Widgets:
New York Times überall

Nervig oder nützlich? Die New York Times bietet “Widgets” an, aktuelle Nachrichten für die eigene Website. Über 10.000 Themengebiete stehen zur Auswahl.

Maßgeschneidertes Nachrichtenpaket für die eigene Website (Screenshot)

Die New York Times umklammert das Internet – dem Verlag geht es nicht besonders gut, die Aktie am Boden, schon wird von einem schnellen Ende der gedruckten Zeitung geschrieben (zum Beispiel in dem lesenswerten Gedankenspiel “End Times” in The Atlantic). Neueste Entwicklung: Widgets. Kleine Kästen, in denen aktuelle Artikel der NYT angezeigt werden und die sich auf der eigenen Website einbauen lassen. Mit ein paar Klicks lässt sich einstellen, welches Ressort oder welches Thema von Interesse ist. Das sieht schick aus – doch wozu nützt es?

So sieht der Feed für “News and News Media” aus, insgesamt werden über 10.000 verschiedene Feeds angeboten – anzeigen lässt sich praktisch alles, von der ganzen Seite über Ressorts bis zu speziellen Themen. Dahinter verbergen sich ein paar Zeilen HTML-Code, die auf den Server der NYT zugreifen. Versierte Internet-Nutzer können auf die Widgets verzichten und einfach einen der RSS-Feeds auf der eigenen Website “einbetten”. Doch dazu muss man sich schon ein wenig mit PHP oder der eingesetzten Blog-Software auskennen. Die Widgets sind vor allem einfach zu bedienen.

YouTube macht’s vor

Doch was mit lustigen Videoclips bestens funktioniert – YouTube-Videos finden sich an jeder Ecke des Webs, direkt in Websites eingebunden – muss nicht zwangsläufig auch mit Nachrichten klappen. Von NYT-Widgets allerorten werden wir wahrscheinlich verschont bleiben. Für persönliche Startseiten sind solche personalisierten Nachrichten interessant – aber für die eigene Website?

Schon die Encyclopaedia Britannica wollte es YouTube nachmachen und bietet ein eigenes Widget an, mit dem Artikel auf der eigenen Seite angezeigt werden können. Durchgesetzt hat es sich in den vergangenen Monaten nicht.

Nervig oder nützlich?

Das “eingebettete” YouTube-Video ist etwas ganz anderes. Ein ausgewähltes Video, dessen Inhalt man präsentiert, hat einen anderen Stellenwert als ein fest eingebauter Kasten auf der Seite, den eine Redaktion ständig neu bestückt. Zumal es dann für die Nutzer nervig wird, wenn dieser Kasten überall im Netz auftaucht, an allen Ecken und Enden des Webs verwendet wird.

Das ist die eine Möglichkeit: Dass es schnell nervt, wenn auf allen Kinoseiten und Film-Blogs die aktuellen Rezensionen der NYT angezeigt werden. Die andere Möglichkeit ist, dass die Fülle der verfügbaren “Feeds”, die sich mit dem Widget anzeigen lassen, zum Erfolg verhilft. Überall im Netz ist das Widget zu sehen - doch auf jeder Seite mit einer anderen Artikelauswahl. Die New York Times wäre allgegenwärtig, ohne zu nerven: mit immer anderen Inhalten.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

 

Mehr lesen

28.12.2008, 2 KommentareJahresrückblick 2008:
Januar bis April

Wahn in der Datenbahn, Scheiß-Privatfernsehen, Friedhof für Freie und noch viel mehr: Wir blicken zurück auf ein lesenswertes Jahr medienlese.com.

18.12.2008, 7 KommentareOnline-Lexikon:
Brockhaus und Wikipedia Seite an Seite?

Der Brockhaus bekommt einen neuen Besitzer mit Internet-Erfahrung – eine kostenlose Online-Version könnte die angeschlagene Druckausgabe retten.

