verständlicherweise verspürt kaum jemand in der Führungsetage grosse Lust, als soziales Arschloch gebrandmarkt zu werden und einem jahrelangen Gerichtsprozess entgegenzusehen. Also wartet man, bis sie reif sind für die Rente. Wenn es gar nicht mehr geht in der Redaktion, so landen sie auf dem Abschiebebahnhof, einer Abteilung, die nicht mehr ist als ein Beschäftigungsprogramm. Die taz hat diese Abteilungen hinsichtlich Springer kürzlich ein Totenschiff genannt.

Debatte auf medienlese.com

Vom Neid auf die Festangestellten
Anonym wurde uns ein offener Brief geschickt. Darin beschreibt offenbar ein freier Journalist seine berufliche und finanzielle Situation. Er gibt zu: Auf die angestellten Kollegen ist er neidisch.

Vom Glück eines freien Journalisten
Die Freiberuflichkeit hat viele Vorteile – findet Don Dahlmann und hat gute Argumente gegen eine Festanstellung. Außerdem gibt’s fünf Tipps für angehende freie Journalisten.

Sucht die Redaktionsleitung das Gespräch mit denen, die schon lange kaum mehr im Blatt vertreten sind, sondern wenigen anderen in der Redaktion einen Grossteil der anfallenden Arbeit überlassen, so sind diese meist uneinsichtig, um nicht zu sagen: “völlig überrascht” und “entsetzt” über die Anschuldigungen. Die Vorwürfe, sie wären faul, sie würden sich nicht engagieren, sie hätten keine eigenen Ideen oder Themenvorschläge, sie würden nicht rausgehen und welche suchen, sie wären wie Beamte, die gemütlich ihren Bürojob verwalten und spätnachmittags schon nervös auf die Uhr schauen, etc., kontern sie mit einem: “Iiiiiiiiich doch nicht!”

Die Beschreibung einiger dieser Fälle haben wir zugespielt gekriegt, von einem Leitenden Redakteur einer Zeitungsredaktion irgendwo in Norddeutschland. Wir veröffentlichen die Einsendung unredigiert.

Arbeitszeit

10 bis 19 Uhr. Heißt bei manchem: 10.15 Uhr kommen, bis 10.20 Uhr Jacke aufhängen und Tasche auspacken, den Kollegen zuwinken, Kaffee oder Tee holen, am Tisch frühstücken (dafür war zu Hause schließlich keine Zeit, Redaktionsbeginn ist ja schon früh um 10!) und dabei gemütlich Zeitung lesen. Da wird’s doch locker schon mal 11 Uhr, ehe man endlich dazu kommt, den Bildschirm anzuschalten – und eventuell auch das Hirn.

Ab 17 Uhr wird recht oft Zigarettenpause gemacht, auch der Gang zur Toilette findet jetzt öfter statt, ab 18 Uhr wird aufgeräumt, Lampe und Computer vorsorglich schon mal ausgeschaltet („ich will dem Verlag ja nur Strom sparen!”). Um 18.59 Uhr steht man an der Redaktionstür.

Rauchpausen

Zum Beispiel im Raucherzimmer. Mindestens eine, eher zwei pro Stunde – in netter Runde. Es finden sich immer Leidensgenossen, die nicht wissen, was sie heute machen sollen.

Jede Pause dauert 10 Minuten. Ist die Zigarette aus, wird aber noch weitergequatscht und gelacht. Werden die eifrigen Redakteure angesprochen, heißt es: „Wir überlegen uns gerade tolle Themen.” Die Rauchpause – beliebter Treff aller Müßiggänger, die dabei über die kaputte Waschmaschine oder das TV-Programm vom Vorabend plauschen. Ehe sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren und erfreut feststellen: „Oh, gleich ist ja Mittag….”

Engagement

Siehe Arbeitszeit. Siehe Rauchpausen.

