Bye-bye Programmies:
Im Internet gibt’s was zu sehen
Von einfachen Listen bis zu multimedialen Communities mit individueller Planung: Wie das Fernsehprogramm aus dem Internet die gedruckten Programmzeitschriften ersetzt.
Ein wichtiges Segment im deutschen Zeitschriftenmarkt verliert an Relevanz: Die Programmzeitschriften kämpfen gegen sinkenden Auflagen, führen einen erbitterten Wettbewerb und verlieren Jugendliche ans kostenlos-Medium Internet. Aber noch immer haben es die Verlage nicht geschafft, eine neue Generation der Programmplanung fürs Netz zu schaffen. Stattdessen erwecken viele Online-Angebote den Eindruck, dass hier insgeheim eine ganz andere Agenda verfolgt wird: Bloß kein übersichtliches, multimediales Programm anbieten, damit die Leute weiterhin die bunten, gedruckten Hefte von TV 14 bis TV Movie kaufen.
Immerhin bieten die meisten Seiten mittlerweile individuell gestaltbare Programmplaner mit Erinnerungsfunktion an, zum Beispiel TV Spielfilm, sehen aber dabei leider noch immer furchtbar langweilig und uninspiriert aus. Um einen guten Programmplan zu bekommen, muss man dennoch nicht gleich TVgenial oder TV-Browser auf seinen Rechner laden – obwohl nichts dagegen spricht, dies zu tun.
Besonders empfehlenswert ist rtv.de, die Internetseite des Programm-Supplements rtv. Web-TV, Community, Neuigkeiten aus dem Showgeschäft – rtv.de hat verstanden, was in den USA bereits seit längerem ein erfolgreicher Trend ist: Multimediale Angebote wie das zum Medienkonzern CBS gehörende TV.com kombinieren das TV-Programm mit den Vorteilen des Web 2.0, zum Beispiel dem Streaming. Community, Fernsehlexikon, Show-News und TV-Programm werden optimal vereint. Ähnlich sieht es bei Zap2it.com aus.

Geht es denn nicht auch anders? Bisher nur ein Konzept ist Programm, ein gedrucktes Magazin für Fernsehen und Kultur, dass sich vom Einheitsbrei der preiswerten TV-Titel absetzen will. Das “große Rauschen” wird ignoriert, das Programm von der Redaktion rigoros ausgewählt. Inklusive pädagogisch wertvoller Kinderbeilage Glotzilla. Das journalistisch anspruchsvolle Heft gibt’s bisher nur als Dummy, Verlage lehnten ab – jetzt werben die Macher mit einer Abo-Kampagne im Internet. ore
Es ist kaum vorstellbar, dass nicht in der einen oder anderen Schublade eines Kreativen bereits eine Idee für ein multimediales Angebot liegt. Die Medienhäuser müssen sich endlich trauen, über den Tellerrand ihrer mit Kochrezepten, Liebes- und Leidesgeschichten gefüllten bunten Blättchen hinauszuschauen. Die junge Generation der Internet-Vielnutzer wird ihre Illustrierten nicht mehr kaufen, und will sicherlich mehr als das uninspirierte Gewusel, das zur Zeit geboten wird.
Wie es gehen kann …
- Jeder Nutzer muss sich sein Fernsehprogramm individuell zusammenstellen können.
- Die Verlage sollten brauchbare Applikationen für Facebook und ähnliche Social Networks entwickeln, damit die Nutzer ihr persönliches Fernsehprogramm auf den von ihnen am häufigsten genutzten Plattformen abrufen können.
- Es braucht eine Erinnerungsfunktion per E-Mail, SMS, Twitter oder durch eine Nachricht bei Facebook.
- Schneller als per Twitter kann man einen Fernsehtipp des Tages, Programmänderungen oder Quoten nicht verbreiten. Mit den richtigen Tools ist das nicht mal besonders zeitaufwändig.
- Damit bewegen Sie junge Menschen nicht zum Vorbeisurfen: Kochrezepte, Rätsel, Gesundheitstipps, Liebesgeschichten oder Leidensberichte. Es geht doch ums Fernsehprogramm, dann sollten sich auch sonstige Inhalte darum drehen.
- Um junge Netz-affine Menschen zu erreichen, eignet sich die Wundertüte à la TV.com: TV-Programm, Nachrichten übers TV-Geschäft, Informationen zu Sendungen (z.B. Episodenführer), Fotos, Foren zur Diskussion, Nutzerprofile und Streaming (z.B. von Web-Sendungen wie “Ehrensenf”).
… und wie es zurzeit aussieht
Auf Spiegel Online wird eine recht simples und übersichtliches Fernsehprogramm in Kooperation mit rtv.de geboten. Wer direkt zum Online-Portal des wöchentlichen Supplements geht, der bekommt zudem noch mehrere von den Redakteuren gemachte Web-TV-Sendungen geboten, außerdem eine Community, E-Mail-Erinnerung, Kinotipps, Interviews mit Stars – alles in allem ziemlich nah am Optimum dran. Wer auf die bunten Geschichten aus dem gedruckten Programmführer nicht verzichten möchte, kann außerdem online im rtv-Heft blättern. Beide Daumen hoch!
