Am Kiosk:
brand eins über Public Relations

Lernen vom PR-Berater der Maddie-Eltern: Die aktuelle brand eins beschäftigt sich mit Kommunikation und Public Relations. Inklusive einer Anleitung, wie man endlich diese Blogger versteht.

brand eins
brand eins
Das monatliche Wirtschaftsmagazin brand eins aus Hamburg fällt auf durch den stolzen Einzelverkaufspreis von 7,60 Euro – dafür kriegt man jedes Mal herausragenden Journalismus geboten. Die 148-seitige Februar-Ausgabe kümmert sich um ein Thema, dass auch medienlese.com-Leser interessieren könnte: Kommunikation und PR.

Sehr lesenswert ist das Interview mit dem PR-Mann der Eltern der vermissten Madeleine McCann, Clarence Mitchell. Der ehemalige Journalist gibt im Vorabdruck aus dem im Februar erscheinenden Buch “Skandal! Die Macht öffentlicher Empörung” (Affiliate-Link) Auskunft über seine Zeit als Berater der McCanns. Eine Tätigkeit, die sich überraschenderweise zum Geschäftsmodell entwickelte, denn er berät derzeit “drei andere Familien in ähnlich tragischen Situationen”. Sehr nachdenklich stimmen seine Worte über die zur wilden Meute mutierten Boulevardmedien, die nach einer Klage gezwungen waren, sich auf der Titelseite zu entschuldigen und Schadenersatz in der Höhe von 550.000 Pfund zu zahlen:

“Wenn montags eine Schmutzkampagne in einer portugiesischen Zeitung lief, wurde die am Dienstag von britischen Blättern reproduziert. Und mittwochs hiess es dann in Portugal: Der renommierte Daily Express hat unsere Geschichte bestätigt, es muss also etwas dran sein.”

Für Blogger (und für alle, die Blogger verstehen möchten) interessant ist “Skandal in Echtzeit” ab Seite 76, in der Steffan Heuer dem Fall Motrin nachgeht, in der sich eine Werbekampagne für Schmerzmittel durch Proteste in Blogs und bei Twitter zum Fiasko entwickelt (Twitter -> #motrinmoms). Hier das im Artikel erwähnte, eine Welle auslösende und schon 86.000 mal angesehene Protestvideo.

Die im Artikel gegebenen Tipps, wie man mit Blogs und Tweets umgeht, sind beachtenswert. So wird geraten, Glaubwürdigkeit im Voraus aufzubauen, das Webgeschehen rund um die Uhr zu verfolgen und “schnell” zu reagieren. Was heisst denn “schnell”? “Schnell” heisst, auf Tweets innerhalb von 15 Minuten zu antworten. Und das immer als Einzelperson.

Alles online: Seit 2004 ist das Archiv der brand eins kostenlos zugänglich.
Aufschluss über die anderen Themen im Heft gibt das Inhaltsverzeichnis. Die meisten Texte sind online noch nicht verfügbar. Man wird mit ihnen am 27. Februar rechnen können, wenn das nächste Heft erscheint.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Mehr lesen

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

7.5.2009, 30 KommentareG wie Google:
"Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele"

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion.

Journalismus 2.0: Die Diskussion mitgestalten

5.5.2009, 14 KommentareJournalismus 2.0:
Die Diskussion mitgestalten

Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium. Was Journalisten tun können.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

1.5.2009, 19 KommentareUnd noch'n Gedicht:
Als Dank an meine Leser

30.4.2009, 8 Kommentaremedienlese.com:
Eine vorläufige Bilanz

Nach fast drei Jahren eingestellt, die Rubrik “6 vor 9” mit 2000 Euro Spenden in drei Tagen gerettet. Was soll dieses Blog? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert in der Zeit?

\'Wir sind die Größten\': Das Muhammad-Ali-Syndrom deutscher Startups

6.1.2012, 30 Kommentare'Wir sind die Größten':
Das Muhammad-Ali-Syndrom deutscher Startups

Wenn junge Internetunternehmen bei Journalisten vorstellig werden, verlassen sie sich gern auf abgedroschene Superlative. Doch damit verbauen sie sich viele Chancen.

Online-Medienbeobachtung: Echobot will Messbarkeit und Transparenz schaffen

23.11.2011, 3 KommentareOnline-Medienbeobachtung:
Echobot will Messbarkeit und Transparenz schaffen

Das Karlsruher Startup Echobot beantwortet mit seinem Medienbeobachtungsdienst für Business-Kunden nicht nur die Frage, wo Marken-, Firmen- oder Produktnamen Erwähnung fanden, sondern auch, wie viele Leser dadurch erreicht worden sind.

Das Beste, was diaspora passieren konnte: PayPal sperrt das Spendenkonto

19.10.2011, 16 KommentareDas Beste, was diaspora passieren konnte:
PayPal sperrt das Spendenkonto

PayPal hat das Spendenkonto des dezentralen sozialen Netzwerks diaspora mit eingezahlten 45.000 Dollar ohne Begründung eingefroren. Etwas Besseres hätte dem unter Aufmerksamkeitsmangel leidenden Projekt kaum passieren können.

1 Kommentar

  1. Anonym
    schrieb am 10. Februar 2009 um 15:55 Uhr (#)

    Die Themenwahl der aktuellen Ausgabe zwar verlockt zum Lesen, doch die Erkenntnisse sind bescheiden.

    Bescheidene Erkenntnisse

    [Edit: Name geändert, bitte Kommentarregeln beachten. F.S.]

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.