20.4.2008, 7 KommentareBritannica auf Blogger-Kuschelkurs

Tausche Wissen gegen Klicks: Die Encyclopaedia Britannica gewährt Bloggern jetzt auf Antrag kostenlosen Zugang zu ihren Datenbeständen. Artikel können verlinkt und komplett abgerufen werden.

10.4.2014, 8 KommentareBedrohung oder nicht:
Warum es sinnvoll ist, sich über den Niedergang des mobilen Webs Sorgen zu machen

Ist die Popularität mobiler Apps und das parallele Desinteresse für mobile Websites langfristig eine Bedrohung für das freie Internet oder nicht? Egal welche Position man in dieser Debatte vertritt, empfiehlt es sich, potenzielle Gefahren anzuerkennen. Denn ausnahmsweise haben Optimisten nichts zu gewinnen.

Fortgesetzter Wachstumsmotor oder destruktive Kraft: Über die Frage, was Technologie mit der Welt macht

10.3.2014, 7 KommentareFortgesetzter Wachstumsmotor oder destruktive Kraft:
Über die Frage, was Technologie mit der Welt macht

Bislang wurden technische Sprünge, die auf breiter Skala umsetzbar waren, stets von Volkswirtschaften zur Maximierung von Wohlbefinden und Wohlstand genutzt. Heute mehren sich die Stimmen derjenigen, die in Frage stellen, dass weiterhin die effektivste Problemlösung auch die wünschenswerteste ist.

Linkwertig: Höhle, Gezwitscher, Ivanpah, Internet

18.2.2014, 0 KommentareLinkwertig:
Höhle, Gezwitscher, Ivanpah, Internet

Google und andere Investoren haben in der Mojave-Wüste das weltgrößte Solarkraftwerk in Betrieb genommen und mehr.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

7.5.2009, 37 KommentareG wie Google:
"Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele"

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion.

Journalismus 2.0: Die Diskussion mitgestalten

5.5.2009, 15 KommentareJournalismus 2.0:
Die Diskussion mitgestalten

Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium. Was Journalisten tun können.

IFTTT: In kleinen Schritten vorwärts

13.8.2013, 6 KommentareIFTTT:
In kleinen Schritten vorwärts

IFTTT, das "digitale Klebeband" fürs Web, setzt verstärkt auf die Integration von Medienangeboten. Für das beliebte Startup geht es darum, die breite Masse der Anwender vom praktischen Nutzen zu überzeugen.

Die New York Times inspiriert: Zeitung wird zu Contentlieferant

28.2.2013, 3 KommentareDie New York Times inspiriert:
Zeitung wird zu Contentlieferant

In den USA serviert die New York Times Nutzern der kostenfreien Starbucks-WLANs eine spezielle Onlineausgabe mit ausgewählten Artikeln. Mehr Zeitungen sollten sich als Inhaltelieferanten betätigen.

Linkwertig: Qype, New York Times, Firefox, Hotmail

30.3.2011, 1 KommentareLinkwertig:
Qype, New York Times, Firefox, Hotmail

Qype wurde fünf Jahre alt, die ersten Eindrücke von der Paywall der New York Times, Analyse der Onlinedating-Vergleichsseiten und mehr.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

1.5.2009, 19 KommentareUnd noch'n Gedicht:
Als Dank an meine Leser

30.4.2009, 8 Kommentaremedienlese.com:
Eine vorläufige Bilanz

Nach fast drei Jahren eingestellt, die Rubrik “6 vor 9” mit 2000 Euro Spenden in drei Tagen gerettet. Was soll dieses Blog? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert in der Zeit?

Nach Google nun Techblogs: Die Sabotage von RSS schreitet voran

1.4.2014, 23 KommentareNach Google nun Techblogs:
Die Sabotage von RSS schreitet voran

Bekannte. die Internetwirtschaft thematisierende Fachmedien wie TechCrunch, deutsche-startups.de und Gründerszene sind kürzlich dazu übergegangen, in ihren RSS-Feeds Artikel nur noch anzureissen, anstatt in voller Länge darzustellen. Damit schaden sie sich selbst.