Und da wäre noch das Pflegen einer gewissen Souveränität. Heißt: Beine auf dem Tisch, Kaffee schlürfen, ab und zu Blick auf den Computer oder den laufenden Fernseher werfen, Moorhühner abschießen oder leise mit der Ehefrau am Telefon das kommende (freie) Wochenende besprechen. Auf die aktuellen Geschehnisse angesprochen, die diesen Redakteur gerade eigentlich unter Hochstrom setzen sollten, lautet die beruhigende Antwort zum Beispiel: „Alles im Griff, die E-Mail von der Pressestelle ist unterwegs.” Bedeutet: Gemütliches Warten auf das Zufliegen von Informationen. Rausfahren? Vor Ort recherchieren? Ach iwo! Es regnet doch. Und es reicht, wenn der „Knipser” (Fotograf) rausrödelt und Bilder mitbringt. Und natürlich auch ein paar Infos, logisch. Die faule Nuss soll auch mal was tun! Und dann kommt ja auch noch die versprochene E-Mail von Behörde X oder Y. Wobei die zumeist nicht sehr inhaltsreich sind und dazu noch um 15.58 Uhr abgeschickt wurden, also quasi zum Feierabend des jeweiligen Pressesprechers. Nachfragen bei ihm, um die nötigen Details zu erfahren – keine Chance, der Ruf verhallt. Wenn es dann für den eigenen Text arg eng wird, schauen wir halt, was die Agenturen noch so schreiben, vielleicht lassen sich da noch 2 oder 3 Facts rausfischen.

Beliebt ist auch das Argument: „Muss ich da rausfahren? Das ist soooo weit weg, dann bin ich erst in 3 oder 4 Stunden wieder in der Redaktion und falle solange aus…” Also: Der Griff zum Telefon und die Geschichte mit ein paar Fragen aus dem bequemen Redaktionssessel „recherchiert”. Spätere Nachfragen der Vorgesetzten ob des detail-schwachen Textes, wie z.B. der Mann ausgesehen habe oder der Haus, werden mit Achselzucken beantwortet: „Weiß ich doch nicht, ich hab doch nur telefoniert…”

Kann da nicht der Praktikant rausfahren?

Es regnet. Oder schneit. Es ist kalt. Oder stürmisch. Oder auch heiss. Das Thema, das einem der Chef aufs Auge gedrückt hat, gefällt überhaupt nicht. Es nervt. Es bedeutet viel Arbeit und Ungemach. Man muss mit Leuten vor Ort sprechen. Womöglich Leuten, die nichts sagen wollen. Kurzum: es droht eine lästige Recherche, die – Achtung: Höchststrafe! – einem vielleicht sogar den 19-Uhr-Feierabend vermasselt. Wie schön, wenn dann ein junger, hungriger Praktikant in der Redaktion sitzt und nach Arbeit lechzt. Motto: „Kann der junge Mann nicht diese Story machen? Ist doch ne tolle Chance für ihn, mal Reporter zu spielen und Erfahrungen zu sammeln. Dafür ist er ja schließlich hier!”

Beliebte und bequeme Info-Abhol-Theken sind die Cafeterien von Landtag, Rathaus oder Landgericht. Hier z.B. entstehen ganze Prozessberichterstattungen – zwischen Redakteur und irgendeinem beteiligten Juristen zum Beispiel. Bei Kaffee und Kuchen oder Frikadelle und Cola. Der Jurist plappert, der Journalist schreibt mit. Das Verfahren am Landgericht begann schon um 9 – welch eine hässliche Zeit für einen Journalisten. Außerdem hatte es morgens geregnet. Da fahr ich doch lieber erst um 11 oder 12 hin, treffe mich mit Staatsanwalt, Verteidiger oder Gerichts-Pressesprecher (man kennt sich, zuweilen duzt man sich auch) in der Kantine und lass mir die Facts in den Block erzählen. „Allerherzlichsten Dank”, heißt es dann. „Ihren Kaffee zahl natürlich ich.” Besonders mediengeile Herrschaften werden tags drauf gebauchpinselt, in dem man sie mit dem Abdruck ihres Namens und eines Zitates belohnt. So wäscht eine Hand die andere. Nur: beim Ereignis, das in der Zeitung für Zehntausende nachzulesen ist, dabei gewesen ist der Autor der Zeilen nicht…

Sofa-Journalisten

Überflüssig, zu erwähnen, daß besagte Spezies des “Sofa-Journalisten” sehr oft am “2-Tage-Schnupfenvirus” erkrankt und ausfällt, recht häufig sein Auto in der Werkstatt hat (“sorry, ich kann leider nicht zu der Geschichte rausfahren”) und nicht selten – da natürlich Betriebsratsmitglied – Sitzung hat und für Stunden ins Off verschwindet.

