Apples Plattformwillkür:
Podcaster als RSS Player jetzt doch auf iPhone

Die ursprünglich aus dem App Store verbannte Applikation Podcaster kehrt unter dem Namen “RSS Player” auf das iPhone zurück. Erkennt Apple die Bedeutung eines funktionierenden Ökosystems für seine Plattform?

Es scheint, dass Apple letztlich doch noch zu Einsicht gelangt:

Podcaster, wir erinnern uns, wurde aus dem iPhone-Appstore verbannt, weil es die Funktionalität von iTunes kopiere. Podcaster war eine Applikation die unterwegs den Download von Podcasts erlaubte. Eine Funktion, die mit iTunes damals nicht möglich war. Mittlerweile bietet iTunes die Möglichkeit an, Podcasts unterwegs herunterzuladen, allerdings nur bis zu einer Dateigröße von 10 MB.

Das einst aus dem App Store verbannte Podcaster hat es jetzt unter anderem Namen als “RSS Player” und mit leicht veränderter Funktionalität wieder in den App Store des iPhones geschafft.

Das ist erfreulich für iPhone- Besitzer, denn die Applikation ist äußerst nützlich:

Im Gegensatz zu iTunes Mobile unterscheidet Rss Player zwischen neuen und alten Episoden, zeigt auch die Shownotes an und besitzt inbesondere keine überflüssige UMTS-Limitierung: Auch Podcast-Folgen mit einer Dateigröße über 10 Megabyte können komplett im Mobilfunknetz heruntergeladen werden, ein Abgleich der Dateien mit iTunes findet aber natürlich nicht statt.

Der wesentliche Funktionsunterschied in der neuen Version ist das Fehlen des ursprünglich eingebauten Podcast-Verzeichnisses, was die Bedienung der App unter einem Betriebssystem, das nach wie vor kein Copy&Paste beherrscht, nicht gerade einfach gestaltet (sprich: händisches Eingeben der Feed-URLs).

Apple, die Kontrolle und Plattformen

Apple scheint langsam die Bestimmungen für die iPhone-Plattform zu lockern. So finden neue WebKit-basierte Browser ihren Weg auf das iPhone. Etwas, das es vor kurzem noch nicht gegeben hätte.

Das ist gut, denn nur ein möglichst freier Zugang der Entwickler zur Plattform sorgt auf dieser für einen möglichst freien Markt, der anschließend seine Macht entfalten kann. Nur so wird eine bestmögliche Situation für Drittanbieter, Plattformbetreiber und Kunden geschaffen.

Apple als Unternehmen ist trotz der revolutionären Ideen in Design und GUI ein Unternehmen des 20. Jahrhunderts: es kann nicht loslassen, muss alles kontrollieren.

Als Plattformanbieter im 21. Jahrhundert ist dieser Kontrollzwang eher schädlich. Man scheint das bei Apple zu ahnen, denn jetzt wo Google, Palm, Microsoft und RIM/BlackBerry ihre eigenen Appstore-Äquivalente starten oder angekündigt haben, wird ein gesundes Ökosystem für die iPhone-Plattform immer wichtiger um sich auch künftig behaupten zu können.

Wie schwer sich Apple mit dem Aufgeben von Kontrolle tut, kann man an den unbeholfenen Schritten sein. Auch weiterhin weiß niemand genau, wann eine Applikation abgelehnt werden könnte und wann nicht, wenn diese die von Apple/iTunes angebotenen Funktionen streif. Aber es scheint zumindest besser zu werden. Gut für Apple.

Zu Apples Herangehen an seine iPhone-Plattform hatte ich mir im Sommer ein paar Gedanken gemacht:

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2 Kommentare

  1. christian
    schrieb am 28. Januar 2009 um 09:22 Uhr (#)

    Kleiner Hinweis: Mittlerweile ist das aktualisieren von Podcast-Feeds auch auf dem iPhone direkt möglich, wenn auch mit Einschränkungen.

    Und RSS Player ist laut dem Verdikt von Ars Technica ziemlich unnütz in der aktuellen Version.

    Wahrscheinlich wird die Applikation nur aus Mitleid gekauft… ;-)

  2. Nadine
    schrieb am 3. Februar 2009 um 10:13 Uhr (#)

    Hey! Den RSS Player gibt es heute (noch) kostenlos… Damit lohnt sich der Ex-Podcaster, bei dem Preisverfall ;)

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