Enttäuschend: Renommiertes Tech-Blog ReadWriteWeb kürzt RSS-Feed

12.4.2012, 10 KommentareEnttäuschend:
Renommiertes Tech-Blog ReadWriteWeb kürzt RSS-Feed

Bei internationalen Blogs rund um Technologie- und Internetthemen ist das Bereitstellen von RSS-Feeds in voller Länge üblich. Ausgerechnet ReadWriteWeb schert jetzt aus.

NewsBlur: Konkurrenz für den Google Reader

8.11.2010, 13 KommentareNewsBlur:
Konkurrenz für den Google Reader

NewsBlur ist ein webbasierter RSS-Reader, der zu einer echten Konkurrenz für den Google Reader werden könnte.

10.8.2008, 15 KommentareSenderstörung:
In-Formationen für Kulturpessimisten

Das Internet macht Kulturkritiker ganz wuschelig. Ihnen allen schwirrt der Kopf. Allen voran konstatiert Nicholas Carr, der 'Neil Postman' des Web 2.0, bei sich beginnende Web 2.0-Demenz:

9.8.2008, 14 KommentareSchon wieder:
Spiegel mit Steilvorlage

"Macht Das Internet Doof?" steht auf dem Cover des neuen Spiegels. Eine gute Frage, die in ähnlicher Form The Atlantic schon gestellt hat. Die Antwort darauf ist weder einfach noch beruhigend.

Linkwertig: Well, Wikipedia, Web 2.0, Sofatutor

25.9.2012, 0 KommentareLinkwertig:
Well, Wikipedia, Web 2.0, Sofatutor

Jörg Wittkewitz zieht bei den Netzpiloten seinen Rück- und Ausblick auf das Web 2.0 und mehr.

Buzzwörter: Das Ende von \

20.7.2012, 25 KommentareBuzzwörter:
Das Ende von "Social Media" und die Frage nach dem Web 3.0

Schon zur Hoch-Zeit des Web 2.0 im Jahr 2007 waren Spekulationen über den nächsten großen Evolutionsschritt des Internets und über die korrekte Bezeichnung dafür populär. Fünf Jahre später steht die Debatte noch immer am selben Punkt.

Mister Wong: Deutsches Web-2.0-Urgestein  wird verkauft

7.11.2011, 7 KommentareMister Wong:
Deutsches Web-2.0-Urgestein wird verkauft

Das Social-Bookmarking-Portal Mister Wong, einer der letzten verbliebenen deutschen Dienste der Web-2.0-Ära, soll verkauft werden.

Linkwertig: YouTube, Chromecast, OneNote, 5C

19.3.2014, 0 KommentareLinkwertig:
YouTube, Chromecast, OneNote, 5C

YouTube arbeitet angeblich an eigener Plattform für Kinder und mehr.

Linkwertig: Überwachung, Blackphone, Netzneutralität, YouTube

16.1.2014, 0 KommentareLinkwertig:
Überwachung, Blackphone, Netzneutralität, YouTube

Meedia hat eine Liste mit den 25 beliebtesten deutschen YouTube-Kanälen erstellt und mehr.

Linkwertig: Dobrindt, Giesler, MOOC, YouTube

17.12.2013, 0 KommentareLinkwertig:
Dobrindt, Giesler, MOOC, YouTube

Martin Giesler fasst einige Trends im Journalismus übersichtlich zusammen und mehr.

Ein Kommentar

  1. Das blöde: Wenn man NYT-RSS-Feeds bestellt landet man oft auf der kostenpflichtigen Seite. Gibt man die gleiche Überschrift auf Google News ein, kann man hingegen kostenlos drauf zugreifen.