Abendtermine, z.B. Konzerte, Theater, Diskussionen, Interviews bei erst spät erreichbaren Berufstätigen – kann er gar nicht wahrnehmen, da er vielen Verpflichtungen nachkommen muß: Kegelabend, Klassentreffen, Volleyball-Training.
Droht feierabend-zerstörendes Ungemach, ist plötzlich daheim mal wieder das Wasserrohr gebrochen. Oder die monatliche Mieterversammlung ruft. Hauptsache, man kommt um die Recherche-Arbeit herum…

O-Ton einer seit vielen Jahren in einer Hamburger Redaktion arbeitenden Sekretärin:
“Wenn ich sehe, was die Damen und Herren Redakteure leisten und was sie verdienen, wird mir schlecht. Da sind stinkend faule Drückeberger dabei, die zum Kaffeetrinken, Zeitunglesen und Surfen hierhin kommen und das dreifache meines Gehaltes kriegen – und sich dabei noch was feixen. Eine Chefreporterin (!!), die bei einer Betriebsfeier mal ganz gut gebechert hatte und sich mir offenbarte, meinte u.a.: ‘Weißt du, mich interessieren in diesem Job nur 2 Dinge: dass ich mich für diesen Verlag nicht kaputtmache und dass am Monatsersten das Gehalt auf meinem Konto ist.’”

Klasse, ne?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

 

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43 Kommentare

  1. Interessanter und schon amüsanter Bericht.
    Kann man Comic draus machen.

  2. Ich kann das nur uneingeschränkt unterstützen. Ich habe Kollegen erlebt, die zum Tennis in der Arbeitszeit gegangen sind. Gerade Redaktionsleiter machen es sich einfach.Gerne auch Besuche bei Pressekonferenzen und dann den Volo die Pressemappa abtippen lassen oder – noch besser- warten ob die Agnetur auch was geschrieben hat. Ich kenne Chefredakteure die Tage an einem Kommentar schreiben. Oder der nicht mal in der Lage war eine Email zu schreiben. Einen Redaktionsleiter der 2 Tage für seine Kolumne brauchte. Gerade in der Mantelredaktion wird gerne gefaulenzt. Und in den Lokalredaktionen rennen sich die Kollegen die Füße wund, weil sie die Seiten selbst füllen müssen und keine Agenturen haben.
    Ein nicht geringer Teil wird heute nicht geschrieben sondern aus der Agentur kopiert.

    Gerade die Kollegen aus der Wirtschaft und der Politik, bisweilen auch Landespolitik, machen sich gerne mal einen Gemütlichen.
    Auf Kosten derer, die dann das Blatt fertig machen müssen. Aber sie werden halt auch gedeckt. Von Chefredakteuren die nicht besser sind und Verlagsleitern, die sich nichts trauen.

  3. Wenn ich als gestandener Redakteur solch einen Quatsch lese, dann dreht sich mein Magen. Es gibt in jedem Beruf Faulenzer. Diese sind allerdings unter Redakteuren selten zu finden oder werden schnell aussortiert – meist schneller als sie es sich träumen lassen. Eine Veröffentlichung von solchem Quatsch ist weder interessant und schon gar nicht amüsant….

  4. Ich find’s ja gut, dass ihr solche Texte veröffentlicht, aber ich frage mich gerade, wo die Punchline ist. Solche Beispiele sind bekannt, der in größeren Betrieben arbeitet, egal in welchem Beruf. “Stromberg” ist ja nicht zuletzt deswegen so beliebt, weil jeder auch schonmal so einen Vorgesetzten hatte. Wer Macht hat und merkt, dass er sich’s damit gemütlich machen kann, der tut es irgendwann auch.

    Das Zitat der Chefreporterin am Ende des Textes mag unkollegial sein, ich kann es in Zeiten der Heuschreckenwirtschaft aber sehr gut nachvollziehen. Ich wundere mich eher über Mitarbeiter, die weiterhin wie die Verrückten für einen Verlag rackern, für den sie nur eine Kostenstelle sind und der sie lieber heute als morgen auf die Straße setzen würde.

  5. Hallo, liebe Medienlese, gell, ein solcher Ausrutscher langt aber jetzt für 2009 :-)

  6. Natürlich wird mit solch einem Text immer auch ein Klischee bedient. Aber manchen journalistischen Texten scheint man gelegentlich diese Arbeitsweise anzumerken… (auch das ist natürlich arg verallgemeinernd).

  7. Ach, ach, ach, das haben wir doch schon viel besser, süffiger und radikaler bei diesem Herrn hier gelesen. Im Vergleich mit Georges Duroy sind die Redaktoren von heute alles blutige Anfänger!

  8. Leute,

    habt Ihr wirklich nichts besseres zu tun als Euch (auch noch bezahlt) in langen Artikelserien zu beklagen, wieviel besser es die jeweils anderen haben und wie faul alle anderen ausser einem selbst sind?

