Google macht Diät, stoppt Jaiku-Entwicklung und schließt Dienste

Google verschlankt sein Produktportfolio. Neben der Schließung einiger Dienste stoppt das Unternehmen die Weiterentwicklung des Microbloggingservices Jaiku und leitet das Ende von Google Video als (überflüssige) zweite Videohostingplattform neben YouTube ein.

Es scheint, als war die Schließung von Googles virtueller Welt Lively Ende Dezember nur der Anfang einer gründlichen Aufräumaktion beim Such- und Internetriesen aus Mountain View. In mehreren Blogpostings kündigte das Unternehmen vor wenigen Stunden an, zahlreiche Tools entweder einstellen oder nicht mehr weiterentwickeln zu wollen.

Betroffen ist unter anderem der Microbloggingdienst Jaiku, der keine weiteren Entwickler-Ressourcen mehr erhält und dessen Code als Open Source veröffentlicht wird, sowie Google Video, bei dem man in Kürze die Funktion zum Hochladen von Clips entfernt.

Schließen will Google demnächst das mobile Social Network Dodgeball, die Katalogsuche Google Catalog Search, das Notizwerkzeug Google Notebook (existierende User können dies weiter benutzen, Neuregistrierungen sind nicht mehr möglich) sowie den Google Mashup Editor, der durch die Google App Engine ersetzt wird.

Während die Veränderung bei Google Video sowie die Schließungen größtenteils konsequente Schritte darstellen, um Überschneidungen mit anderen, teilweise neueren Google-Produkten zu verhindern, ist die gestoppte Weiterentwicklung von Jaiku das Eingeständnis, mit dem im Oktober 2007 gekauften finnischen Microbloggingdienst nicht gegen Marktführer Twitter ankommen zu können. Vor einigen Wochen hatte mit Pownce bereits ein anderer Twitter-Konkurrent aufgegeben.

Neben den Verschlankungen des Produktportfolios gab Google außerdem bekannt, aufgrund eines geringeren Rekrutierungsbedarfes die Zahl der Angestellten im HR-Bereich um rund 100 reduzieren zu wollen.

Diese erste nennenswerte Kürzung von festangestelltem Personal seit Firmengründung verdeutlicht, dass die schwache Konjunktur und die pessimistischen wirtschaftlichen Aussichten auch am größten Webunternehmen der Welt nicht spurlos vorbeigehen. Allerdings will man auch in Zukunft weiter einstellen, nur vorsichtiger als bisher. Google hat zirka 25.000 Angestellte weltweit.

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6 Kommentare

  1. Steffen
    schrieb am 15. Januar 2009 um 18:02 Uhr (#)

    Das teilweise Aus (oder langsame Ende?) von Google Notebook ist schade – war bzw. ist noch immer ein praktischer Dienst.

  2. Tom
    schrieb am 15. Januar 2009 um 20:38 Uhr (#)

    Das Produktportfolio von Zeit zu Zeit zu optimieren/verschlanken ist ein normaler & sehr vernünftiger Prozess. Auch google hat keine unendlichen Ressourchen, und kann wohl nur weiter innovativ bleiben wenn Altlasten über Bord geworfen werden.

  3. Alenka
    schrieb am 15. Januar 2009 um 22:54 Uhr (#)

    Das ist wohl heute der große Trend sein Unternehmen zu reduzieren, also sprich Arbeitsplätze abzubauen, das hört man ja überall heutzutage. Doch bei einigen Unternehmen müsste es bestimmt nicht sein. Aber anscheinend schlägt bei Google auch die große Finanzkrise zu.

  4. Marc
    schrieb am 16. Januar 2009 um 09:41 Uhr (#)

    Google Notebook – Anmeldung zum heutigen Tage noch möglich.

  5. Leuchten
    schrieb am 17. Januar 2009 um 18:07 Uhr (#)

    Naja, man kann Google nicht übel nehmen, dass die Firma unrentable Zweige schließt und sich auf andere Sparten konzentriert. Schade finde ich es um Google Notebook.
    Edit: Link gelöscht, SEO-Spam bitte anderswo. F.S.

  6. Holger
    schrieb am 21. Januar 2009 um 12:39 Uhr (#)

    Mal sehen, wann Google Twitter kauft ;-)
    Genug Kapital hat der Primus vermutlich und ganz abwegig finde ich den Gedanken nicht.

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