Rivva-Leitmedien:
Das Sediment der Blogosphäre
Es sieht aus wie ein bunter Flickenteppich: Aus 36.500 Icons besteht die Grafik, die für die vergangenen 365 Tage jeweils die 100 Leitmedien des Meme-Trackers Rivva anzeigt.
Worüber in der deutschsprachigen Bogusphäre (so ein Kommentator neulich auf medienlese.com) geschrieben und diskutiert wird, zeigt die Website Rivva an. Ein Geschenk des Himmels, das nebenbei eine ständig aktuelle Top-100-Liste der Leitmedien abwirft hält. Betrieben wird der Meme-Tracker von Frank Westphal, einem Hamburger Programmierer. Neueste Funktion:
Ein gigantischer Flickenteppich, der die Top 100 der zurückliegenden 365 mittels kleiner Icons anzeigt. Am sogenannten Favicon Rivvers lassen sich langfristige Trends und Verschiebungen ablesen. Eine technische Spielerei – und eine schön anzusehende Visualisierung einer großen Menge von Daten.
Falls der eigene Rechner bei der Darstellung von 36.500 kleinen Grafiken auf einer Website in die Knie geht, kann man sich das Kunstwerk auch als Screenshot ansehen. Tim Bonnemann hat einen erstellt, eine kleine Version des Bildes mit CC-Lizenz zeigen wir hier, größere und kleinere gibt’s bei Flickr.
Mehr intelligente und ansprechende – zum Teil recht nerdige – Visualisierungen großer Datenmengen sammelt das Blog information aesthetics, das hiermit jedem ans Herz gelegt sei.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.




















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ich schätze rivva auch sehr. hab da schon manches kluge blog entdeckt.
die top 100 liste der leitmedien habe ich schon lange nicht mehr besucht. umso mehr bin ich jetzt sehr erstaunt, dass meine kleine bloghütte da auf platz 51 steht. noch vor a-brands wie anke gröner oder sprechblase. da frag ich mich natürlich, wie diese liste zustande kommt und was sie letztlich wert ist. in meinem traffic schlägt sich dieses ranking jedenfalls nicht nieder.
… will ich gerne erklären, wie diese Liste zustande kommt:
Die Positionierung reflektiert, welche Quellen in den vergangenen 100 Tagen die Stories mit der größten Resonanz geliefert haben.
Wenn das henusode-blog im Leitmedien-Index eine Präsenz von 0.32 % aufweist, dann bedeutet das eben, dass Geschichten aus diesem Blog das Meinungsbild auf Rivva zu genau diesem Anteil mit geprägt haben, alle Titelseiten der letzten 100 Tage zusammengerechnet. (Man könnte ebenso die cm^2 zusammenrechnen … ;)
Mit 7.66 % heißt das für SPON bspw., dass – im Schnitt und stark vereinfacht gerechnet – nahezu jede 13. Top Story von SPIEGEL ONLINE angespült wird.
Spaßeshalber hab ich mal die meist-diskutierten Artikel der drei genannten Blogs rausgesucht zum Vergleich: 1, 2, 3
In der Sidebar “Meist diskutiert” kann man noch vier weitere top-verlinkte Artikel der letzten 100 Tage finden und u.a. sehen, dass Anke Gröner und die Sprechblase im Vergleich schlechter abschneiden.
Dennoch: Keine Liste und keine Suchmaschine ist objektiv. Rivva z.B. beobachtet nur die 3000 meist-verlinkten deutschsprachigen Blogs und wertet – im Gegensatz zu Technorati – keine Links aus der Blogroll oder auf die Homepage, sondern nur Links aus Artikeln auf Artikel.
… ein Freud’scher Verschreiber, köstlich! :)
Den Beitrag von bugsierer finde ich ja nun sehr interessant. Wie zuverlässig ist das alles?
Das ist eben das Spannende , aber zugleich Unwägbare am web: Kann sein, kann aber auch überhaupt nicht sein. Alles ist möglich. Und nichts. Wer weiss das schon?
Ich schätze und nutze Rivva, aber die Grafik ”Favicon Rivver” verstehe ich nicht. Was soll die denn aussagen, außer dass sie ganz hübsch aussieht?
Man kann eventuell sehen/interpretieren, dass an der Spitze die Platzierungsschwankungen nicht so stark sind. Zumindest hat es den Anschein, als wäre in den unteren Bereichen der Top100 mehr Bewegung.
Ich finde ja vor allem die gelbe Kurve, die binnen 9 Monaten auf Position 4 endet, sehr beeindruckend: netzwertig.com
Morgen sollen die Deutschen Blogcharts relaunchen … bin schon gespannt, welcher Trend sich dort wird ablesen lassen.