    Das Niveau dieser Beiträge spielt etwa in derselben Liga wie die Gedankenwelt pickliger, onanierender Pubertierender. Hauptsache mal den eigenen Bauch gestreichelt, warum in die Welt gucken.

    Und Ihr Jammerlappen wollt den Anspruch haben, Euren Lesern die wichtigen Themen unserer Zeit näherzubringen?

    Armes Deutschland.

  9. Schöner Bericht! Ich kenne mich in dem Milieu nicht aus – bin selbst fast nur Konsument von Medien – aber der Herr Grob treibt es hier doch schön auf die Spitze. Ich bin gespannt, ob sich aus diesem schönen Anlass die betroffenen Damen und Herren hier in den Kommentaren zu einer leidenschaftlichen Debatte über das Für und Wider des Klischeeberichtes hinreißen lassen: fachlich untermauert, sprach- und stilsicher. Oder ob Herr Grob vielleicht doch recht hat…

    Sehr gespannt.

    In IT-Nerd-Kreisen wird so eine Artikel-Vorlage für einen Kommentar-Schlagabtausch meines Wissens nach als Flame-War-Posting bezeichnet. Jedesmal wieder emotional, leidenschaftlich – und interessant. Und jetzt, meine Damen und Herren: Boxt!

  10. Man vergisst bei einem solchen Bericht, dass die meisten Menschen nicht jeden Tag gleich gut arbeiten. Klassischerweise folgen auf Zeiten, in denen man sich engangiert und bis spät am Abend in die Arbeit vergräbt solche, in denen man sich seine verdiente “Pause” verordnet. Kein Mensch ist eine Maschine, und das finde ich auch ganz gut so.
    Allerdings gibt es natürlich immer Kollegen, bei denen die eine – aber auch die andere Richtung – besonders ausgeprägt ist.

  11. Interessanterweise werden natürlich einige Dinge ganz elegant verschwiegen: Wieso wird es einem Angestellten zum Vorwurf gemacht, sein Privat-Pkw sei so oft in der Werkstatt? Wenn es der Verleger wünscht, dass seine Mitarbeiter mit Autos in der Gegend umherfahren, dann soll er ihnen eben Dienstwagen hinstellen oder Taxischeine ausgeben. Genauso wie es der Verleger als selbstverständlich voraussetzt, dass man seine private Kamera und sein privates Aufnahmegerät unentgeltlich mitbringt. Und die angeblich so tolle Bezahlung: Die Tarifstruktur endet bei 15 Berufsjahren. Wer den Job 30 Jahre lang macht, der stagniert de facto finanziell die zweite Hälfte seines beruflichen Lebens – schließlich kann nicht jeder Chefredakteur werden.

    Natürlich gibt es Drückeberger und Faulenzer in jedem Job. Aber man zeige mir bitte den Verlag, in dem ein fest eingestellter Redakteur einen 1:1-Freizeitausgleich für irgendwelche Abendtermine bekommt, die bis Mitternacht gehen. Da bewerbe ich mich dann;-)

  12. “Getretene Hunde bellen” …

  13. Das im Bericht Beschriebene scheint leider symptomatisch für die Verlagsbranche zu sein. Die jungen Kollegen werden gescheucht, ihre Motivation schamlos ausgebeutet. Die Alteingesessenen sind hingegen Weltmeister im Delegieren und im Wahren von Ansprüchen.
    Was fehlt, ist eine klare Leistungsbewertung bzw. Zielvereinbarung, sowie arbeitsrechtliche Mechanismen, die Druck ausüben und Leistungen einfordern. Sicher gibt es auch in anderen Branchen Spass-Arbeiter, diese werden jedoch schon viel früher ausgefiltert.

  14. Ey, was hast du gegen die “Gedankenwelt pickliger, onanierender Pubertierender”? Vielleicht solltest du das auch mal versuchen (also nicht die Pickel), dann wirst du etwas lockerer und verstehst vielleicht auch, was zwischen den Zeilen steht …

  15. Schwarze Schafe gibt es überall, und wenn man dagegen keine Handhabe hat, dann läuft auch irgendetwas falsch. Aber das genannte Beispiel kann ohnehin nur funktionieren, wenn das betroffene Unternehmen selbst so träge ist wie der beschriebene “Mitarbeiter” und dort bereits eine Art systembedingtes Beamtentum herrscht. Wer aber seine (Team-)Arbeit als Journalist und Redakteur ernst nimmt bzw. wem daran liegt, in seinem Zeitungshaus durch aktive Mitarbeit zu retten, was noch zu retten ist, kommt heutzutage aus dem Stress nicht mehr heraus – das ist die schlichte Wahrheit. “Faules Verhalten” wie beschrieben entsteht da höchstens als Trotzreaktion, weil man sich ausgenutzt fühlt und einem die Arbeit nicht ausreichend honoriert wird (konkret und auch im übertragenen Sinne).

