Twingly Blogstream:
Handelsblatt verlinkt uns alle
Mit Hilfe der Blogsuchmaschine Twingly zeigt das Handelsblatt an, welche Blogs auf Artikel verlinken. Einzige Voraussetzung: Blogger müssen mit der Blogsuche Twingly kooperieren.

Was aber wiederum heißt, dass man die Blogsuchmaschine füttern muss. Man kann zum Beispiel seiner Blogsoftware auftragen, bei jedem neuen Posting Twingly Bescheid zu geben, einen “Ping” an die Adresse rpc.twingly.com zu senden.

Trotzdem gibt’s auch Kritik an der Blogverlinkung: “Bloggerverarsche” findet es ein Kai in den Kommentaren bei Thomas Knüwer, das sei nur ein “Billiger SEO Trick, der sich am Ende sicher rächen wird”.
Billiger Trick? Grund der Aufregung ist die technische Funktion hinter der Verlinkung – ein JavaScript auf den Handelsblatt-Seiten nimmt Kontakt zu Twingly auf und sucht nach passenden Links. So wird die Seite vom Handelsblatt komplett geladen, auch wenn der Twingly-Server noch nicht geantwortet hat. Viele Nachrichtenseiten haben bisher den Einbau des VG-Wort-Pixels aus genau dem Grund verschoben: Man hatte Angst, dass der Massenweise Zugriffe die Server der VG-Wort außer Gefecht setzen und in Folge dessen die eigene Seite nicht richtig geladen werden würde.
Die Darstellung der Blog-Reaktionen mittels JavaScript ist also eine sichere Lösung. Allerdings steht der Link nicht im HTML-Quelltext der Seite – und Suchmaschinen wie Google finden die Links nicht. Dabei würde ein Link vom Handelsblatt auf das eigene Blog dieses für Google aufwerten, der hohe Pagerank des Handelsblatts würde sich zu einem bestimmten Anteil auf das Blog “vererben” – und Spammer würden das ausnutzen und die Seite mit Quatsch zumüllen. Würde. Wenn.
Google schreibt dazu:
Da Suchmaschinen generell nicht auf JavaScript-Content zugreifen können, bleiben im Allgemeinen auch seriöse Links in JavaScript für Suchmaschinen unzugänglich – ebenso wie für Besucher, bei deren Browser JavaScript nicht aktiviert ist. Platzieren Sie die Links daher vorzugsweise außerhalb von JavaScript oder kopieren Sie sie in ein nicht skriptbasiertes Tag.
Und Thomas Knüwer stellt klar:
Da einige nachfragen. Technisch gesehen handelt es sich hier um eine Art Trackback. Was wir aber nicht möchten sind eben Links von Spam-Seiten. Diese Filterfunktion übernimmt eben Twingly.
Die Anerkennung und Verlinkung ist in erster Linie für die Nutzer gedacht und nicht für Google. Allerdings rühmt sich Twingly, dass die Anzahl der wöchentlichen Verlinkungen teilnehmender Nachrichtenseiten im Schnitt um 250 Prozent ansteigen würden. Mehr Links auf die Seite des Nachrichtenangebots, mehr Seitenabrufe, mehr “Traffic”. Anscheinend sind viele Blogs gar nicht so scharf auf Google – und freuen sich einfach über die Anerkennung und die Besucher, die von den Nachrichtenseiten ihren Weg in die Blogs finden.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
























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So verschmelzen nun endlich News von Zeitungen und Blogs miteinander. Ein Lob an die Handelszeitung, sehr gut gelöst.
Dass man sich vor Spam schützen will ist verständlich aber bei Golem.de und anderen Portalen klappt es ja auch, trotz richtiger Trackbacks.
So handelt es sich wohl wirklich nur um den Versuch ein paar Links von Bloggern abzustauben, die auf mehr Traffic via Twingly Widget hoffen.
Ob das ganze auch funktioniert, wenn ein entsprechender Link nur in einem Kommentar auftaucht?
Die Bild ist auch mit von der Partie.