Empfehlenswert ist auch die Plattform tvinfo.de, die vielleicht gerade deshalb besser ist als der Rest, weil sie nicht in direkter Konkurrenz zu einem gleichnamigen Printprodukt steht. Die Seite ist simpel, übersichtlich und integriert außerdem das bekannte Web-TV-Format „Ehrensenf“
tvtoday.de ist optisch schöner als die meisten Seiten, aber ansonsten stark verbesserungswürdig. Per “My TV Today” kann der Nutzer zwar sein eigenes Interessenprofil erstellen und sich so zum Beispiel alle Filme mit Bruce Willis oder ausschließlich Sendungen aus dem Sport-Genre anzeigen lassen. Was jedoch fehlt, ist eine Erinnerungsfunktion per SMS oder E-Mail.
Eine solche Vormerk-Funktion mit automatischer Erinnerung gibt es auf tvspielfilm.de. Die Seite könnte also gut sein, wenn das altbackene Layout des persönlichen Programmplaners “My TV” nicht wäre. Im Gegensatz zum animierten “My TV Today” fehlt es hier an Übersichtlichkeit. Immerhin: Wer sich bei tvspielfilm.de registriert, kann mit denselben Log-in-Daten unter anderem auch das Forum von Focus Online nutzen.
Was tvspielfilm.de an Farbe und Interaktivität fehlt, ist auf TVMovie.de im Überfluss vorhanden. Schön: Neben dem Fernsehprogramm gibt es auch DVD-Vorstellungen, Kinotipps, eine Filmdatenbank und einen Video-Bereich. Auch eine Community ist in Ansätzen vorhanden.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

























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ich finde, das beste, schnellste und übrsichtlichste Interface bietet zur Zeit das TV-Magazin KLACK – alles auf einen Blick, ohne viel zu klicken: http://www.klack.de/index.php?page=TvNowFrame.php3
Aus meiner Sicht fehlt aber auch der T-Home Programm-Manager mit dem man neben dem TV Programm auch remote seine STB programmieren kann: http://programm-manager.t-home.de/
Programm”sende”zeitschriften werden langfristig sowiso obsolet wenn ICH mir einfach aussuche was ich wann über YouTube o.ä. sehe. Das ist so dünnpfiffig wie eine Zeitschrift mit Zeiten wann DVDs laufen und wann ich mir diese zuHause anschaun kann und muss – da hilft auch alle Übersichtlichkeit nichts.
ich benutze die personalisierten empfehlungen von http://www.moviepilot.de und programmiere damit meine aufnahmen bei save.tv – as good as it gets.
der fernsehplaner meiner wahl ist tvtv.de. dort gibt es nicht viel anderes als das tv-programm, angereichert mit ein paar tips. generell aber übersichtlicher als die anderen angebote und deshalb von mir lieber gemocht :-)
Ich nutze http://www.tvinfo.de seit 5 Jahren wegen der automatischen Suche nach Filme, Serien, Dokus mit E-Mail Benachrichtigung.
Die Top250 gelistenen Filme bei ImDb, die im deutschen Fernsehen laufen gibt es bei http://www.tv250.de inkl. RSS-Feed und UserScript http://userscripts.org/scripts/show/33438 für das FireFox Plugin Greasemonkey.
Tausend Dank für die Übersicht! Hab sowas schon lange gesucht, inbesondere diesen IMDB-Ticker. Mille Gracie!
wir haben diese woche eine schlanke programmübersicht gelauncht: fernsehprogramm heute – feedback ist sehr willkommen… ;)
ansonsten kann man auf telewebber eine individuelle programmzeitschrift per email bekommen. dabei erhält man z.b. vorschläge, wann die eigenen lieblingsschauspieler im tv kommen, erfährt, wann ausstrahlungen der lieblingssendungen und -filme erfolgen und kann auf die weisheit der vielen zurückgreifen und sendungsvorschläge über themengruppen erhalten.
Wobei ich mich gerade bei den Angeboten von Telewebber frage, wie das finanziert wird. Die Ausgaben für die VG-Media-Lizenz sind jenseits der 50.000 Euro-Marke zu veranschlagen.
Wie finanziert man so etwas?
Bei http://twitter.com/tv250 gibt es auch die TOP 250 Filme im Fernsehen. Jedoch noch zusätzlich für das gesamte deutschsprachige Free-TV auch in Österreich un in der Schweiz. Ausserdem wird noch von den aktuellen Neueinsteigern in d IMdb Liste brandaktuell berichtet.