  16. Dieser Herr Chefredakteur scheint mir aber auch ein Prokrastinator ersten Ranges zu sein. Ts, und gleich mit Raucherbashing einsteigen. Populistischer geht’s nicht.

  17. …schon richtig, hier werden schonungslos die Klischees bedient. Aber seien wir nicht kleinkariert, provozieren muss erlaubt sein. Nach meiner Erfahrung gibt es Problemfälle in beiden Richtungen: Kollegen, die es sich bequem machen, und Kollegen, die v. a. in Krisensituationen mit höllischem Übereifer und exzessivem Arbeitseinsatz sich als unverzichtbar und optimal karrieregeeignet anpreisen. Nicht nur die eine, sondern beide Verhaltensweisen sind egoistisch und drohen die Teams zu sprengen. Ergo: Die Führungskompetenz der Teamleiter ist gefragt – doch leider ist diese nicht immer ausgeprägt;)

  18. Na also wirklich, so eine faule Socke! Hat so eine olle Karre, dass sie dauernd kaputt ist! Ist nicht bereit, einen neuen BMW anzuschaffen. Fährt am Ende auch noch mit dem Zug in die Redaktion und hat gar kein Auto dabei!!!!

    Was für ein reaktionäres Chefgefasel. “Es gibt ja kein gutes Personal mehr heutzutage”, haha.

    Ich kenne keine Redaktion, wo nicht ständig Angst und “Feuerlaune” herrscht.

    Warum lasst ihr nicht gleich den WAZ- oder Springer-Aufsichtsrat noch ein paar Klischees schreiben?

    Euer Chef fährt übrigens auch Bahn.

  19. Morgen in BILD: Deutschlands faulster Redakteur. Gnadenlos zockt er seinen Arbeitgeber ab, verheizt Praktikanten und macht sich auf Kosten der schlecht bezahlten Freien einen lauen Lenz.

    Wann wird er endlich als Underperformer geoutet und in die Wüste geschickt?

    BILD berichtet exklusiv.

  20. Der Bericht stellt die Tatsachen überspitzt dar, keine Frage. Aber alle, die hier die Wahrhaftigkeit des beschriebenen Redaktionsalltags anzweifeln und ihn als Ausnahmeerscheinung abtun, haben keine Ahnung, was wirklich in vielen Redaktionen alteingesessener Lokalzeitungen abläuft. Ich selbst kenne aus eigener Erfahrung solch eine Redaktion “irgendwo in Norddeutschland”, in der tatsächlich fast die Hälfte der festangestellten Redakteure mehr oder weniger den Tag verbummeln. Einige wenige schreiben das Blatt voll, die anderen wandeln als Geisterredakteure durch die Flure. Das ist so brutal anzuschauen und erschütternd traurig, dass ein satirisches Stück wie obiger Bericht fast schon wie ein Schlag in die Magengrube wirkt.

  21. @Ulli: Wäre es möglich, dass du kürzlich anonym ein satirisches Stück an die Medienlese geschickt hast?

  22. Verdammte Journalisten! Fast so faul wie Blogger!

  23. Das Phänomen Faulheit tritt bei sämtlichen Gattungen der Spezies Mensch auf, ob Homo Beamtens, Neandertalehrer oder Aufsichtsratte..

    Dass in der Medienbranche auch solche Menschen Unterschlupf bringen ist traurig. Wundern tut’s mich nicht. Freunderlwirtschaft gibt’s überall.

  24. Ich habe 4 Jahre für eine Tageszeitung gearbeitet. Kaffee – ja, in rauhen Mengen! Kippen – ebenfalls! In unserer Lokal-Redaktion sassen ein Chefredakteur/Chefredakteurin, ein Anzeigenmitarbeiter und zwei Redakteure. Der einzige, der einen 09.00-17.00 Job hatte, war der Anzeigenmitarbeiter. Wir Redakteure waren entweder in der Redaktion und haben geschrieben oder draußen vor Ort. Und dies zu jeder erdenklichen Tag- und Nachtzeit. Von Jahreshauptversammlungen, die bis um halb eins Nachts gingen, über Konzerte und nächtlichen Feuerwehreinsätzen war da alles vertreten. Und direkt nach einem Ausseneinsatz ging es in die Redaktion und man schrieb den Artikel, damit er vom Chefredakteur gleich morgens in das Layout eingepasst werden konnte. Meine Chefredakteure verlangten von mir am Tag mindestens ein bis zwei Artikel.
    So kann der Alltag eines Journalisten auch aussehen. Um 19.00 den Hammer fallen lassen? Undenkbar!

  25. Lieber creativ träumen,

    als im Stakkato der Dauermeeting die Blackberry-Akkus leersaugen und die Beamer ewig brennender Powerpoint-Charts zum Platzen bringen,

    als in der Endlos-Schleife nimmermüder, redundanter Excel-Tabellen tagelangen Leerlauf-Aktionismus produzieren,

    um mit egomanischer Vokal-Flatulenz eine weitere Sprosse der Karriereleiter im Verlagsmanagement zu polieren

  26. Eins noch: Irgendwie komisch, dass wenn es um die eigene Zunft geht, Journalisten (und ich bin auch einer) gerne alles sehr differenziert sehen wollen. Wäre dem mal so in der Berichterstattung.

  27. Pauschalisierungen werden Grundsätzlich niemandem gerecht.
    Es gibt in den Verlagen viele engagierte Journalisten, die ihren Beruf als Berufung sehen und diesem mit sehr viel persönlichen Einsatz und Verzicht auf Freizeit nachgehen.
    Und es gibt einen falsch verstanden und falsch gelebten (gewerkschaftlichen) Kündigungsschutz für die unvermeidlichen Schmarotzer, die jedes Sozialsystem nach sich zieht. Um dieses Problem nachhaltig zu lösen wäre es notwendig das Sozialsystem vom Sozialschmarotzersystem nachhaltig zu trennen. Aber ist das wirklich von allen gewollt?

  28. Halo, schreibt man in einem Bericht über Bankräuber eigentlich auch immer, dass die meisten Kunden aber keine Bankräuber sind. Es geht hier um die faulen Journalisten, und nicht um die fleissigen. Und die sollte man schlicht einmal zum Thema machen dürfen. Zu sagen, das ist halt so und anderswo nicht anders, ändert nun mal gar nichts.

  29. @ugugu: Der offene Brief stammt nicht von mir.
    @marc und udo: Klar gibt es auch solche wie Euch, das wissen wir doch alle. Aber dass es die anderen so massenhaft gibt, muss doch auch mal erwähnt werden. Und da geht es nicht immer nur um Faulheit. Da geht es auch oft darum, dass die nicht gelassen werden und um – sorry – Unfähigkeit.

  30. “Halo, schreibt man in einem Bericht über Bankräuber eigentlich auch immer, dass die meisten Kunden aber keine Bankräuber sind.”

    Bankräuber sind keine Kunden. Und der Vergleich von Berufskriminellen mit (angeblich) faulen Journalisten ist geschmacklos.

  31. “am wochenende frei” sollte für alle normal sein. mit faulheit hat das nichts zu tun.

  32. Diesen Typus Menschen gibt es überall. Und nicht immer ist es ein Raucher oder ein Betriebsratmitglied, manchmal ist es sogar eine sie. Aber allen gemeinsam ist ihnen, dass sie sich selbst für fleißig halten. Daher wird sich wahrscheinlich auch niemand angesprochen fühlen.

  33. Überspitzt und nett zu lesen, aber insgesamt trifft man solche Muster und Zeitgenossen nicht nur in Redaktionen, sondern in nahezu allen Firmen ab einer gewissen Größe an. Spätestens dann, wenn der Vorgesetzte auch nur ein Rädchen im Getriebe ist, reißt so etwas fast automatisch ein.

  34. Der Streit um Fleiß oder Faulheit ist leicht zu entscheiden: Die meisten Artikel werden doch inzwischen namentlich gezeichnet. Einige Grundkenntnisse in der Addition, schon lässt sich nachvollziehen – anhand des monatlichen ‘Outputs’ – was ein jeder Festangestellter bei einer beliebigen Zeitung für sein Salär zusammenstöpselt. Führt man diese Addition parallel für mehrere Journalisten durch, so kann daraus ein Mittelwert für jede beliebige Redaktion gebildet werden, der ein Maß für Abweichungen nach oben und unten bildet. Schon wäre ‘Faulheit’ objektivierbar …

    ;-)

  35. @Klaus Jarchow: ich bin nicht ganz sicher, ob Du das, was Du da über die Objektivierbarkeit von Faulheit geschrieben hast, grundsätzlich ernst meinst (trotz Smiley).

    Wer meint, dass man von außen die Arbeitsleistung eines Redakteurs an der Menge der von ihm verfassten Artikel ablesen kann, der hat leider nicht die geringste Ahnung von den Prozessen innerhalb einer Redaktion. Per Definitionem ist es die Aufgabe eines Redakteurs, aus verschiedenen Quellen Informationen zu sichen, zu sammeln und zusammenzustellen – von Schreiben ist da nicht die Rede, was oft auch durchaus seine Berechtigung hat. Ich zum Beispiel stelle regelmäßig eine Recht-Seite zusammen, auf der regelmäßige Kolumnen von Rechtsanwälten stehen. Geht man nach den Namen unter den Artikeln, habe ich für die Seite keinen Handschlag getan. Aber ich muss die Autoren akquirierern, briefen, mit ihnen Themen abstimmen, ihre Texte reigieren und das alles so in Form bringen, dass man es drucken kann. Würde ich auf dieser Seite einen Artikel kompett selbst schreiben, wäre das kaum weniger Arbeit.

    In einer klassischen Tageszeitung sind die Redakteure gar nicht unbedingt die Haupt-Schreiber, das sind eigentlich die Reporter. Dass sich das heute munter miteinander vermischt, ändert nichts daran, dass für viele fleißige Redakteure der Arbeitsalltag zu einem großen Teil nicht aus Schreiben besteht. Ich würde mal sagen, dass das Erstellen eines Manuskriptes nur etwa 50% der Arbeit ist, die an einem Artikel anfällt, bis er dann gedruckt werden kann.

  36. @ Frank: Mein Beitrag war tatsächlich nicht ganz so ernst gemeint. Er hatte vielmehr die Geschäftsführung von Gruner & Jahr im Hinterkopf, wo “redaktionelle Minderleister” auf eben diese Art künftig aussortiert und auf die Straße gestellt werden sollen. Dort in Hamburg soll also der Journalismus vollständig zu einer Art ‘Warenproduktion’ am Fließband des Newsdesks werden.

    Natürlich sind mir die Arbeitsprozesse einsichtig, von denen du schreibst. In meinem Fall sind sogar Recherche und Schreiben vom Zeitraum her stets vernachlässigbar gegenüber einem dritten Arbeitsschritt, den ich der Einfachheit halber hier mal Redigieren nennen will: Ich meine all das Umschreiben, manchmal auch Neuverfassen, all das Kürzen, Bessern und ‘Zuspitzen’ eines bereits bestehenden Textes, was quantitativ die meiste Arbeitszeit in Anspruch nimmt. Aber mach das mal einem Kunden klar …

  37. Ich kann mich da nur anschließen: Eine Schreibquote zur Objektivierbarkeit von Faulheit wäre eine höchst fatale Maßnahme, die zur Implosion der Redaktionen führen würde – weil sich dann niemand mehr um die Basisarbeiten kümmert, die den Laden am Laufen halten und eine Zeitungsausgabe erst möglich machen (mal ganz abgesehen von dem dadurch entstehenden Konkurrenzdruck unter den Redakteuren und der möglichen Manipulation durch Kennzeichnung von Pressemitteilungen als Namensartikel). Man darf Schreiber und Organisatoren aber nicht gegeneinander ausspielen, weil alles gleich wichtig ist und nunmal zum Redaktionsalltag gehört.

    Die einzige überhaupt denkbare Möglichkeit, die redaktionellen Arbeitsvorgänge zu objektivieren, wäre eine zu führende Liste, auf der jeglicher Zeitaufwand für alle Arten von Tätigkeiten festgehalten werden. Ich nehme das aber gleich selbst wieder zurück, denn wer den Redaktionsalltag kennt, weiß nur zu gut, dass man dann vor lauter Aufschreibereien gar nicht mehr richtig zum Arbeiten käme. Ohnehin ist es ja heutzutage fast überall so, dass man gar nicht mehr effektiv mit irgendetwas vorankommt, weil man sich immer um mindestens drei Sachen parallel kümmern muss. Und gutgemeinte Ratschläge, seine Mails doch nur zweimal am Tag zu checken oder das Telefon abzuschalten, verbieten sich ja in unserem Metier leider von selbst …

  38. Viel interessanter wäre doch eine Diskussion zum Thema Verhältnis zwischen Schutzbefohlenen und Auszubildenen. Ganz speziell zwischen vorgesetzten Redakteuren und jungen Volontärinnen. Sehr interessant zu erfahren, ob hier speziell einer der Teilnehmer genauso so engagiert berichten würde…

  39. @Prekär: Nein, noch viel interessanter wäre die Frage, ob Du es für guten Stil hälst, hier – anonym und ohne den Hauch eines Belegs – den Vorwurf in die Runde wirfst, dass einer der Diskussionsteilnehmer seine Volontärin belästigt. Ich finde das jämmerlich, ganz jämmerlich.

    Und bevor jetzt jemand den blöden Spruch mit den getretenen Hunden bringt: Wir haben gar keine Volontärin .

  40. @Frank, wo ist da hier das Problem? Es ist kein Redakteur mit Namen genannt, abgesehen von Kai Diekmann, der ja nur als Fake hier sein Unwesen treiben dürfte.

    Dass solche Dinge vorkommen, habe ich allerdings schon selbst mehrfach erlebt. Chefredakteure bedienen sich gerne mal, ob bei Layouterinnen, Redakteurinnen oder Praktikantinnen, von PR-Damen ganz zu schweigen.

    Die normalen Redakteure tun sowas weniger. Wenn doch, fliegen sie wegen Wildern im Revier des Chefs.

    Ist eine hässliche Sache, aber kein spezielles Journalismus-Problem, oder sollte “ey, ich bin Gadgettester bei neuerdings.com” irgendwelche Frauen beeindrucken? Glaube ich nicht, wenn doch, bewerbe ich mich sofort. (Aber wohlgemerkt nur, wenn die Praktikanntinnen mir dann freiwillig den Clinton machen. nicht, wenn ich ihnen erst Unsinn erzählen muss von wegen ich brächte sie zum Film…).

  41. Ich denke die Zeiten sind vorbei das sich Reakture gemüdlich ausruhen können das die Konkurenz der wirklich Freien Jornalisten durch das Netz anrücken.
    Wobei Blogger nur ein Bereich ist der sehr Lebendig ist und das Potenzial für die Zukunft liefert.
    Martin R.

    http://bottroplive.blogspot.com/

  42. Also ich mache es mir in meinem Job mittlerweile auch als “Beamter” gemütlich. Bin Redakteur und bekomme nichtmal 60% des Tarifgehaltes, weil mein edler Chef den Verlag in den letzten zehn Jahren zugrunde gewirtschaftet hat und ich erst seit zwei Jahren dabei bin. Da kann man nach dem Volo mal gaaaaanz tief mit dem Gehalt ansetzen. Zuletzt feilschte er mit mir über die Fahrtkostenerstattung für einen Pressetermin im Ausland…

    Also sorry aber wer sich mal anschaut, wie das Verlagswesen heute funktioniert und wie der Berufsstand der Redakteure durch Dumpinglöhne abgewertet wird, braucht sich auch nicht wundern, wenn einige von ihnen nur noch zum Kaffee trinken zur Arbeit kommen und darüber hinaus kaum Engagement zeigen.

    Sehen in meinem Verlag viele so (außer den gut bezahlten Alt-Redakteuren). Von daher: Wenn der Journalismus qualitativ so abnimmt, haben das eher die Verleger als die Redakteure in Schuld.

    Was ich allerdings tun kann, um ein gutes Werk zu vollbringen: Ich bewerbe mich dort, wo man mich angemessen bezahlt und bin dann auch mit einem Lächeln gerne für die Firma unterwegs. Arbeit macht dann Spaß, wenn man sich auch durch das Gehalt gewertschätzt fühlt. =-)

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  1. [...] Wie ich mich als hochbezahlter Redakteur durch den Alltag mogel » medienlese.com [...]

  2. [...] und Herr Pähler schauen auf die Diskussion zwischen freien und festen Journalisten bei medienlese.com und sprechen darüber mit dem Medienblogger Ole Reißmann. Außerdem gibt es einen ausführlichen [...]

  3. [...] Berufsstandes. Alle mal herhören: Solche Deppen und Faulpelze arbeiten in der Medienbranche. Redakteure! Arrogant, schleimen nach oben, treten nach unten. Freie Journalisten: weltfremde Jammerlappen, arm [...]

  4. [...] der Journalistenwelt kann es ganz schön rund gehen. Dies wird zumindest offensichtlich, wenn man diesen Beitrag liest, der auf der medienlese veröffentlicht wurde. Es handelt es sich um eine Einsendung, in der [...]

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